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Vernee Mars Pro Test: Was taugt die Neuauflage?

Das Vernee Mars Pro des hierzulande eher glücklosen, weil eher weniger zuverlässigen Startups aus China kostet aktuell 157 Euro (z.B. bei Gearbest.com). Für das Geld bekommt man ein Smartphone mit einem 5,5 Zoll großen Full-HD-Display, 6 GByte RAM, einem MedaTek Helio P25, 64 GByte Speicher, MicroSD, Dual-SIM und LTE mit Band 20. Aber was taugt das Upgrade des Vernee Mars?

Vernee Mars Pro: Design und Verarbeitung

Das neue Vernee Mars Pro unterscheidet sich optisch nicht wesentlich von seinem „Vorgänger“, dem Vernee Mars. Gerade bei den Firmen Vernee und UMIDIGI bin ich aktuell schon ziemlich ernüchtert, was das Design betrifft. Man scheint bei „vorhandene“ Formen bzw. Modelle einfach nur die Technik upzugraden.

Mit seinen Abmessungen von rund 151 x 74 x 7.6 mm und einem Gewicht von etwa 161 Gramm zeigt es auch im Detail kaum Veränderungen zum Mars (151 x 73 x 7.6 mm). Die Vorderseite wird auch beim Update vom 5,5 Zoll großes Display in seiner 2.5 D Ausführung in Beschlag genommen. Ob auch hier wieder Corning Gorilla Glas 3 zum Einsatz kommt, kann ich mangels „finanzieller Unterstützung“ nicht bestätigen. Rein von der Haptik her fühlt es sich jedenfalls gut an. Im Testzeitraum selber konnte ich auch keine Kratzer auf dem Display erkennen. Der Hersteller liefert es ab Werk auf jeden Fall mit einer Schutzfolie aus.

Auf der Rückseite findet man die 13-Megapixel-Kamera mit ihrem Sensor vom Typ Sony IMX258. Die kommt auch beim Vernee Mars zum Einsatz. Der Fingerabdrucksensor befindet sich ebenfalls – wie beim Vernee Mars oder Xperia X – wieder im rechten Gehäuserahmen. Dort findet man auch den Ein-/ und Ausschalter sowie den Taster für die Lautstärke. Der Einschub für die (beiden) SIM-Karten (MicroSIM und NanoSIM), alternativ eine MicroSIM und eine MicroSD-Karte (bis 256GB) wurde auf der linken Seite ins Gehäuse eingelassen.

Vernee Mars Pro : 5,5 Zoll mit Full-HD

Vernee_Mars_Pro_15Das Vernee Mars Pro nutzt ein 5,5 Zoll großes Full-HD-Display in InCell-Technologie aus dem Hause JDI. Damit kommt es auf 401 Pixel pro Zoll. Die maximal zur Verfügung stehende Helligkeit des Displays ist leider nicht so hoch wie beim Vernee Apollo lite. Die Farbwiedergabe wirkt weniger „brilliant“. Die Darstellung der Inhalte kann über Mediateks „MiraVision“ optimiert werden. Insgesamt finde ich die Qualität nur durchschnittlich und das Display scheint einen leichten Stich ins gräuliche vorzuweisen. Rechts über dem Display ist eine kleine Benachrichtigungs-LED (Pulye notification light) eingelassen. Die signalisiert entgangene Anrufe oder Nachrichten.. Es gibt zudem einen speziellen Lesemodus mit reduziertem Blauanteil. Auch ein E-Ink-Modus mit einem künstlichen Schwarz-Weiss-Modus – ähnlich wie bei einem E-Book-Reader gibt es beim Vernee Mars Pro. Sinn macht der aber kaum.

Performance und Akku: Guter Durchschnitt

Während das Vernee Mars noch von einem vergleichsweise gemütlichen MediaTek Helio P10 sowie 4 GByte RAM angetrieben wurde, kommt das Vernee Mars Pro mit einem MediaTek Helio P25 sowie 6 Android7_Mars_Pro_2GByte Arbeitsspeicher daher. Technisch ist es also mit dem deutlich robusteren Blackview BV8000 Pro vergleichbar.

