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Xiaomi Mi Note Pro Test

Mit dem Mi Note Pro hat sich der in China sehr erfolgreiche Hersteller Xiaomi faktisch selbst ein Denkmal gesetzt. Während man früher einfach das Design eines guten Smartphones übernommen hat, machen sich die Designer heutzutage mehr eigene Gedanken. Okay, auf den ersten Blick sieht es immer noch aus wie eine bunte Mischung aus Apple, Samsung und Sony. Auf den zweiten Blick merkt man dann aber, dass Xiaomi beim Mi Note Pro zumindest nur die besten Stücke vom Kuchen genutzt hat. So besticht das Mi Note Pro durch edle Materialien und wirkt durch den golden eloxierten Metallrahmen sehr hochwertig. Die Rückseite wird dabei von Glas in Bechlag genommen. Legt man es auf das Display, dann sieht es eigentlich aus, wie ein Samsung Galaxy S6 Edge. Xiaomi hat neämlöich beiden Seiten leicht angeschrägt 😀 Auch technisch kann sich das Smartlet mit Snapdragon 810 sowie Quad-HD-Auflösung sehen lassen. Wenn ich euer Interesse geweckt habe, dann lest doch einfach meinen folgenden Testbericht zum Xiaomi Mi Note Pro.

Design

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Wie bereits erwähnt, hat Xiaomi bei seinem Design das Rad nicht neu erfunden. Und das aus eigentlich zwei Gründen. Zum einen sieht es aus, wie das normale Mi Note mit seinem Snapdragon 801 und zum anderen erinnert die Rückseite des Mi Note Pro an die Vorderseite des Galaxy S6 Edge. Die beiden Glaskanten sind nämlich ebenso abgeschrägt, was der Haptik deutliche Vorteile verschafft. Die weiße Vorderseite hingegen wird vom 5,7-Zoll großen Display mit seiner Quad-HD-Auflösung dominiert. Das Display hat der Hersteller mit Gorilla Glass 3 geschützt und zum Rand hin ein wenig gebogen. So entsteht eine abgerundete Kante, die nur durch den leicht scharfkantigen, goldfarbenen Metallrahmen ein wenig getrübt wird. Der ist zwar sehr wertig, wird aber in letzter Zeit eben auch von vielen anderen Hersteller genutzt. Das Glas der Rückseite schliesst nicht überall bündig mit dem Rahmen an. gerade in den Kurven am Rand kann man einen winzigen Spalt erspähen. Der ist zwar sehr wertig, wird aber in letzter Zeit eben auch von vielen anderen Hersteller genutzt. Die Kante des Rahmen wirkt zudem ein wenig “scharf”. Das Glas der Rückseite schliesst nicht überall bündig mit dem Rahmen an. gerade in den Kurven am Rand kann man einen winzigen Spalt erspähen.

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Eigentlich besteht die weiße Rückseite aus Kunststoff, darüber hat der Hersteller aber eine Schicht aus Glas gelegt.  So fühlt sich das Mi Note Pro wirklich sehr ählich gut an, wie das deutlich teurere Samsung Galaxy S6 Edge.  Die Metalltasten auf der rechten Seite sitzen etwas locker und klappern leise vor sich hin. ZUmindest dann, wenn man das Smartlet schüttelt. Eigentlich Ironie, denn genau das machen die Tasten bei Apple iPhone auch 😀 Ansonsten ist die Verarbeitung des Phablets/Smartlets/Smartphone aber ohne Fehl und Tadel durch meine haptische Prüfung gekommen. Mit seinen Abmessungen von 155 ×78 × 6.95 mm und einem Gewicht von 161 Gramm ist es zwar nicht leicht, für seine Displaygröße aber auch kein “Brocken”. Vorder- und Rückseite aus Glas sind zwar gegen Kratzer gschützt, nicht aber gegen Bruch. Ihr solltet das Xiaomi Mi Note Pro daher auf keinen Fall fallenlassen. Der Akku mit seine 3.080 mAh ist nicht wechselbar, der 64 Gbyte große Speicher mangels Unterstützung für MicroSD auch nicht erweiterbar. Über USB-OTG klappte es im Test allerdings.

