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Xiaomi Redmi 3 im Test: Erstklassiges Smartphone für 140 Euro

Eins vorneweg, das Xiaomi Redmi 3 bekommt man nur als Import. Das finde ich besonders schade, denn es kostet umgerechnet nur 140 Euro. Dafür bekomme ich ein Android-Smartphone mit einem Gehäuse aus Metall, welches unter anderem mit einem 5 Zoll großen HD-Display und einem Snapdragon 616 glänzt. Der 16 GByte große Speicher kann zudem per MicroSD-Karten erweitert werden, Dual SIM ist ja schon Ehrensache.

Design: Metall und Glas

Das Gehäuse des Xiaomi Redmi 3 besteht – wie beim Redmi Note 3 – fast vollständig aus Aluminium. Auch hier hat der Hersteller den oberen und unteren Teil der wabenartig verzierten Rückseite aus Kunststoff gefertigt. Das soll für einen besseren Empfang (GSM und WLAN) sorgen. Der Akku mit seinen 4.100 mAh wurde hingegen fest in das Gehäuse integriert. Mit seinen Abmessungen von 139.3 x 69.6 x 8.5 mmm und einem Gewicht von knapp 144 Gramm liegt es angenehm in der Hand. Zu den Kanten hin wird das Redmi 3 leicht rundlich.

Die mit einer Art Wabenstruktur verzierte Rückseite aus Metall kommt in den drei Farben Space Gray, Silver/White und Champagner daher. Das Display selbst in von einem chromfarbenen Ring eingefasst, der allerdings aus Kunststoff zu bestehen scheint. Das Objektiv der 13-Megapixel-Kamera liegt ziemlich weit oben am Rand und ragt dadurch leicht aus Gehäuse hervor. Das Redmi 3 bietet neben der kleinen LED keinen Fingerabdrucksensor, dafür aber ebenfalls einen Infrarot-Sender. Der längliche Lautsprecher liegt wieder am unteren Rand des Gehäuses. Wenn das Redmi 3 auf der Rückseite liegt, kann der Sound mitunter leicht „dumpf“ klingen.

Der sehr große Tray für die beiden Micro-SIM-Karten und die MicroSD wurde auf der linken Seite eingelassen. Der Ein-/ und Ausschalter sowie der Lautstärkeregler befinden sich auf der rechten Seite. Die Kopfhörer stöpselt man auf der Oberseite ein. Unter dem Display findet man auch wieder die drei kapazitiven Tasten zur Bedienung von Android 5.1. Sie sind weiß beschriftet.

Display: Xiaomi Redmi 3 mit 5 Zoll und HD-Display

Das 5 Zoll große IPS-Display des Xiaomi Redmi 3 löst nur mit 720 x 1.280 Pixel auf. Ansonsten unterscheidet sich die Darstellungsqualität nicht wirklich vom Redmi Note 3. Die Farben werden recht dezent, aber angenehm abgebildet. Der maximale Ablesewinkel war anständig und auch die maximale Helligkeit muss sich nur bei direkter Sonneneinstrahlung geschlagen geben. Ansonsten reicht sie aber vollkommen aus. Das Displayglas ist nicht gegen Kratzer geschützt, eine Schutzfolie ist daher eine gute Idee. Die gehörte in Form von Panzerglas bei meinem Testgerät zum Lieferumfang. Ein Bonus meines Händlers.

Konnektivität und Sound: Leider kein Band 20

Obwohl das Redmi 3 einen Snapdragon 616 nutzt, bietet es LTE nicht in Band 20 ((00 MHz an). Kunden von O2 oder Vodafone haben daher hier ein kleines Problem. Die Gesprächsqualität über Dual SIM leidet darunter aber nicht. Und auch die Sende- und Empfangsleistung gab in den drei Netzen keinen Grund zu Klagen. Das Redmi 3 bietet neben HSPA+ und LTE auch WLAN b/g/n in beiden Bändern, GPS und Bluetooth 4. NFC beherrscht das Smartphone von Xiaomi hingegen nicht.  Der Lautsprecher auf der Rückseite ist laut und klingt angenehm.

