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Xiaomi Mi Pad 3 Test: Auf den Spuren des iPad mini 4

Xiaomi hat das Mi Pad 3 mit wenig Aufsehen auf den Markt gebracht. Im Hinblick auf die Technik bietet ein 7,9 Zoll großes Retina-Display, einen Mediatek MT8176 Prozessor mit acht Kernen und kommt mit 4 GByte RAM und 64 GByte Speicher (in China) auf den Markt. Hierzulande bekommt man das kleine Tablet nur als Import (Beispielsweise über Gearbest.com) für rund 220 Euro. Aber lohnt sich ein Import wirklich?

Design & Verarbeitung: Wie ein iPad

Xiaomi_MiPad3_01Ja, ehrlich. die Anmutung und auch die Verarbeitung ist wie bei einem Apple iPad. Die beiden Tablets könnte Zwillinge sein. Nur kommt das günstigere Modell diesmal eben ohne Apfel aus. Bei der Farbe haben sich die Designer allerdings auf das – zumindest in China – sehr beliebte „Gold“ geeinigt. Andere Farben stehen (noch) nicht zur Auswahl. Mit seinen Abmessungen von 200 x 132 x 7.1 mm und einem Gewicht von rund 330 Gramm ist es etwas dicker und schwerer als sein optisches Vorbild. Die Ränder rund um das Display sind sehr „großzügig“ ausgefallen, sieht man auch gut in meinem Videoreview des Xiaomi Mi Pad 3:

An der rechten Seite befinden sich die Drücker zur Regulierung der Lautstärke sowie ein Ein-/Ausschalter. Letzterer ist etwas locker im Rahmen integriert und „klackert“. Auf der befindet sich der USB-Type-C Anschluss. Die Kopfhörer stöpselt man hingegen auf der Oberseite ein. Die beiden Lautsprecher haben die Designer auf die untere Rückseite – nahe des Randes – verfrachtet. Unterhalb des 7,9 Zoll großes Displays befinden sich noch drei – in meinen Augen recht sinnlose – kapazitive Tasten zur Steuerung von Android. Diese drehen sich natürlich nichts mit ins Querformat und auch die Belegung ist fest vorgegeben, wenngleich man die FUNKTIONEN in den Einstellungen auch ändern kann. Die weiß leuchtende Beschriftung bleibt immer gleich (Taskmanager, Home-Button, Rückschritt).

Optisch hat man also ein erstklassig verarbeitetes (i)Pad vor sich.

Display: Mit 7,9 Zoll und Retina

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Das Display des Mi Pad 3 ist 7,9 Zoll klein, löst aber mit 2.048 x 1.536 Pixel auf. Damit kommt es über die magische (Retina)-Grenze von 300 ppi. Tatsächlich sind es sogar 324 ppi. Die Qualität unterscheidet sich in meinen Augen nicht vom Apple. Die Helligkeit ist ausreichend hoch und wird bei Sonnenlicht durch die „Xiaomi Sunlight Technology“ nochmals aufgewertet. Gegen die direkte Sonneneinstrahlung hat es trotzdem keine Chance.

Aber gerade in die andere Richtung wird es bei Tablets ja erst interessant. Im Bett möchte man mit so wenig Helligkeit wie möglich lesen. Und das beherrscht das Mi Pad 3 vorzüglich. Dazu kommt noch ein Nacht-Lesemodus mit reduzierter Blaustrahlung (inklusive Zeitautomatik) und ein „spezieller“ Monochrom-Modus. Hier wird der komplette Bildschirminhalt dann in schwarz-weiß angezeigt.

Das spiegelnde Display wird dadurch aber natürlich noch kein E-Ink Reader.

Performance & Akku: Alles ok

Xiaomi_MiPad3_04Das neue Tablet von Xiaomi nutzt einen Mediatek Prozessor vom Typ MT8176. Der Chipsatz bietet 6 Kerne mit maximal 2.1 GHz und nutzt t4 GByte RAM Arbeitsspeicher. Zusammen mit der PowerVR GX6250 GPU kommt man im aktuellen AnTuTu-Benchmark auf knapp 80.000 Punkt und im Geekbench 4 auf rund 1.578 im Single Core und etwa über 3.700 im Multi-Core. Da die CPU die neue Vulcan-API nicht unterstützt, laufen Spiel wie „Galaxy on Fire 3 (GOF3)“ nicht. Auch andere Apps und Spiele werden im Play Store als „nicht unterstützt“ markiert. So zum Beispiel Apple Music.

In der Praxis ist die CPU ausreichend schnell, die Benutzeroberfläche läuft ohne spürbare Ruckler. Der Grafikchip hat mit aktuellen Spielen so seine Probleme. Die Wärmeentwicklung ist unauffällig, aber spürbar.  Der 64 Gbyte große Speicher ist nicht über microSD erweiterbar, das klappt nur über USB-OTG. Die verbauten Speicherchips gehören auch nicht mehr zu den schnellsten ihrer Art.

Für echte Zocker ist das Tablet vermutlich nicht geeignet.

