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Blackberry Key2 Test: Was kann der Nachfolger des KeyONE?

Der Blackberry KeyONE war an sich kein schlechtes Smartphone,  aber wohl auch ein echter Erfolg für den Hersteller. Seit der Umstellung auf Android und der Fertigung/Übernahme des Hardware-Geschäfts durch TCL scheint das Verlangen nach einem Blackberry zu sinken. Der knapp 649 Euro teure BlackBerry Key2 (mein Dank geht an dieser Stelle an Cyberport) bietet neben Android 8.1, diversen Sicherheitsfeatures auch (wieder) eine vollwertige Tastatur unterhalb des 4,5″ großen Displays. Aber warum kann mich der Nachfolger trotzdem nicht überzeugen?

Design & Verarbeitung: Alles supi?!

Blackberry_Key2_06Der/die/das BlackBerry Key2 mit seiner QWERTZ-Tastatur ist mit seinen Abmessungen von 151,4 mm x 71,8 mm x 8,5 mm etwas länger, dafür aber auch schmaler und dünner als sein Vorgänger (KeyOne: 149,3 x 72,5 x 9,4 Millimeter). Ansonsten hat sich optisch auf den ersten Blick nicht sonderlich viel geändert. der rahmen besteht immer noch aus Aluminium, die Rückseite mit den beiden 12-Megapixel-Kameras ist wieder gummiert. Damit liegt das Smartphone  rutschfest in der Hand. Das recht hohe Gewicht von knapp 180 Gramm empfinde ich – wie beim Vorgänger – immer noch als etwas störend. Das Key2 selbst ist dabei auch noch “kantig” gestaltet. Beim “Brick” sind nur die unteren beiden Kanten abgerundet. Die 8-Megapixel-Frontkamera, die Ohrmuschel sowie eine Benachrichtigungs-LED und ein paar Sensoren befinden sich über dem Display dessen Rahmen etwas breit wirkt.

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Auf der rechten Seite des Rahmens findet man die (durch Apps/Funktionen belegbaren) Komfort-Taste, die Laut- und Leisewippe sowie den Ein-/Ausschalter. Der Einschub für die SIM- und microSD-Karte findet man auf der linken Seite. Für einen Preis ab 679 Euro bekommt man auch eine Version mit Dual-SIM und 128 GByte internen Speicher. Der Tray selber besteht dabei aus Metall und wirkt damit nicht so billig, wie beim Samsung Galaxy S9.

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Auf der Unterseite ist nicht viel zu sehen: lediglich ein USB-Type-C-Anschluss, ein Mono-Lautsprecher und ein weiteres Mikrofon. Den  3,5 mm Klinkenstecker für die Kopfhörer findet man beim Key2 auf der Oberseite. Dort gibt es auch ein weiteres Mikrofon für die Geräuschunterdrückung (insgesamt sind es drei).

Die Vorderseite teilen sich eine recht großzügig dimensionierte Tastatur mit 35 Tasten im kubbeligen BlackBerry-Design und ein schon fast klein wirkender Touchscreen mit einer Diagonale von nur  4,5 Zoll. In der schwarzen Verpackung findet man neben dem Key2 noch ein Lade-/Datenkabel, ein paar Anleitungen, ein Öffnungswerkszeug für den SIM-Einschub, Kopfhörer samt Stöpseln und ein Ladegerät.

Das Gewicht von 180 Gramm ist mir zu hoch.

BlackBerry Key2: Performance und Akkuleistung

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Im Inneren des Key2 werkelt ein Qualcomm Snapdragon 660 mit acht Kernen und maximal 2,2 GHz. Das Gespann aus CPU und Grafikkarte bietet genug Leistung für alle verfügbaren Spiele und Anwendungen. In Zusammenarbeit mit den 6 GByte Arbeitsspeicher kommt das Gespann auf rund 127.00 Punkte im aktuellen AnTuTu sowie 1.634 Punkte im Single-Core und 5.867 im Multi-Core des Geekbench 4. Alle aktuellen Spiele laufen dabei zufriedenstellend.

Der 3.500 mAh starke Akku ist fest eingebaut und bringt mich locker durch den Tag. Bei einer ausgedehnten Videosession hielt die Kraftzelle knapp 8,5 Stunden durch. Wer seinen BlackBerry weniger oft vor das Gesicht hält, schafft damit auch  2  Tage. Über das mitgelieferte Ladegerät (Quickcharge 3.0) kann man den Akku in knapp 80 Minuten aufladen. Wer nur etwa 30 Minuten investiert, kommt auf rund 40%. Das reicht für einen Tag durchaus aus.

