Fossil Q Explorist HR (4. Gen) im Test: Display mit Rand?

Gerade hat die Fossil Group die Fossil Q Explorist HR (4. Gen) vorgestellt. Der renommierte Uhrenhersteller hat sich die Fossil Q Explorist (3. Gen) vorgenommen und sie mit einem Pulsmesser, GPS-Empfänger und NFC ergänzt. Wie sich die knapp 270 teure Smartwatch mit Wear OS 1.5 (vormals Android Wear) im Test geschlagen hat erfahrt ihr nach dem Break.5 min


Gerade hat die Fossil Group die Fossil Q Explorist HR (4. Gen) vorgestellt. Der renommierte Uhrenhersteller hat sich die Fossil Q Explorist (3. Gen) vorgenommen und sie mit einem Pulsmesser, GPS-Empfänger und NFC ergänzt. Wie sich die knapp 270 teure Smartwatch mit Wear OS 1.5 (vormals Android Wear) im Test geschlagen hat erfahrt ihr nach dem Break.

Fossil Q Explorist (4. Gen): Tolles Design

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Fossil Q Explorist (4. Gen)

Das kreisrunde, 1.3 Zoll große Display der 279 Euro teuren Smartwatch kommt ohne “flat tire”, also ohne den schwarzen Balken unter dem Display aus. Die Fossil Q Explorist HR (4. Gen) wird in verschiedenen Varianten (z.B. mit Lederarmband oder Metallarmband) und Gehäusefarben angeboten. Ich habe mich für die günstigste Version mit ihrem blauem Metallgehaüse und dem braunem Lederarmband entschieden. Dafür jußte ich die zuvor erwähnten 279 Euro berappen. Optisch unterscheidet sich die 4. Gen mit ihrem Pulssensor nur minimal vom Vorgänger, zumindest auf den ersten Blick:

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Fossil Q Explorist (3.Gen)

Die Lünette, also der geriffelte rand um das Display ist bei der neuen Fossil schmaler geworden. Die silberne Lünette aus Metall rund um das Display hat übrigens keine weitere Funktion. Das hat Samung bei der Gear S3 Frontier besser gelöst. Das Armband (22 mm) kann man wieder leicht selbst wechseln. Das Lederarmband meines Testsamples hat der Hersteller auf der Unterseite mit einer Art “Gummibeschichtung” versehen. Auch wenn der Rest des Armbands “Genuine Leather” ist, die Gummieinlage sieht irgendwie komisch aus. Das wird die Haltbarkeit (Salzwasser, Schweiz) verlängern, macht aber auf mich keinen sonderlich hochwertigen Eindruck. Wer mit dem Gemisch aus Leder und Gummi klarkommt, kann sich ja auch ein anderes Band in 22 mm kaufen. Ich persönlich habe mir “traditionell” ein Armband aus Segeltuch (von einer anderen, DEUTLICH teureren Uhr) gekauft. Das ist unverwüstlich, schick und auch noch wasserbeständig. In meinem Videoreview der Fossil Q Explorist HR auf YouTube sieht man die Uhr in ihrer vollen Pracht:

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Das knapp 45 mm große und 13 mm dicke Gehäuse aus Edelstahl ist wasserdicht. Die Uhr selber hat laut Hersteller eine Wasserdichtigkeit von 3 ATM (also bis zu 30 Meter). Eine IP67-Zertifizierung wird aber nicht explizit erwähnt. Damit sollte die Uhr gegen Spritzwasser und das gelegentliche Untertauchen geschützt sein. Zum Schwimmen oder Tauchen ist sie aber definitiv NICHT geeignet. Die Bedienung der Smartwatch erfolgt über den Touchscreen, die seltsam anmutende Gestensteuerung oder über die drei Drücker auf der rechten Seite. Die beiden Drücker oberhalb und unterhalb des Power-Buttons kann man mit eigenen Funktionen (Apps) belegen. Der Power-Button in der Mitte kann als eine Art “Drehrad” benutzt werden. Zu kann ich – ähnlich wie bei der Apple Watch – durch das Menü scrollen oder Eingaben bestätigen.

Fossil_Q_Explorist_HR_29Auf der dunklen Kunststoffrückseite der Smartwatch findet man nun auch einen Herzfrequenzsensor. Ein Novum bei einer Fossil-Smartwatch.

Die Optik der Fossil Q Explorist (4. Gen) gefällt mir!

Zum Lieferumfang der Fossil Q Explorist gehört neben der Uhr auch noch eine Anleitung und ein Ladekabel mit einem kleinen “Puck”. Der lädt die Smartwatch per Induktion (kein QI) auf. Der kleine Puck ist allerdings nicht annähernd so praktisch oder wertig, wie die Ladestation der Samsung Gear S3.

AMOLED-Display: 1,3 Zoll mit 360 x 360 Pixel

Das AMOLED-Display (mit Always-On-Modus) wirkt optisch deutlich größer als es in der Realität ist. Rund um die Lünette findet man – wie beim Vorgänger – einen knapp 2 mm dicken, schwarzen Rand. Das Display selber ist nämlich nur etwa 35 mm groß (1.3 Zoll). Genaue Angaben macht der Hersteller dazu leider keine. Es unterscheidet sich aber nicht vom Vorgänger. Glaubt man den Informationen im Netz, dann löst es mit 360 x 360 Pixel auf. Die Farbdarstellung wirkt natürlich und das Display ist – nicht zuletzt dank der automatischen Helligkeitsregulierung – auch bei Tageslicht gut ablesbar. Bei direkter Sonneneinstrahlung wird es aber manchmal “eng”.

