Huawei ShotX im Test: Mit Selfie-Kamera zum Ausklappen

4 min


Huawei stellt mit dem ShotX das in China unter “Honor 7i” bekannte  Smartphone offiziell in Deutschland vor. Nach eigenen Angaben bekommt man es exklusiv im MediaMarkt sowie Saturn, aktuell zu einem Preis von 349 Euro. Ab dem 25.11.15 gewährt Saturn sogar noch einen Einkaufsgutschein von 50 Euro. Wie sich das Smartphone mit seiner klappbaren Kamera im Test geschlagen hat könnt ihr nun nachlesen.

Design: Ein wenig dicklich

Das Huawei ShotX hat nicht nur einen seltsamen Namen bekommen. Es sieht optisch auch ein wenig dicklich aus, wirkt weniger wertig als das Honor 7 und kommt in den drei Farben “Isle Blue”, “Gold” und “Polar White” aus den Markt. Gerade die weiße Variante ist sehr beliebt, denn das Smartphone dürfte vor allen Dingen jungen Frauen gefallen. Mit einer klappbaren 13-Megapixel-Kamera für Selfies und diversen Beauty-Funktionen ist es nichts für “echte” Männer 😀 Obwohl es mit seinen Abmessungen von 141,6 x 71,2 x 7,8 mm und einem Gewicht von über 160 Gramm kein Leichtgewicht ist. Gut, dass Frauen in der Regel eine Handtasche (Mini-Koffer) mit sich rumtragen.

13-Megapixel-Kamera: Umklappbar wie eine Rücksitzbank

huawei_shotxDie Idee ist nicht neu und wurde bereits beim OPPO N3 umgesetzt. Auch dort hat es nicht geklappt. Upps, damit habe ich jetzt das Ergebnis des Tests vorweggenommen, oder? Nun gut, die 13-Megapixel-Kamera des Honor 7i Huawei ShotX kann man von hinten nach vorne umklappen. So ermöglicht sie Selfies in der vollen Auflösung ohne das der Hersteller Geld für zwei getrennte Kameras ausgeben muss. Da war doch was? Ah, jetzt ja: das HTC Desire Eye. Das hatte sogar ZWEI Kameras mit jeweils 13-Megapixel.

Dreht man die Kamera des ShotX (klingt wie Wodka mit Red Bull) nach vorne, so aktiviert sich automatisch der Kameramodus (und im Zweifel auch der automatische Blitz). Hier kann man nun Selfies mit den für Huawei/Honor üblichen, aber leider total künstlich wirkenden Verschönerungsfunktionen erstellen. Diese Softwareupgrades des eigenen Körpers hellen zum einen die Haut auf und verwaschen im zweiten Schritt (je nach gewähltem “Härtegrad” eure Hautunreinheiten und Fältchen. Zudem kann sein Gesicht über die Software sogar noch mit virtueller Schminke versehen. Das sieht dann meist unfreiwillig komisch aus.

Über den “Perfektes Selfie” genannten Modus  kann man sein Gesicht aus drei Perspektiven knipsen und bekommt so -mit Hilfee von ein paar Schiebereglern – die “optimal” Gesichtform. Das hat mit dem tatsächlichen Aussehen dann oft nichts mehr zu tun., mag aber auch gewollt sein. Belässt man die Kamera da wo sie ist – nämlich auf der Rückseite und nutzt nicht die Automatik – dann bekommt man bei guten Lichtverhältnissen auch eine ganz gute Bildqualität hin. Die Kamera des gleich teuren, aber hochwertiger wirkenden Honor 7 macht aber deutlich bessere Aufnahmen.

Performance/Konnektivität: Dual-SIM oder microSD aber Fingerabdrucksensor?

Wie heutzutage üblich, kann ich entweder zwei nano-SIM-Karten nutzen, oder eben den internen Speicher (in Europa nur 16 GByte) mit Hilfe von microSD-Karten um weitere 256 GByte aufblähen. Letztere Wahlmöglichkeit ist die bessere Option, den für mich stehen ab Werk sonst nur knapp 10 GByte zur freien Verfügung. An der linken Gehäuseseite befindet sich ein Fingerabdrucksensor, der im Test zwar sehr schnell und präzise reagierte, aber sich vernünftig nur mit dem Daumen entsperren läßt. Zumindest dann, wenn man es in der linken Hand hält. In der rechten Hand klappte das mit dem Zeigefinger auch, fühlte sich aber “seltsam” an.

Im Inneren des ShotX werkelt ein Snapdragon-616-Prozessor von Qualcomm mit acht Kernen. Im AnTuTu-Benchmark kam das Gerät damit auf knapp 38.200 Punkte. Das Android 5.1.1 samt Emotion UI lief absolut flüssig und auch das ein oder andere Spiel machte damit Spaß.

Android 5.1 und Emotion UI 3.1: Bunt ist die Welt und veränderbar

 Huawei Honor 7 ScreenshotAuf dem Honor ShotX  kommt die bereits von anderen Modelle bekannte Benutzeroberfläche namens Emotion UI in der aktuellsten Version 3.1 zum Einsatz. Auf den ersten Blick werden Kenner der Szene vermutlich leichte Ähnlichkeiten mit dem MIUI von Xiaomi oder anderen – oft chinesisch geprägten Userinterfaces – erkennen. Die Benutzeroberfläche selbst ist klar und einfach strukturiert. Leider vermisst man aber auch wichtige Dinge, wie beispielsweise eine alphabetische Sortiermöglichkeit der Apps.

Das Emotion UI verzichtet auf einen App-Drawer. Daher werden die Icons der Apps einfach auf den diversen Homescreens des Honor 7i ShotX verteilt. Auf Wunsch kann man hier Ordnung ins Chaos bringen, indem man seine Apps einfach in Ordner einsortiert. Die drei Software-Tasten zur Bedienung von Android 5.1 befinden sich natürlich am unterem Displayrand,  können aber nicht ausgeblendet werden. Wer das Emotion UI nicht mag, der kann sich im Play Store einen anderen Android-Huawei Honor 7 ScreenshotLauncher installieren. Dann sollte man aber in den Einstellungen unter „Apps verwalten“ auf die Standardeinstellung der Apps klicken. In der Übersicht kann man dann den neuen Launcher aktivieren. Das von Huawei kreierte Emotion UI 3.1 kann man übrigens ab Werk mit „Themes“ verschönern. In der Statusleiste am oberen Rand findet man neben den zahlreichen Verknüpfungen auch eine Art Zeitlinie. Dort kann man ansatzweise erkennen, was man den ganzen Tag mit seinem Smartphone getrieben hat.

 Fazit: Weder Fisch noch Fleisch

Als Vegetarier fällt mir die Entscheidung leicht: Das ShotX ist weder Fisch noch Fleisch, sondern eher “Banane”. Die klappbare Kamera macht zwar Aufnahmen mit bis zu 13-Megapixel und kann durch nette, verfremdete Selfies glänzen, für mehr taugt sie aber nicht. Die Performance des SoC geht in Ordnung und reicht für das ein oder andere Spielchen unterwegs. Das ShotX ist mit persönlich aber zu schwer und wirkt optisch “billig.” Da nützt einem auch nichts der Fingerabdrucksensor am linken Gehäuserand. Das Honor 7 ist das bessere Smartphone, wirkt wertiger, hat eine bessere Kamera, eine schnellere CPU und kostet ebenfalls nur 349 Euro.