Pocophone F1 im Test: Macht Xiaomi sich selbst Konkurrenz?

Das (Xiaomi) Pocophone F1 wird mit dem Slogan "Master of Speed" beworben. Das ist bei einem Snapdragon 845 und 6 GByte RAM auch kein Problem. Der interne Speicher beträgt bis zu 128 GByte Speicher. Die Vorderseite ziert ein 6.19 Zoll großes Full-HD-Display, die Rückseite eine Dual-Kamera. Im Inneren sorgt ein 4.000 mAh starker Akku für eine ordentliche Ausdauer. Nicht besonderes? Doch, den Poco (Xiaomi) möchte für das Pocophone F1 nur knapp über 300 Euro haben. Lohnt sich das Smartphone?5 min


Das (Xiaomi) Pocophone F1 wird mit dem Slogan “Master of Speed” beworben. Das ist bei einem Snapdragon 845 und 6 GByte RAM auch kein Problem. Der interne Speicher beträgt bis zu 128 GByte Speicher. Die Vorderseite ziert ein 6.19 Zoll großes Full-HD-Display, die Rückseite eine Dual-Kamera.  Im Inneren sorgt ein 4.000 mAh starker Akku für eine ordentliche Ausdauer. Nicht besonderes? Doch, den Poco (Xiaomi) möchte für das Pocophone F1 nur knapp über 300 Euro haben. Lohnt sich das Smartphone?

Poco nutzt die Ressourcen von Xiaomi. Also handelt es sich beim Pocophone F1 eigentlich zu 99% um ein Xiaomi F1. Betriebssystem, Benutzeroberfläche, die Komponenten und sogar die Vertriebswege nutzt Poco von Xiaomi. Ziel war es dabei, in Indien ein Highend-Smartphone für unter $300 anzubieten. Und das ist dem Hersteller auch gelungen. Seitdem ist das Pocophone (auch hierzulande) in aller Munde. Zumal es einigen deutschen Onlineshops verfügbar ist. Obwohl es (noch) nicht offiziell für Deutschland gedacht ist.

Pocophone F1: Design des Mi 8?

Pocophone_Xiaomi_F1_47Die Vorderseite des Pocophone F1 ziert ein 6,19 Zoll großes Display mit der charakteristischen Notch. Das Poco F1 ist dabei 155,5 x 75,2 x 8,8mm dick und wiegt 182 Gramm. OBWOHL das Gehäuse nur aus Polycarbonat besteht. Somit ist es war kleiner als ein Xiaomi Mi8 (154,9 x 74,8 x 7,6 mm), dafür aber etwas schwerer.  Kein Wunder, der Akku leistet ja auch 4.000mAh Akku.

Zum Thema Polycarbonat: es gibt vom Pocophone F1 quch eine “Special Edition” mit einer Rückseite aus Kevlar. Die ist aber rar gesät und hierzulande so gut wie gar nicht zu bekommen. Das gilt auch für die rote Version. hierzulande sieht man nur Schwarz und Blau. Mein Testsample von Cyberport.de hatte bei der Verarbeitung keine Probleme. Der Kunststoff – es handelt sich um ein Unibody – fühlt sich hochwertig an. Der Power-Knopf und der Lautstärkeregler auf der rechten Rahmenseite ist natürlich aus Metall. Auf der Unterseite findet man die USB-Type-C-Buchse und einen Lautsprecher. Das Pocophone bietet auch einen Klinkenanschluss (3,5 mm). Die Bedienung erfolgt wie immer über On-Screen-Tasten oder über die vom MIUI bekannten Full-Screen Gesten. Auf der Rückseite aus Kunststoff findet man die Dual-Kamera sowie eine DUAL-LED, diese ragt leicht aus dem Gehäuse hervor. Der Fingerabdrucksensor befindet sich direkt unter den beiden Kameralinsen.

