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LEMFO LEM6 Smartwatch Test: Android 5.1 auf kleinem Display

Smartwatches wie die LEMFO LEM6 auf der Basis von Android 5.1 sind in China recht populär. Mit einem Preis von rund 100 Euro bietet sie ein 1,4 Zoll großes OLED-Display mit 400 x 400 Pixeln. Angetrieben wir die Uhr dabei von einem MediaTek 6580 mit 1 GByte RAM. Das wuchtige Gehäuse ist angeblich nach IP67 zertifiziert und bietet wechselbare Armbänder. Schauen wir uns die Smartwatch mal aus der Nähe an.Die üblichen Smartwatches aus dem Hause LG, Huawei, Motorola, Sony und Samsung werden mit Android  Wear 2.0 bzw. Tizen OS angetrieben. Modelle mit einem richtigen Android-Betriebssystem gibt es hierzulande keine. Das hat aber auch Gründe, zu denen wir an späterer Stelle kommen. Kümmern wir uns zunächst mal um das Design.

LEMFO LEM6: Das Design erinnert an eine G-Shock

LEMFO_LEM6_4Optisch unterscheidet sich die LEMFO LEM6 kaum von einer CASIO G-Shock. Die Uhr selber ist sehr groß und macht einen stabilen Eindruck. Das Gehäuse bietet insgesamt vier Tasten und ist etwa 61 x 57 x 17 mm groß und gute 95 Gramm leicht. Das 1,4 Zoll große Display benötigt eben ein großes Gehäuse, wobei die Lünette aus Kunststoff rundherum auch nicht gerade schmal ausgefallen ist.  Die Smartwatch ist damit nichts für Leute mit schmalen Handgelenken. Ich persönlich bin ein Fan wuchtiger Uhren und habe mit den Abmessungen keinerlei Probleme.

Die Samsung Gear S3 Frontier ist nämlich auch nicht gerade klein und soll angeblich auch an Handgelenken von Frauen zu sehen sein. Den Deckel auf der Rückseite muss aber nicht öffnen, um die nanoSIM einlegen zu können. Man findet dazu auf der Stirnseite eine kleinen, recht billig wirkenden Tray aus Plastik. Die Kontakte für die nanoSIM in der Uhr sehen zudem SEHR empfindlich aus. Und ich bezweifle stark, dass an dieser Stelle kein Wasser ins Gehäuse eindringen kann.  Der knapp 16GByte große Speichers (knapp 14  GByte sind frei) kann nicht über microSD-Karten erweitert werden. Auf der Unterseite befindet sich ein Pulsmesser.LEMFO_LEM6_5

Das Armband (ca 26 mm) besteht aus einem billigen, labrigen Gummi. Man kann es aber leicht selbst wechseln, da sich im Inneren nicht mehr die GPS/WLAN/GSM-Antennen befinden.

Display: 1.4 Zoll und 400 x 400 Pixel

LEMFO_LEM6_ (1)Ein 1,4 Zoll großes, kreisrundes Display mit einer Auflösung von 400 x 400 Pixel ist in dieser Preisklasse (100 Euro) immer noch ein Highlight. Zudem muss das (AM)OLED den Vergleich zur Huawei Watch nicht scheuen. Der Touchscreen nutzt dabei die volle Fläche. Einen “Flat Tyre” wie beispielsweise bei der Moto 360 2. Gen findet man also nicht. Eine automatische Regelung der Helligkeit allerdings auch nicht. Man kann sie nur in drei Stufen manuell ändern.

Die maximale Helligkeit geht in Ordnung, bei direkter Sonneneinstrahlung wird es mit der Ablesbarkeit aber etwas eng. Dafür entschädigt einen dann die recht hohe Auflösung, die schöne Farbdarstellung und der hohe Kontrast. Das Display macht gerade wegen der zahlreichen Watchfaces viel Spaß. man aktiviert es über den Ein-/Ausschalter oder über die “Arm-zum-Gesicht-aktiviert-das-Display”-Geste. Das spart dann Strom.

Android 5.1: Vier Drücker und ein Touchscreen

LEMFO_LEM6_ (3)Die LEM6  Smartwatch wird nicht von einem “abgespeckten” Android Wear, sondern von einem “vollwertigen” Android 5.1 angetrieben. Damit sind ab Werk fast alle Apps aus dem Hause Google vorinstalliert. Wenn noch etwas fehlt, so kann ich es mir über den Play Store installieren. Dabei bin ich dann nicht aus die ziemlich eingeschränkte Auswahl an Apps für Android Wear angewiesen. Die Installation klappt über WLAN oder UMTS.

