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HTC U11 Plus Test: Lohnt sich der Kauf des Upgrades?

HTC U11 Plus wurde zwar schon Ende 2017 vorgestellt, ist aber erst seit kurzem wirklich flächendeckend verfügbar. Mit einem Preisschild von rund 750 Euro (z.B. bei Cyberport.de) bekommt man ein 6 Zoll großes Display mit 1.440 x 2.880 Pixel, einen Snapdragon 835, 6 GByte RAM, 128 GByte Speicher und eine 12-Megapixel-Kamera. Eingekleidet im schicken “Translucent Oil” genannten (schwarzen) Gehäuse muss es sich nun im Test behaupten.

Design: Flüssiges Glas?

Das HTC U11 Plus kommt mit einem Liquid-Surface-Design und unterscheidet sich optisch kaum vom HTC U11. Die Rückseite in “Translucent Oil” ist transparent und gibt Teile der Rückseite – wie die NFC-Spule – preis. Der Rahmen aus Aluminium ist beim U11 Plus etwas breiter ausgefallen, wirkt dadurch aber auch robuster. Mit seinen Abmessungen von 158.5 x 74.9 x 8.5mm und einem Gewicht von 188 Gramm hat der Hersteller HTC ordentlich viel Material verbaut.

HTC_U11_Plus_Farben
Wer Fingerabdrücke und/oder Kratzer vermeiden will, sollte das Schmuckstück nur mit Handschuhen tragen bzw. die mitgeliefert Schutzhülle aus transparentem Kunststoff anbringen. Die wird zwar erst einmal den Glanz erhalten, schleichen sich aber härtere Staubkörner oder Sand hinein, dann wirkt sie wie Sandpapier.

Die Front des Smartphones wird vom 6 Zoll großen Display mit seinen 1.440 x 2.880 Pixel in Beschlag genommen. Um Platz zu sparen, kommt es im neuen 18:9-Forat daher. Die Ränder ober- und unterhalb des Displays sind immer noch recht dick, links und rechts sind sie hingegen erfreulich klein geraten.

HTC_U11_Plus_15Das Corning® Gorilla® Glass 5 des Displays ist zu den Rändern hin leicht abgerundet. Auf der rechten Seite des Metallrahmens findet man den geriffelten Ein-/Ausschalter sowie die Lautstärktasten. Auf der Unterseite kommt ein USB-Typ-C-Anschluss (USB 3.1) sowie einer der beiden Lautsprecher (der andere befindet sich in der Ohrmuschel) und zwei Mikrofone zum Vorschein. Die anderen beiden befinden sich auf der Ober- und Rückseite. Eine 3.5 mm Klinkenbuchse findet man allerdings NICHT. Der Sound der mitgelieferten Kopfhörer wird (per Adapter) über den USB-Typ-C-Port ausgegeben, alternativ steht Bluetooth zur Verfügung! Wer normale Kopfhörer nutzen möchte, der muss den mitgelieferten Adapter mit seinem eingebauten DAC nutzen. Normale Adapter scheinen mit dem HTC U11 Plus nicht zu funktionieren. Also schön aufpassen auf das gute Stück.

Das Gehäuse des HTC U11 Plus ist nach IP68 zertifiziert und somit in gewissem Rahmen wasser- und staubdicht (Frischwasser unter 1,5 Metern für bis zu 30 Minuten). Der Home-Button auf der Rückseite ist eine Sensortaste. Auf der Vorderseite gibt es keine echten Tasten, die Bedienung erfolgt ausschließlich über Softwarekeys.

Display: 6 Zoll in 18:9 und mit DCI-P3

HTC_U11_Plus_33Das Display mit seinen 6 Zoll und einer Auflösung von 1.440 x 2.880 Pixel kommt im neuen 18:9-Format daher. Die Farben werden naturgetreu abgebildet, HDR10 wird per Softwareupdate unterstützt und auch der erweiterte Farbraum nach DCI-P3 ist vorhanden. Aufgrund des oft fehlenden Filmmaterials ist man aktuell aber auf Streamingdienste wie Netflix oder Amazon Prime angewiesen. Dann sehen die Filme und Serien auf dem neuen Display aber schon sehr beeindruckend aus. Die Ausleuchtung am unteren Rand des Displays könnte etwas gleichmässiger sein und auch die maximale Helligkeit hätte einen Tick höher ausfallen dürfen.

