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Xiaomi Mi5 Test: Top-Smartphone – kleine Einschränkungen

Das Xiaomi Mi5 hat in China wieder mal einen echten Hype erzeugt, kein Wunder bei einem Preis von umgerechnet 350 Euro. Die Zahl der Vorbestellungen bei diesem Flaggschiff mit seinem Snapdragon 820 und 5,15″-Display übersteigt die Verfügbarkeit mal wieder deutlich. Aktuell bekommt man sogar nur die weiße Version (32/64 GByte). Die beiden anderen Farben Schwarz und Gold sowie die Variante mit 128 GByte Speicher und der Keramikrückseite wird es sogar erst in einigen Wochen geben. In den folgenden Minuten habt ihr die Möglichkeit, euch selbst einen Eindruck vom Xiaomi Mi5 zu machen.

Xiaomi Mi5: Sieht aus wie ein kleines Xiaomi Mi Note Pro

Das Xiaomi MI5 ist nur 7,25 Millimeter dick und bringt 129 Gramm auf die Waage. Voder- und Rückseite sind mit einem Glas beschichtet. Ob es sich hierbei um Corning Gorilla Glas handelt, ist nicht sicher. Bei der Pro-Version mit 4 GByte RAM und 128 GByte Speicher besteht die schwarze Rückseite übrigens aus Keramik. Die Rückseite selbst wird zum Rand hin schmaler und geht dann in den Metallrahmen über. Ähnlich wie beim Galaxy S7 Edge auf der Vorderseite.

Optisch ähnelt das Xiaomi Mi5 übrigens sehr dem Xiaomi Mi Note Pro. Wer nun behauptet, dass die Rückseite dem Galaxy S7 (oder S6 Edge) ähnelt, irrt sich also. Das Kameraobjektiv haben die Designer – wie beim Xiaomi Note Pro – in die linke Ecke der Rückseite verbannt. Direkt daneben befinden sich die beiden LED. Die weiße Rückseite ist „dankbar“,m Fingerabdrücke werden nämlich nicht ganz so offensichtlich abgebildet wie bei der schwarzen Variante.

Kopfhörer (gehören NICHT zum Lieferumfang) stöpselt man beim Mi5 auf der Oberseite ein, direkt daneben findet man einen IR-Sender. Das USB-Type-C-Kabel (2.0) findet auf der Unterseite Zugang zum Gehäuse. Dort befindet sich neben dem Mikrofon auch der Lautsprecher. Der Tray mit den beiden nanoSIM-Karten wird auf der linken Seite ins Gehäuse eingeschoben. Eine Erweiterung des internen Speichers (32/64/128 GByte) ist leider nicht möglich. Der Ein- / Ausschalter  sowie die beiden Drücker für die Lautstärke liegen auf der gegenüberliegenden Gehäuseseite.

Unter dem 5,15 Zoll großen Display befindet sich ein echter Home-Button mit integriertem Fingerabdrucksensor. Der Sensor kann bis zu fünf Fingerabdrücke unterscheiden. Um das Gerät zu entsperren, muss man den Home-Buttons mit hinterlegten Fingerabdruck allerdings drücken. Das bloße Berühren reicht nicht. Im Test funktionierte er recht zuverlässig. Neben dem Homebutton gibt es dann noch zwei Sensortasten (Rückschritt und Taskmanager), deren Funktionen man aber nahezu beliebig ändern kann.

Xiaomi Mi5 Display: Mit 5,15 Zoll und Full-HD

Das 5,15 Zoll große IPS-LCD des Xiaomi Mi5 löst mit 1.280 x 1.920 Pixel auf und kommt damit auf 428 ppi. Die maximale Helligkeit ist mehr als ausreichend und kann sich mit dem Display des Galaxy S7 durchaus messen. Wobei letzteres mit 1.440 x 2.560 Pixel auflöst, dafür aber auch teurer ist. Die Blickwinkelstabilität des Bildschirms und die Farbdarstellung sind ohne Mängel und von hoher Qualität.  Den Always-on-Modus (Darstellung von Benachrichtigungen, Datum und Uhrzeit) bietet das Xiaomi Mi5 nicht. Finde ich persönlich auch nicht schlimm. Samsung hat es zum Beispiel falsch vorgemacht. Eine Benachrichtigungs-LED für Anrufe, Mitteilungen und den Ladevorgang steht ebenfalls zur Verfügung.

