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Xiaomi Redmi 5 Test: Viel Smartphone für wenig Geld?

Xiaomi bringt mit den beiden Redmi 5 Modellen zwei sehr günstige Smartphones im aktuellen 18:9-Format auf den Markt, allerdings nur auf den chinesischen. Als direkte Konkurrenz zu den Moto G von Lenovo (Motorola) bekommt man für 134 Euro bzw. 144 Euro (z.B. bei tradingshenzen.com) ein gut ausgestattetes Smartphone. Aber reicht das für eine Importempfehlung?

Xiaomi Redmi 5 oder darf es etwas mehr (Plus) sein?

Redmi5_PlusDas Xiaomi Redmi 5 bietet zwar ein 5,7 Zoll großes Display im neuen 18:9-Format, muss aber auch mit einer Auflösung von 720 x 1.440 Pixel auskommen. Dafür ist der fest eingebaute Akku mit seinen 3.300 mAh ganz ordentlich aufgestellt. Für ausreichend Speed soll ein Snapdragon 450 mit acht Kernen (max. 1,8 GHz) sorgen. Beim Speicher hat man die Wahl zwischen 2 GByte RAM / 16 GByte Speicher und (besser!) 3 GByte RAM / 32 GByte Speicher. Das alles wurde in ein formschönes Gehäuse aus Kunststoff gehüllt und ergibt optisch ein 08/15-Smartphone in den Farben Gold, Schwarz, Blau oder Pink.

Das Xiaomi Redmi 5 Plus ist hingegen mit einem 5,99 Zoll großen Display (1.080 x 2.160 Pixel), einem bis zu 2 GHz schnellen Snapdragon 625 und einem 4.000 mAh Akku ausgestattet. Beim Speicher hat man die Wahl zwischen 3 GByte RAM / 32 GByte Speicher und 4 GByte RAM / 64 GByte Speicher. Das Redmi 5 – wie auch das Redmi 5 Plus – nutzen beide eine 12-Megapixel-Kamera mit einer Blende f/2.2.

Xiaomi Redmi 5 und das Design: Kunststoff gut kaschiert

Xiaomi_Redmi_5_1Mit seinen Abmessungen von 151,8 x 72,8 x 7,7 mm und einem Gewicht von 157 Gramm ist das Redmi 5 etwas kleiner als sein Bruder mit Plus. Das kommt auf üppige 158,5 x 75,45 x 8,05 mm bei 180 Gramm. 5,7 Zoll ist schliesslich aber auch schon eine ordentliche Ansage.

Dabei reduziert das sogenannte Edgeless-Design eigentlich nur die beiden Ränder ober- und unterhalb des Displays. Während die Vorderseite noch vollständig vom Displayglas in Beschlag genommen wird, besteht der Rest des Smartphones eigentlich vollständig aus Kunststoff. Lediglich der (nicht nutzbare) Akkudeckel auf der Rückseite wurde aus Metall gefräst. Ein-/Ausschalter und Lautstärkeregler (beide auf der rechten Seite), aber auch der Einschub für die beiden nano-SIM bzw. eine nano-SIM und eine MicroSD-Karte auf der linken Seite bestehen auch aus Plastik.

Xiaomi_Redmi_5_8 Das Redmi 5 liegt gut in der Hand und ist erstaunlicherweise hochwertig verarbeitet, bzw. macht sogar einen hochwertigen Eindruck. Deutlich besser als manch teureres Modell aus dem Hause Honor, Samsung und Co. Von Doogee, Oukitels udn Co will ich erst gar nicht sprechen. Auf der Rückseite befindet sich – unterhalb der 12-Megapixel-Kamera – noch ein runder Fingerabdrucksensor.

Xiaomi_Redmi_5_14Leider hat Xiaomi sich zwar für einen normalen Klinkenanschluss auf der Oberseite, aber nur für einen einfachen microUSB-Anschluss auf der Unterseite entschieden.

Display: 5,7 Zoll in 18:9-Format

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Das neue Redmi 5 bietet ein 5,7 Zoll großes Display im neuen 18:9-Format. Rechts oberhalb davon findet man eine kleine, weiß leuchtende Benachrichtigungs-LED. Farben stellt diese keine dar. Der Touchscreen unterscheidet zwar bis zu 10 Finger gleichzeitig voneinander, löst aber nur mit 720 x 1.440 Pixel auf. Mit seinen 282 Pixel pro Zoll fällt er zudem knapp unter die „magische Retina-Grenze“. Trotzdem konnte ich keine Treppeneffekte erkennen und auch die maximale Helligkeit ist sehr hoch. So konnte ich den Displayinhalt – trotz diverser Spiegelungen – auch bei Sonneneinstrahlung (ja es gab da den EINEN Tag) noch gut ablesen.  Die Blickwinkelstabilität ist ganz typisch für ein IPS-Panel und auch die Farbdarstellung geht in Ordnung. In den Einstellungen kann man seine Farbabstimmung auch noch zwischen „Warm, Standard und Kalt“ variieren. Natürlich kann man es auch per Doppel-Tap aufwecken und einen Nachtmodus mit reduziertem Blauanteil gibt es auch. Das Displayglas selbst ist kratzresistent, Corning Gorilla Glas kommt aber nicht zum Einsatz.