Android 5.1.1: MIUI 7 erneuert

Xiaomi stattet das Redmi 3 ab Werk bereits mit seiner überarbeiteten Benutzeroberfläche namens MIUI 7 aus. Als Basis dient hier bereits Android 5.1.1.

Leider (oder wenig überraschend) wird das Betriebssystem nur in Englisch und Chinesisch ausgeliefert. Da auch hier der Bootloader gesperrt wurde, wird es mit der deutschen Übersetzung und dem passenden Custom-ROM von Xiaomi.eu wohl noch dauern.

Der Hersteller bietet aber über seinen eigenen App Store zumindest die Möglichkeit, sich die hierzulande unumgänglichen Google Apps zu installieren. In China sind die nämlich eigentlich nicht erlaubt. Darüber hinaus hat Xiaomi eine Menge sinnvoller Sicherheitsfeatures in sein MIUI 7 integriert. Man kann hier fast alles verändern und Apps entsprechend in ihren Rechten beschneiden. Ein eingebauter Manager kümmert sich um Dateileichen oder gibt Speicher frei. Wirklich Top!

Von den knapp 2 GByte RAM stehen noch rund 900 MByte für Apps zur Verfügung. Wer mag kann das MIUI 7 auch über Themen (teils kostenpflichtig) personalisieren. Mit dem Copyright nehmen manche Entwickler es da aber nicht allzu genau. So findet man im offiziellen Store Themen im Stil von iOS, Sony, der Apple Watch und auch LG.

Performance & Akku: Weniger Power mehr Leistung?

Das Redmi 3 wird von einem Snapdragonn 616 asu dem Hause Qualcomm angetrieben. Der Prozessor kann hierbei auf 2 GByte Arbeitsspeicher zählen. Im aktuellen AnTuTu Benchmark kam das Redmi 3 auf etwa 35.000 Punkte. Im Geekbench 3 reicht es für 676 Zähler im Single-Core und 3.031 Punkte im Multi-Core. Alle von mir getesteten Spiele und Apps sowie das Betriebssystem liefen flüssig. Für richtige Highend-Spiele fehlt der CPU aber etwas Power. Hier seht ihr das Xiaomi Redmi 3 im Videoreview:

Der fest eingebaute Akku des Redmi 3 wirft stattliche 4.100 mAh in die Waagschale. Das reichte für eine sechsstündige Gaming-Session. Vielnutzer kommen damit also locker über Tag und Normalnutzer kommen mit dem Akku auf eine Laufzeit von etwa 2 1/2 Tagen.  Der Akku war nach 2 Stunden 40 Minuten wieder voll aufgeladen.

Kamera: 13 Megapixel sind kein Garant

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Die Hauptkamera des Xiaomi Redmi 3 auf der Rückseite löst mit 13 Megapixeln auf, während die Selfie-Kamera auf der Vorderseite immerhin noch 5 Megapixeln auf den Sensor bannt. Sofern ausreichend Licht zur Verfügung steht, macht die Kamera auch gute Aufnahmen. Bei einsetzender Dunkelheit kommen aber schnell Artefakte und Bildrauschen hinzu. Ich sehe hier keinen Unterschied zur Bildqualität des Redmi Note 3.

Fazit: Mehr Smartphone fürs Geld?

Das Xiaomi Redmi 3 bietet – im Vergleich zum Note 3 – irgendwie mehr Smartphone fürs Geld. In China kostet es knapp 100 Euro, hierzulande muss man schon etwa 140 Euro aufbringen. Dafür bekommt man aber ein super verarbeitetes, hochwertig anmutendes Smartphone im Metall-Gewand. Das 5 Zoll große Display mit HD-Auflösung hat mir gefallen und die CPU ist für einfachere Spiele ausreichend schnell. Der Akku mit seinen 4.100 mAh hält das Smartphone mindestens zwei Tage am Leben. Die 13-Megapixel-Kamera geht in Ordnung. Im Gegensatz zum Redmi Note 3 kann ich hier den Speicher auch per MicroSD-Karten erweitern. Für sein Geld bekommt man also eine Menge Smartphone. Nur die deutsche Sprache, die fehlt aktuell 😀

Tags : AndroidRedmi 3ReviewSmartphoneXiaomi
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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