Technik/Performance

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Und da bringt uns direkt zu den technischen Details. Das Display bietet eine Diagonale von 5,7-Zoll und löst mit 1.440 x 2.560 Pixel (515 ppi) auf. Die Ablesbarkeit geht auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch in Ordnung. Die maximale Helligkeit ist dann aber am Limit angekommen. Die Farbabbildung ist gut, der Kontrast hoch.  Die Ausleuchtung des Displays am unteren Rand finde ich – im Vergleich mit dem LG G4 oder Samsung Galaxy S6 / S6 Edge – nicht ganz gleichmässig. Beim prozessor hat sich Xiaomi – genau wie HTC beim One M9 – für einen Qualcomm Snapdragon 810 entschieden. Einen großen Gefallen hat sich der Hersteller damit allerdings nicht getan. Zwar sorgen die acht Kerne mit 2,5 GHz Taktfrequenz im Verbindung mit 4 GByte RAM für Spitzenleistung. So erzielt das Mi Note Pro (mit der Firmware 5.6.4) im aktuellen AnTuTu-Benchmarks immerhin 58.070 Punkte und wird so nur noch vom Samsung Galaxy S6 Edge (über 70.000 Punkte) überflügelt. Spielt man aber ein paar aufwändige Games wie Modern Combat 5, so erwärmt sich die CPU auch ziemlich.

Das hat dann nach kurzer Zeit (10-15 Minuten) auch Auswirkungen auf die CPU und die Benchmarkergebnisse. Die Leistung bricht dann im AnTuTu auf knapp 47.00 Punkte runter.  Im MIUI merkt davon allerdings nichts. Die von mir gemessene Temperatur auf der Rückseite lag bei knapp 39 Grad. Das Mi Note Pro unterstützt WLAN b/g/n/ac in die beiden Bänder mit 2.4 GHz und 5 GHz. Datenübertragungen per HSPA sind mit etwa 42 mbit/s in der Theorie möglich. Beim Support von LTE gibt es leider wieder die – für Geräte aus China – übliche Einschränkung. In Deutschland werden daher nur 1.800 und 2.600 Mhz unterstützt. Die werden überwiegend von der Telekom und von Vodafone verwendet. Den Frequenzbereich von 800 Mhz, der wegen seiner großen Reichweite vor allem für ländliche Gebiete und von O2 genutzt wird, beherrscht das Gerät nicht. Über einen spezielle GoogleApp-Installer kann man sich später auch die unumgänglichen Google-Apps installieren. Diese sind in China ab Werk nicht erlaubt.

MIUI V6

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Das Mi Note Pro wird bereits mit dem aktuellen MIUI V6 ausgeliefert. Als Sprachen stehen nur Chinesisch und Englisch zur Auswahl. Basis ist das Android 5.0.2. Xiaomi hat gerade bei der Benutzeroberfläche eine Menge Anpassungen vorgenommen. Das MIUI V6 verzichtet auf einen normalen App-Drawer. Alle Apps und Icons werden daher auf den diversen Homescreens des OS verteilt. Auf Wunsch kann man seine Apps auch in Ordnern sortieren. Die drei Sensor-Tasten zur Bedienung von Android befinden sich unter dem Display. Der Verzicht auf den App-Drawer ist auf den ersten Blick zwar nett, kann nach der Installation von vielen Apps und Games aber schnell zum Verlust der Übersicht führen.

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Das MIUI hat zahlreiche Verbesserungen erhalten.So verfügt es über ausgeklügelte Sicherheitsfunktionen zum Schutz der Privatspähre. Die Rechte jeder App kann man nämlich selbst besteimmen. Ein eingebauter Manager kümmert sich um Dateileichen oder gibt Speicher frei. Von den knapp 4 GByte stehen nämlich nur noch rund 1.5 GByte für Apps zur Verfügung. Wer mag, kann sein MIUI personalieren, dazu stehen zahllose, teils kostenpfglichtige Themen zur Auswahl. Die nehmen es mit dem Copyright aber nicht allzu genau.

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Es stehen auch ein paar sehr hübsche Themen im iOS oder iWatch-Design zur Auswahl 😀 Auf Wunsch kann man sich im Play Store aber einen anderen Android-Launcher oder einen hübschen 3D-Launcher installieren. Ich habe hier mal alle Screenshots in einer Galerie zusammengefasst.

Multimedia

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Der Lautsprecher des Xiaomi Mi Note Pro ist recht laut und klingt sauber. Für den guten Sound über Kopfhörer ist ein ESS WA9018K2M-Audiochip zuständig. Dazu stehen zahlreiche Equalizer-Presets und Sound-Einstellungen zur Auswahl. Selbst auf besteimmte Kopfhörer-Modelle einsgestellte Presets sind vorhanden. Der Klang hat mir persönlich sehr gut gefallen und kann in meinen Ohren locker mit dem iPhone 6 oder dem Galaxy S6 (Edge) mithalten. Ich würde sogar mal behaupten, dass das Mi Note Pro aktuell den bestens Sound (über Kopfhörer) überhaupt liefert. Der Musikplayer selbst ist ein wenig überladen, bietet ein Online-Radio mit Streaming und stellt asuf Wunsch auch die Albencover dar. Die übeliche Sortierfunktionen sind vorhanden und man kann sogar komplette Ordner abspielen.

