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Xiaomi Yi Action Cam im Test: Go Pro Hero?

Im März 2015 hat Xiaomi – bekannt für seine guten Smartphones (Testbericht zum Xiaomi Mi Note Pro) – auch eine eigene Action-Cam im Stil der “GoPro” vorgestellt. Das deutlich teurere Modell der Konkurrenz ist bei den Action Cams quasi die Referenz (nicht zu Unrecht) und die Mitbewerber haben es daher sehr schwer. Xiaomi versucht daher auch gar nicht technisch besser zu sein. Aber der Preis von knapp 80 Euro ist auf jeden Fall mal ein Grund sich diese Cam näher anzusehen. Mein Testexemplar der Xiaomi Yi Cam wurde mir von Tmart.com zur Verfügung gestellt. Die Yi Action Cam kommt in zwei Farben und zwei verschiedenen Versionen auf den Markt. Zum Lieferumfang der einfachen Version gehört nur die Kamera, ein Lade-/Datenkabel (USB) sowie ein wechselbarer Akku. Eine SD-Karte sowie ein Netzteil legt Xiaomi leider nicht dazu. In der erweiterten Variante für um die 100 Euro gibt es immerhin noch ein passendes Stativ.

Design
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Bei der Farbwahl kann man sich dezent zurückhalten und eine schlicht weiße Version wählen, oder aber optisch mal so richtig auf die K#cke hauen und die türkis-grüne Version wählen. Die Yi Action Camera ist mit 62 mm x 42 x 21,2 mm sehr kompakt ausgefallen. Sie wiegt knapp 72 Gramm und ist damit etwas leichter als eine GoPro. Auf der Vorderseite findet man bei beiden Varianten das Weitwinkelobjektiv (155°) der 16 Megapixel-Kamera samt Exmor-R-Sensor aus dem Hause Sony.

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Die Linse selber steht weit aus dem Gehäuse hervor und ist komplett ungeschützt. Einen Linsenschutz bekommt man mittlerweile als Zubehör. Ebenso, wie ein Unterwasser-Gehäuse. Direkt neben der Linse befindet sich der kaum zu übersehende Ein-/Ausschalter mit seinen farbigen (blau/lila/rot) LED-Ring. Auf der linken Seite des Kunststoffgehäuses sitzt der WiFi-Button, der seinen aktuellen Status (An/Aus) über eine blaue LED signalisiert. Das Mikrofon haben die Designer auf der Oberseite der Xiaomi Yi Action Cam angebracht. Direkt daneben liegt auch der Kamerauslöser mit seiner kleinen, rotblinkenden LED. Ein Blick auf die Unterseite offenbart ein Gewinde mit handelsüblicher Stativschraube.

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Auf der Rückseite sietzt eine kleine Abdeckung und darunter findet man den Einschub für MicroSD-Karten (bis 128 GByte) sowie den miniHDMI und USB-Ausgang. Die größere Klappe beherbergt den wechselbaren 1.010 mAh starken Akku.

Kamera

Die eingebaute 16-Megapixel-Kamera auf der Vorderseite nutzt einen hochwertigen Exmor R Sensor von Sony und bietet eine f/2.8 Blende. Die Weitwinkelaufnahmen wirken dank des 155° großen Aufnahmebereichs sehr gut. Video zeichnet die Action Cam von Xiaomi im H.264-Modus (MP4) in Full HD mit 24, 30, 48 oder 60 Bildern pro Sekunde auf. Bei 480p kann die Kamera sogar 240 Bilder pro Sekunde aufzeichnen. Bei 720p kommen immerhin noch 48, 60 oder 120 Bilder pro Sekunde auf den Chip. Die sogenannten Zeitraffer-Aufnahmen (Timelapse) sind in 0,5, 1, 2, 5, 10, 30 und 60 Sekunden Abständen möglich.

