Apple iPhone XR im Test: Das günstigere Xs?

Das iPhone XR mit LCD ist angeblich die (günstige) Alternative für Käufer, die zwar ein Apple iPhone haben wollen, aber nicht bereits sind, dafür 1.000 Euro oder mehr auszugeben. Ob das iPhone XR sein Geld aber tatsächlich wert ist, lest ihr im folgenden Test.4 min


Das iPhone XR mit LCD ist angeblich die (günstige) Alternative für Käufer, die zwar ein Apple iPhone haben wollen, aber nicht bereits sind, dafür 1.000 Euro oder mehr auszugeben. Ob das iPhone XR sein Geld aber tatsächlich wert ist, lest ihr im folgenden Test.

Mit 849 Euro kostet das iPhone XR mehr als manch andere Highend-Smartphones aus dem Android-Lager. Trotzdem stellt das iPhone XR bei diesem Preis nur den Einstieg die schöne (bunte) Welt von Apples neuen Premium-Modellen dar. Technisch unterscheidet sich das iPhone XR nicht nur optisch, sondern auch im Display, in der Akkugröße, der Speicherkapazität, der Kamera und beim Schutzgrad gegen das Eindringen von Staub und Wasser. Also ist es vielleicht doch nicht das günstigere XS?

Design des iPhone XR: Viel Aluminium, kein Edelstahl

iphone-xr-farbenDas iPhone XR wirkt haptisch hochwertig. Kein Wunder, denn es kommt eine menge Metall zum Einsatz. auch wenn Apple hier aus Aluminium und nicht auf Edelstahl setzt. Das Design ähnelt sehr stark dem iPhone X, zumindest auf der Vorderseite. Wie bei den anderen Modellen auch, werden Vorder- und Rückseite von Glas geschützt. Der an der Kanten gerundete Rahmen besteht dabei aus Aluminium – in der gleichen Farbe wie das iPhone selbst. Bei den Farbvarianten des iPhone XR steht die bunte Vielfalt in Form von Bau, Gelb,  Koralle, Rot, Schwarz und Weiß zur Auswahl.

Mit seinen Abmessungen von 151 x 76 x 8,3 Millimetern ist das iPhone XR genauso breit wie das iPhone 8 Plus, dafür aber deutlich kürzer. Das vergleichsweise hohe Gewicht von 194 Gramm fällt gar nicht auf, obwohl es damit ähnlich schwer ist, wie das iPhone XS Max. Den Home-Button mit integriertem Fingerabdrucksensor gibt es auch beim XR nicht mehr. Entsperrt wird über die sehr eschnelle und genaue Gesichtserkennung (Faceunlock). Die Rückseite ähnelt optisch dem Apple iPhone 8. Das XR bietet nämlich nur eine Kamera mit 12 Megapixel. Das Objektiv ragt deutlich aus dem Gehäuse hervor. So kippelt das Smartphone auf ebenen Untergründen spürbar hin und her.

Display: iPhone XR mit Liquid-Retina

Das IPS-LCD des iPhone XR hat Apples Marketingabteilung “Liquid Retina HD” genannt. Vermutlich deswegen, weil es kein Full-HD Bietet. Es unterstützt aber den Farbraum DCI-P3 und die True-Tone-Technologie zur automatischen Regulierung der Farbtemperatur. Natürlich wird es auch über die bereits bekannte Gestensteuerung des iPhone X bedient. Die “3D Touch” genannten Erkennung für “druckvollere” Eingaben auf dem Touchscreen wird aber nicht mehr unterstützt. Apple greift hier zu einem “Haptic Touch”. Das 6,1 Zoll großes IPS-Display stellt bei “Liquid Retina HD” “nur” 828 1.792 Pixel (324 ppi) dar. Besitzer von Android-Smartphones können da nur müde lächeln. Full-HD-Videos werden also nicht in nativer Auflösung abgespielt.