6,18 Zoll Display: Full-HD, Notch und Face-Unlock

Pocophone_Xiaomi_F1_55Mittig unter dem Display findet man eine kleine, etwas zu dunkle Benachrichtigungs-LED in der Farbe Weiß. Den Face-Unlock übernimmt eine Infrarotkamera, die sich zusammen mit der Frontkamera den Platz in der Notch teilt. Das 6.18 Zoll große Full-HD Display mit 1.080 x  2.246 Pixel im 18,7:9 Format nutzt – anders als das Xiaomi Mi 8 – aber kein AMOLED, sondern ein IPS LCD. Die Farbwiedergabe ist trotzdem sauber und der Kontrast noch hoch genug. Die Farbwiedergabe kann man in den Einstellungen auf den persönlichen Geschmack anpassen. Hier findet man auch einen Lese-Modus mit Blaulichtfilter, der zu einer bestimmten Uhrzeit die Augen schonen soll.  Bei der Helligkeit muss es sich nur dem OnePlus 6 geschlagen geben. Die maximale Helligkeit ist trotzdem noch hoch genug, um das Display auch bei sonnigen tagen noch ablesen zu können. Das Panel unterscheidet übrigens bis zu 10 Eingabepunkte gleichzeitig und wird von Corning Gorilla Glas geschützt.

Performance und Akku: Alles Top

Pocophone_Xiaomi_F1_46Mit “Master of Speed“ wird das Pocophone F1 beworben. Das gilt dann allerdings für alle aktuellen Smartphones mit einer Highend-CPU wie dem Snapdragon 845. Der 6 GByte große LPDDR4 RAM sorgt im aktuellen AnTuTu für Bestmarken: 264.171. Im Geekbench 4 reicht es für 2.413 im Single-Core und 9.098 im Multi-Core. Die angebliche Wasserkühlung machte sich in meinem Test allerdings nicht positiv bemerkbar. Das Gerät hat nach ein paar Minuten die Leistung um gut 10% reduziert, das Thermal Throttling war also unverändert. Bei der Performance in der MIUI genannten Benutzeroberfläche gab es keine Klagen. Ein rundum gelungener Einstand.

Der 4.000 mAh starke Akku hielt im PCMark Akkutest 10 Stunden am Stück durch. Im täglichen Einsatz brachte ich es nach auch eine Screen-on-Time von rund 8 Stunden. Damit hielt eine Akkuladung locker 1 1/2 Tagen durch. Über Qualcomm Quick-Charge 3.0 ist das Smartphone in rund  2 Stunden voll aufgeladen. QC 4.0 wird zwar auch unterstützt, es gibt aber noch kaum passende Ladegeräte.

Android 8.1 & MIUI 9.6: Update auf MIUI 10 bereit

Das Pocophone F1 wird mit Android 8.1 sowie der hauseigenen Benutzeroberfläche namens MIUI in der Version 9.6 ausgeliefert. Für das Pocophone hat Xiaomi aber ein paar Änderungen vorgenommen. So gibt es einen eigenen App-Drawer, welchen man durch eine Wischgeste von unten nach oben öffnet. Die Cions werden also nicht nur über die Homescreens verteilt. Ansonsten hat sich quasi nichts geändert, Themen sind möglich und auch die Sicherheitsfeatures vom MI-Betriebssystem (Sicherheitscenter, Benachrichtigungs-Management) sind vorhanden. das gilt auch für die Full-Screen Gesten mit denen man das Pocophone F1 – ähnlich wie beim OnePlus 6 – problemlos steuern kann. An Bloatware hat man lediglich Microsoft Office und Skype vorinstalliert. Die Apps lassen sich aber auch problemlos deinstallieren. Hinzu kommt ein QR-Code-Scanner und ein FM-Radio. Letzteres ermöglicht eine kostenlose Unterhaltung, sofern man einen Kopfhörer eingestöpselt hat.