Performance & Akku: Snapdragon 450 und 3.300 mAh

Das Xiaomi Redmi 5 wird von einem Prozessor vom Typ Snapdragon 450 mit acht Kernen a max. 1,8 GHz und – je nach Variante – mit 2/3 GByte RAM angetrieben. Im aktuellen Antutu-Benchmark kommt die stärkere Version auf 55.259 Punkte. Im Geekbench 4 reicht es für 758 Zähler im Single-Core und 3.454 im Multi-Core. Der Snapdragon 625 des Redmi 5 Plus erzielt hier auch nur 879 und 4.358 Punkte. In der Praxis macht das keinen großen Unterschied. Von den 3 GByte RAM stehen rund 1,4 GByte für Apps zur Verfügung.

Das MIUI 9.2 auf der Basis von Android 7.1.2 sowie das Multitasking funktionieren nahezu ruckelfrei. Nur sehr aufwändige Spiele vom Typ Asphalt 8 ruckeln bei vollen Details leicht vor sich hin. Der fest eingebaute Akku mit seinen 3.300 mAh leistet sich ebenfalls keine spürbaren Ausrutscher. Im Dauertest reicht die nichts elbst wechselbare Kraftzelle rund 9 Stunden (Screen-on-time). So kommt man dann auch auf eine maximale Laufzeit von rund zwei Tagen. Löblich! Das Redmi 5 Plus bietet zwar 4.000 mAh, kann die Laufzeit des Redmi 5 aber nicht wirklich toppen. Das muss dann also am stärkeren Prozessor und der höheren Auflösung des Displays liegen.

MIUI 9.2: No Deutsch ab Werk

Die aktuelle Firmware liefert erst einmal nur die englische bzw. chinesische Sprache und kommt komplett ohne Google-Dienste aus. Also Fluch und Segen zugleich. Die offizielle „Global-Firmware“ mit deutscher Sprache und dem kompletten Google-Framework samt Play Store steht aber auch bereits zur Verfügung. Wer aber unbedingt auf unsere Muttersprache angewiesen ist (im Zeitalter von Denglisch nicht unbedingt mehr wichtig) muss zunächst den Umweg über einen Bootloader-Unlock und/oder die Installation von TWRP machen und kann dann die offizielle Global-Firmware oder eine Custom-ROM (beispielsweise von Xiaomi.eu) installieren. Beide werden dann auch zukünftig OTA mit Updates versorgt. Das MIUI 9.2 kann man auch in meinem Videoreview des Redmi 5 auf YouTube im Einsatz sehen:

Der Vorgang des Unlocks wird unter http://en.miui.com/unlock erklärt und dauert zwischen 72 Stunden und 360 Stunden. Als Gold bzw VIP-Member des MIUI-Forum kann ich alle 30 Tage ein Xiaomi ohne große Wartezeit entsperren. Das aktuelle MIUI 9.2 basiert auf Android 7.1.2 und wird ähnlich einfach bedient bzw. bietet ähnliche Features wie das EMUI aus dem Hause Huawei/Honor. MIUI komtm aber mit vielen nützliche Zusatzfunktionen, Rechtebeschränkungen und Personalisierungsmöglichkeiten und ein schickes, neues Theme (kann man aber wie gewohnt im Theme-Store ändern).

Wer Google-Dienste wie Gmail, Hangouts, Play Music, Maps und Youtube einsetzen will (oder muss) muss diese manuell (Google Installer V3) nachrüsten oder eben ein Custom- bzw. Global-ROM nutzen. Andere Anwendungen und Spiele kann man sich dann im zweiten Schritt ganz einfach über den Google Play Store installieren. Die Apps laufen dabei allerdings – sofern man nur das vorinstallierte China-ROM nutzt – nur in englischer Sprache. Und selbst da gibt es noch eine Menge Chinesisch.

Push-Nachrichten (WhatsApp, Facebook, Newton) funktionieren aber ebenfalls einwandfrei, sofern die entsprechenden Apps im Energie-Management als Ausnahme definiert wurden. Das MIUI 9.2 bietet wieder die Möglichkeit, Apps zu “klonen”. So kann man nun beispielsweise WhatsApp mit zwei unterschiedlichen Rufnummern gleichzeitig nutzen. Dank des “Second-Space” hat man ein zweites, unabhängiges Android-System mit unterschiedlichen Apps. In die beiden Systeme gelangt man beim Start durch unterschiedliche Entsperrungsmechanismen. An Sicherheitsfeatures bietet Xiaomi zum Beispiel die Möglichkeit, jede App mit einem Passwortschutz zu versehen. Man kann auch den Autostart der Apps verhindern und ihnen sogar einzelne Rechte entziehen.