Um zwischen Video- und Fotomodus zu wechseln, drückt man einfach mehrmals auf den Ein-/Ausschalter. Der LED-Ring signalisiert dann den entsprechenden Modus durch ein kurzes Blinken. Die Status-LED neben dem Kamerauflöser blinkt während der Videoaufnahmen beispielsweise rot und piept beim Start auch beim Beenden der Aufnahme. Leider hat die Yi Action Cam kein eigenes Display. Alle Aufnahmen kann man also entweder blind abwickeln, oder durch die Koppelung über WiFi mit einem Smartphone auf der Basis von Android bzw. iOS. Das Smartphone dient dann quasi als Display. Das kann man in meinem Videoreview der Xiaomi Yi Action Cam auf YouTube auch gut sehen:

Konnektivität & Akku

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Über den WiFi-Schalter auf der linken Seite der Kamera aktiviert man das WLAN-Modul. Die blaue LED leuchtet bei Kontaktaufnahme auf, vorher blinkt sie nur. Danach sollte man die Kamera einmal mit seinem Smartphone bekannt machen. Zukünftig verbindet sie sich auf Wunsch dann sogar automatisch. Der wechselbare Akku zeigt seinen Ladestand unter anderem über den großen LED-Ring auf der Vorderseite an. Zwischen 100 und 50% Akku-Ladung leuchtet der Ring Blau. Zwischen 49 und 1% Lila und darunter Rot. Laut Hersteller soll die Kamera Full-HD-Videos knapp 85 Minuten lang aufzeichnen, bevor der Akku sein Leben aushauch.  Die Angaben sind korrekt, eine Nachladung dauert übrigens auch knapp 90 Minuten.

Yi Action Cam App

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Damit man das volle Potential der Kamera nutzen kann, benötigt man eine entsprechende App. Ohne Display wird es sonst nämlich schwer, vernünftige Videos oder Aufnahmen zu schießen. Die App selber steht für Android ud iOS zur Verfügung. Hat man die Kamera erst einmal über WLAN mit dem Smartphone verbunden, so übernimmt es die Funktion des Kamerasucher. Das klappte im Test bis zu einer Entfernung von knapp 10 Metern ohne Ruckler. Danach kommt es zu Aussetzern bei der Liveübertragung, die Kamera selber zeichnet ohne jegliche Ruckler auf. Die Videos und Bilder kann man in der App in unterschiedlichen Qualitäten und Frameraten aufzeichnen. Die App selber bietet eine Menge Spielereien, so kann man beispielsweise die Aufzeichnungen auch “auf dem Kopf” drehen.

Die interne Firmware wird vom Hersteller Xiaomi in regelmäßigen Abständen aktualisiert. Mitlerweile gibt es zudem unzählige verschiedene Hardwareausführungen der Kamera. Diese kann man äußerlich nicht voneinander trennen. Es ist daher wichtig – vor dem Update – einen Blick auf die Seriennummer (im Akkufach) zu werfen:

Z221xxxxxxxxxxx = Revision 22
Z22Lxxxxxxxxxxx = Revision 22L
Z231xxxxxxxxxxx = Revision 23
Z23Lxxxxxxxxxxx = Revision 23L
Z23Axxxxxxxxxxx = Revision 23A
Z23Sxxxxxxxxxxx = Revision 23S

Die App selber bietet aber auch ein automatisches Update OTA. Bei Problemen sollte man die Kamera einmal komplett zurücksetzen. Dazu drückt man den WiFi- sowie Power-Button gleichzeitig für fünf Sekunden. Im Anschluss erfolgt ein Piepton der signalisiert, dass alle Daten auf der Kamera gelöscht wurden.

Fazit

Die Yi Action Cam von Xiaomi bietet für das Geld eine überraschend hohe Bildqualität. Nervig fand ich persönlich die Tatsache, dass sie kein eigenes Display hat. Man ist daher immer auf ein Smartphone angewiesen. Die WLAN-Verbindung war dabei recht stabil. Wer bereits eine GoPro hat, wird sich sicher keine Yi Cam kaufen. Wer aber erst einmal schnuppern will, für den ist das Modell von Xiaomi sicher die richtige Wahl. Bei einem Preis von knapp 80 Euro kann man kaum etwas falsch machen. Wobei die einfache GoPro etwa 60 Euro teurer ist.

Tags : Action Cam
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar “Musik”, aber die meisten anderen bezeichnen es als “Krach”.

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