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Google Pixel 2 im Test: Lohnt sich der Nachfolger?

Rund 800 Euro setzt der Hersteller für das Google Pixel 2 fest. Ich habe keine Ahnung, was man sich dabei gedacht hat. Technisch ist es mit seinem 5 Zoll großen Full-HD Display (AMOLED), dem Snapdragon 835, 4GByte RAM/64GByte Speicher und einem nach IP67 zertifierten Metallgehäuse jedenfalls nichts besonderes. Die 12-Megapixel-Kamera hat im DxOMark hingegen super abgeschnitten. Aber auch das kann meiner Meinung nach den Kaufpreis nicht rechtfertigen. Und genau deshalb wird es wohl auch permanent für weniger als 600 Euro angeboten. Lohnt sich der Kauf wenigstens jetzt?

Google Pixel 2: Edles Design

Google lässt das Pixel 2 zwar im eigenen Haus entwickeln, gefertigt wird es aber – wie sein Vorgänger – von HTC. Der taiwanische Hersteller arbeitet also ähnlich, wie es Foxconn für Apple tut. Das ist im Falle des Pixel 2 nicht unbedingt von Vorteil, denn das gesamte Design sieht mittlerweile altbacken aus. Die Rändern rund um das Display wirken riesig, wie beim Pixel oder einem Apple iPhone (nicht iPhone X).

Die Vorderseite wird daher von viel schwarzen Rand und einem – vergleichsweise winzigen handlichen – Display in Beschlag genommen. Mit seinen 5 Zoll und einer Full-HD-Aufklösung gehört es mittlerweile eher in die Sparte “Einsteiger-Modell”. Ober- und unterhalb, aber auch links und rechts  des Touchscreens findet man noch viel schwarze Fläche, gemeinhin als Rand bezeichnet.  Bei der Rückseite hat man im oberen Drittel wieder ein Stück Glas ins Metallgehäuse eingelassen. Entweder in Weiß, Schwarz oder eine Art Blaugrau (Just Black, Clearly White, Kinda Blue). Das Aluminium-Unibody-Gehäuse mit Hybridbeschichtung ist laut Google allerdings “nur” lackiert. Die Farbe kann bei einem Sturz abplatzen.

Google_Pixel2_FarbenAngeblich soll das Glas nicht nur hübsch aussehen, sondern auch die Leistung der Antenne positiv beeinflussen. Das kann ich – im Vergleich zu anderen Smartphones – tatsächlich bestätigen. Der runde Fingerabdrucksensor befindet sich im Metallgehäuse auf der Rückseite. Der Übergang zum Metall ist spürbar und die Verarbeitung hätte sorgfältiger ausfallen können. So gibt es teilweise gut sichtbare Spalte.

Google Pixel 2: Haptik wenigstens hochwertig

Die nicht optimale Verarbeitungsqualität auf der einen Seite steht der grandiosen Haptik des Google Pixel 2 auf der anderen Seite gegenüber. Mit seinen Abmessungen von 145,7 x 69,7 x 7,8 mm ist es sehr handlich und das Gewicht von rund 143 Gramm ist auch ok, ja fast schon niedrig. Das Smartphone ist zudem nach IP67 gegen das Eindringen von Wasser und Staub geschützt, verzichtet aber sinnloserweise auf eine 3.5mm Klinkenbuchse. Dafür ist der Rand rund um das Display auf Hochglanz geschliffen. Sieht komisch aus, bei einem ansonsten matten Look.

Google_Pixel_2_8Der Ein-/Ausschalter mit seiner geriffelten Oberfläche findet man auf der rechten Seite, darüber liegt dann – weit entfernt – der Lautstärke-Taster. Beide sind aus Metall und weisen einen spürbaren Druckpunkt auf. Der Einschub für die nano-SIM wurde auf der linken Seite in den Rahmen eingelassen. Eine Speichererweiterung per microSD ist nicht vorgesehen. Schade, bei “nur” 64 bzw. 128 GByte. Die Unterseite zieren Öffnungen für den Lautsprecher und das Mikrofon sowie für die USB-Typ-C-Buchse.