Die Taste rechts oben fungiert als Home-Button und Ein-/Ausschalter. Der Drücker rechts unten als Rückschritt-Taste, die beiden Taster auf der linken Seite starten den Pulsmesser bzw. Compass. Die Lautstärke kann man leider nicht per Taster ändern, das klappt nur sehr umständlich über die Einstellungen. Gerade bei bestimmten Apps (Spotify, Waipu.tv) ist das sehr lästig.

Alle Eingaben (Texte, SMS, E-Mails) erfolgen über den großen Touchscreen mit seiner virtuellen Tastatur. Gerade wegen der winzigen Tasten benötigt man zunächst ein wenig Zeit für die Eingewöhnung. Danach gingen die Eingaben aber ganz gut von der Hand. Die Eingabe längerer Texte oder bestimmter Sonderzeichen (Punkt) macht aber keinen Spaß.

Android 5.1 und seine Apps

Im Gegensatz zu Smartwatchtes auf der Basis von Android Wear bekommt man hier nicht nur eine Menge virtueller Watchfaces zu Gesicht (diese sind aber nicht kompatibel mit Wear oder Tizen OS), sondern kann auch zahlreiche andere Apps nutzen. Zumindest dann, wenn sie mit dem recht kleinen und RUNDEN Bildschirm klarkommen. In den Einstellungen gibt es dazu einen kleinen “Patch” mit dessen Hilfe man die Darstellung auf Quadrat umstellen kann. gerade beim Google Play Store (vorinstalliert) ist das sehr hilfreich. Hier eine Übersicht aller Watchfaces. Die sind problemlos erweiterbar (findet man im Internet).

 

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Daneben findet man auch einen Kalender, Soundrekorder, Schrittzähler sowie einen recht ungenauen Pulsmesser. Über die passende App kann man den auf der Unterseite der Uhr installierten Pulssensor starten. Die Abweichung liegt aber durchaus bei 5-10 Schlägen pro Minute!

Über den eingebauten GPS-Empfängers kann man nicht nur seine Schritte zählen, sondern auch die zurückgelegte Entfernung sowie den aktuellen Pace/Geschwindigkeit. Zumindest, wenn man sich eine App wie Runtastic installiert. Ein großer Vorteil im Vergleich zu den meisten Smartwatches mit Android Wear! Aber die Genauigkeit läßt zu Wünschen übrig.

Neben einem vorinstallierten Musikplayer für MP3, der Zugriff auf den 16 GByte großen Speicher hat, findet man auch einen vollwertigen Web-Browser und die für Telefonate unumgänglichen Apps wie Kontakte, SMS, Telefon. Eingaben kann man recht komfortabel über eine zwar kleine, aber dennoch hilfreiche virtuelle Tastatur erledigen. Für längere Eingaben ist sie aber ungeeignet. Für Telegram und Co reicht es aber.

Multimedia & Musik: Videos und MP3

Der eingebaute Musikplayer stellt neben dem Tracknamen auch das Cover-Art dar und spielt den Sound entweder über Bluetooth-Kopfhörer oder über einen winzigen Lautsprecher ab. Wer es etwas komfortabler mag, der kann sich auch Google Play Musik oder sogar Spotify installieren. So kann man seine Smartwatch unterwegs auch als Trainingscomputer mit Musikwiedergabe nutzen. Knapp 14GByte Speicher reichen für Songs also locker aus.

Akku & Performance: 550 mAh und 1.3 GHz

LEMFO_LEM6_ (2)Die Smartwatch wird über einen kleinen, leicht magnetischen Puk aufgeladen. Das ist aber eher unzuverlässig, da der Magnet zu schwach ausgelegt ist. Der Akku der Smartwatch liefert rund 550 mAh und hält unter normalen Bedingungen maximal 1 Tag durch. Wer das Display bzw. sein GPS dauerhaft aktiviert, der wird auch schon nach rund 4 Stunden an die Steckdose sprinten. Bei eingelegte nanoSIM und aktiviertem GPS ist definitiv nach 8 Stunden Feierabend. Nutzt man die Uhr ohne GPS und SIM, dann kommt man auf 1 Tag und eine Nacht.