Konnektivität und Sound: Alles drin

Da das Pocophone F1 unterstützt alle hierzulande gebräuchlichen Frequenzen inklusive LTE Band 20. Auch eine Unterstützung für Dual-SIM samt Dual-LTE ist vorhanden. VoLTE kann man in der telefon-App mit dem Code: „*#*#86583#*#*“ aktivieren. WiFi-Call wird hingegen nicht unterstützt. Die Gesprächsqualität ist beim Pocophone F1 gut und das geräuschunterdrückende Mikrofon filtert Nebengeräusche sauber heraus. Der Freisprecher ist zwar laut genug, tendiert aber leicht zum Übersteuern. Die SAR Werte liegen bei: Head: 0.66 W/kg, Body: 1.18 W/kg. Sowohl der GPS-Empfang (Galileo und Glonass) als auch der Betrieb im WLAN (2,4 und 5 GHz Netz (2×2 MIMU)) war ohne Fehl und Tadel. Die Sende- und Empfangsleistung war auf einem guten Niveua, auch in ländlicheren Gebieten gab es kaum Aussetzer. Das Pocophone F1 bietet auch einen eingebauten Kompass und unterstützt über Bluetooth 5.0 auch AptX und Aptx-HD. Der interne Speicher kann über USB-OTG erweitert werden, auch NFC muss man aber verzichten. Den Saftenet_test hat es auch nicht bestanden. Genauso wenig wie den Streaming von HD.Inhalten bei Netflix oder Amazon Prime. Das Pocophone F1 unterstützt nur Widevine L1. Dafür kann man aber normale Kopfhörer über die 3.5 mm Klinkenbuchse nutzen. Der Sound ist sowohl laut genug, als auch sauberer Sound. Die Stereo-Lautsprecher (Unterseite und Ohrmuschel) klingen zwar ordentlich, sind aber nichts besonderes. Über Kabel kann man auch einige Equalizer-Presets nutzen. Im meinem Videoreview des Pocophone F1 auf YouTube geh ich auch darauf ein:

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Dual-Kamera mit 12 Megapixel: Passt

Pocophone_Xiaomi_F1_45Das Xiaomi Pocophone F1 bietet auf der Rückseite eine Dual-Kamera mit seinem Sensor aus dem Hause Sony (IMX363) mit 1.4µm Pixel und einer Blende f/1.9.   Der zweite Sensor für die Tiefeninformationen ist ein Samsung s5k3t1. Ein 2x Zoom ist damit nicht möglich. Der Bokeh-Effekt wirkt ordentlich. Bei guten Lichtverhältnissen bekommt man detaillierte Aufnahmen hin. Die eingebaute AI hilft da allerdings nur begrenzt. Bei schlechten Lichtverhältnissen werden die Aufnahmen allerdings schnell verrauscht. Die Selfie-Aufnahmen gelingen über die Frontkamera mit ihren 20 Megapixel (Blende f/2.0) dafür umso besser. Natürlich steht auch hier ein künstlich wirkender “Beauty Mode” und der Bokeh-Effekt zur Verfügung. Videos zeichnet die Kamera in 4K auf.  Die elektronische Stabilisation (EIS) funktioniert bis Full-HD, 4K-Aufnahmen muss man also mit ruhiger Hand aufnehmen.

Pocophone F1 (Xiaomi)

Fazit: In dieser Preisklasse quasi unschlagbar

Das Pocophone F1 liefert eine Top-Technik für wenig Geld. Die Performance des Snapdragon 845 ist ungeschlagen gut, die beiden Kameras auf der Rückseite Cyberport_Logo_2015machen ordentliche Aufnahmen. das Kunststoff-gehäsue ist gut verarbeitet. Der 4.000 mAh starke Akku hält lange durch. Einzig der MIUI von Xiaomi ist etwas gewöhnungsbedürftig. Dafür bekommt man aber auch ein gutes Display (mit Notch) sowie eine 3.55 Klinkenbuchse. Ein besseres Gesamtpaket in dieser Preisklasse gibt es aktuell nicht. Mit dem Pocophone F1 macht sich Xiaomi tatsächlich selber Konkurrenz. So ist das Xiaomi Mi A2 mit 6/128 GByte für rund 280 Euro quasi überflüssig. Zumindest im Ausland. Hierzulande muss man für das Pocophone F1 mit 128 GByte knapp 360 Euro berappen.

Pocophone F1

9.3

Verarbeitung

9.4/10

Display

9.1/10

Performance

9.8/10

Kamera

8.6/10

Konnektivität/Akku

9.5/10

Pro

  • Preis
  • Performance
  • Akku

Contra

  • Kunststoff
  • Kamera (Low-Light)