Android 8 und HTC Sense: Muss man mögen

HTC setzt beim U11 Plus auf Android 8 Oreo sowie die hauseigene Benutzeroberfläche namens HTC Sense 8. Bei den eigenen Apps hält sich HTC deutlich zurück. In erster Linie setzt man auf die Standard-Apps aus dem Hause Google. Bei der Kamera-App hat sich HTC aber zu keinem Kompromiss hinreißen lassen und nutzt eine Eigenentwicklung. Ebenfalls hinzugekommen ist die „Boost+“ genannte App die sich um das Speichermanagement und Dateileichen kümmert.Bei der Tastatur setzt HTC auf TouchPal.

Im Gegensatz zum Now oder Pixel-Launcher kann man beim Launcher des HTC U11 Plus zusätzlich die Icons und Hintergrundbilder über Themen ändern. Eine Sortierung der App-Icons ist nach vielen unterschiedlichen Kriterien möglich. Es gibt nun auch eine Einhandmodus, mit dessen Hilfe man Icons in einem kreisförmigen Bogen und in zwei Reihen anordnen kann. So spart man sich den App-Drawer.

Natürlich findet man auf dem Homescreen durch eine Wischgeste nach rechts wieder die personalisierbare Nachrichtenübersicht “Highlights”. Der Dienst erfolgt über die App “News Republic”, kann aber deaktiviert werden. Wie bei anderen HTC und dem Google Pixel 2 XL kann man bestimmte Funktionen auch druch Druck auf die Rahmenkante auslösen: nettes Gimmick. Der HTC Companion ist neben Alexa, dem Googlr Aissistant oder Siri einer der schlechteren Assistenten.

Performance & Akku: 2,45 GHz und 3.930 mAh

HTC hat sich für den aktuellen Snapdragon 835 entschieden. Diese wird nur mit 2,45 GHz angetrieben und kann auf 6 Gbyte RAM zurückgreifen. An die (leider oft geschummelte) Leistung eines OnePlus 5T kommt das HTC U11 Plus nicht heran. Im aktuellen AnTuTu-Benchmark reicht es trotzdem für 173.105 Punkte und auch im Geekbench 4 kommt der SoC auf 1.934 Punkte im Single-Core und 6.645 Punkte im Multi-Core. Das HTC U11 Plus ist frei von Rucklern und reagiert super fix auf alle Eingaben.

Der interne Akku leistet 3.930 mAh und kann nicht selbst gewechselt werden. Durch das hochauflösende Display sowie der schnellen CPU kommt man auf eine Laufzeit zwischen knapp 7:30 Stunden (Dauernutzung höchste Helligkeit) und etwa anderthalb Tagen (E-Mails checken, 1 1/2 Stunden Musik pro Tag). Das ist echt kein schlechter Wer und dank der Schnellladetechnik Qualcomms Quick Charge 3.0 bzw. USB Power Delivery ist der Akku auch in knapp 90 Minuten voll aufgeladen. Drahtlos klappt das leider nicht.

Konnektivität & Sound: LTE Cat 16 und das volle Programm

LTE wird theoretisch in Cat 16 bis bis zu 1 GB/s angeboten. In der Praxis kann man sich schon über rund 90 mbits/s freuen, wenn überhaupt vielleicht mal 500 mbit/s. Die Sprachqualität des HTC U11 Plus ist wirklich gut, kein nennenswertes Rauschen. Hier spürt man die “Kraft” der vier Mikrofone. Die Sende-/ und Empfangsqualität ist hingegen nicht ganz ohne Mängel. Die Empfangsleistung im Netz der Telekom war schlechter als bei meinem Galaxy S8, der Wechsel zwischen LTE/UMTS/GSM dauert etwas länger und wurde viel früher initiiert. Die Inhalte des Smartphones kann man über Bluetooth 5 und USB-Typ-C (3.1) auf den PC und über AirPlay, Chromecast, DLNA und Miracast an seine Multimedia-Anlage übertragen. Selbst Display-Port wird angeboten.

HTC_U11_Plus_27Der interne Speicher (128 GByte) kann per microSD-Karten erweitert werden. Zumindest dann, wenn man auf die zweite nanoSIM verzichten mag. Dual-SIM UND Speichererweiterung ist nicht vorgesehen. Aktuell sind rund 112 GByte Speicher frei. An weiteren Schnittstellen stehen GPS (GLONASS & Baidou) zur Verfügung. Der Fingerabdrucksensor im Homebutton funktioniert absolut zuverlässig.

