Beenden

Huawei Watch: Die edelste aller Smartwatches im Test

Smartwatches gibt es mittlerweile einige. Die Preise schwanken dabei zwischen rund 140 Euro für eine Moto 360 der ersten Generation bis hin zu über 11.000 Euro für eine Apple Watch Edition. Huawei will nun auch mitmischen und bringt die Huawei Watch ins Rennen. Preislich orientiert man sich da zwar eher an der Apple Watch, bietet aber für weniger Geld eine höherwertige Ausstattung. Trotzdem kommt fast die gleiche Technik zum Einsatz, wie bei allen anderen Smartwatches auf der Basis von Android Wear. Ob die neue Huawei Watch also gegen eine deutlich günstigere LG Watch Urbane oder Motorola Moto 360 bestehen kann, erfahrt ihr in den nächsten Minuten. Bei meinem Testgerät handelt es sich um die knapp 400 Euro teure Huawei Watch Classic mit Lederarmband.

Technik: Seit den Anfängen von Android Wear nahezu unverändert

Rein technisch betrachtet ist auch die neue Huawei Watch eher “von gestern”. Der fest eingebaute Akku leistet nur 300 mAh und ist damit etwas schwächer als bei der neuen Moto 360 bzw. LG Watch Urbane. Beim Display hat der Hersteller allerdings die Meßlatte etwas höher gelegt. Das knapp 1,4 Zoll große Display löst mit 400 x 400 Pixel auf und übertrifft damit auch die LG Watch Urbane (320 x 320 Pixel bei 286 ppi). Huawei setzt bei der Uhr auf ein AMOLED, dass genau wie das P-OLED der LG Watch Urbane ab Werk „always on“, also immer eingeschaltet ist. Bei hellen Hintergründen sieht man beim genauen Hinsehen leider die sogenannte “Pentile-Matrix” (ein Art Raster). Das wirkt etwas unschön, jede Medaille hat halt zwei Seiten. Bei dunklen Hintergründen fällt das hingegen nicht auf und das AMOLED kann seine Stärken (stromsparend) ausspielen. Das Gehäuse der Uhr ist angeblich nach IP67 gegen das Eindringen von Staub und Wasser geschützt. Eine kleine Dusche unter dem Wasserhahn hält sie also aus, zum Schwimmen oder Tauchen ist sie hingegen nicht geeignet. Das Lederarmband dürfte solche Aktionen nicht auf längere Dauer ohne optische Beeinträchtigungen aushalten.

Im Inneren der Uhr werkelt ein 1,2 GHz schneller Snapdragon 400 mit Zugriff auf 512 MB RAM. Der interne Speicher beträgt 4 GByte und kann nicht über Speicherkarten erweitert werden. Die Huawei Watch bietet auch wieder einen WLAN-Empfänger. GPS sucht man allerdings vergeben. Sowas hat aktuell nur die Sony Smartwach 3 vorzuweisen.

LG_Watch_Urbane_22
LG Watch Urbane
Huawei_Watch
Huawei Watch

Verpackung: Luxuriöse Verpackung, hochwertiger Inhalt?

Die Huawei Watch kommt in einer nahezu luxuriösen Verpackung. Der normale Karton beherbergt nochmals eine Box aus Kunstleder. Hierin findet man – auf eine Art Kunstleder gebetet – die Huawei Watch, eine kleine Ladeschale (magnetisch mit Pogo-Pins) sowie ein Ladegerät. So eine Box bekommt man sonst nur bei teuren Markenuhren zu Gesicht. Über den Sinn kann man streiten und möglicherweise könnte Huawei die Watch – ohne die Box – sogar billiger verkaufen 😀 Einen guten Eindruck von der Pracht bekommt ihr in meinem kleinen Unboxing auf YouTube:

Um das Video sehen zu können, musst du erst den YouTube Datenschutzrichtlinien zustimmen. Nachdem du diese akzeptiert hast, kannst du den Inhalt von YouTube aufrufen. Die Angebote von YouTube werden nicht auf mobile-reviews.de gehostet.

YouTube Datenschutzrichtlinien

Wenn Du den Datenschutzrichtlinien zustimmst, wird deine Wahl für die Zukunft gespeichert.

