LeEco Le Max 2: Hightech-Smartphone für knapp 200 Euro

LeTV oder neuerdings LeEco ist hierzulande kein Begriff. Im eigenen Land (China) aber sehr bekannt. Das LeEco Le Max 2 ist zwar schon seit ein paar Wochen erhältlich, bietet aber erst seit kurzem auch die deutsche Sprache und eine Preisreduzierung auf rund 250 Euro. Dafür bekommt man dann ein 5.7 Zoll großes QHD-Display und einen Snapdragon 820. Das macht einen Test so richtig interessant.5 min


LeTV oder neuerdings LeEco ist hierzulande kein Begriff. Im eigenen Land (China) aber sehr bekannt. Das LeEco Le Max 2 ist zwar schon seit ein paar Wochen erhältlich, bietet aber erst seit kurzem auch die deutsche Sprache und eine Preisreduzierung auf rund 250 Euro. Dafür bekommt man dann ein 5.7 Zoll großes QHD-Display und einen Snapdragon 820. Das macht einen Test so richtig interessant.

LeEco Le Max 2: Kein kleiner Franzose, sondern ein großer Chinese

LeEco (vormals LeTV) bietet in China vom Smartcar, über Smart-TV samt eigenem Streamingdienst bis hin zu Smartphones fast alles an. Damit will man den Platzhirsch Xiaomi Paroli bieten, was keine leichte Angelegenheit ist. Der Name des knapp 156.8 x 77.6 x 7.99 mm großen und dabei stattliche 185 Gramm schweren LeEco Le Max 2 klingt zwar französisch. Tatsächlich ist es aber ein großer Chinese. Damit war es für viele bis vor kurzem auch nicht sonderlich interessant, denn Englisch und Chinesisch als Systemsprachen sind schon ein kleines Hindernis.

Mittlerweile gibt es aber auch eine “offizielle” internationale Firmware mit deutscher Sprache. Damit ist das edle Stück Hardware (aktueller Preis 200 Euro) auch für einen Einsatz in Deutschland bereit.

Lieferumfang des Le Max 2: Alles hübsch verpackt

In der schwarzen Pappschachtel findet man – hübsch aufbereitet – ein Lade-/Datenkabel (USB-Typ-C ), ein Ladegerät (nicht EU), einen Öffnungswerkzeug für den SIM-Karten-Einschub sowie einen Adapter von USB-Typ-C auf 3.5 mm Klinke. Die Anleitungen auf Chinesisch sind dabei weniger interessant als die mitgelieferte TPU-Schutzhülle.

LeEco Le Max 2: Technische Spitzenklasse, bekanntes Design

Das Smartphone auf Basis von Aneroid 6 bietet neben einem 5.7 Zoll großen Display mit 1.440 x 2.560 Pixel (QHD) auch einen Snapdragon 820 sowie 4 Gbyte Arbeitsspeicher. Auf der Rückseite findet man neben einer 21-Megapixel-Kamera auch einen Fingerabdrucksensor. Das Gehäuse besteht dabei vollständig aus Metall und kommt in den beiden Farben Silber und Rosègold (Testsample) daher. Für Smartphones aus China (immer noch) keine Selbstverständlichkeit: es unterstützt das hierzulande wichtige LTE Band 20 (800MHz)

Die Kanten des Metallrahmens sind mit einem Diamantschliff abgerundet. Die Rückseite besteht fast vollständig aus Metall, lediglich die obere und untere Seite ist aus Kunststoff und den Empfang zu verbessern. “Heutzutage” löst man das aber eigentlich anders. Das LeEco Le Max 2 hat also streng genommen – im Gegensatz zum Xiaomi Redmi Note 4 – keinen Unibody vorzuweisen. Trotzdem ist es hochwertig verarbeitet.

Die Bedienung: Touchscreen und Hardwaretasten

Der Power-Button und die Lautstärkeregler liegen auf der rechten Seite des Rahmens. Der SIM-Karten-Einschub (Dual-SIM) ist hingegen links zu finden. Das 5,7 Zoll große QHD-Display mit seinen 1.440 x 2560 Pixel (515 ppi) nimmt quasi die komplette Vorderseite in Beschlag. Ob es sich wirklich um Corning Gorilla Glas 3 handelt – wie auf der indischen Amazonseite behauptet – kann ich nicht überprüfen. Die maximale Helligkeit ist jedenfalls hoch und kommt auch mit direkter Sonneneinstrahlung klar. Die Farbdarstellung des LCD ist ebenfalls sauber. Die jeweilige Farbtemperatur kann man in den Einstellungen ändern. Bedient wird das Android 6 über die drei beleuchteten Sensor-Tasten unter dem Display. Eine Benachrichtigungs-LED für entgangene Nachrichten oder Anrufe befindet sich über dem Display.

LeEco Le Max 2: Konnektivität ohne Kopfhöreranschluss

LeEco verzichtet – wie das Moto Z – auf eine 3.5 mm Klinkenbuchse für Kopfhörer. Stattdessen setzt man auf „Continual Digital Lossless Audio“ (CDLA), einem (angeblich) verlustfreien Sounderlebnis. Die CDLA-Technik soll einen direktere Soundausgang liefern und den Signalverlust über die Klinkenbuchse umgehen. Immerhin liefert LeCo einen Adapter von USB-Typ-C auf 3.5 mm Klinke mit. Soundtechnisch höre ich jetzt allerdings keinen Unterschied.

Das Le Max 2 unterstützt als Dual-SIM-Handy zwei nano-SIM gleichzeitig. Die Übertragungsgeschwindigkeit im LTE-Netz war hoch. LTE Band 20 wird hier ebenfalls unterstützt, vermutlich sehr zur Freude von Vodafone-/ oder O2-Kunden. Die Sende- und Empfangsleistung würde ich subjektiv als vollkommen ausreichend bezeichnen. WLAN wird unter anderem auch im ac-Standard unterstützt ( 2,4 / 5 GHz) und auch Wifi Direct steht zur Verfügung.