Xiaomi Mi5: Hammer-Performance und guter Akku

Das Xiaomi Mi5 kommt in drei Varianten auf den Markt.  Alle  drei Modelle nutzen den neuen Qualcomm-Chipsatz Snapdragon 820 (MSM8996) mit Adreno-530-GPU sowie Quick-Charge-3.0-Unterstützung. Die günstigste Variante mit 32 GByte internen Speicher bietet  3 GByte RAM (LPDDR4), die CPU wird mit 2 x 1,8 GHz getaktet. Die Version mit 64 GByte Speicher nutzt ebenfalls 3 GByte RAM, die CPU wird hier aber mit 2,15 GHz betrieben. Die teuerste Version des Xiaomi Mi5 bietet neben 128 GByte Speicherkapazität auch 4 GByte RAM. Der Snapdragon 820 taktet ebenfalls mit 2 x 2,15 GHz.

Der SoC des Xiaomi Mi5 wird unter Last wärmer. Gerade im oberen Bereich, in der Nähe der Kamera ist die Hitzeentwicklung gut spürbar. Im aktuellen AnTuTu-Benchmark erreicht der Prozessor trotzdem über 136,000 Punkte und auch im Geekbench 3 reicht es für über 2.300 Zähler im Single Core und mehr als 5.400 im Multi Core. Damit laufen alle aktuellen Spiele absolut flüssig und die CPU ist für die nächsten Jahre bestens gewappnet. Einen guten Eindruck vom Xiaomi Mi5 vermittelt euch auch mein Videoreview auf YouTube:

Der 3.000 mAh starke Lithium-Polymer-Akku des Xiaomi Mi5 kann nicht selbst getauscht werden. Die Rückseite aus Glas und Kunststoff ist zwar nur eingeklippt und es benötigt dann nur noch ein paar Schrauben um den Akku zu entfernen, offiziell erlaubt Xiaomi aber keine Basteleien am teuren Flaggschiff. Im Dauereinsatz hielt die Kraftzelle knapp 6:30 Stunden durch, Normalnutzer werden damit also etwa 1 1/2 Tage ohne Steckdose auskommen. Der Ladevorgang dauert mit einem passenden Schnelllader etwa 1:30 Stunden. Das mitgelieferte Ladegerät benötigt dafür 3 Stunden. Kabellos kann man den Akku übrigens nicht aufladen.

Konnektivität: Leider kein MicroSD und kein LTE Band 20

Den internen Speicher (32/64/128 GByte) des Xiaomi Mi5 kann man leider nicht über microSD-Karte erweitern. Das klappt nur über USB-OTG mit dem passenden USB-Type C-Adapter und dann auch nur mit Speicherkarten bis zu 128 GByte. Der fest eingebaute UFS-2.0-Speicher (Universal Flash Storage) ist dafür sehr schnell.

An Datenschnittstellen steht neben USB-Type-C (2.0) auch Bluetooth 4.2, NFC, GPS samt Glonass, WLAN a/b/g/n/ac mit Wifi Direct (2.4/5 GHz) sowie UMTS mit HSPA+ und LTE in der Cat. 12 zur Verfügung. Der Hersteller hat auf der Oberseite sogar eine Infrarot-Schnittstelle integriert. So kann man das Mi5 auch als Fernbedienung für den Fernseher oder die Stereoanlage nutzen.

Nachteil des Xiaomi Mi5 ist die Tatsache, dass LTE Band 20 (800 MHz) grundsätzlich nicht unterstützt wird. Dieses Band wird in China nicht genutzt und die überflüssigen Lizenzgebühren spart sich Xiaomi dann auch gleich.  Die Funktion für LTE-Telefonate (Voice over LTE) ist zwar in der Firmware hinterlegt, wird hierzulande wegen des fehlenden Netzbetreiber-Brandings aber nicht ermöglicht.

Die Sprachqualität des Mi5 war sowohl im UMTS wie auch im LTE-Netz (Telekom und Vodafone) gut. Die Empfangsqualität ist in gut versorgten Gebieten unproblematisch, auf dem Land kann es – gerade beim Wechseln zwischen GSM/UMTS/LTE – zu kurzen Aussetzern kommen. Das mag sich mit einer neuen Firmware aber stabilisieren. Zum Test kam die Global Stable 7.2.4.0 zum Einsatz.

Es gibt auch eine Developer-Version mit wöchentlichen Updates und demnächst eine sogenannte „Global Developer“, die dann auch die deutsche Sprache enthält. Wer sein Xiaomi Mi5 bereits mit einer vorinstallierten (deutschen) Firmware gekauft hat, nutzt eine gehackte, inoffizielle Beta-Firmware von Xiaomi. Die bereitet erhebliche Probleme, daher würde ich sie sofort gegen eine offizielle Version austauschen. Root und ein Custom-Recovery (TWRP) sind mittlerweile nur noch dann möglich, wenn der Bootloader des Xiaomi offiziell entsperrt wurde. Der Vorgang dauerte bei mir ab Antragsstellung unter en.miui.com/unlock  knapp 10 Tage.

