Activité Pop von Withings im Test

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Smartwatches sind aktuell in aller Munde. Nachdem nahezu alle großen Hersteller ihr eigenes Modell auf den Markt gebracht haben, dürfte aber auch klar sein, dass sie alle einen Nachteil haben: Man kann sofort erkennen, dass es keine normale Uhr ist. Dicker und mit Touchscreen ausgestattet, fallen sie sofort ins Auge. Modelle wie die Moto 360 und die G Watch R bzw. Zenwatch ähneln aber zumindest optisch wieder ihrem Vorbild. Mit der Activité Pop des Herstellers Withings habe ich nun ein echtes Schmankerl für euch da. Sie sieht aus wie eine ganz normale Uhr, ist aber relativ smart. Lasst euch also überraschen.

Design

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Die Activité Pop kommt in mehreren Farben daher, wird aber immer mit einem Armband aus Silikon ausgeliefert. Aktuell stehen die Modelle “Bright Azure”, “Shark Gray” und “Wild Sand” zur Auswahl. Weitere, farbige Armbänder soll es aber in Zukunft geben. Ein Armband aus Silikon gab es beim deutlich teureren Schwestermodell gratis dazu. Im Gegensatz zur Activité stammt das Uhrwerk auch nicht mehr aus einer Schweizer Manufaktur und auch das Saphirglas wurde eingespart. Immerhin ist die Activité Pop aber noch bis zu 50 Meter wasserfest und kostet nun nur noch 149,95 Euro. Im Vergleich zur Activité spart man also fast 250 Euro! Da verzichte ich gerne auf diese – in meinen Augen bei einer Smartwatch – vernachlässigbaren Details.


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Die Uhr hat einen Durchmesser von 36,3 mm und wiegt dabei nur 37 Gramm. Das Armband ist passend für Handgelenke mit einem maximalen Umfang von 195 mm. Mein Handgelenk hat etwa 190 mm und ich habe noch mehr als genug “Spiel” im Armband. Das liegt übrigens sehr angenehm dünn am Arm. Es fühlt sich gut an und ist wasserfest.

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Eine wichtige Eigenschaft, die das Kalbslederarmband der Activité nicht vorzuweisen hatte. Mal ganz abgesehen vom Umstand, dass es aus Tierhaut besteht 😀 Wechseln kann man es übrigens kinderleicht durch einen genialen Mechanismus. Die Zeiger sind in Weiß gehalten, die Uhr selber wirkt “frisch und jugendlich”. Damit dürfte die Zielgruppe klar sein 😀

Funktionen

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Neben der aktuellen Uhrzeit, die sich übrigens automatisch einstellt (gleiche Uhrzeit wie auf dem iPhone), zeigt die Activité Pop auch noch den aktuellen Fitnessstand an. Dazu nutzt sie keine Digitalanzeige, sondern den kleinen Zeiger in der rechten Ecke. Dieser geht von 0 – 100%. Damit kann man schnell erkennen, wie weit man sich seinem Tagesziel (zum Beispiel 10.000 Schritte) nähert.. Die eingebaute Technik (mehrere Sensoren sowie Bluetooth 4) erlauben im Endeffekt die gleichen Möglichkeiten, wie bei anderen Fitness-Armbändern auch. So misst sie körperliche Aktivitäten wie Gehen, Laufen und Schwimmen. Den Puls messen kann man mit ihr aber nicht. Über die Health-App (nur für iOS) und die Kamera des iPhone kann man dieses Manko aber zumindest teilweise wieder ausgleichen.

Da sie kein Display hat, kann  man hier aber auch keine Nachrichten oder E-Mails anzeigen. Telefonieren wie James Bond kann man mit ihr auch nicht. Wer den aktuellen Wetterbericht benötigt, der muss zudem tatsächlich vor die Tür gehen. Immerhin ist die Uhr ja auch wasserfest (5ATM). Ein Regenschauer, Bad oder das Training im Schwimmbad kann ihr also nichts anhaben. Zum Tauchen oder für die Sauna ist die Uhr aber nicht zu gebrauchen.

Die eingebaute Weckfunktion der Uhr wird über die Withings Health-Mate-App eingestellt und aktiviert. Danach weckt einen die Uhr über einen gut spürbaren Vibrationsalarm.  Da die Uhr selbst keine Schlummertaste (oder sonstige Taste) bietet kann man den Vibrationsalarm leider nach Beginn auch nicht wieder deaktiviern. Nach etwa 15 Sekunden (die Uhr vibriert dabei 12x) ist der Spuk dann aber vorbei. Eine Schlafphasen-Weckfunktion fehlt, obwohl die Uhr die Schlafphasen überwacht.

Die Uhr zeichnet ihre Daten natürlich auch ohne Smartphone auf (max. 38 Stunden lang) und synchronisiert sich dann bei der nächsten Verbindung mit dem iPhone. Das kann dann allerdings durchaus mal eine Minute dauern.

Health-App

Zur Auswertung der Aktivitäts- und Schlafdaten muss man zwingend die Health-Mate-App von Withings installieren. Die gibt es kostenlos im AppStore, allerdings nur für iDevices.  Damit kann man übrigens auch alle anderen Gesundheits- und Fitnessgeräte (Waage, Pulse) der Firma steuern. Mit der App werden am Anfang auch die Zeiger der Uhr kalibriert. Danach stellt sich die Uhrzeit automatisch auf die Zeit des iPhone ein. So kann man auch problemlos unterschiedliche Zeitzonen durchwandern, ohne seine Uhr mühsam umstellen zu müssen. Zu Beginn des Tages stellt sich der kleine Zeiger der Fitnessanzeige auch wieder gehorsam auf Null. Neben einigen Tageszielen kann man seine Daten auch mit Freunden in Form einer Rangliste teilen. Zudem gibt einem die App mehr oder weniger sinnvolle Tipps zur Gesundheit, leider aber nur in Englisch. Wichtiger Tipps für einen besseren Schlaf: elektronische Geräte aus dem Schlafzimmer entfernen, also am besten sowohl die Uhr als auch das iPhone 😀

Fazit

8Mit der Activité Pop stellt Withings eine Uhr vor, die man nicht sofort als Smartwatch enttarnt. Das liegt zum einen am schlichten, klassischen Design und zum anderen an der Tatsache, das es sich hier auch gar nicht um eine Smartwatch im eigentlichen Sinne handelt. Die Uhr gleicht vielmehr einem Fitness-Tracker. Das hat aber auch Vorteile. Mit der wechselbaren CR2025-Knopfzelle hält die Uhr locker einige Monate durch. Tägliches Aufladen entfällt!