Boomsound kommt beim U11 Plus ebenfalls wieder zum Einsatz. Dabei dient der Lautsprecher in der Ohrmuschel als Hochtöner und der zweite Lautsprecher auf der Unterseite als Basslautsprecher. Das klingt schon ziemlich geil und laut. Die Audiowiedergabe über Kopfhörer erfolgt diesmal NUR über Bluetooth 5 und USB-Typ-C. HTC setzt dabei – ähnlich wie Samsung – auf eine Anpassung des Sounds per Audiomessung. USonic vermisst über ein kurzes Rauschen den Gehörgang und passt den Ton entsprechend an. Das geht deutlich schneller als bei Samsung und liefert ein wirklich überzeugendes Ergebnis. Die mitgelieferten Kopfhörer sind hier wirklich Spitzenklasse und bieten sogar aktives Noice Cancelling. daher auch die Stromversorgung über den USB-Port. Einen Adapter von USB-Typ-C auf Klinke liefert HTC mit. Der scheint auch einen speziellen DAC zu nutzen, andere Adapter funktionierten im Test leider nicht.

Kamera: HTC Ultrapixel die Dritte

HTC_U11_Plus_18Die Ultrapixel hat HTC nun auf die Version 3 gehievt. Die Kamera selber löst dabei mit maximal 12 Megapixel auf, die Pixelgröße beträgt 1,4 μm. Durch einen optischen Bildstabilisator sowie einer Blende von f/1.7 erreicht man eine gute Lichtempfindlichkeit. Im Notfall hilft noch ein Dual-Tone-LED. Der Autofokus nutzt dabei die Phasenerkennung. Die eigene Kamera-App bietet neben HDR auch eine Technik namens HDR-Boost. Hier werden dann bei schlechten Lichtverhältnissen drei Aufnahme in Folge gemacht und miteinander verglichen. Daraus entsteht dann ein Gesamtbild mit (etwas) weniger Bildrauschen. Ganz verhindern kann diese Technik es aber leider nicht. Im manuellen Modus entschädigt die Kamera dann aber wieder mit der Mögloichkeit zur Aufnahme von RAW-Dateien. Insgesamt handelt es sich um eine klasse Kamera, leider werden die Motive aber oft zu dunkel abgebildet.

HTC U11 Plus

Die Frontkamera löst mit 8 Megapixel auf und bietet eine Blende f/2.0 sowie ein 85° Sichtfeld. So gelingen Selfies auch bei schlechtem Licht. Videos zeichnet das HTC U11 Plus in 4K und bis zu 30 Bildern pro Sekunde auf. Auch eine Zeitlupe und einer Hyperlapse stehen zu Auswahl. Dank der vier Mikrofone, die man auch selbst auf die Audioquellen ausrichten kann, geht auch der Ton mehr voll in Ordnung.

Fazit: Gut aber zu teuer!

Das 749 Euro teure HTC U11 Plus sieht schick aus, die halbtransparente Rückseite glänzt und spiegelt in der Sonne. Über den Sinn oder CP-LogoRGB-rechtsUnsinn einer solchen Spiegelfläche kann man hingegen trefflich streiten. Die technische Ausstattung sowie die Performance gehen dafür voll in Ordnung: Die 12-Megapixel-Kamera braucht sich nicht hinter Konkurrenz zu verstecken. Das 6 Zoll große QHD-Display ist eine konsequente Weiterentwicklung, dem Trend folgend halt in 18:9. Der Preis ist mir persönlich – gerade im Vergleich zum HTC U11 mit seinen 480 Euro – etwas zu hoch. Ok, die UVP des ebenfalls guten Huawei Mate 10 Pro oder iPhone X ist auch deutlich zu hoch ausgefallen. Aber der Preis des HTC U11 Plus wird in den nächsten Wochen mit Sicherheit auch noch sinken.

Testergebnis

Verarbeitung 9.4
Display 9.2
Performance 9.8
Kamera 9.1
Konnektivität und Akku 9.1

Fazit

9.3 Das 749 Euro teure HTC U11 Plus sieht schick aus, die halbtransparente Rückseite glänzt und spiegelt in der Sonne. Über den Sinn oder Unsinn einer solchen Spiegelfläche kann man hingegen trefflich streiten. Die technische Ausstattung sowie die Performance gehen dafür voll in Ordnung: Die 12-Megapixel-Kamera braucht sich nicht hinter Konkurrenz zu verstecken. Das 6 Zoll große QHD-Display ist eine konsequente Weiterentwicklung, dem Trend folgend halt in 18:9. Der Preis ist mir persönlich - gerade im Vergleich zum HTC U11 mit seinen 480 Euro - etwas zu hoch. Ok, die UVP des ebenfalls guten Huawei Mate 10 Pro oder iPhone X ist auch deutlich zu hoch ausgefallen. Aber der Preis des HTC U11 Plus wird in den nächsten Wochen mit Sicherheit auch noch sinken.

Tags : Android 8HTCReviewSmartphoneTests

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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