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OnePlus hat sich in den vergangenen Jahren mit Highend-Hardware zu günstigen Preisen einen Namen gemacht. Das dürfte aber spätestens seit dem OnePlus 5 nicht mehr stimmen. und auch das OnePlus 6 ist mit mindestens 519 Euro kein Schnäppchen mehr. Bietet es viel Technik fürs Geld oder sollten wir lieber auf das OnePlus 6T warten?

OnePlus 6: Optik ist nicht alles

OnePlus_6_18Das neue OnePlus 6 ist mit seinen 155.7 x 75.4 x 7.75 mm und 177 Gramm optisch jetzt nicht wirklich wegweisend oder gar bahnbrechend. Ein Smartphone im 18:9-Format mit Notch halt. So unterscheidet es sich wenig vom Huawei P20 Pro. Auch OnePlus setzt nämlich statt auf einen Metall-Unibody nun viel Glas ein. Vordr- und Rückseite bestehen  dabei aus Corning Gorilla Glas 5. Der Käufer hat die Wahl zwischen einer hochglänzenden, sehr “fingerabdruckfreundlichen” Rückseite  namens “Mirror Black” im Stil des Xiaomi Mi Mix 2S und einer matt-schwarzen Varinate mit dem Namen “Midnight Black” (wie bei meinem Testsample). Die sieht in meinen Augen etwas edler aus.

OnePlus6_Beide

(Mirror Black – Midnight Black)

Auf der Rückseite findet man eine vertikal ausgerichtete Dual-Kamera mit 16/20 Megapixel sowie einen Fingerabdrucksensor in einer Galaxy S9 ähnlichen Optik. Dabei ragen die beiden Linsen gut 1mm aus dem Gehäuse hervor. Dadurch liegt es nicht vernünftig auf. Der glänzende Rand um die beiden Optiken wurde aber etwas erhöht, so vermeidet man Kratzer auf dem Glas. Scharfe Kanten – wie einige Kollegen anderen Medien – spüre ich aber keine. Was auffällt, ist die Fingerabdruck- und Staubanfälligkeit. Das könnte bei der später verfügbaren – ebenfalls mattierten – Version in Weiß-Rosègold anders aussehen. Noch schöner ist die neue Limited Edition in Red, die seht ihr hier in meinem Videoreview auf YouTube:

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Die Kanten der Vorder- und Rückseite sind zum Rand hin abgerundet. So liegt das Smartphone höchst angenehm in der Hand. Das Glas ist zwar etwas rutschig, aber direkt aus der Hand gleitet es einem dadurch nicht. Das Displayglas selber geht aber nicht ohne spürbaren Übergang in den Aluminiumrahmen über. Das gefällt mir bei meinem Xiaomi Black Shark deutlich besser.

Die Vorderseite wird fast vollständig vom 6,28 Zoll großes Display im 19:9-Format in Anspruch genommen. Am oberen Ende sieht man die berühmt, berüchtigte Notch sie sich seit dem iPhone X wie ein Virus verbreitet. Sie beherbergt neben der Hörmuschel auch die 16-Megapixel-Frontkamera sowie eine mehrfarbige, aber sehr lichtschwache Benachrichtigungs-LED. Wer mag, kann den zusätzlichen Raum für das Display rund um die Notch auch deaktivieren.  Im Inneren werkelt ein Snapdragon 845 mit 6 bzw. 8 GByte RAM und 64/128/256 GByte internen Speicher (UFS 2.1 2-LANE). Das Gehäuse ist nicht nach eine IP-Norm gegen das Eindringen von Wasser oder Staub zertifiziert, kommt aber dennoch ganz gut mit leichter Feuchtigkeit (Nieselregen) klar. Die entsprechenden Öffnungen sind laut ifixit mit Gummidichtungen versiegelt. In meinem Videoreview des OnePlus 6 auf YouTube habe ich das mal thematisiert:

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Die Drücker verteilen sich  beim OnePlus 6 in einer recht gängigen Art und Weise: linke Seite mit Lautstärkewippe, rechte Seite mit Alert-Slider (der war vorher ebenfalls links) und Ein-/Ausschalter. Die Oberseite ziert nur ein Mikrofon, die Unterseite ein Lautsprecher sowie ein weiteres Mikrofon und ein USB-Typ-C-Port auf der Basis von USB 2.0. Ein netter Aspekt am Rande: es gibt dort auch eine normale 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse für Kopfhörer.  Damit ist die Ausstattung zwar komplett, aber nicht top.

OnePlus 6: 6,28-Zoll-Display in AMOLED

Das Display des OnePlus 6 ist mit seinen 6,28 Zoll nicht gerade klein und im Vergleich zum Vorgänger nochmals gewachsen. Das AMOLED-Display im 19:9-Format löst dabei mit 1.080 x 2.280 Pixel (FHD+) auf und kommt so auf eine Pixeldichte von 402 Pixel pro Zoll. Die Farbtemperatur ist ab Werk leicht gelblich, kann in den Einstellungen aber angepasst werden. Neben der Farbtemperatur findet man hier auch Optionen für sRGB, DCI-P3 oder den adaptiven Modus. Der Schwarzwert ist typischerweise sehr hoch, das Display des Huawei P20 Pro wirkt aber noch dunkler. Auch die maximale Helligkeit ist mir persönliche zu niedrig. Bei direkter Sonneneinstrahlung wird es mit der Ablesbarkeit doch sehr eng.

Einen Alway-On-Modus bietet das OnePlus 6 zwar nicht, aber es gibt ein Inaktivitätsdisplay. Nimmt man das Gerät in die Hand oder trifft eine Benachrichtigung ein, dann das Display automatisch aktiviert. So sieht man die Nachricht zusammen mit Uhrzeit. Wer mag, kann das Display auch durch zweimaliges Tippen auf den Bildschirm aufwecken. Ein programmierbarer Nachtmodus (Lesemodus) soll für möglichst ermüdungsfreies Lesen (durch Reduzierung des Blauanteils) Sorge tragen.

OnePlus 6 und die Performance ist top

OxygenOS_815_35OxygenOS_815_39Das OnePlus 6 wird von einem Snapdragon 845 angetrieben. Der kommt zum Beispiel im Xiaomi MI MIX 2s oder auch im Xiaomi Black Shark zum Einsatz. Die CPU wird dabei mit maximal 2.8 GHz angetrieben und sorgt in Verbindung mit der neuen Adreno-630-GPU für ordentlich Speed. So erzielt sie im aktuellen AnTuTU-Benchmark rund 266.000 Punkt. Im Geekbench 4 reicht es für 1.960 Punkte im Single-Core und 9.081 im Multi-Core. In der Theorie wird es nur noch vom Black Shark übertroffen.

Dem SoC stehen dabei 6 GByte bzw. 8 GByte RAM zur Seite. Der interne Speicher von 64 respektive 128 bzw. 256 GByte kann allerdings nicht über MIcroSD erweitert werden. Das klappt hingegen über USB-OTG. Aufgrund des verwendeten USB 2.0 dauert das aber DEUTLICH länger als beim P20 Pro.

Die Benchmarkergebnisse werden in der Praxis von einem extrem flotten Benutzerinterface bestätigt. Alles flutscht nur so, der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite oder die Gesichtserkennung sind sehr schnell und zuverlässig.

Was das Throttling der CPU/GPU betrifft. Das beginnt nach rund 10 Minuten unter Dauerlast, dann regelt das OnePlus 6 die Taktfrequenz deutlich runter. Auch hier ist das Black Shark etwas besser aufgestellt, was entweder an der Flüssigkeitskühlung oder am Alugehäuse liegt. Im täglichen Betrieb merkt man dann keine Unterschiede.