Design: Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die schönste Smartwatch im ganzen Land?

  • Huawei_Watch_01
    Huawei Watch

Keine Frage, die Huawei Watch ist meiner Meinung nach die schönste Smartwatch auf dem Markt. Danach kommt die zeitlose Moto 360. Die LG Watch Urbane ist mir persönlich zu breit und die LG Watch R sieht aus wie eine verunglückte Taucheruhr. Damit ähnelt die Huawei Watch noch am ehesten einer “normalen” Uhr. Der Ein-/Ausschalter befindet sich ergonomisch korrekt auf der “2 Uhr” Position. Das Gehäuse ist mit knapp 11 Milliter recht dick geraten. Das muss man mögen. Als Träger von hochwertigen, allerdings mechanischen Uhren bin ich sowas schon gewohnt. Gegen meine superflache Seiko (nur knapp 4 mm) sieht sie hingegen schon “wuchtig” aus. Ich habe allerdings auch ein recht kräftiges Handgelenk. Glaubt man der Aussage meiner Frau, dann steht mir die Huawei Watch  ausgezeichnet. Und die ist da sehr kritisch und kein Fan von Smartwatches.

Das 18 mm breite Armband aus Kalbsleder kann man über einen Schnellverschluss sehr leicht selbst wechseln. Bei den normalen Uhren ist sowas eher selten anzutreffen. Na gut, wenn man mal von meiner Panerai absieht. Die Qualität des recht dicken Armbands geht in Ordnung, dürfte die 20 Euro Marke aber kaum überschreiten. Mit ihren Abmessungen von 42 x 42 x 11 mm ist sie etwas kleiner als die LG Watch Urbane (45.5 x 52.2 x 10.9 mm). Wer aber schmale Arme hat, der sollte sie vorher unbedingt mal anprobieren.

Das Gehäuse der Huawei Watch besteht übrigens aus kaltgewaltztem Edelstahl. Es handelt sich hierbei um den besonders hochwertigen Chirurgenstahl (316L). Der kommt aber auch bei normalen, günstigeren Uhren zum Einsatz. Eine bessere Qualität bekommt man aktuell aber kaum. Und auch das Display ist nicht durch einfaches Glas oder nutzlose Werbegags wie Ion-X (siehe Apple Watch) geschützt, sondern durch Saphirglas. Unzerstörbar ist es dadurch natürlich nicht. Kratzer von Reißverschlüssen oder Tischkanten wird das Display aber so schnell nicht bekommen.

Android Wear 1.3.4 samt Unterstützung für WLAN und iOS

LG Watch UrbaneLG Watch Urbane

Mit Android Wear 1.3.0 kann man sein Wearable nun auch endlich mit einem iPhone koppeln. Das rückt die Apple Watch nochmals weiter in den Schatten und macht sie fast überflüssig 😀 Die Huawei Watch verbindet sich über Bluetooth 4.1 und auch über WLAN mit dem Smartphone. Man bekommt also auch Zugriff auf die Nachrichten, wenn die kurzatmige Bluetooth-Verbindung längst abgebrochen ist. Viel mehr als das Lesen von E-Mails, SMS, Twitter, WhatsApp, Facebook und Co bietet Android Wear leider auch jetzt noch nicht. Apps, die direkt auf der Uhr laufen,  sind immer noch selten anzutreffen und wirklich gute Spiele kaum vorhanden. Einzig das Adventure “Lifeline” macht in Kombination mit so einer Uhr richtig Laune und auch den Gitarren-Tuner finde ich nett. Na ja, vielleicht sehe ich das auch zu eng.

style="text-align: justify;">Über den eingebauten Pulsmesser, den Kompass, sechs Sensoren sowie einem Barometer kann man Huawei Watch aber immerhin als eine Art Fitnesstrainer und Wetterdienst nutzen. Leider funktioniert das nur beim Laufen oder Gehen. Radfahren und andere Sportarten werden nicht unterstützt. Da lobe ich mir doch meine Garmin Vivoactive. Die Pulsmessung selbst ist im Stand relativ genau, bei Bewegungen aber eher ungenau. Die komplette Unterseite  besteht fast komplett aus Edelstahl und nicht aus Kunststoff, wie bei den Modellen der Konkurrenz.