5-Zoll-Display: AMOLED Always-On

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Das 5 Zoll großes Display in AMOLED-Ausführung löst mit 1.080 x 1.920 Pixel auf (441 ppi). Eine heutzutage eher normale Auflösung, hier aber gepaart mit einer hohen Leuchtkraft. Es braucht sich nicht hinter dem Display eines Apple iPhone 8 zu verstecken. Die Farben werden mit schöner, aber nicht aufdringlicher Intensität und guten Ablesewinkeln abgebildet. Dank AMOLED ist der Schwarzwert bzw Kontrast ebenfalls sehr hoch. Das Pixel 2 bietet nun auch ein Always-On-Display mit allen wichtigen Informationen bis hin zum Songtext. Eine Benachrichtigungs-LED (RGB) für entgangene Anrufe oder Nachrichten gibt es beim Pixel 2 nun aber nicht mehr.

Android 8.1: Erstes Smartphone mit diesem Betriebssystem

Das Google Pixel 2 ist das erste Smartphone mit Android 8.1 Oreo. Zumindest steht das Update hier schon zur Verfügung. Im Auslieferungszustand bekommt man “nur” Android 8.0. Neben einem leicht veränderten Launcher, der auch seit ein paar Wochen als Leak durch das Netz kursiert – gibt es auch ein paar Vereinfachungen bei der Bedienung. In den Einstellungen bekommt man durch einen Wisch nach rechts direkt die anderen Menüpunkte zu Gesicht. Die Google-Apps (und mittlerweile auch viele andere) bieten eine Art “3D-Touch”: Tippt man ein Icon etwas länger an, bekommt man Zugriff auf kontextsensitive Funktionen. So kann ich mit der Kamera direkt ein Selfie oder ein Video aufzeichnen. In der E-Mail-App direkt eine Nachricht verfassen. Das funktioniert ohne eine haptische Rückmeldung.

Der neue Google Assistant funktioniert ähnlich wie Apples Siri. Aktiviert wird er, indem man den unteren Rand des Smartphone zusammendrückt (Active Edge™), also ähnlich wie beim HTC U11 😀 Google lernt dann auch aus meinem Frage-/Antwort-Spiel und erinnert sich an meine Vorlieben und Wünsche. Ich kann damit wie bei Android Wear viele Funktionen meines Smartphones über Spracheingaben steuern, Termine und Notizen erstellen, Anrufe tätigen und mich im Netz auf dem Laufenden halten. Das klappte im Test mit einer sehr hohen Erkennungsrate! Die Daten werden dann auch gleich auf den Servern von Google gespeichert!

Google garantiert beim Pixel 2 zwei Jahre lang Android-Updates. Weitere zwei Jahre lang gibt es monatliche Sicherheitspatches. Was in der Welt von Apple fast selbstverständlich ist, muss man bei Android (leider) bewerben. Smartphones mit Updates zu versorgen ist aufgrund der Vielzahl an unterschiedlichen Geräten aber auch deutlich schwieriger. Mittlerweile gibt es sogar eine AR-Sticker mit deren Hilfe ich mir Star Wars Figuren oder Stranger Things ins Wohnzimmer holen kann. Hier werden also eigene Videos einfach mit zusätzlichen, virtuellen Charakteren verfeinert.

Google Pixel 2: Performance & Akku: Snapdragon 835 und 2.700 mAh

Als Prozessor kommt der neue Qualcomms Snapdragon 835 mit seinen vier Kernen zum Einsatz. Den kennt man schon von zahlreichen anderen Flaggschiffen. Im aktuellen AnTuTu-Benchmark erzielte er mehr als 165.000 Punkte,. Im Geekbench 4 reicht es für 3.525 Punkte im Single-Core und 6.162 Punkte im Multi-Core. Damit laufen alle aktuellen Spiele und Android völlig ruckelfrei. Das Pixel 2 wird mit 64 GByte oder 128 GByte Speicher vertrieben. Knapp 52 GByte stehen bei der kleinen Version zur freien Verfügung. Google gewährt aber unendlich viel Speicherplatz für Fotos und Videos in der Google Cloud. Dafür fehlt eben die Erweiterung per microSD. In meinem Videoreview des Google Pixel 2 auf YouTube bekommt man einen guten Eindruck:

Um das Video sehen zu können, musst du erst den YouTube Datenschutzrichtlinien zustimmen. Nachdem du diese akzeptiert hast, kannst du den Inhalt von YouTube aufrufen. Die Angebote von YouTube werden nicht auf mobile-reviews.de gehostet.

