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Doogee Mix 2 im Test: 6-Zoll-Display und viel Glas

Mit der Namensgebung verfolgt der hierzulande weniger bekannte Hersteller Doogee einen bestimmten Zweck. Das Mix 2 soll nämlich an den Erfolg des Xiaomi MI Mix 2 anknüpfen. Dazu bietet es ein 6 Zoll großes IPS-Display mit FHD+, ein SoC vom Typ MediaTek Helio P25, 6 GByte RAM und 64 GByte Speicher. Alles hübsch verpackt in ein Gehäuse aus Glas und Metall und mit einem Preisschild von rund 220 Euro (Import) versehen. Lohnt sich die Anschaffung?

Doogee Mix 2 Design: Glas, Metall und hohes Gewicht

Starten wir mit einem kleinen Nachteil: das hohe Gewicht. Mit 220,5 Gramm ist es sicher kein Leichtgewicht und beult die Hosentasche schon ordentlich aus. Die Abmessungen von 159 x 74 x 9.6 mm an der dicksten Stelle (Kamerabuckel) ist es auch nicht gerade klein, unterscheidet sich aber kaum von meinem Huawei Mate 10 Pro.

Doogee_Mix_2_23Die Rückseite besteht aus Glas und zieht so Fingerabdrücke nahezu magisch an. Vorder- und Rückseite werden vom Hersteller bereits durch Folien geschützt. Im Lieferumfang  befinden sich Ersatzfolien sowie eine Schutzhülle, sehr löblich! Die Kanten des Displays sind übrigens leicht abgrundet, daher sind die Schutzfolien auch einen Tick kleiner ausgefallen. Die Rückseite selbst wird von zwei Kameralinsen sowie einem Fingerabdrucksensor und dem Doogee-Schriftzug in Beschlag genommen. Neben der Kamera befindet sich noch eine Dual-LED. Auch die Kanten der Rückseite wurde etwas abgerundet, so liegt das Smartphone “weicher” in der hand.

Die Verarbeitung ist robust, der hohe Anteil an Glasflächen trägt aber sicher nicht zu einer längeren Lebensdauer bei. Der Rahmen selbst ist dabei aus Metall gefertigt und matt lackiert. Die Bedienung  erfolgt über den Touchscreen mit seinen Softkeys, den beiden Lautstärketasten auf der rechten Seite und den darunter liegenden Ein-/Ausschalter. Auf der Unterseite findet man ein Mikrofon, den Lautsprecher sowie einen USB-Typ-C-Anschluss (USB 2.0). Die Oberseite ziert ein Einschub für zwei nano-SIM-Karten oder eine nano-SIM und eine MicroSD. Eine Kopfhörerbuchse findet man nicht leider mehr, hierfür benötigt man den mitgelieferten Adapter.

Doogee Mix 2: Display mit 6 Zoll

Doogee_Mix_2_20Das Doogee Mix 2 bietet ein 5,99″ großes Display mit 2.160 x 1.080 Pixel (FHD+) und kommt so auf 403 ppi. Auch wenn man Tester es partout nicht wahrhaben will, es handelt sich um ein schlichtes IPS-Panel, KEIN AMOLED. Schwarz tendiert daher eher in Richtung grau, die maximale Helligkeit geht hingegen in Ordnung. Das Display selber spiegelt recht stark, weist dafür aber recht schmale – trotzdem aber noch gut sichtbare – Ränder auf. Daran hat nicht zuletzt das 18:9 Seitenverhältnis “Schuld”. In den Einstellungen findet man unter dem Punkt “Miravision” ein paar Optimierungsmöglichkeiten, die das Bild aber minimal verbessern. Es handelt sich dennoch um ein wirklich feines Display!