Oxygen OS 5.1.5: Fast Stock-Android

OxygenOS_815_31OxygenOS_815_22Beim Betriebssystem macht der Hersteller keine Kompromisse und setzt direkt auf Android 8.1. Allerdings kommt die hauseigene Benutzeroberfläche bzw. OS-Varianate  namens Oxygen OS 5.1.5 zum Einsatz. Die Sicherheitspatches aus dem Hause Google datieren vom 01.05.2018. SEHR löblich.

Das OxygenOS bietet optisch kaum Veränderungen, ermöglicht aber neben anderen Icons auch eine komplett schwarze Oberfläche. Anstatt eines Google-Feeds auf der linken Seite des Launcher findet man eine personalisierbare Shelf. Die neue Gestensteuerung ermöglicht eine Bedienung von Android ganz ohne Navigationsleiste.

So kann man die Android-Navigationsleiste komplett ausblenden und per Wischgesten steuern. Über den rückseitige Fingerabdruckscanner geht das leider nicht. Auch eine Akku-Prozentanzeige findet man nicht. Obwohl die dazu passenden Einstellungen in der Suchfunktion  aufgeführt werden.

Das gilt dann auch für den speziellen Spielemodus. Der versteckt sich in hinter dem Menüpunkt “Erweitert” und kann beim Zocken unerwünschte Unterbrechungen in Form von Benachrichtigungen verhindern. Ferner kann man Anrufe dann über die Freisprecheinrichtung  führen.

ARCore oder Google Daydream unterstützt das Smartphone in der aktuellen Firmware leider noch nicht. Ein weiterer Punkt für das Huawei P20 Pro.

OnePlus 6 Kamera: 16/20 Megapixel

OnePlus_6_11Der 16-Megapixel-Sensor aus dem Hause Sony (IMX 519) bietet eine f/1.7-Blende, 1.22-µm-Pixelgröße und ermöglicht eine optische und elektronische Bildstabilisierung. Der 20-Megapixel-Sensor (Sony IMX 376K) dient dabei als Teleobjektiv (2x Zoom) und ist dank der f/1.7-Blende sowie einer Pixelgröße von 1 µm ebenfalls recht lichtstark. Alle anderen Zoomstufen (7x) werden digital erzeugt und können getrost ignoriert werden.

Die Kamera ermöglicht Videoaufnahmen in Full-HD oder 4K mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde. Auch Zeitraffer und Zeitlupen-Videos mit bis zu 480 Bildern pro Sekunde sind bei HD-Qualität (240 fps in FHD) möglich. Dann reduziert sich die Lichtempfindlichkeit aber drastisch! Man sollte zudem auf eine möglichst natürliche Beleuchtung achten. Im Fotomodus gibt es einen Panorama- und HDR-Modus, einen Porträt- sowie einen Pro-Modus. Bei letzterem kann ich Einfluss auf die ISO, Weißabgleich, Verschlussgeschwindigkeit sowie Fokus und Helligkeit nehmen. Hier bekomme ich dann auch die Möglichkeit für RAW-Aufnahmen (DNG bis zu 30 MByte) zu Gesicht.

OnePlus 6

Weder der Video- noch der Fotomodus konnten mich so recht überzeugen. Die Bildqualität ist ok, alle Aufnahme werden allerdings stark gelbstichig (siehe Eisbecher mit eigentlich WEISSEM Joghurt). Die Videoaufnahmen in 4K mit 60 fps leiden unter einem lahmen, ungenauen Autofokus. Das lässt sich hoffentlich noch durch ein Softwareupdate nachholen.