Ein digitaler Kompass, Infrarot-Sensor, Gyroskop-Sensor, Näherungssensor, Magnetsensor, Helligkeits-Sensor und Beschleunigungssensor sowie ein voll funktionsfähiges und recht starkes GPS-Signal vervollständigen meinen guten Eindruck der Konnektivität.

Das gilt mit leichten Abstrichen auf für den Fingerabdrucksensor auf der Rückseite. Die Funktionsfähigkeit hat sich mit den letzten Updates deutlich verbessert. Einfach den Finger auflegen (bis zu fünf werden erkannt) und schon wird das Smartphone aus dem Standby erweckt. Der 32 GByte große Speicher kann allerdings NICHT über microSD erweitert werden. Das klappte lediglich über USB-OTG.

Performance & Akku: Snapdragon 820 mit 3.100 mAh

Das Le Max 2 wird von einem Qualcomm Snapdragon 820 und 4 Gbyte RAM befeuert. Die CPU wird dabei mit den vollen 2,16 GHz getaktet und kommt im aktuellen AnTuTu-Benhcmark auf über 138.000 Punkt. Auch im Geekbench 4 werden eindrucksvolle 1.749 Punkte im Single-Core und 4.072 Punkte im Multi-Core erzielt. Alle getesteten Spiele liefen daher absolut ruckelfrei und auch die Benutzeroberfläche schwächelte nicht. Die Erwärmung der CPU unter Last hielt sich in Grenzen. Mehr als handwarm ist das Gehäuse dabei nicht geworden.

Der 3.100mAh starke Akku ist nicht wechselbar und hielt im Test knapp 1 Tag. Wer sein Smartphone weniger oft nutzt, kommt auf etwa 1 1/2 Tage. Im Dauerbetrieb ist die Kraftzelle nach 4,5 Stunden leer, kann dann über Qualcomm Quickcharge 3.0  in 90 Minuten vollständig aufgeladen werden. Drahtlos geht das aber nicht.

Android 6: EmotionUI, MIUI, EUI

Die Benutzeroberfläche von LeEco nennt sich EUI und basiert auf Android 6.0.1. Die mir vorliegende “internationale” Version nutzt aber eine andere Oberfläche die sich zwar recht stark am normalen Android orientiert, stellenweise aber noch nicht vollständig übersetzt wurde. Das einfache Schulenglisch reicht aber zum Verständnis aus. er Google Play Store ist direkt vorinstalliert. Wer also mit der Oberfläche nicht klar kommt, kann sich auch einen anderen Launcher installieren. Die Übersetzung wird dadurch allerdings auch nicht besser. User mit besseren Englischkenntnissen und technischem Geschick sollten daher das “offizielle” EUI 5.8 installieren und dann ein inoffizielles Sprachpaket mit deutscher Sprache nutzen. Das funktioniert allerdings nur mit “Root“, ist also etwas aufwändig.

Das LeEco Le Max 2 wurde mittlerweile offiziell in die Mokee-Datenbank aufgenommen. So steht auch eine Art CyanogenMod zur Verfügung. Eigebtlich ist es eine Art OpenSource-Android. Diverse andere Custom-ROMS sind auch bereits vorhanden.

Multimedia: 21 Megapixel treffen Dolby Atmos und dts hd

Das LeEco Le Max 2 bietet auf der Rückseite eine 21-Megapixel-Kamera mit einer f/2.0 Blende. Wer jetzt meint damit die gleiche Bildqualität wie bei einem Sony Xperia X herausholen zu können, wird vermutlich enttäuscht. Der eingebaute Sensor ist qualitativ nicht vergleichbar.  Der Autofokus (Phasenvergleich) fokussiert schnell und der eingebaute optische Bildstabilisator ist bei Aufnahmen in Dunkelheit hilfreich. Im direkten Vergleich mit Bildern des Galaxy S7, iPhone 7 Plus und Co sieht man qualitativ aber deutliche Unterschiede.

LeEco Le Max 2

Die Bilder wirken nicht so scharf und detailgetreu, haben aber dennoch eine gute Qualität. Videos zeichnet die Kamera in 4K auf. Dabei steht auch ein Slow-Motion-Modus zur Auswahl allerdings nur in Full-HD. immerhin überhitzt die Kamera nicht 😀 Die Frontkamera löst mit 8 Megapixeln auf.

Der Sound im Musikplayer wird über Dolby Atmos und dts hd aufgebessert. Er kann jetzt zwar nicht mit Geräten von Sony mithalten, ist aber dennoch hörenswert. Leider fehlt eben die normale 3.5 mm Klinkenbuchse und der mitgelieferte Adapter macht den Sound auch nicht besser. Unterschiede zu einem “normalen” Smartphone – wie dem Huawei nova – höre ich allerdings auch nicht.

Fazit: 250 Euro sind absolut angemessen

Wer den Import nicht scheut wird mit einem günstigen Smartphone mit einer sehr guten technischen Ausstattung belohnt. Das 5,7 Zoll große QHD-Display sieht man sonst nur bei deutlich teureren Smartphone. Das gilt auch für den sehr schnellen Snapdragon 820. Die Benutzeroberfläche ist nicht vollständig übersetzt, dafür bietet es aber LTE auch mit Band 20. Der fest eingebaute Akku hält dabei durchschnittlich (1 Tag) lange durch. Mit ein etwas Bastelei (Root, indische Firmware oder CM13) bekommt man für 200 Euro ein fast perfektes Smartphone! Das LeEco Le Max 2 ist aber auch so sein Geld wert.