OnePlus 7 im Test: Kein Flaggschiff-Killer?

Das OnePlus 7 ist zweifelsohne ein tolles Smartphone. Ausgestattet ist es mit einem Snapdragon 855, bis zu 8 GByte RAM, bis zu 256 GByte nicht erweiterbaren Speicher und einem 6,41 Zoll großen OLED in FHD. Klingt alles gut, ist mit einem Einstandspreis von rund 610 Euro aber eben kein Flaggschiff-Killer mehr. Ob es trotzdem sein Geld wert ist, erfahrt ihr in meinem Test.6 min


Das OnePlus 7 ist zweifelsohne ein tolles Smartphone. Ausgestattet ist es mit einem Snapdragon 855, bis zu 8 GByte RAM, bis zu 256 GByte nicht erweiterbaren Speicher und einem 6,41 Zoll großen OLED in FHD+. Klingt alles gut, ist mit einem Einstandspreis von rund 600 Euro aber eben kein Flaggschiff-Killer mehr. Ob es trotzdem sein Geld wert ist, erfahrt ihr in meinem Test.

OnePlus 7 Lieferumfang: Alles drin

OnePlus7_VerpackungIn der Weiß-Roten Verpackung des Herstellers findet man neben dem Smartphone noch ein rotes USB-Typ-C-Kabel, ein Ladegerät mit 30 Watt sowie diverse Anleitungen, einen Öffner für den SIM-Karten-Einschub sowie eine transparente Schutzhülle von hoher Qualität. Kopfhörer oder einen Adapter von 3.5 Klinke auf USB-Typ-C findet man leider nicht. OnePlus möchte wohl seine eigenen USB-Kopfhörer verkaufen. Mein Testgerät stammt von Cyberport.de und kostete zum Testzeitpunkt 599 Euro.

OnePlus 7 Design: same procedure as every year?

OnePlus_6T_7

Auf den ersten Blick ähneln sich OnePlus 6T und OnePlus 7 doch sehr. Die Vorderseite wird wieder vom fast randlosen Display in Beschlag genommen. Der Bildschirm bietet – im Gegensatz zum OnePlus 7 Pro –  eine Notch für die 16-Megapixel-Frontkamera. Die Rückseite besteht zudem aus mattierten Glas und wirkt längst nicht so glänzend wie beim “großen” Bruder. Zum Testzeitpunkt gab es leider nur die Farbe “Mirror Gray”, in China und Indien ist es auch in Rot verfügbar und bald sogar in “Mirror Blue“. Mit Abmessungen von 157,7 mm x 74,8 mm x 8,2 mm fällt es deutlich kleiner aus als das OnePlus 7 Pro (162.6 × 75.9 × 8.8mm).  Die Abmessungen sind eher mit denen des OnePlus 6T vergleichbar. Auch das Gewicht von 182 Gramm ist ähnlich (hoch).

Bei der Anordnung der Tasten hat sich eigentlich nichts geändert. Auf der rechten Seite findet man einen Ein-/Ausschalter sowie den Alert-Slidermit dessen Hilfe ich mein OnePlus 7 ganz leicht in einen “Nicht-Stören-Modus” versetzen kann. Auf der linken Seite des Rahmens befindet sich der Lautstärketaster.  Die Unterseite wird vom USB-Typ-C-Eingang auf der Basis von USB 3.1 sowie von einem der beiden Lautsprecher in Beschlag genommen. Eine Kopfhörerbuchse mit 3.5 mm ist allerdings nicht vorhanden und das Gehäuse ist auch nicht nach IP6X zertifiziert. Der Hersteller hat aber dennoch schützenden Gummidichtungen an den Öffnungen verbaut. einen Regenschauer soll es angeblich aushalten. Die Verarbeitung des OnePlus 7 ist ohne Fehl und Tadel, optisch aber eher Einheitsbrei. Der zweite Lautsprecher versteckt sich übrigens oberhalb des Displays und dient auch als Ohrmuschel.

OnePlus 7: Technische Details

OnePlus bezeichnet sein neues Smartphone (bewußt) nicht mehr als “Flaggschiff-Killer”. Technisch ist es aber immer noch auf der Höhe der Zeit und kann so problemlos mit der Konkurrenz mithalten. Mehr aber eben nicht. Neben einem Qualcomm Snapdragon 855 mit Adreno-640-GPU, UFS-3.0-Flashspeicher (128/256 Gigabyte) sowie 6/8 GByte Arbeitsspeicher (LPDDR4X-RAM) kommt beim 7er nur eine Dual-Kamera mit 48 & 5 Megapixel samt OIS zum Einsatz. Zusammengefasst bedeutet das:

  • Prozessor: Qualcomm Snapdragon 855 (1x 2.84 GHz, Kryo + 3x 2.42 GHz, Kryo + 4x 1.80 GHz, Kyro)
  • RAM: 6 GByte – 8 GByte
  • Integrierter Speicher: 128 oder 256 GB
  • Display: 6,41 Zoll AMOLED mit 1.080 x 2.340 Pixel und 60 Hz
  • Schnittstellen: LTE, Wi-Fi, Bluetooth 5, NFC, GPS (GLONASS, Beidou, Galileo), USB Typ-C, Dual nanoSIM
  • Batterie: 3.700 mAh
  • Kamera-Auflösung: 16 MP – Selfie-Kamera (Blende f/2.0), 48 (Blende F/1.7) + 5 MP
  • Videos: 4K (bis zu 60 fps), Full-HD 1080p (bis zu 240 fps)

OnePlus 7: 6,41 Zoll AMOLED Display

OnePlus7_6Das 6,41 Zoll große, fast randlose AMOLED-Display des OnePlus 7 löst in FHD+ (1.080 x 2.340 Pixel) auf. Das Display unterstützt die Wiedergabe unterschiedlicher Farbprofile ( sRGB, Display P3) und bietet mir zahlreiche Möglichkeiten zur Farbkalibrierung an. Da sollte eigentlich jeder seine individuelle Einstellung finden. Die Farbdarstellung und auch der Kontrast sind von sehr hoher Qualität. Das gilt auch für die maximale Helligkeit. Insgesamt macht der Bildschirm des OnePlus 7 auf mich einen guten Eindruck. Geschützt wird das Panel dabei übrigens von 2.5D Corning® Gorilla® Glass. Natürlich hat der Hersteller auch wieder an einen Lesemodus mit reduziertem Blauanteil, einen Nachtmodus mit geringerer Helligkeit sowie an einen “Video Enhancer” für kräftigere Farben bei der Betrachtung von Filmen gedacht.

OnePlus 7 und die beiden Kameras

OnePlus7_12Na ja, rein rechnerisch bietet das  OnePlus 7 ja drei Kameras: Neben dem 48-Megapixel-Sensor (Sonys IMX586, Blende f/1.7) mit optischer sowie elektronischer Bildstabilisierung findet man auf der Rückseite noch eine Telezoom-Kamera mit 5 Megapixel und einer  Blende f/2.4. Die ist zuständig für den Zweifach-Zoom. In der Notch auf der Vorderseite versteckt sich die Frontkamera mit einer Auflösung von 16 Megapixel.

Kamerasample_OnePlus7Kamerabilder des OnePlus 7

In Sachen Bildqualität liefert die Hauptkamera eine gute Qualität ab. Bei Tageslicht wirken die Farben natürlich, Kontrast und Details stimmen. Bei schwierigeren Lichtverhältnissen oder bei Dunkelheit kommt die Kamera des OnePlus 7 qualitativ aber nicht an die des Huawei P30 Pro oder Pixel 3 XL heran. Der softwaregenerierte Bokeh-Effekt wirkt dabei aber ordentlich, kann mich aber nicht vom berühmten Hocker reissen. Das OnePlus 7 zeichnet Videos in 4K mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde auf. Im Gegensatz zum Huawei P30 Pro kann mich hier aber sowohl die Video- als auch die Tonqualität überzeugen. Ein Zeitraffer- und der Zeitlupen-Modus (in Full-HD mit 240 fps und in HD mit 480 fps) vervollständigen meinen guten Eindruck. Die 16-Megapixdel-Frontkamera bietet zwar keinen optischen Bildstabilisator, macht aber dennoch gute Bilder. Den mitunter sehr künstlich wirkenden Beauty-Modus mit der Möglichkeit zur Gesichts- und Körperoptimierung gibt es kostenlos dazu.

OxygenOS 9: Sehr schnell, sehr clean

Das OxygenOS ist definitiv eine der schnellsten und schlanksten Benutzeroberflächen auf dem Markt. Optisch ist es stark an Googles Stock Android angelehnt, bietet aber auch ein paar Personalisierungsmöglichkeiten sowie einen Dark-Mode. Der eingebaute Zen-Modus, eine Art Digital-Wellbeing, wird manuell über die Schnelleinstellungen aktiviert, oder automatisch nach einer ununterbrochenen Nutzung von zwei Stunden. Nutzt man ihn dann (ist natürlich freiwillig), wird das Smartphone für 20 Minuten gesperrt. Nun kann ich nur noch Notrufe tätigen, Anrufe annehmen sowie die Kamera nutzen. Deaktivieren lässt sich der Modus nicht einmal durch einen Smartphone-Neustart. Neu hinzugekommen ist zudem ein Screen-Recorder, mit dessen Hilfe ich den Inhalt meines Bildschirms in Full-HD-Auflösung inklsuive Audio aufzeichnen kann.  Einen kompletten Überblick bekommt ihr auch in meinem Videoreview des OnePlus 7 auf YouTube:

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Konnektivität, Akku, Performance : Alles vom feinsten

OnePlus7_9Das OnePlus 7 bietet LTE nach Cat. 16 und unterstützt WLAN in allen verfügbaren Standards. Ebenso sind Bluetooth 5, GPS und NFC mit an Bord. Statt einer Erweiterung per MicroSD bekommt man allerdings “nur” eine Unterstützung für Dual-SIM. Das Smartphone kommt also mit zwei Nano-SIM-Karten gleichzeitig (auch per LTE) klar. Die Sende- und Empfangsleistung war auf einem guten Niveau, da gab es keine nennenswerten Probleme. Auch die Gesprächsqualität war super. Die beiden Lautsprecher tönen zwar nicht übermässig laut, für das ein oder andere Lied über Spotify und Co. oder die Gespräche mit den Liebsten ist der Sound aber mehr als ausreichend, auch Dank Dolby Atmos®. Der in das Displayglas eingebaute Fingerabdrucksensor reagierte im Test schnell und zuverlässig. Wer es noch schneller mag, nutzt die eingebaute 2D-Gesichtserkennung.

Der 3.700-Milliamperestunden-Akku des 7 Pro ist von der Laufzeit her durchaus mit dem Huawei p30 Pro vergleichbar.  Bei normaler Nutzung komme ich mit einer Akkuladung locker über den Tag. Anderthalb Tage sind ebenfalls kein Problem. Ganze zwei Tage habe ich aber nicht geschafft. Das kabellose Aufladen ist nicht möglich, dafür kann ich den Akku über die hauseigene Warp-Charge-Lösung mit bis zu 30 Watt aufpumpen. 50 Prozent Akkukapazität erreiche ich so in knapp 20 Minuten ohne dass das Gerät sich spürbar erwärmt. Bei der Performance gibt es dank des Snapdragon 855, 6 GByte RAM und einer schnellen GPU keine Überraschungen. Im aktuellen Geekbench 4 kommt der SoC auf 3.527 Punkte im Single Core und 11.154 im Multi Core. Im AnTuTu reicht es für 371.481 Zähler.

Mein Fazit: Ein gutes Smartphone, aber kein “Killer”

OnePlus7_2Optisch ist das neue OnePlus 7 zwar keine Überraschung, aber technisch kann es voll überzeugen. Auch wenn die Konkurrenz vergleichbare Leistung (für vergleichbar viel Geld liefert). Cyberport_Logo_2015Das von OnePlus angebotenen OxygenOS auf der Basis von Android 9 ist noch immer DIE Messlatte. Das 6,41 Zoll große AMOLED ist von guter Qualität, die beiden Kameras auf der Rückseite geben keinen Anlass zur Klage und auch der 3.700 mAh starke Akku macht nicht zu früh schlapp. Leider ist das Angebot in der Preisklasse von 600 Euro aber mittlerweile auch sehr gross. Falsch machen kann mit dem Kauf zwar nichts, aber der berühmte “Blick über den Tellerrand” kann im Falle des OnePlus 7 nicht schaden. Mein Dank geht nochmals an die Firma Cyberport, ohne deren Hilfe solche Tests nicht mehr möglich wären.


mobile-reviews hat das OnePlus 7 von Cyberport.de kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Es handelt sich hier aber nicht um bezahlte Werbung, das Smartphone wurde nach Ende des Tests zurückgegeben. Der Testbericht erfolgt ohne NDA, Netz oder doppelten Boden und ist völlig neutral.

tl;dr Das OnePlus 7 lieferte im Test eine überzeugende Vorstellung. Die Performance ist super, das Betriebssystem (OxygenOS) ist sehr schlank und extrem schnell. Die beiden Kameras machen gute Bilder. Das 6,41 Zoll große AMOLED und der 3.700 mAh starke Akku leisten sich ebenfalls keine Schwächen. Das alles können vergleichbare Smartphones der Konkurrenz (z.B. Xiaomi Mi 9, Asus Zenfone 6, etc.) aber eben auch. Und für rund 600 Euro ist das OnePlus 7 eben auch kein Schnäppchen mehr.

OnePlus 7

607
9.5

Verarbeitung

9.8/10

Display

9.2/10

Performance

9.9/10

Kamera

9.1/10

Konnektivität/Akku

9.5/10

Pro

  • Verarbeitung
  • Performance
  • Akku

Contra

  • keine IP68

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