Die meisten Funktionen werden durch Bewegungen im neuen Menü ausgelöst. Letzteres ruft man auch über den längeren Druck auf den  Ein-/Ausschalter auf. Im App Drawer bekommt man dann alle vorinstallierten Apps und Funktionen in einer Liste zu Gesicht. Eingehende Informationen werden auf diversen Karten mit unterschiedlichen Inhalten angezeigt. Neben dem aktuellen Wetterbericht bekomme ich zum Beispiel Erinnerungen angezeigt, Termine, den Wecker und kann meine Musikwiedergabe auf dem Smartphone (inklusive Lautstärke und Spotify) steuern. Wer mag, kann die Uhr auch als Turn-by-Turn-Navigation über Google Maps nutzen. Das funktioniert mangels eigenem GPS aber nur über ein gekoppeltes Smartphone.

Android Wear unterstützt auch die Anbindung der Uhr an das Smartphone per WLAN. Solange sich also das Smartphone und die Watch in einem WLAN befinden, werden auch alle Benachrichtigungen auf die Uhr gebeamt. Praktisch, wenn man mal sein Smartphone zuhause liegen gelassen hat. Unbekannte WLANs kann die Uhr aber nur nutzen, wenn man den Passcode zuvor auf dem Smartphone eingegeben hat. Einmal gelernte WLAN werden dann automatisch aktiviert. Die maximale Übertragungsdauer bei WLAN beträgt aber nur 180 Minuten. Danach deaktiviert die Uhr die WLAN-Verbindung automatisch.

LG Watch Urbane

Die Huawei Watch bietet zudem zahlreiche Watchfaces, die in der Stromsparvariante bei gedimmten Display immer noch sichtbar sind. Wer das nicht mag, der kann das Display auch komplett deaktivieren. Die neuen Watchfaces zeigen neben der Uhrzeit und dem Datum zum Beispiel auch die Mondphase und die Akkuladung an.

LG Watch Urbane

Wem das imemr noch nicht reicht, der kann über Apps wie „Facer“ oder “Watchmaker” unzählige, teils interaktive Watchfaces auf die Uhr übertragen. Wer also schon immer mal eine (virtuelle) Markenuhr am Arm haben wollte, dem wird hier geholfen ?

Google Now: Versteht Spracheingaben, sieht aber idiotisch aus

Lust auf eine kleines Gespräch mit der Uhr? Ja, man kann sie auch über spezielle Sprachkommandos steuern. Über ein simples „OK Google”: E-Mail an Tante Erika „Komme zum Kuchen“ kann ich mich schnell mal auf eine Tasse Kaffee bei meiner gelibten Erbtante einladen. Das klappt aber nur dann, wenn man deutlich und nicht zu schnell spricht. Nuscheln ala “Tatort-Till“ führt zu Unverständnis und der Trefferübersicht von Googles Suchdienst.  Wer mehr als einen Kontakt mit gleichem Namen abgespeichert hat, muss dies auf der Smartwatch erst kenntlich machen. Die Sprachsteuerung funktioniert übrigens auch mit SMS oder dem Telefon.

Gerade in der vollbesetzten Bahn oder in anderen öffentlichen Verkehrsmitteln spreche ich aber nur ungerne mit meiner Uhr. Peinlich ist das! Das ist es doch deutlich einfacher über die beliebten Emoijs zu antworten. Dazu malt man auf dem Display der Uhr dann einfach die passenden Symbole, wie zum Beispiel ein Herzchen oder Smilies und alles ist gesagt. Wer braucht da noch viele Worte: Kurz und schmerzlos.

Die Benachrichtigungen kann man entweder über den Touchscreen durchblättern, oder über den eingebauten Bewegungssensor durch eine kleine Schüttelbewegung mit dem Handgelenk. Dazu muss man den Arm entsprechend nach oben oder unten drehen und zwar schnell! Eine in meinen Augen nutzlose und unnatürliche Geste. Einen guten Eindurkc bekommt ihr auch in meinem YouTube-Videoreview:

Um das Video sehen zu können, musst du erst den YouTube Datenschutzrichtlinien zustimmen. Nachdem du diese akzeptiert hast, kannst du den Inhalt von YouTube aufrufen. Die Angebote von YouTube werden nicht auf mobile-reviews.de gehostet.

