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Xiaomi Redmi Note 4 im Test: Klasse Smartphone für 160 Euro

Testergebnis

Verarbeitung 9.3
Display 8.3
Performance 8.8
Kamera 8.1

Fazit

8.6 Das Xiaomi Redmi Note 4 ist super verarbeitet, liegt gut in der Hand und bietet ein tolles tinydealDisplay, wenngleich auch "nur" mit Full-HD-Auflösung. Die Performance des MediaTek Helio X20 ist ausreichend. Die MIUI genannte Benutzeroberfläche erfordert aber etwas Eingewöhnung und die deutsche Sprache bekommt man nicht immer ab Werk.

Mit dem Xiaomi Redmi Note 4 hat der in China sehr bekannte Hersteller ein weiteres, sehr günstiges Smartphone in petto. Für umgerechnet 160 Euro bekommt man ein Android-Smartphone (Android 6) im Metallgewand mit 5.5 Zoll Touchscreen in Full-HD-Auflösung und einen Prozessor vom Typ MediaTek X20 mit 10 Kernen. Herz was willst du mehr?

Design: Xiaomi Redmi Note 3 mit Update

Das Redmi Note 4 bekommt man nur als Import aus China. Daher auch der günstige Preis von rund 150 Euro. Ab Werk gibt es aber mittlerweile bereits die deutsche Sprache, LTE in Band 20 gehört (noch) nicht dazu. Das Smartphone wird in zwei Versionen, mit 2 GByte RAM/16 GByte Speicher und 3 GByte RAM/64 GByte Speicher (die Pro-Version) angeboten. Erweiterbar ist er aber bei beiden Varianten. Das nur als kleine Info! Starten wir mit dem Design.

Das Xiaomi Redmi Note 4 ist mit seinen 151 x 76 x 8.35 mm nicht gerade klein und mit rund 175 Gramm auch nicht leicht. Das geht auch bei einem 5,5 Zoll großen Display deutlich kleiner. Auf der Vorderseite wird ober- und unterhalb des Displays noch recht viel Platz verschwendet. Das liegt aber auch an der Tatsache, dass Xiaomi bei der Bedienung immer noch auf drei kapazitive Tasten (beleuchtet) setzt. Die befinden sich unter dem Display und sind seit Android 6 eigentlich überflüssig.

Von vorne ähnelt es also sehr stark dem Xiaomi Note 3. Das ändert sich mit Blick auf die Rückseite, wenn man ganz genau hinsieht. Diese besteht beim Redmi Note 4 nämlich vollständig aus Aluminium. Das Redmi Note 3 hatte da noch auf der Ober- und Unterseite zwei Kappen aus Kunststoff hinter denen sich die Antennen verborgen hatten. Diese wurden beim Xiaomi Redmi Note 4 in die Kunststoffstreifen ZWISCHEN den Gehäuseteilen verbannt. Das kennt man vom Apple iPhone 6.

Verarbeitung und Haptik: Liegt schwer in der Hand

Insgesamt fühlt sich das Redmi Note 4 deutlich besser und vor allen Dingen wertiger an. Ein/-und Ausschalter sowie die Lautstärke regelt man über die beiden Drücker auf der rechten Seite. Die Kanten des Rahmens sind übrigens auch Hochglanz poliert. Der Einschub für die beiden SIM-Karten bzw. eine MicroSD befindet sich rechts im Alurahmen des Smartphones.

Auf der Unterseite findet man Bohrungen für das Mikrofon, den Lautsprecher und natürlich die Öffnung für den MicroUSB-Anschluss. Die Oberseite ziert die 3.5 mm Klinkenbuchse für Kopfhörer sowie der für Xiaomi typische Infrarotsender.

Auf der Rückseite findet man das Objektiv der 13-Megapixel-Kamera sowie einen runden Fingerabdrucksensor. Der Sensor kann bis zu fünf Fingerabdrücke voneinander unterscheiden.

Lieferumfang: Übersichtlich

In der weißen Kiste findet man neben dem Xiaomi Redmi Note 4 noch eine kleine Anleitung, ein Lade-/Datenkabel (microUSB), ein nicht-europäischen Ladegerät sowie den Öffner für den SIM-Karten-Einschub. Kopfhörer gehören NICHT zum Lieferumfang.