12-Megapixel-Kamera: Dual? Wozu?

Xiaomi_Redmi_5_6Xiaomi verzichtet beim Redmi 5 (Plus) auf eine (nutzlose) Dual-Kamera oder Fake-Sensoren. Die verbaute Optik mit ihren 12 Megapixeln und der 1.25μm Pixelgröße sowie Blende f/2.2 macht brauchbare Aufnahmen, mehr aber auch nicht. Sofern ausreichend Licht zur Verfügung steht, werden also ansprechende Bilder abgeliefert.
Xiaomi Redmi 5
Die Aufnahmen bei schlechteren Lichtverhältnissen wirken dann aber recht schnell körnig. Die Kamera-App bietet zahllose Spielereien (Tilt-Shift und Co) und einen „manuellen“ Modus mit Eingriff in den Weiß-Abgleich und den ISO-Wert. Sowas ist also ein manueller Modus? Ok…. Per Slow-Motion-Modus oder 4K-Videos zeichnet das Redmi 5 nicht auf, bei Full-HD ist auf dem redmi 5 dann Feierabend.  Wer mehr will, muss zum Redmi 5 Plus greifen. Selfies zeichnet man mit der 5-Megapixel-Kamera auf der Vorderseite auf. Hier steht auch der berühmt-berüchtigte Beauty-Modus mit Weichzeichner zur Auswahl. Ein Bokeh-Effekt gibt es zwar nicht, den Tilf-Shift (siehe o.a. Kamerabilder) kann man dazu aber auch zweckentfremden.

Konnektivität und Sound: Kein LTE Band 20

Das Xiaomi Redmi 5 teilt die Probleme der Vorgänger. So dauert der Wechsel zwischen GSM – UMTS – LTE etwas länger als bei meinem Huawei Mate 10 Pro. LTE steht in der vorliegenden China-Version dann leider auch nicht in Band 20 zur Verfügung. Kunden von O2 oder Vodafone werden auf dem Land damit rechnen müssen, nur per UMTS ins Internet gehen zu können. In der Stadt ist die Versorgung mit LTE abseits von Band 20 oft kein Problem mehr.

Die sogenannte „Global Version“ des Xiaomi Redmi 5 wird zukünftig – neben mehr Sprachen – vermutlich auch die Unterstützung für Band 20 mitbringen. Die Gesprächsqualität war dafür schon jetzt gut und auch die Sende- und Empfangsleistung gab keinen Anlass zur Klage. Das Redmi 5 unterstützt WLAN b/g/n im 2,4 (kein 5GHz) Netzwerk. Daten werden zudem per Bluetooth 4.2 übertragen und an Sensoren stehen neben dem Beschleunigungssensor auch ein Näherungs- und Helligkeitssensor zur Auswahl. Hinzu kommt ein Gyroskop, ein digitaler Kompass und ein Infrarot-Sender. Selbst an ein FM-Radio hat Xiaomi gedacht. Das GPS-Signal war nach knapp 5 Sekunden stabil, die Abweichung betrug zwischen 2 und 7 Metern.

Fazit: Gut, aber auch nervig

Das Xiaomi Redmi 5 ist in der vorliegenden Version zwar gut, aber auch nervig. Es gibt weder eine Unterstützung für LTE Band 20, noch der deutschen Sprache. Letztere lässt sich aktuell nur mit einer Global Firmware nachbessern. Dazu muss man das Gerät aber entsperren. Ein sehr zeitraubender und nerviger Prozess. Am Ende bleibt ein handliches Smartphone ohne Google-Apps mit einem guten Display, akzeptabler Performance und Kamera und einem niedrigen Preisschild. Weniger „Stress“ hat man da mit einem Moto G …

Testergebnis

Verarbeitung 8.5
Display 8.2
Performance 8.1
Kamera 8.6
Konnektivität und Akku 8.5

Fazit

8.4 Das Xiaomi Redmi 5 ist in der vorliegenden Version zwar gut, aber auch nervig. Es gibt weder eine Unterstützung für LTE Band 20, noch der deutschen Sprache. Letztere lässt sich aktuell nur mit einer Global Firmware nachbessern. Dazu muss man das Gerät aber entsperren. Ein sehr zeitraubender und nerviger Prozess. Am Ende bleibt ein handliches Smartphone ohne Google-Apps mit einem guten Display, akzeptabler Performance und Kamera und einem niedrigen Preisschild. Weniger "Stress" hat man da mit einem Moto G ...

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Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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