Der Akku des Mi Pad 3 bietet eine Kapazität von 6.400mAh. Im aktuellen PC Mark Akku Leistungstest kommt er auf eine Laufzeit von rund 7 Stunden. Zocker oder Surfer zwingen ihn aber – je nach Displayhelligkeit – in rund 4 Stunden in die Knie.  Aufgeladen wird er über das mitgelieferte Ladegerät (5V/2A) in rund 4:30 Stunden. Man kann sich also eine lange Pause gönnen.

MIUI 8 und Android 7: Bunt ist die Welt und so „fehlerhaft“

Xiaomi_MiPad3_18Xiaomi nutzt beim Mi Pad 3 wieder die hauseigene Benutzeroberfläche namens MIUI. Die neue Version 8 basiert immerhin schon auf Android 7 und unterscheidet sich in der Bedienung und den Features nicht vom neuen Xiaomi Mi6.

Das System kommt also vollständig ohne App Drawer aus und ist am ehesten mit dem EMUI von Huawei (oder eben umgekehrt) vergleichbar. Die hauseigene Theme-App, mit der sich neue Designs, Wallpapers und Icons installieren lassen, ist versteckt. Man erreicht sie NUR über die Übersichtsseite, wenn man den Home-Screen ganz nach rechts gescrollt hat. Dort wo sich die Notizen-App, das Uhr-Widget und Co verstecken. Hier – im kleinen „blauen“ Fenster unten links – kann man eine unsichtbare Suchfunktion aktivieren. Tippt man dort „Theme“ ein, dann kann man die Theme-App öffnen. Seht euch dazu einfach mein o.a. verlinktes Videoreview an.

So zumindest bei meinem vorinstallierten Firmware (.2.5.0.0), die auf der offiziellen Global Firmware 8.0.2.5 basiert, dafür aber bereits die deutsche Sprache unterstützt und KEINE Probleme mit dem Play Store hat.

Apps Klonen oder einen zweiten User kann man hier aber trotzdem nicht einrichten. Wem die deutsche Sprache UND Updates wichtig sind, der ist auf die Installation einer Custom-ROM von Xiaomi.eu angewiesen.

Die offizielle Firmware hat Probleme bei der Installation von Apps auf dem Play Store.

Der wartet dann (bis zum jüngsten Tag) auf ein WLAN.

Kamera & Konnektivität: 13-Megapixel aber kein GPS

Das Mi Pad 3 ntutz eine 13-Megapixel-Kamera mit einer Blende von f/2.2 und zeichnet Videos in Full-HD auf. Selfies knipst man mit der 5-Megapixel-Frontkamera und einer Blende von f/2.0. Die Qualität der Bilder der Kamera geht – nicht nur für ein Tablet – mehr als in Ordnung. Farbdarstellung und Details kommen in den Aufnahmen ordentlich zur Geltung.

Bei der Konnektivität des Mi Pad 3 gibt es – abgesehen von – Dual-Band ac (2,4 GHz/5 GHz) eigentlich nichts zu berichten. Die Verbindungsqualität ist gut und typisch für Xiaomi. DAs Tablet bietet zwar Bluetooth 4.2 aber weder GPS noch einen SIM-Karten-Einschub. Wer kein WLAN nutzen kann, ist also aufgeschmissen.

Fazit: Günstiges Tablet mit Einschränkungen

Für Sparfüchse ist das Mi Pad 3 sicher eine Alternative. Wer nur im Netz surft und ein paar E-Mails checkt, für den reichen die Performance und das 7,9 Zoll große Display aus. Auch die Ausdauer geht in Ordnung. Die Probleme mit dem Play Store hat meine „Shop-Firmware“ nicht. Unterwegs ist man – wegen des fehlenden SIM-Einschubs und GPS – aber durchaus schnell mit seinem Latein am Ende. Pokemon Go oder Navigation sind hier nicht möglich.  Das gilt abwr auch für iPad minis. Daher bekommt das Tablet von mir auch nur eine (eingeschränkte) Kaufempfehlung (z.B. bei Gearbest.com).

gearbest_logo

Testergebnis

Verarbeitung 9.4
Display 9.1
Performance 8.5
Kamera 8.4
Konnektivität & Akku 8.3

Fazit

8.7 Für Sparfüchse ist das Mi Pad 3 sicher eine Alternative. Wer nur im Netz surft und ein paar E-Mails checkt, für den reichen die Performance und das 7,9 Zoll große Display aus. Auch die Ausdauer geht in Ordnung. Die Probleme mit dem Play Store hat meine "Shop-Firmware" nicht. Unterwegs ist man - wegen des fehlenden SIM-Einschubs und GPS - aber durchaus schnell mit seinem Latein am Ende. Pokemon Go oder Navigation sind hier nicht möglich. Das gilt abwr auch für iPad minis. Daher bekommt das Tablet von mir auch nur eine (eingeschränkte) Kaufempfehlung (z.B. bei Gearbest.com).

Tags : AndroidAppleChinaReviewTabletTestsXiaomi
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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