Xiaomi Redmi Note 4 Display: 5,5 Zoll und Full-HD

Das 5,5 Zoll große IPS-LCD des Xiaomi Redmi Note 4 löst mit 1.080 x 1.920 Pixel auf und kommt damit auf 401 ppi. Die maximale Helligkeit ist ausreichend, kann sich aber keinesfalls mit Displays wie beim Galaxy S7 messen. Macht nix, denn das S7 ist auch deutlich teurer!

Die Blickwinkelstabilität des Bildschirms und die Farbdarstellung sind ohne Mängel und von guter Qualität. Eine Benachrichtigungs-LED in der oberen rechten Ecke der Vorderseite zeigt entgangene Anrufe, Mitteilungen und den Ladevorgang an.

Xiaomi Redmi Note 4 : Performance und Akku sind gut

Das Xiaomi Redmi Note 4 kommt bei beiden Versionen mit einem MediaTek Helio X20 Chipsatz auf den Markt. Der Unterschied liegt dann im Arbeitsspeicher. Bei meinem Testsample von Tinydeal.com betrug dieser 2 GByte. Die zehn Kerne der CPU kommen im aktuellen AnTuTu-Benchmark mit der MIUI 8 Global auf 77.800 Punkte. Im Geekbench 4 reicht es für über 1.530 Zähler im Single Core und mehr als 4.403 im Multi Core. Damit laufen alle von mir getesteten Spiele absolut flüssig und die CPU ist für die nächsten Jahre gut gewappnet.

Der 4.100 mAh starke Lithium-Polymer-Akku des Xiaomi Redmi Note 4 kann nicht selbst getauscht werden. Im Dauereinsatz hielt die Kraftzelle knapp 7 Stunden durch, Normalnutzer werden damit etwa 2 Tage ohne Steckdose auskommen. Der Ladevorgang kann mit einem passenden Ladegerät auf etwa 1:50 Stunde beschleunigt werden. Das mitgelieferte Ladegerät benötigt dafür über 2 Stunden. Kabellos kann man den Akku nicht aufladen.

Konnektivität: MicroSD aber kein LTE Band 20

Den internen Speicher (16/64 GByte) des Xiaomi Redmi Note 4 kann man über MicroSD-Karte um 256 GByte (FAT32) bzw. über USB-OTG erweitern. An Datenschnittstellen steht neben USB (2.0) auch Bluetooth 4.2, GPS samt Glonass, WLAN n/ac (2.4/5 GHz) sowie UMTS mit HSPA+ und LTE zur Verfügung. Der Hersteller hat auf der Oberseite sogar eine Infrarot-Schnittstelle integriert. So kann man das Redmi Note 4 auch als Fernbedienung für den Fernseher oder die Stereoanlage nutzen.

LTE wird allerdings nicht im hierzulande beliebten Band 20 (800 MHz) unterstützt. Dieses Band wird in China nicht genutzt und die überflüssigen Lizenzgebühren spart sich Xiaomi dann auch gleich. Auf YouTube findet ihr mein Videoreview zum Redmi Note 4:

Die Sprachqualität des Xiaomi Redmi Note 4 war sowohl im UMTS wie auch im LTE-Netz (Telekom und Vodafone) gut. Die Empfangsqualität ist in gut versorgten Gebieten unproblematisch, auf dem Land kann es – gerade beim Wechseln zwischen GSM/UMTS/LTE – zu kurzen Aussetzern kommen.

MIUI 8: Nun auch mit deutscher Sprache

MIUI 8 auf Redmi Note 4Zum Test kam bereits die neue Global Stable 8.0.3.0 zum Einsatz, die verfügt auch über die deutsche Sprache.

Es gibt auch eine Developer-Version mit wöchentlichen Updates. Root und ein Custom-Recovery (TWRP) sind mittlerweile nur noch dann möglich, wenn der Bootloader des Xiaomi offiziell entsperrt wurde. Der Vorgang unter http://en.miui.com/unlock dauert knapp 5 Tage. Wohl dem, der bereits die neue Global-Firmware mitgeliefert bekommt. Alle anderen müssen den Weg des manuellen Updates beschreiten.