Trotzdem handelt es sich um eines der besten Displays. Mit einer sehr hohen Lichtstärke und einem hohen Kontrast kann es (zumindest mich) überzeugen. Die Blickwinkelstabilität ist beim iPhone XR allerdings typisch für ein IPS. je nach Neigung wird die Darstellung unterschiedlich stark abgeschattet. Dafür sind die Farbwiedergabe und die plastisch wirkenden Icons eine echte Augenweide.

Performance, Ausdauer & Konnektivität: Fast alles gut

DSC04371In Benchmarks erreicht das mit iOS 12.1 betrieben und mit dem neuen A12-Bionic-Chipsatz mit Neural Engine und 3 GByte LPDDR4x-RAM ausgestattet Smartphone Spitzenwerte. Im Vergleich zu den teureren Modellen aus dem Hause Apple spürt man eigentlich keine Unterschiede und auch der Snapdragon 845 aus dem Android-Lager muss sich warm anziehen.  Der 2.942 mAh starke Stromspeichers läuft fast 7 Stunden und bietet damit eine sehr gute Laufzeit. Das XS Max hält hier aber fast 9:30 Stunden durch. Die Dual-SIM-Unterstützung funktioniert per nanoSIM und einer internen eSIM. In Deutschland dürfte das also eher weniger genutzt werden.

Das Apple iPhone XR unterstützt LTE Cat-12 mit bis zu 600 MBit/s sowie NFC und Bluetooth. NFC aber nur für Apple Pay und per Bluetooth kann man noch immer keine Dateien versenden. Die Positionsbestimmung erfolgt über A-GPS, Glonass und Galileo und ist sehr genau. Die Gesprächsqualität sowie die Soundausgabe (entweder per Bluetooth oder über einen gesondert zu erwerbenden Adapter von Lightning auf 3.5mm-Klinkenbuchse) ist immer noch hervorragend. Das iPhone XR unterstützt sowohl Voice over LTE (VoLTE) als auch Wifi-Calling.

iPhone XR: Keine Dual-Kamera

DSC04378Das iPhone XR muss mit nur einer Kamera auf der Rückseite auskommen. Der 1/2,55 Zoll große Bildsensor mit 1,4 µm großen Pixel, einem Phasenvergleichs-Autofokus und einer Brennweite von 26 Millimeter (f/1.8-Blende) sowie optischer Bildstabilisierung sorgt für eine gute Bildqualität. Ein zweifacher, “optischer” Zoom steht natürlich zur Verfügung. Im Porträtmodus stehen nur drei statt fünf Beleuchtungseffekte zu Verfügung: “natürliches Licht”, “Studiolicht” und “Konturenlicht”. Der Bokeh-Effekt, dessen Grad sich auch nach dem Auslösen noch verändern lässt, wirkt allerdings ziemlich überzeugend. Insgesamt finde ich sowohl die Bild- als auch die Videoqualität (4K bis zu 60 fps) mehr als gut.

Fazit: (Kein) günstigeres iPhone Xs?

DSC04408_ergebnis_ergebnisDas Apple iPhone XR kostet aktuell 719 Euro und ist damit nur wenig günstiger, als der Straßenpreis des Apple iPhone Xs. Während die Kamera noch überzeugen kann und auch die Performance sowie die Akkuleistung durchaus gut sind, wäre mir der Rand des Displays zu breit, die Auflösung des IPS auf Dauer zu gering. Gerade letzteres ist beim Apple iPhone Xs besser. Auch die Verarbeitung des Xs ist einen Tick besser. Von der Kamera ganz zu schweigen. So ist das (ältere) iPhone XS vermutlich die bessere bzw. wirtschaftlichere Alternative. Günstiger ist das XR aktuell schon.

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Verarbeitung

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Display

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Performance

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Kamera

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Konnektivität/Akku

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Pro

  • Hohe Performance
  • Gute Verarbeitung
  • Helles Display

Contra

  • Auflösung
  • Preis