Doogee Mix 2: Performance und Ausdauer

Das Doogee Mix 2 wird von einem MediaTek Helio P25 mit acht Kernen a maximal 2,5 GHz angetrieben. Der Grafikchip vom Typ Mali-T880, 6 GByte RAM und 64 GByte interner Speicher komplettieren das Paket. Der Helio P25 ist nicht der schnellste Prozessor seiner Art und klingt erst einmal nur auf dem Papier nach Highend. In der Praxis erzielte ich im aktuellen AnTuTu-Benchmark rund 60.200 Punkte. Im Geekbench 4 kam der SoC auf Zähler im 843 Single-Core und rund 3.908 im Multi-Core. Das sind – im Vergleich mit aktuellen Modellen mit Snapdragon 835 und Exynos 8895 – erst einmal eher geringe Zahlenwerte. Tatsächlich liefen mit dem Doogee Mix 2 getestete Spiele von Gameloft und Co aber absolut ruckelfrei. Auch die Benutzeroberfläche gab keinen Anlaß zur Klage. Sie ähnelt stark dem “Stock-Android”, nutzt aber einen eigenen Launcher und ein anderes Icondesign.

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Der fest eingebaute Akku leistet (laut Hersteller und dem Power-Profil) 4.060 mAh. Im PCMark-Akkutest kam er auf einen ordentlichen Wert von 7 h und 12 Minuten (mittlere Helligkeit), übrigens ein ähnlicher Wert wie beim Vernee Mix 2. Einen Arbeitstag überlebt die Kraftzelle daher problemlos, eine längere Laufzeit bekommt man nur mit mehr Zurückhaltung hin. In meinem Videoreview des Doogee Mix 2 auf YouTube gehe ich auch auf den Akku ein:

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Die Aufladung über den PC dauert aber mehr als 3:30 Stunden, über das mitgelieferte Ladegerät (5V/2.000 mAh) ist man dann nach rund 2:10 fertig.

Kamera: Doogee Mix 2 mit VIER Kameras

Das Doogee Mix 2 wird mit insgesamt vier Kameras ausgeliefert. Die Dual-Kamera auf der Rückseite fällt dabei natürlich sofort ins Auge. Angeblich lösen die beiden Sensoren mit 16 Megapixeln und 13 Megapixeln auf. Der zweite Sensor ist dabei allerdings NUR für den – eher sinnlosen weil extrem miesen – Bokeh-Effekt zuständig. Zudem scheint er hardwaremässig auch gar nicht verbaut, eine entprechende Software gibt folgende Bestückung aus:

Omnivision ov16880mipiraw (16 Megapixel) – Rückseite
Galaxycore gc8024mipiraw (8 Megapixel) – Vorderseite
Omnivison ov8856mipiraw (8 Megapixel) – Vorderseite

Der zweite Sensor “sorgt” dabei NUR für den Bokeh-Effekt. Der besteht allerdings nur aus einer kreisrunden Maske, die den Hintergrund unscharf stellt. Er wirkt künstlich und deplaziert. Der Effekt funktioniert auch, wenn man die zweite Kamera abklebt, man bekommt zwar eine Fehlermeldung, mehr aber auch nicht. Die Leistung der Blende wird mit ƒ/2.0 angegeben. Tatsächlich handelt es sich aber um eine Blende ƒ/2.2.

Doogee Mix 2

Die Aufnahmen wirken – bei ausreichend Licht – annehmbar, mehr aber auch nicht. Bei schlechteren Lichtverhältnisse leidet die Qualität sichtbar. Mit künstlichem Licht hat die Kamera zudem leichte Probleme beim Weißabgleich. Der Omnivision-Sensor ermöglicht übrigens auch keine echten Schwarz-Weiß-Aufnahmen, auch wenn die Kamera-App dies anbietet. Der zweifache “optische” Zoom der Kamera ist zudem nichts weiteres als ein digitaler Zoom. Dabei wird auch NICHT die Linse gewechselt, wie es bei den Kameras der teureren Konkurrenz der Fall ist.

Die Dual-Frontkamera löst beim Mix 2 mit 8 Megapixel (Blende ƒ/2.8) auf. Sie bietet ein Weitwinkelobjektiv mit einem Aufnahmewinkel von 130° für Gruppenselfies und ein normales Objektiv mit Gesichtsoptimierung (für Falten, Hautunreinheiten, etc.) sowie eine Gesichtserkennung, mit deren Hilfe man sein Smartphone auch entsperren kann.