Kamera

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De 13-Megapixel-Kamera auf der Rückseite nutzt einen LED-Blitz und bietet einen optischen Bildstabilisator. Die Kameraqualität des Mi Note Pro ist gut, kann aber nicht mit dem iPhone 6 oder Galaxy S6 (Edge) mithalten (Habe ich das nicht schon in einem anderen Absatz gesagt?). Das Rauschverhalten bei Dunkelheit ist ok, die Farben werden recht natürlich abgebildet und auch die Bilddynamik ist ansprechend. Einzig die Schärfe leidet manchmal. Der unumgängliche HDR-Modus mit seinen unterschiedlichen Einstellungen zeigt seine Ergebnisse auch live in einer Vorschau.

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Für Aufnahmen bei Nacht (HHT) sowie für Selfies (mit Beauty-Upgrade) steht ein spezieller Modus zur Auswahl. Dann retuschiert allerdings die Software hemmungslos drauflos, das Ergebnis wirkt oft künstlich. Die Kamera bietet – wie das HTC One M9 – über den “Refocus” die Möglichkeit, den Fokus der Aufnahme auch nachträglich auf nahe oder ferne Objekte zu setzen. Der Rest des Bilder wird dann – ähnlich wie bei einer Spiegelreflexkamera – unscharf maskiert. Das sieht aber längst nicht so gut oder eindrucksvoll aus. Über einn manuellen Modus bekommt man einen direkten Zugiff auf Weißabgleich und Helligkeit. Tippt man im Automatikmodus ein Motiv auf dem Sucher an und schiebt, zeigt sich ein Icon mit einem Schieberegler für die Helligkeit. Videoes zeichnet die Kamera des Xiaomi Mi Note Pro auf Wunsch mit HDR, ein Zeitlupe oder Zeitraffer auf. Die Auflösung kann man auf Full-HD bei 30 Bildern und auch auf 4K aufblasen. Testbilder der Kamera findet ihr auf meinem Flickr-Konto:

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Sprachqualität /Akku-Laufzeit

Die Gesprächslautstärke ist beim Mi Note Pro gut. Die Gesprächspartner klingen klar und deutlich durch den Hörer.  Der fest eingebaute Akku leistet etwa 3.000 mAh und hält im Dauereinsatz (bei aktivierten Display) etwa 5 Stunden durch. Vielnutzer werden ihr Schmuckstück also täglich laden, während der “Otto-Normalverbraucher” mit einer Akkuladung etwa  1 1/2 bis 2 Tage auskommen sollte. Eine Energiesparoption in Form des “Balanced-Modus” sorgt für etwas mehr Ausdauer. Die Leistungsunterschiede zum “Performance-Modus” sind eher gering. man ist mit beiden SIM-Karten erreichbar. Im Netz der Telekom konnte ich mit LTE in Münster knapp 55 mbit/s erreichen, im Netz von o2 mit HSPA stattliche 16 mbit/s. Mehr Details seht ihr in meinem Videoreview auf YouTube:

Fazit

8 Das Xiaomi Mi Note Pro wirkt ähnlich elegant und wertig wie das Apple iPhone 6 Plus oder Samsung Galaxy S6 Edge. Verbiegen kann man es aber nicht 😀 Nach dem Galaxy S6 Edge ist es für mich eines der schönsten und hochwertigsten Smartphones auf dem Markt. Das 5,7-Zoll große Display ist top, die Quad-HD-Auflösung sehr fein. Mit dem Snapdragon 810 als Prozessor hat man zwar den aktuell zweitschnellsten Chipsatz seiner Art ausgewählt, die Hitzeentwicklung ist aber immer noch sehr hoch. Der Sound (Musik und Gespräche) geht voll in Ordnung. Jetzt fehlt nur noch eine Benutzeroberfläche in Deutsch und Xiaomi könnte auch in Europa schnell Fuß fassen. Das hierzulande nur eingeschränkt funktionierende LTE (kein Band 20) ist ein kleiner Wermutstropfen den Xiaomi mit einem Modemupdate schnell in den Griff bekommen würde. Preislich ist es mit etwa 540 Euro sicher kein schlechter Griff. Das in meinen Augen etwas bessere Samsung Galaxy Note 4 kostet aktuell aber auch nicht viel mehr und punktet mit Stifteingabe und vollständiger LTE-Unterstützung.

Tags : ChinaNoteReview
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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