Gute Performance und Akkuleistung.

4,5“ Zoll Display und Full-HD

Blackberry_Key2_14Das BlackBerry Key2 bietet “nur” ein 4,5“ Zoll großes IPS LCD Display mit 1.620 x 1.080 Pixel (434 ppi) welches aber von Corning Gorilla Glas 4 geschützt wird. Das ist also keine echte Full-HD-Auflösung und auch das Seitenverhältnis von 3:2 ist eher ungewöhnlich. Die Darstellung der Farben, Kontrast und Schärfe war wirklich bezaubernd. Bei Filmen findet man an den beiden Rändern dann aber schwarze Balken. Die maximale Helligkeit ist – im Vergleich zum Galaxy S9 – deutlich niedriger.

Die Darstellungsqualität des 4,5″ Displays reicht aus, die Helligkeit könnte höher ausfallen.

Bedienung: Über Tastatur oder Touch

Blackberry_Key2_17Der Key2 verfügt über eine echte Tastatur mit 35 Drückern im typischen BlackBerry-Knubbel-Design. Die Tasten selber reagieren dabei auch kapazitiv auf Wischgesten. Sehr praktisch, wenn man die eingebaute Texterkennung bzw. Textvervollständigung nutzen will. Über die eingebaute Gestensteuerung kann ich in Texten oder Webseiten Scrollen, per Wischgeste Seiten wechseln und eben meine Tippfehlern korrigieren. Der Wisch nach links löscht das zuletzt eingegebene Wort. Tippt man zweimal in den Text, dann aktiviert sich der Cursormodus. So kann ich schnell durch längere Texte navigieren. BlackBerry selbst bietet wieder zahlreiche Shortcuts zu wichtigen Funktionen an. Über Druck auf die Taste “P” öffnet sich der Posteingang, mit “Y” YouTube. Ich kann nahezu jede der 35 Tasten mit Apps oder Funktionen belegen. Das ist eine enorme Erleichterung im täglichen Gebrauch.

Die Qualität der Tastatur mit ihren 35 Drückern ist exzellent.

12-Megapixel-Kamera mit Sony IMX 378

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Die beiden 12-Megapixel-Kamera auf der Rückseite bieten technisch eine Blende f/2.6 und f/1.8, nutzen einen Sony IMX378 Kamerasensor sowie eine zweifarbige LED samt Autofokus und “optischen” Zoom. Die Qualität der Aufnahmen geht beim Key2 in Ordnung. Bei schlechten Lichtverhältnissen kommt es zu leichtem Bildrauschen und zunehmenden Artekfakten. Die Kamera-App selber ist einfach gestaltet und bietet neben einem automatischen HDR Modus ein auch eine Panorama-Funktion.Im manuellen Modus habe ich immerhin Zugriff auf den Fokus, ISO, die Verschlusszeit, Weißabgleich und Belichtung. Videos zeichnet die Kamera in Full-HD mit 60 Bildern pro Sekunde oder in 4K mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde auf. Ein optischer Bildstabilisator ist allerdings nicht vorhanden. Die Frontkamera löst mit 8 Megapixel auf und geht ebenfalls in Ordnung. Videos werden immerhin noch in Full-HD aufgezeichnet.

Die Bildqualität ist für einen Blackberry durchaus akzeptabel.

Der Key2, Android 8.1 und ein Blackberry Hub

Um das Video sehen zu können, musst du erst den YouTube Datenschutzrichtlinien zustimmen. Nachdem du diese akzeptiert hast, kannst du den Inhalt von YouTube aufrufen. Die Angebote von YouTube werden nicht auf mobile-reviews.de gehostet.

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Ausgeliefert wird das Key2 mit Android 8.1.1 Oreo und den Sicherheitspatches von Google Stand Juli 2018. Natürlich darf auch der hauseigene Blackberry Hub nicht fehlen. Der dient als Sammelstelle für alle eingehenden Nachrichten oder Anrufe. Das Betriebssystem als auch die Hardware sind mit Sicherheitsschlüsseln versehen (DTEK) und so vor unbefugtem Zugriff oder “Root” geschützt. Mehr dazu in meinem Artikel zum Thema DTEK.