Der Ladevorgang ist nach etwa 45 Minuten erledigt. Wer seine Uhr nur gelegentlich nutzt (für SMS, Telefon, Telegram und Co) schafft es also sicher über den Tag. Bei der LEMFO LEM6 kommt eine Quad-Core-CPU vom Typ Mediatek MT6580 mit maximal 1.3 GHz je Kern sowie einem Grafikprozessor vom Typ ARM Mali-400 zum Einsatz. Die Smartwatch nutzt 1 Gigabyte Arbeitsspeicher und erreicht damit im Geekbench rund 360 Punkte im Single-Core und 1.193 im Multi-Core. Der (alten) AnTuTu-Benchmark zeigte der SoC im Test knapp 23.000 Punkte an. Für ein paar einfachere Spiele wie Angry Birds oder Flappy Birds reicht die Power aus und auch die TV-App Waipu.tv funktionierte gut. Unterwegs mal ein paar Serien oder TV zu sehen, erinnerte mich an alte James Bond Filme 😀

Mehr Aktivitäten verbieten sich schon aufgrund des kleinen Displays. So ist die Smartwatch natürlich nicht für aktuelle Spiele gedacht und auch bei aufwändigen Webseiten kommt es zu leichten Rucklern.

Konnektivität: GPS (A), WLAN (b) und UMTS

Im Gegensatz zu den üblichen Smartwatches auf Basis von Android Wear (und abgesehen von der Samsung Gear S2/S3 mit eSIM) kann man mit der LEM6 Smartwatch unterwegs auch über WLAN b/g (nur 2.4 GHz) oder UMTS ins Netz. Dank einer nano-SIM, Mikrofon und Lautsprecher kann man mit ihr sogar Telefonieren. Die Datenübertragungsrate ist ok (45 Mbit). Alle Dateien, Bilder und Videos werden entweder über micro-USB oder per Bluetooth 4 vom Mac oder PC übertragen. Eine Verbindung per Bluteooth mit dem Android (oder iDevice) war nur mit häufigen Unterbrechungen und hohem Energieaufwand möglich. Nach dem letzten Firmwareupdate ist die BT-Verbindung stabil. Der dazu erforderliche (vorinstallierte) “Uhr-Helper” steht aber nicht mehr zur Verfügung, der Downloadlink für die Smartphone-App führt ins Leere. Ich habe alternativ die App Watch Droid installiert, die ist eh besser ausgestattet.

Der ins Gehäuse integrierte (A)GPS-Empfänger funktionierte nur in Verbindung mit aktiviertem WLAN oder bei eingelegter SIM-Karte vernünftig. Die winzige Antenne im Gehäuse ist einfach zu schwach. Na ja, dafür kann man ja bei der LEM6 auch die Armbänder tauschen. Leider ist der verbaute SIM-Einschub extrem billig geraten, die SIM selber wird nicht immer aus Anhieb erkannt. Mein meinem Test klappte es einmal, danach wurde die SIM nur nach zig Versuchen erkannt. Der SIM-Kontakt in der Uhr kann bei häufigem Wechsel durchaus zerstört werden, also seit sehr vorsichtig. Das Problem scheint bei allen Nutzern aufzutauchen.

Die Sende-/ und Empfangsleistung der Smartwatch war – je nach Netz – ausreichend. Die Gesprächspartner tönen deutlich hörbar für alle in der näheren Umgebung über den eingebauten Lautsprecher. Etwas diskreter und weniger auffällig geht das auch über ein Bluetooth-Headset. Der Lautsprecher selber ist sehr laut, klirrt aber auch schnell.

Fazit: Preis-/Leistungsverhältnis passt

Die sehr wuchtige LEMFO LEM6 Smartwatch bietet für umgerechnet 110 Euro eine tolle Verarbeitung. Das Gehäuse im Stil einer CASIO G Shock birgt ein 1.4 Zoll große OLED mit 400 x 400 Pixel von guter Qualität. Der integrierte GPS-Empfänger funktionierte hingegen nur mäßig, während man per WLAN und/oder UMTS (über eine nano-SIM) problemlos Kontakt zum Internet aufnehmen kann. Die Google-Apps sollte aber mit einem kleinen Display klarkommen, da gibt es häufig Probleme. Ansonsten hat man hier ein vollwertiges Smartphone im Uhr-Format, welches mit anderen Smartphones (über Bluetooth) nur schlecht harmoniert. Da ist Android Wear oder Tizen OS klar im Vorteil.

LEMFO LEM6 - 3G Smartwatch Telefon (mit austauschbarem Bügel), IP67 wasserdichter GPS-Verfolger-Viererkabel-Kern 1.0GHz 1GB + 16GB Anti-verloren

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Eigenschaften

  • IP67 wasserdicht, Quadcore-Prozessor Android 5.1 MTK6580, 1GB + 16GB
  • GPS-Positionierung / APP-elektronische Zaun / APP-Anti-Lost-Erinnerung, Bluetooth / GPS Navigation / WiFi unterstützt
  • Herzfrequenzmesser, Schrittzähler, Kompass
  • 550 mAh Batterie
  • mit austauschbarem Bügel, stilvolle populäre private Uhrschnittstelle für Wahl

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Tags : ChinaLEMFOReviewSmartwatchTests

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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