YouTube Datenschutzrichtlinien

Wenn Du den Datenschutzrichtlinien zustimmst, wird deine Wahl für die Zukunft gespeichert.

Performance & Akku: Da geht noch was

Aufgeladen wird die Uhr über eine kleine (runde) Ladeschale mit Pogo-Pins. Der kleine Puck haftet dabei magnetisch an der Uhr, das erfordert aber etwas Fingerspitzengefühl, da die Pogo-Pins recht dünn und zerbrechlich wirken. Ohne diesen Puck ist eine Aufladung zudem nicht möglich. Man sollte ihn also auf gar keinen Fall verlieren oder zuhause vergessen. Der drahtlose Ladevorgang der Moto 360 oder die induktive Ladung per Puck auf der Apple Watch gefallen mir besser.

Der fest eingebaute Akku leistet 300 mAh und hält im Dauereinsatz (viele Nachrichten über E-Mail-Push, Facebook, Twitter und Co) zwischen ein und zwei Arbeitstagen durch. Die Displayhelligkeit hatte ich in der Regel auf Stufe 2, das Display auf „always on“. Insgesamt bietet die Huawei Watch zwar mehrere Helligkeitsstufen, aber keinen Helligkeitssensor wie die Moto 360. Dafür kann man eben auch die komplette Displayfläche nutzen.

Fazit: Hochwertige Smartwatch

Technisch betrachtet ähnelt die Huawei Watch den aktuellen Modellen der Konkurrenz in Form der LG Watch Urbane, Moto 360 und Co. Der einzige Unterschied liegt im aktivierten WLAN-Empfänger und dem erstklassigen Display mit seinen 400 x 400 Pixeln. Das Design, die Haptik und die Verarbeitung der Huawei Watch sind allerdings unerreicht gut. Keine andere Smartwatch sieht so geil aus und fühlt sich so wertig an.  Die Akkulaufzeit von ein bis zwei Tagen finde ich persönlich ausreichend.

Stellt sich die Frage nach dem Nutzen oder Mehrwert der Huawei Watch. Der ist nicht anders als beispielsweise bei der mit knapp 140 Euro günstigen Moto 360.  Je größer und unhandlicher das Smartphone, desto nützlicher mag so eine Smartwatch sein. Als reiner Fitnessbegleiter und Fernbedienung wäre sie mir persönlich zu teuer. Da bleibe ich eher bei meiner Garmin Vivoactive für 180 Euro. Wer nur eine Smartwatch sucht, der kann bedenkenlos zur 140 Euro günstige Moto 360 greifen. Als Schmuckstück und persönliches Accessoire ist sie hingegen ein “Must-have”, zumindest wenn man auf Smartwatches bzw. Gadgets steht. Die Frage nach dem Preis-/Leistungsverhältnis oder Mehrwert stellt sich dann auch gar nicht erst 😀

Tags : Android WearHuaweiReviewSmartwatch

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

Cookie Einstellungen

Bitte wähle eine Option. Du findest mehr Informationen über deine Wahl und die Folgen auf der Hilfe-Seite.

Wähle eine Option zum fortfahren

Deine Wahl wurde gespeichert.

Hilfe

Hilfe

Um fort zu fahren musst du eine Wahl treffen. Unterhalb hast du eine Erklärung der unterschiedlichen Optionen.

  • Alle Cookies akzeptieren:
    Alle Cookies für Tracking und Werbung
  • Nur Cookies dieser Website akzeptieren:
    Nur Cookies dieser Website
  • Keine Cookies akzeptieren:
    Nur Cookies die technisch notwendig sind Cookies um die Website darzustellen

Um fort zu fahren musst du eine Wahl treffen. Unterhalb hast du eine Erklärung der unterschiedlichen Optionen: Datenschutzerklärung. Impressum

Zurück