OnePlus 6: Konnektivität und Akku

OnePlus_6_18Das OnePlus 6 kommt mit LTE Cat-16 und allen in Deutschland genutzten LTE-Frequenzen sowie WLAN 802.11 a/b/g/n/ac im 2,4-Gigahertz- und 5-Gigahertz-Bereich mit 2×2 MIMO daher. Bei der Standortbestimmung unterstützt das Smartphone sowohl GPS als auch Galileo, Glonass und BeiDou. VoLTE wird zwar unterstützt, konnte aber weder im Netz der Telekom noch bei o2 aktiviert werden. Der Dual-SIM-Slot bietet Platz für zwei Nano-SIM-Karten, allerdings sind nicht beide Slots gleichzeitig per LTE verbunden.

Die Sprachqualität beim Telefonieren war gut. Die Gesprächspartner klangen klar und deutlich, die Unterdrückung der Nebengeräusche war ebenfalls gut. Leider aber kommen weder Sende- Empfangsleistung noch die Sprachqualität an das Huawei P20 Pro heran. Der fest eingebaute Akku leistet 3.300 mAh. Die Screen-on-Time ist mit knapp 08:45 Stunden nicht schlecht, aber eben auch nicht besser als bei der Konkurrenz. Mit dem Akku kommt also “über den Tag”, mehr allerdings kaum. Die drahtgebunden Aufladung über OPPOS Schnellladetechnik “Dash Charge” (gibt es SO nicht mehr), dauerte im Test rund 90 Minuten. In rund 30 Minuten hat man aber bereits 65% erreicht, damit kommt man locker durch den Nachmittag. Eine drahtlose Aufladung ist  trotz der Glasrückeite nicht möglich, angeblich besteht seitens der Community keine Nachfrage ….

Fazit: Lieber auf das OnePlus 6T warten

Wer bereits ein OnePlus 5T im Einsatz hat, wird kaum Vorteile verspüren. Auch Nutzer eines Samsung Galaxy S8 oder S9, Huawei P20 (oder Pro) werden – abgesehen von der theoretisch höheren Performance und dem schnelleren OS – nichts vom OnePlus 6 “haben”. Während das Design sehr gefällig wirkt, ist die Kamera des OnePlus 6 stark optimierungsbedürftig. Das gilt für den Video- und Fotomodus. Das knapp 6,3 Zoll große AMOLED-Display ist mir einen Tick zu dunkel. Der Preis (ab 519 Euro) ist hingegen angemessen. Ich persönlich würde aber trotzdem eher zu einem Xiaomi MI MIX 2s greifen. Positiv anzumerken wäre beim OnePlus 6 vielleicht noch die guten Custom-ROMs und die Tatsache, dass OnePlus schnell aktuelle Android-Versionen (wie Android P) als Beta anbietet. Ich würde trotzdem lieber auf das OnePlus 6T warten. Das lässt sicher nicht lange auf sich warten.

Testergebnis

Verarbeitung 9.6
Display 8.9
Performance 10
Kamera 8.1
Konnektivität und Akku 8.8

Fazit

9.1 Wer bereits ein OnePlus 5T im Einsatz hat, wird kaum Vorteile verspüren. Auch Nutzer eines Samsung Galaxy S8 oder S9, Huawei P20 (oder Pro) werden - abgesehen von der theoretisch höheren Performance und dem schnelleren OS - nichts vom OnePlus 6 "haben". Während das Design sehr gefällig wirkt, ist die Kamera des OnePlus 6 stark optimierungsbedürftig. Das gilt für den Video- und Fotomodus. Das knapp 6,3 Zoll große AMOLED-Display ist mir einen Tick zu dunkel. Der Preis (ab 519 Euro) ist hingegen angemessen. Ich persönlich würde aber trotzdem eher zu einem Xiaomi MI MIX 2s greifen. Positiv anzumerken wäre beim OnePlus 6 vielleicht noch die guten Custom-ROMs und die Tatsache, dass OnePlus schnell aktuelle Android-Versionen (wie Android P) als Beta anbietet. Ich würde trotzdem lieber auf das OnePlus 6T warten. Das lässt sicher nicht lange auf sich warten.

Tags : Android 8ChinaOnePlusReviewsSmartphonesTestXiaomi

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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