Konnektivität: LTE und Gesichterkennung

Ähnlich wie das OnePlus 5T oder das iPhone X kann auch das Doogee Mix 2 das eingescannte Gesicht zu Erkennung des Trägers nutzen. Das ist zwar schon seit Android 5.0 der Fall, wurde aber in der Vergangenheit aus Sicherheitsgründen kaum genutzt. Die hier verwendete Technik ist daher auch weit von der Sicherheitsstufe eines iPhone X entfernt. Die Entsperrung per Gesicht dauert zudem rund eine Sekunde. Leider kann man dann nicht mehr die Entsperrung per Fingerabdruck nutzen. Beides gleichzeitig ist also nicht möglich. Mit dem Fingerabdruck kann man aber auch das Smartphone steuern. So komme ich problemlos auf den Homescreen zurück, kann Anrufe annehmen oder Fotos machen.

Die Sende- und Empfangsleistung ist auf einem ordentlichen Niveau. Die Datenübertragungsrate im Netz der Telekom und von O2 war auf einem guten Niveau (zwischen 10 und 45 mbit/s), reichte aber nicht an mein Huawei Mate 10 Pro heran. Im WLAN (2.4/5GHz) kam ich auf rund 72 mbit/s. Die Gesprächsqualität war dabei vollkommen ausreichend.

Die Unterstützung für Dual-SIM (auch LTE Band 20) ist nur möglich, wenn man auf die Erweiterung des Speichers per MicroSD verzichtet. Das Doogee Mix 2 bietet auch OTG, so kann man das Smartphone zum Beispiel mit USB-Sticks verbinden oder es als Powerbank nutzen.

Doogee Mix 2 : Android 7.1.1

Im Auslieferungszustand befindet sich Android 7.1.1. auf dem Smartphone. Die vier Ecken hat der Hersteller im Launcher bzw. Menü leicht pixelig abgerundet. Bloatware findet man hingegen keine. Das Betriessytem ist aber mit der potentiellen Spyware ADUPS.FOTA infiziert. Auf dem Smartphone sind die wichtigsten Google Dienste bzw. Apps bereits installiert. Das ist immer schön zu sehen, gehört aber mittlerweile fast zum Standard.

In den Einstellungen findet man zahlreiche zusätzliche Punkte (Gesture motion, one-handed Mode, Fast capture, QRCode Scan) die leider nicht übersetzt wurden. Hier muss man sich also mit Englisch auseinandersetzen. Diese Einstellungen beinhalten leider auch wichtige Punkte wie Screenshots, Doppel-Tap zum Entsperren des Displays und den Einhandmodus. Das Design der Icons wurde etwas aufgehübscht, sieht aber nett und recht bunt aus.

Fazit: Kein schlechter Deal

Insgesamt gefällt mir das knapp 210 Euro teure Doogee Mix 2 gut. Das Gewicht ist allerdings recht hoch und die Rückseite aus Glas ist Geschmackssache. Die Qualität der vier Kameras könnte deutlich besser sein. Die Performance des Helio P25 samt 6 GByte RAM geht in Ordnung und auch die Konnektivität gibt keinen Anlaß zur Klage. Für das gleiche Geld bekomme ich allerdings auch ein Xiaomi MI A1 mit ähnlicher Performance, einer besseren Kamera und Android One. Mehr Details zum Mix 2 entnehmt doch einfach der Facebook-Seite des Herstellers.

Testergebnis

Verarbeitung 9.1
Display 8.8
Performance 8.4
Kamera 8
Konnektivität und Akku 8.3

Fazit

8.5 Insgesamt gefällt mir das Doogee Mix 2 gut. Das Gewicht ist allerdings recht hoch und die Rückseite aus Glas ist Geschmackssache. Die Qualität der vier Kameras könnte deutlich besser sein. Die Performance des Helio P25 samt 6 GByte RAM geht in Ordnung und auch die Konnektivität gibt keinen Anlaß zur Klage. Für das gleiche Geld bekomme ich allerdings auch ein Xiaomi MI A1 mit ähnlicher Performance, einer besseren Kamera und Android One. Mehr Details zum Mix 12 entnehmt doch einfach der Facebook-Seite des Herstellers.

Tags : Android 7ChinaDoogeeReviewSmartphonesTests

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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