MIUI 7.2: Nun endlich auf der Basis von Android 6

Xiaomi hat sein Mi5 wieder mit der hauseigenen  Benutzeroberfläche „MIUI“ ausgestattet. Die neue Version 7.2 basiert bereits auf Android 6. MIUI nutzt ähnliche Funktionen wie zum Beispiel EMUI von Huawei. Bietet aber  viele nützliche Zusatzfunktionen, Rechtebeschränkungen und Personalisierungsmöglichkeiten. Die offizielle „Global Firmware“ von Xiaomi bietet bereits ab Werk alle Google-Dienste wie Gmail, Hangouts, Play Music, Maps und Youtube. Andere Anwendungen und Spiele kann man sich dann ganz einfach über den Google Play Store installieren. Push-Nachrichten (WhatsApp, Facebook, Cloudmagic) funktionieren hier ebenfalls einwandfrei.

An Sicherheitsfeatures bietet Xiaomi zum Beispiel die Möglichkeit, jede App mit einem Passwortschutz zu versehen. Man kann auch den Autostart der Apps verhindern und ihnen sogar einzelne Rechte entziehen.

Xiaomi Mi5: 16 Megapixel-Kamera und OIS

Die rückseitig verbaute Hauptkamera löst Bilder mit maximal 16 Megapixel auf und zeichnet Videos in 4K-Qualität auf. Der 1/2,8 Zoll große Sony-Bildsensor (IMX298) nutzt ein 28-Millimeter-Objektiv und eine f/2.0-Blende. Der optische Vier-Achsen-Bildstabilisator zum Ausgleichen von Bewegungen während der Fotosession war hingegen nicht so prall. Gerade bei Dunkelheit kommt man um ein Stativ nicht herum.

Fotos kann man mit 4:3 (16 Megapixel) oder 16:9 (12 Magepixel) aufnehmen. An Effekten stehen neben HDR auch Panorama, Fish Eye und Zeitraffer sowie HD-Slow-Motion zur Auswahl. Die Kamera-App selbst ähnelt dabei stark der des iPhone. Über den Touch-Autofokus kann man auch die Belichtung steuern. Dazu muss man in dem Kreis einen kleinen Regler verschieben. Macht euch doch einfach selbst einen Eindruck von der Bildqualität:

Xiaomi Mi5

Ich persönlich finde die Kameraqualität des Galaxy S7 besser. Das ist aber auch deutlich teurer.

Xiaomi Mi5 Sound: Kein spezieller DAC aber trotzdem toll

In der Play-Music-App aus dem Hause Google oder in der hauseigenen Music-App kann man die bei Android weit verbreiteten Equalizer-Presets (Rock, Pop, Jazz, etc.) bzw. den 5-Band-Equalizer aktivieren. In den Untiefen der Einstellungen selbst findet man aber noch bessere und weitreichendere Soundoptionen. Hier kann ich den speziellen Equalizer aktivieren der auch über – speziell für Xiaomi-Kopfhörer optimierte – Klangprofile verfügt. Die kann man aber auch wunderbar mit eigenen Kopfhörern nutzen. Der Sound über den Lautsprecher unten rechts geht in Ordnung. Er ist laut und überteuert nicht. Im Quermodus kann er aber durchaus mal vom kleinen Finger abgedämpft werden.

Fazit: Das Xiaomi Mi5 ist hierzulande nur mit Einschränkungen nutzbar

Das Xiaomi Mi5 ist super verarbeitet, liegt gut in der Hand und bietet ein tolles Display, wenngleich auch „nur“ mit Full-HD-Auflösung. Die Performance des Snapdragon 820 ist außerordentlich hoch und ist (rein rechnerisch) der des Samsung Exynos 8890 des Galaxy S7 / S7 Edge ebenbürtig. Allerdings sind diese Smartphones eh mehr als ausreichend schnell und wen interessieren schon Benchmarks? 😀

Der Sound sowie die Sende-/Empfangsleistung des Xiaomi Mi5 sind gut. Leider fehlt das hierzulande nicht unwichtige LTE Band 20 und auch eine Speichererweiterung per microSD wäre wünschenswert gewesen. Dafür ist das Xiaomi Mi5 (gerade im Heimatland China) unschlagbar günstig. Hierzulande muss man für die Variante mit 64 GByte etwa 430 Euro anlegen. In meinen Augen ist das Xiaomi Mi5 sein Geld aber trotzdem wert!

Tags : ReviewsSmartphoneXiaomi
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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