YouTube Datenschutzrichtlinien

Wenn Du den Datenschutzrichtlinien zustimmst, wird deine Wahl für die Zukunft gespeichert.

Der fest eingebaute Akku leistet nur 2.700 mAh und ist nach knapp 6 Stunden Dauernutzung (Screen-on-time) leer. Im Test kam ich immer locker durch den Tag. Qualcomm Quickcharge wird zwar nicht unterstützt, dank USB Power Delivery und einem 18W starken Ladegerät ist der fest eingebaute Akku über Kabel nach rund 90 Minuten voll aufgeladen. Allerdings reichen schon 15 Minuten an der Steckdose aus, um das Pixel 2 für rund 4 Stunden am Leben zu halten.

Konnektivität und Sound: Alles wird gut

Die Sprachqualität und Klangqualität bei Gesprächen ist gut. Die Sende-/Empfangsleistung auf einem sehr hohen Niveau. Im Netz der Telekom habe ich etwa 85 mbit/s erreicht. LTE Cat 11 ist also ein eher theoretischer Wert. Die Soundqualität über die beiden Lautsprecher auf der Vorderseite war ebenfalls gut. Es tönt sehr laut, allerdings mangelt es ein wenig am Bass. Über Kopfhörer ist der Sound übrigens deutlich besser. Entweder per Bluetooth oder per USB-Typ-C auf 3.5mm Klinkenbuchsen-Adapter.

Google Pixel 2: Beste Kamera der Welt?

Google_Pixel_2_6Das Google Pixel 2 soll laut DxOMark die derzeit beste Smartphone-Kamera bieten. Das finde ich persönlich ziemlich erstaunlich, denn im Vergleich mit einem Samsung Galaxy S7 sich die neue 12-Megapixel-Kamera mit f/1.8 Blende und 1,4 Mikrometer jetzt sich SO weit absetzen. Unterschiede in der Qualität sind bei genauem Hinschauen sichtbar, aber eher marginal. Die Bildqualität ist allerdings gerade bei Lichtverhältnissen toll.

Google Pixel 2

Der optische Bildstabilisator ist das ziemlich hilfreich. Auch ein Portraitmodus ist vorhanden und der – natürlich künstlich – erzeugte Bokeh-Effekt sieht gar nicht so schlecht aus. Für Selfies stehen beim Pixel 2 8 Megapixel zur Verfügung. Das Pixel 2 macht Fotos standardmäßig im HDR+-Modus. Bei Videoaufnahmen kommen die vollen 4K (UHD) zum Einsatz. Das sind schnell mal rund 325 MByte pro Minute Videomaterial.

Fazit: Gute Technik zu einem Top-Preis

Mittlerweile bekommt man das Pixel 2 zwar schon für 640 Euro. Aber auch das ist noch eine Menge Geld für die gebotene Leistung bzw. Technik. Das neue Smartphone aus dem Hause Google hat seine Stärken: die Performance ist beispielsweise sehr hoch, das Betriebssystem (Android 8.1) topaktuell und die Kamera macht klasse Bilder. Aber die Konkurrenz ist einfach ebenfalls sehr stark und DEUTLICH günstiger.

Testergebnis

Verarbeitung 8.9
Display 9.2
Performance 9.3
Kamera 9.5
Konnektivität & Akku 9.3

Fazit

9.2 Mittlerweile bekommt man das Pixel 2 zwar schon für 640 Euro. Aber auch das ist noch eine Menge Geld für die gebotene Leistung bzw. Technik. Das neue Smartphone aus dem Hause Google hat seine Stärken: die Performance ist beispielsweise sehr hoch, das Betriebssystem (Android 8.1) topaktuell und die Kamera macht klasse Bilder. Aber die Konkurrenz ist einfach ebenfalls sehr stark und DEUTLICH günstiger.

Tags : GooglePixelPixel 2ReviewTests

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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