Hier hilft es, wenn man die manuelle Einstellung nutzt.

Fossil Q Explorist HR: Performance, Akku, Konnektivität

Fossil_Q_Explorist_HR_13Die Fossil Q Explorist (4. Gen) wird von einem 1,1 Gigahertz schnellen Snapdragon Wear 2100 und 512 Megabyte Arbeitsspeicher angetrieben. Die einfach gehaltene Benutzeroberfläche mit ihren listenförmigen Menü (Wear OS 1.5) lief ruckelfrei. Das gilt aber nicht für alle Aspekte der Smartwatch. Gerade aufwendigere Ziffernblätter der beiden bekannten Apps “Facer” oder “Watchmaker” bringen den Chipsatz ganz schön ins Schwitzen. Dann ruckelt die Uhr ziemlich stark.

Der interne Speicher beträgt 4 Gigabyte und kann mit Apps sowie Musik befüllt werden. Eine Kamera bietet die Smartwatch nicht. Seit Android Wear 2 starten die Smartphone-Apps auch ohne ein per Bluetooth oder WLAN gekoppeltes Smartphone. Die Fossil Smartwach nutzt dazu den vorinstallierten Play Store, benötigt aber in jedem Fall eine Verbindung zum Internet. Dann kann man seine Wunsch-Apps auch direkt auf der Smartwatch installieren. Der Akku ist über das mitgelieferte Ladekabel und einem möglichst schnellen Ladegerät (gehört NICHT zum Lieferumfang) in rund 1 Stunde aufgeladen. Der fest eingebaute Akku hielt bei mir im Test etwa 12 Stunden (05:40 Uhr bis 19:00) durch. Die Laufzeit kann man verlängern, indem man das Always-On-Display sowie die Gestensteuerung deaktiviert. Dann kommt man (wenn man kein GPS nutzt) auf maximal 2 Arbeitstage.

Die Smartwatch aus dem Hause Fossil verfügt über einen Beschleunigungssensor, einen Umgebungslichtsensor und ein Gyroskop. Der Beschleunigungssensor wird unter anderem dazu genutzt, um durch die Menüs der Uhr zu navigieren. Dazu muss ich meinen Arm relativ schwungvoll drehen/kippen. Alternativ dazu kann man dazu auch die digitale Krone auf der Seite drehen. Das Display aktiviert man auch durch die “Uhr-zu-Gesicht”-Geste oder eben den Power-Button.

Q_Explorist_4Gen_PulsDie Verbindung zum Smartphone wird über Bluetooth oder WLAN hergestellt. Die Verbindung war dabei absolut stabil. Sollte das Smartphone per Bluetooth nicht mehr in Reichweite sein, schaltet die Uhr auf das gemeinsame WLAN um. Dabei müssen das Smartphone und die Smartwatch im gleichen WLAN unterwegs sein. Das vergrößert die Reichweite im Haus doch ganz ordentlich, geht aber stark zu Lasten der Laufzeit.

Der eingebaute GPS-Empfänger der Fossil Q Explorist HR zeichnet auf Wunsch die gelaufenen Strecken und Entfernungen bei Workouts auf. Auch zur Navigation (über Google Maps) ist er zu gebrauchen. Die Aufzeichnung der sportlichen Aktivitäten erfolgt über Google Fit. Es funktionieren aber auch Apps von Drittanbietern wie Runtastic oder Strava. Während des Workouts kann man übrigens auch seine Musik steuern. Die Ausgabe erfolgt aber nur über ein per BT gekoppeltes Headset. Einen Lautsprecher hat die Uhr leider nicht. Über das eingebaute Mikrofon kann ich zumindest Sprachbefehle auf der Smartwatch starten. Der erstmalige Satelliten-Fix dauert knapp fünfzehn Sekunden, die Abweichung liegt bei etwa 3 Metern. Die maximale Betriebszeit im GPS-Modus liegt bei rund 4 Stunden. Über den eingebauten NFC-Empfänger kann ich Google Pay nutzen. Die Fossil Q Explorist (4. Gen) taugt nicht als Freisprecheinrichtung (kein Lautsprecher) und verbindet sich über Bluetooth 4.1 und WLAN b/g/n.

Fazit: Schön, aber leider nicht mein Ding

Fossil_Q_Explorist_HR_7Die Fossil Q Explorist HR (4. Gen) ist eine sehr hübsche Smartwatch, vermutlich sogar die Schönste von allen. Das Design sowie die Verarbeitung der Smartwatch sind top. Das Display gefällt mir ebenfalls, allerdings stört mich persönlich der 2 mm breite Rand bis zur Lünette. Der ist überflüssig und soll das Display größer wirkne lassen. Das neue Wear OS bietet sinnvolle Apps und zeigt Nachrichten jeglicher Art sowie Anrufe zuverlässig an. Mittlerweile kann ich die auch problemlos über die virtuelle Tastatur auf der Smartwatch beantworten. Dank GPS-Empfänger und Pulsmesser taugt die Fossil Q Explorist HR (4. Gen) nun auch für Sportler. Allerdings nicht für Schwimmer oder Triatlethen. Die Laufzeit ist dabei noch eines der größten Mankos aktueller Smartwatches.