Die Ergebnisse der aktuellen Benchmarks sind – wenig überraschend -daher auch vergleichbar gut. Der SoC mit seinen 8 Kerne a 2.5 GHz erreicht im aktuellen AnTuTu-Benchmark 65.650 Punkte. Im Geekbench 4 kommt die CPU auf 846 Zähler im Single-Core und 3.977 Punkte im Multi-Core. Das vorinstallierte Android 7.0 samt seinen „VOS“ genannten Optimierungen sowie die von mir getestetn Spiele aus dem Hause Gameloft und Co liefen ruckelfrei. Einen Unterschied zwischen 4 und 6 GByte RAM spürt man in der Realität aber nicht. Der fest eingebaute Akku des Vernee Mars Pro wurde um 500 mAh auf nunmehr 3.500 mAh erhöht.

Bei meinen Tests kam ich auf eine Laufzeit von knapp 2 Tagen. Im Dauereinsatz ist der Akku nach etwa 5 Stunden leer. Die Aufladung geht dank einer Art „Quick Charge“ recht schnell. Mit dem mitgelieferten Ladegerät (9V/2 Ampere) pumpt den Akku in rund 1:45 Stunden voll auf. Nach rund 30 Minuten hat man genug Energie für einen Tag getankt.

In meinem Videoreview des Vernee Mars Pro auf YouTube kann man die Performance gut erkennen:

Android 7: Nicht vollständig übersetzt

Das Vernee Mars Pro nutzt ein nahezu unverändertes Android 7. Der Hersteller setzt zumindest optisch auf den normalen Google-Launcher. Die fehlenden (Google)-Apps kann man sich leicht über den bereits vorinstallierten Google Play Store nachinstallieren. Bei der Übersetzung gibt es noch leichten Lücken (zum Beispiel „Intelligent assist“ für den Taschenmodus), das ist aber eher vernachlässigbar.

Bloatware findet man hier keine, dem Nutzer stehen nur die unbedingt notwendigen Apps zur Verfügung. Allerdings leidet das Vernee Mars Pro unter der potentiellen FOTA/ADUPS Spyware. Die Firmware mit Android 7.0 ist vom 30.06.17, die Sicherheitspatches von Google stammen vom 05.06.17.

Multimedia: Krächzende 13-Megapixel-Kamera

Vernee_Mars_Pro_16Die rückseitig verbaute Hauptkamera löst Bilder mit maximal 13 Megapixel auf, nutzt einen Sensor von Sony (IMX258) und eine Blende f/2.0. Videos werden in Full-HD-Qualität aufgezeichnet. Außer einer sinnlosen Zaubertab-Funktion mit ein paar eher nutzlosen Effekten und einem HDR-Modus bietet die Kamera-App keinerlei sichtbare Optionen. Bei guten Lichtverhältnissen erzeugt die Kamera eine annehmbare Bildqualität. Bei weniger optimalen Lichtverhältnissen sieht man aber schnell Artefakte. Insgesamt wirken die Bilder ein wenig zu hell, die Farben wirken blass.
Vernee Mars Pro
Der Lautsprecher des Vernee Mars Pro auf der Unterseite ist laut, übersteuert allerdings auch recht schnell. Der Klang ist eher unterirdisch. Der Sound über Kopfhörer geht dabei dann in Ordnung, die Equalizer-Presets von Android sind recht nett. Insgesamt kann die Soundqualität aber keinesfalls mit teureren Modellen von Sony, Samsung oder Apple mithalten.