Xiaomi hat sein Note 4 mit der hauseigenen  Benutzeroberfläche „MIUI“ ausgestattet. Die neue Version 8 basiert auf Android 6. MIUI nutzt ähnliche Funktionen wie zum Beispiel EMUI von Huawei. Bietet aber  viele nützliche Zusatzfunktionen, Rechtebeschränkungen und Personalisierungsmöglichkeiten. Die offizielle „Global Firmware“ von Xiaomi bietet bereits ab Werk alle Google-Dienste wie Gmail, Hangouts, Play Music, Maps und Youtube. Andere Anwendungen und Spiele kann man sich dann ganz einfach über den Google Play Store installieren. Push-Nachrichten (WhatsApp, Facebook, Cloudmagic) funktionieren hier ebenfalls einwandfrei.

Neu hinzugekommen ist die Möglichkeit, Apps zu „klonen“. So kann man nun beispielsweise  sein WhatsApp mit zwei unterschiedlichen Rufnummern gleichzeitig nutzen. Dank des „Second-Space“ hat man ein zweites, unabhängiges Android-System mit unterschiedlichen Apps. In die beiden Systeme gelangt man beim Start durch unterschiedliche Entsperrungsmechanismen.

An Sicherheitsfeatures bietet Xiaomi zum Beispiel die Möglichkeit, jede App mit einem Passwortschutz zu versehen. Man kann auch den Autostart der Apps verhindern und ihnen sogar einzelne Rechte entziehen.

Xiaomi Redmi Note 4: 13-Megapixel-Kamera

Die rückseitig verbaute Hauptkamera löst Bilder mit maximal 13 Megapixel auf und zeichnet Videos in Full-HD-Qualität auf. Fotos kann man mit 4:3 (13 Megapixel) oder 16:9 (9 Megapixel) aufnehmen. Bei ausreichend hellen Lichtverhältnissen erzeugt die Kamera annehmbare Bilder.

Xiaomi Redmi Note 4

Bei schlechteren Lichtverhältnissen kommen sichtbare Artefakte hin zu. Insgesamt werden die Bilder etwas stark aufgehellt, die Farben wirken blass. Der Himmel wird schnell weiß.

Multimedia: Sound ist gut

In der Play-Music-App aus dem Hause Google oder in der hauseigenen Music-App kann man die bei Android weit verbreiteten Equalizer-Presets (Rock, Pop, Jazz, etc.) bzw. den 5-Band-Equalizer aktivieren. In den Untiefen der Einstellungen selbst findet man aber noch bessere und weitreichendere Soundoptionen. Hier kann ich den speziellen Equalizer aktivieren der auch über – speziell für Xiaomi-Kopfhörer optimierte – Klangprofile verfügt. Die kann man aber auch wunderbar mit eigenen Kopfhörern nutzen. Der Sound über den Lautsprecher unten rechts geht in Ordnung. Er ist laut und überteuert nicht. Im Quermodus kann er aber durchaus mal vom kleinen Finger abgedämpft werden.

Fazit: Gutes Smartphone mit kleinen Einschränkungen

Das Xiaomi Redmi Note 4 ist super verarbeitet, liegt gut in der Hand und bietet ein tolles tinydealDisplay, wenngleich auch „nur“ mit Full-HD-Auflösung. Die Performance des MediaTek Helio X20 ist ausreichend. Die MIUI genannte Benutzeroberfläche erfordert aber etwas Eingewöhnung  und die deutsche Sprache bekommt man nicht immer ab Werk. Beim einem Importhandy aber sicher verschmerzbar. Ansonsten gibt es nix zu meckern und das Xiaomi Redmi Note 4 ist seine rund 160 Euro wert! Mein Testsample stammt von Tinydeal und es kann von dort mit 16 GByte Speicher oder 64 GByte Speicher geordert werden.

Tags : AndroidChinaReviewSmartphoneTestTestsXiaomi
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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