Honor 9 lite im Test: Oder lieber Huawei P Smart?

Das Honor 9 lite entspricht technisch dem Huawei P Smart, was auch kein Wunder ist, denn schließlich arbeiten beide Firmen Hand in Hand. Das Honor 9 lite bietet daher ein 5,65 Zoll großes Full-HD+ Panel, wird von einem HiSilicon Kirin 959 mit 3 GByte RAM angefeuert und zeigt sich auf der Rückseite mit einer Dual-Kamera (13 / 2 Megapixel). Diese Kombination findet man übrigens nochmal auf der Vorderseite. Aber nun genug der Details und auf zum Testbericht.5 min


Das Honor 9 lite entspricht technisch dem Huawei P Smart, was auch kein Wunder ist, denn schließlich arbeiten beide Firmen Hand in Hand. Das Honor 9 lite bietet daher ein 5,65 Zoll großes Full-HD+ Panel, wird von einem HiSilicon Kirin 959 mit 3 GByte RAM angefeuert und zeigt sich auf der Rückseite mit einer Dual-Kamera (13 / 2 Megapixel). Diese Kombination findet man übrigens nochmal auf der Vorderseite. Aber nun genug der Details und auf zum Testbericht.

Honor 9 lite: Metall und Glas

PSmart-9liteHuawei P Smart – Honor 9 lite

Rein optisch unterscheidet sich das Modell von Honor dann doch vom Huawei P Smart. Das Honor 9 lite wirkt schicker, vielleicht auch nur verspielter. Mit seinen Abmessungen von 151 x 71.9 mm x 7.6 mm ist es recht klein und dünn. Das Gewicht von rund 149 Gramm kann sogar als gering angesehen werden. Das Huawei P Smart ist mit 150,1 x 72,05 x 7,45 mm und 143 Gramm noch etwas kleiner geraten.

Das Honor 9 lite glänzt und spiegelt in der Sonne, was das Zeug hält.

Und genau da liegt der Knackpunkt. Sowas muss man mögen, die Rückseite (Wahlweise in Schwarz, Blau oder Glacier Grey) zieht durch ihr 2.5 Glas und die darunter liegende nanooptische Folie Fettfinger und Kratzer natürlich magisch an. Gut, dass Honor gleich eine Schutzhülle mitliefert.

Honor_9_lite_16Viele finden den dort platzierten Fingerabdrucksensor auch unpraktisch. Leider ragt das Kameraobjektiv leicht aus dem Gehäuse hervor. Der Lautstärkeregler sowie den Ein-/Ausschalter findet man auf der rechten Seite des Rahmens.

Der Einschub für die beiden nanoSIM, bzw eine microSD und eine nanoSIM haben die Designer in die linken Rahmenseite eingefasst. Die Unterseite wird vom Mikrofon, dem Lautsprecher, einem Kopfhöreranschluss (3.5 mm Klinkenbuchse) und einem (veralteten) microUSB-Anschluss in Beschlag genommen. Auf der Oberseite gibt es beim Honor 9 lite übrigens keinen Infrarotsender zur Steuerung von Multimedia-Anlagen.

Display: 5,65 Zoll, 18:9 und 1.080 x 2.160 Pixel

Das 5,65 Zoll große LC-Display auf der Vorderseite löst mit 1.080 x 1.920 Pixel auf. Das LC-Display kommt genauso auch im Huawei P Smart zum Einsatz. Die Farbdarstellung ist gut, Rot überstrahlt nicht und auch der Kontrast geht in Ordnung. Bei den Schwarzwerten ist ein AMOLED zwar überlegen, aber auch hier gibt es kaum Klagen. Texte und Bilder wirken gestochen scharf. Kein Wunder bei den 428 ppi. Die maximale Helligkeit reicht für meinen Geschmack ebenfalls aus, die Ablesbarkeit aus unterschiedlichen Blickwinkel war gut. Bei direkter Sonneneinstrahlung sollte man aber die manuelle Helligkeitseinstellung bemühen. Die Automatik geht da zu sparsam ans Werk. Das Display selber ist allerdings nicht durch eine spezielle Beschichtung gegen Fingerabdrücke geschützt, so sieht es sehr schnell schmierig aus.

Der kapazitive Home-Button mit integriertem Fingerabdrucksensor auf der Rückseite funktionierte im Test zuverlässig.

Damit kann man aber nicht nur sein Smartphone zuverlässig entsperren, sondern auch noch ein paar zusätzliche Funktionen nutzen. So kann man durch einen Fingerwisch beispielsweise auch die Statusleiste nach unten scrollen. Neben den beiden Frontkameras bietet das Honor 9 lite auch eine kleine Benachrichtigungs-LED für entgangene Anrufe bzw. Nachrichten.

Emotion UI 8: Android 8 wird bunter

Emotion UI 8 nennt sich die Benutzeroberfläche aus dem Hause Honor/Huawei auf der Basis von Android 8.0. Sie verzichtet ab Werk zwar auf einen App-Drawer, wer ihn aber partout haben will, der finden in den Einstellungen auch eine Option für die (Re)Aktivierung 😀

Grundsätzlich werden alle Icons (Apps) auf den unterschiedlichen Homescreens verteilt. Auf Wunsch kann man die Icons auch in Ordner sortieren. Die drei (bzw. vier) Software-Tasten zur Bedienung von Android befinden sich – dauerhaft eingeblendet – am unterem Displayrand. Das nennt sich treffenderweise „Navigationsleiste“. Die kann man in den Einstellungen dann auch anpassen und die Icons so umsortieren.

Den Home-Button mit eingebautem Fingerabdrucksensor auf der Vorderseite kann man zudem als eine Art “Touchpad” nutzen. So kann ich durch Wischgesten über den Sensor das Betriebssystem steuern. Dann werden die Softkeys komplett ausgeblendet. Fingerabdrücke (bis zu 5) unterscheidet der Sensor sehr zuverlässig voneinander.