Vernee Mars Pro Konnektivität: GPS mit Fingerabdruck

Das Vernee Mars Pro bietet die Unterstützung für HSPA und LTE-Frequenzen (800/1800/2600MHz) und kommt auch mit Band 20 klar. Per Dual-SIM kann ich zwar zwei SIM-Karten (Micro und Nano) gleichzeitig nutzen, verzichte dann aber auf die Speichererweiterung per MicroSD um bis zu 256 GByte. Auf dem Gerät selbst sind noch knapp 50 GByte frei. Der Netzempfang (Telekom, Vodafone, o2) war ausreichend stark. Leider dauert der Wechsel zwischen GSM – UMTS – LTE manchmal etwas länger. Angeblich wird auch eine Art VoLTE unterstützt, das klappte im Test allerdings nicht.

Die Gesprächsqualität gab leider Anlass zur Klage. Meine Gesprächspartner tönten sowohl sehr dumpf, als auch ziemlich kratzig aus dem Hörer. Auch die Lautstärke könnte höher sein. Der WLAN-Empfang im 2.4 GHz und 5 GHz-Band war ausreichend schnell. Daten werden per Bluetooth (4.0) oder USB-Type-C (USB 2.0) übertragen. NFC wird aufgrund des MediaTek-Chipsatzes nicht angeboten.

Der eingebaute GPS-Empfänger des Smartphones gab hingegen keinen Anlass zur Klage. Der erste Safix geht sehr schnell, die Abweichung liegt zwischen 3 und 10 Metern. Neben GPS stehen auch 12 weitere Sensoren (Beschleunigungs-, Näherungs-, Helligkeits-, Magnetfeldsensor, Gyroskop) zur Verfügung. Fans von Pokèmon Go kommen also auch hier auf ihre Kosten.

Der Fingerabdrucksensor des Mars Pro befindet sich „in“ der rechten Seite des Rrahmens und unterscheidet bis zu fünf Finger. Der Sensor selbst reagiert dabei zwar recht schnell und zuverlässig (8/10 Versuchen), ist haptisch aber eher unglücklich angebracht. Er ist einfach einen Tick zu schmal und die Bedienung ist „anstrengend“.

Fazit: Bessere Alternativen?

Das Vernee Mars Pro kostet (zum Testzeitpunkt) 157 Euro (zum Beispiel bei Gearbest.com) und ist im Vergleich zum Vernee Mars technisch besser ausgestattet. Die Performance gearbest_logoist höher, es kommt ab Werk bereits mit Android 7, einer schenlleren CPU und 6 GByte RAM, unterscheidet sich aber ansonsten nicht wirklich von seinem Vorgänger. Das 5,5 Zoll Display macht einen netten Eindruck, die 13-Megapixel-Kamera liefert – bei ausreichend Licht – ansprechende Bilder. Der Klang und die Empfangsleistung (inkl. LTE Band 20) sowie Gesprächsqualität gehen ebenfalls in Ordnung. Es gibt bis 200 Euro aber genügend Alternativen, auch aus dem Hause Xiaomi.

Testergebnis

Verarbeitung 8.7
Display 8.3
Performance 8.5
Kamera 8.4
Konnektivität & Akku 7.8

Fazit

8.3 Das Vernee Mars Pro kostet (zum Testzeitpunkt) 157 Euro (zum Beispiel bei Gearbest.com) und ist im Vergleich zum Vernee Mars technisch besser ausgestattet. Die Performance ist höher, es kommt ab Werk bereits mit Android 7, einer schenlleren CPU und 6 GByte RAM, unterscheidet sich aber ansonsten nicht wirklich von seinem Vorgänger. Das 5,5 Zoll Display macht einen netten Eindruck, die 13-Megapixel-Kamera liefert - bei ausreichend Licht - ansprechende Bilder. Der Klang und die Empfangsleistung (inkl. LTE Band 20) sowie Gesprächsqualität gehen ebenfalls in Ordnung. Es gibt bis 200 Euro aber genügend Alternativen, auch aus dem Hause Xiaomi.

Tags : ChinaReviewSmartphoneTestsVernee
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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