Alle wichtige Apps, wie dem BlackBerry Kalender sowie die Notizen-App mus man auch hier nicht verzichten. Der Key2 kann über eine PIN oder über einen Fingerabdruck (Sesnor in der Leertaste des Keyboards) entsperrt werden. Das Betriebssystem sowie die Daten sind verschlüsselt. Was mich etwas nervt, ist die Tatsache, dass das OS gelegentlich ruckelt. Das kann man auch in meinem Video-Review des Blackberry Key2 auf YouTube sehen. Erinnert mich stark an den Blackberry KeyOne. Da muss Blackberry definitiv noch nachbessern.

 Stellenweise genehmigt sich der Key2 aber einige Gedenksekunden.

Konnektivität & Sound: Die Stärke des Key2?

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Im Netz der Telekom und Vodafone war die Sende/- und Empfangsleistung leider nur Mittelmaß. Der Umschaltvorgang zwischen GSM/UMTS und LTE dauert etwas länger, dabei stimmt die Anzeige der Empfangsstärke nicht mit der Realität überein. Andere Smartphones liefern da durchaus bessere Leistungen. Die Gesprächsqualität konnte dafür wirklich überzeugen. Die Teilnehmer tönten klar und deutlich aus dem Hörer. Die maximale Lautstärke mehr als ausreichend und zwar auch beim Freisprechen. Dual-SIM gibt es beim BlackBerry Key2 auch. Der interne Speichert variiert je nach Modell zwischen 64 und 128 GByte.

Dank LTE kann man in gut versorgten Gebieten mit einer schnellen Datenübertragung rechnen. WLAN unterstützt das Key2 in den Standards b/g/n/ac sowohl im 2.4 GHz als auch im 5 GHz-Band. Daneben bietet das BlackBerry auch noch Bluetooth 5 und NFC.  Der Sound des einzigen Lautsprechers auf der Unterseite geht “gerade so” in Ordnung. Über Kopfhörer und ggf. Bluetooth bekommt man einen  ansprechenden Klang auf die Ohren. Auch ein FM-Radio steht zur Verfügung.

Insgesamt ist der Punkt Konnektivität beim Blackberry durchaus DER Pluspunkt

Fazit: Kein richtiger Blackberry mehr

Blackberry_Key2_06Das Display ist mit 4,5 Zoll recht klein ausgefallen, die FHD-Auflösung geht aber in Ordnung. Die Tastatur mit ihren 35 Drückern wurde im Vergleich zum Vorgänger nochmals verbessert worden und kann nach kurzer Eingewöhnung wieder überzeugen. Ich Cyberport_Logo_2015persönlich schreibe aber auf einem virtuellen Keyboard schneller. Dafür kann ich die echten Tasten aber mit Apps und Funktionen belegen, ein echter Pluspunkt im täglichen Workflow.  Gelegentliche Ruckler im Android 8.1.1 mit seine aktuellen Sicherheitsfunktionen trüben aber den guten Eindruck. Die beiden 12-Megapixel-Kameras machen ansprechende Fotos und Videoaufnahmen. Die Akkulaufzeit von bis zu zwei Tagen ist auch erwähnenswert. Die Verarbeitungsqualität stimmt, aber der Preis von rund 649 Euro ist zu hoch. So ist der Blackberry Key2 leider nur noch eine Alternative für Nutzer mit Hand zu echten Tasten.

Testergebnis

Verarbeitung 8.9
Display 8.9
Performance 9.1
Kamera 9
Konnektivität & Akku 9.5

Fazit

9.1 Das Display ist mit 4,5 Zoll recht klein ausgefallen, die FHD-Auflösung geht aber in Ordnung. Die Tastatur mit ihren 35 Drückern wurde im Vergleich zum Vorgänger nochmals verbessert worden und kann nach kurzer Eingewöhnung wieder überzeugen. Ich persönlich schreibe aber auf einem virtuellen Keyboard schneller. Dafür kann ich die echten Tasten aber mit Apps und Funktionen belegen, ein echter Pluspunkt im täglichen Workflow. Gelegentliche Ruckler im Android 8.1.1 mit seine aktuellen Sicherheitsfunktionen trüben aber den guten Eindruck. Die beiden 12-Megapixel-Kameras machen ansprechende Fotos und Videoaufnahmen. Die Akkulaufzeit von bis zu zwei Tagen ist auch erwähnenswert. Die Verarbeitungsqualität stimmt, aber der Preis von rund 649 Euro ist zu hoch. So ist der Blackberry Key2 leider nur noch eine Alternative für Nutzer mit Hand zu echten Tasten.

Tags : Android 8BlackBerryReviewsTest

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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