Zieht man die Statusleiste am oberen Rand nach unten, dann findet man neben den üblichen Verknüpfungen (WLAN, Flugmodus, SIM, etc.) auch eine Timeline mit den zuletzt durchgeführten Aktionen. Screenshots kann man zum Beispiel auch durch klopfen mit dem Fingerknöchel auf das Display auslösen. Das Scroll-Shot-Feature macht Screenhots von Inhalten, die mehrere Bildschirmseiten lang sein.

Alles in allem ist das EMUI eine durchdachte und über Themen auch grafisch anpassbare Oberfläche. Puristen werden damit aber nur schlecht klarkommen.

Wer mit zwei Fingerknöcheln auf einmal auf das Display klopft, startet das Screen Recording: der Inhalt des Screens wird dann als Video abgespeichert. Das Dateisystem wurde bei EMUI 8 umgestellt, so dass eine Fragmentierung verhindert wird. Eine sinnvolle Einhandbedienung ist hinzugekommen. Die Firmware ist kommt mit den Google Sicherheitspatches vom 1. Januar 2018, installiert ab Werk aber eine Menge Bloatware in Form von Spielen wie Puzzle Pets, Kingoms, Dragon Mania und Apps wie booking.com oder eBay. Die Apps lassen sich aber glücklicherweise löschen. Durch diese Art von Quersubventionierund kommt man eben auch auf einen günstigen Preis. Dadurch stehen ab Werk erst einmal “nur” 23 Gbyte zur freien Verfügung.

Performance & Akku: 8 Kerne und 3.000 mAh

Honor_9_lite_18Bei der CPU setzt das Honor 9 lite auf den HiSilicon Kirin 959 des Huawei Mate 10 lite, Huawei nova 2 oder Huawei P Smart. Der Chipsatz kommt im aktuellen AnTuTu auf rund 88.000 Punkte. Im Geekbench 4 kommt er auf 933 Punkte im Single-Core und 3.683 im Multi-Core durch. Alle getesteten Spiele (Asphalt Extreme, Modern Combat 5) liefen damit ruckelfrei und auch das EMUI zeigte kaum Ruckler.

Der fest eingebaute Akku leistet 3.000 mAh und hielt bei halber Display-Helligkeit im PC Mark Akkutest knapp 9 Stunden durch.

Normalnutzer, die nur ein paar Mails am Tag checken und Gespräche führen, schaffen also locker anderthalb Tage. Selbst Hardcore-Nutzer wie ich (zig E-Mails, Messengern und 2 Stunden Musik über Bluteooth) werden erst am Abend zum Ladegerät greifen müssen. Aufgeladen wird das Smartphone dann über das microUSB-Kabel. Der Ladevorgang dauert etwa 2 Stunden. Drahtlos klappt das leider nicht.

Multimedia: 13/2-Megapixel-Quad-Kamera

Honor_9_lite_11Quad-Kamera? Nunja, Vorder- und Rückseite sind mit einer Dual-Kamera mit jeweils 13 und 2 Megapixel ausgestattet. Qualitativ sollte man aber keine Wunder erwarten.  Natürlich berechnet die Kamera-App damit einen Bokeh-Effekt, der (leider nur virtuell) einer Blende von f/0,95 entspricht. In der Praxis erzeugt man diese Bilder mit verschwommenem Hintergrund zwar recht schnell, mitunter aber mit eher künstlicher Qualität. Die Frontkamera kann das beim Honor 9 lite auch. Die Kamera-App selebr bietet zahlreiche Eingriffsmöglichkeiten und Automatiken.

Die Bildqualität geht daher bei ausreichend Licht auch voll in Ordnung.

Bei schlechten Lichtverhältnissen kommt die Kamera (Blende f/2.2) dann aber schnell an ihre Grenzen.

Konnektivität & Sound: Ist alles ok

Unterwegs kann ich über HSPA+ oder eben auch per LTE in der Cat 6 bzw. WLAN 802.11 b/g/n (nur 2.4 GHz) im Internet surfen. Das klappte im Test völlig problemlos. Bei der Telekom kam ich in Münster auf knapp 71 mbit/s. Daten und Medien werden per Bluetooth 4.2 LE und NFC übertragen. Die Sprachqualität des ist gut, meine Gesprächspartner tönen klar und deutlich aus dem Hörer.  Das Huawei P 9 lite unterstützt dabei die Erweiterung des internen Speichers über microSD-Karten (bis 400 GByte) und USB-OTG. Der SAR-Wert ist mit 1,38 W/kg (am Kopf/Körper) recht hoch!

Der Musikplayer aus dem Hause Honor zeigt den Interpreten und auch Playlisten, Genres und Albennamen an. Auch das in den Track integrierte Album-Cover wird korrekt angezeigt. Das Smartphone liefert — mit guten Kopfhörern (gehören überhaupt nicht zum Lieferumfang) — einen vernünftigen Sound. Der eingebaute Lautsprecher auf der Unterseite klingt hingegen etwas dünn.

Fazit: Mehr Smartphone braucht man nicht?

Das Honor 9 lite kostet (zum Testzeitpunkt) rund 211 Euro und bietet ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis.  Zumindest dann, wenn man auf WLAN im 5-GHz-Band verzichten kann und die nervige Bloatware direkt deinstalliert. Die hochglänzende Rückseite ist dabei Geschmackssache, die technische Ausstattung mit 6-Zoll-FHD+ und HiSilicon Kirin 659 aber mehr als ausreichend. Das trifft dann aber auch auf das günstigere Xiaomi Redmi 5 Plus zu. Da nervt mich aber die Garantieproblematik.