Samsung Galaxy A80 Test: Mit rotierender Pop-Up-Kamera

Das Samsung Galaxy A80 wird definitiv polarisieren, die einen werden es lieben, die anderen hassen. Bei einem Preis von rund 650 Euro darf man das auch durchaus. Die einzigen beiden Highlights sind nämlich das 6,7 Zoll große AMOLED-Display. sowie die rotierbare Pop-Up-Kamera. Angetrieben wird das Galaxy A80 von einem Snapdragon 730 Prozessor mit 8 GByte RAM und 128 GByte nicht erweiterbaren Speicher. Warum sich der Kauf wohl nicht lohnt, erfahrt ihr in meinem Test.7 min


Das Samsung Galaxy A80 wird definitiv polarisieren, die einen werden es lieben, die anderen hassen. Bei einem Preis von rund 650 Euro darf man das auch durchaus. Die einzigen beiden Highlights sind nämlich das 6,7 Zoll große AMOLED-Display. sowie die rotierbare Pop-Up-Kamera. Angetrieben wird das Galaxy A80 von einem Snapdragon 730 Prozessor mit 8 GByte RAM und 128 GByte nicht erweiterbaren Speicher. Warum sich der Kauf wohl nicht lohnt, erfahrt ihr in meinem Test.

Samsung Galaxy A80: Lieferumfang, Design und Haptik

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Mit Abmessungen von 165 x 76,5 x 9,3 mm ist das Samsung Galaxy A80 wirklich riesig und macht so dem OnePlus 7 Pro locker Konkurrenz. Mit seinen 220 Gramm ist es zudem sehr schwer und das merkt man dem “Klotz, wie ich ihn wenig liebevoll zu nennen pflege, auch an. Bei der Verarbeitung macht Samsung nichts falsch, das Telefon fühlt sich hochwertig an, sieht hochwertig aus und die ausfahrbare und gleichzeitig drehbare Kamera macht was her. Zumindest für 10 Minuten. Sie nimmt dabei eigentlich den Hauptteil der Rückseite in Beschlag, nicht räumlich, aber optisch. Vorder- dun Rückseite bestehen übrigens aus Glas und glänzen um die Wette. Beide Seiten sind in Nullkommanix mit Fingerabdrücken und wenn man nicht aufpasst – auch mit Kratzern versehen. Die Vorderseite ist dabei ab Werk mit einer Schutzfolie versehen. Die Rückseite sollte man durch eine spezielle Hülle schützen. Die liefert Samsung allerdings gar nicht erst mit. Sehr schade, denn sie benötigt durch den Kameramechanismus einen speziellen Ausschnitt. Die Kamera selber fährt bei jedem Selfie oder Foto hoch, eine Gesichtserkennung unterstützt sie hingegen nicht. Ob Samsung dem eigenen Mechanismus nicht traut? Nein, der Prozess würde schlicht zu lange dauern, die Kamera ist nämlich erst nach rund 2 Sekunden einsatzbereit. Schnappschuss mit den Kleinen? Pech gehabt : “Kinder könnt ihr bitte nochmal …”. Das Samsung Galaxy A80 kommt in den drei Farben “Angel Gold”, “Phantom Black” sowie “Ghost White” auf dem Markt.

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Auf der Unterseite findet man neben dem USB-Typ-C-Eingang nur noch den einen Lautsprecher. Die Vorderseite ziert das Display samt Hörmuschel. Aus der tönt aber nur der Gesprächspartner. Der Rahmen des Smartphones aus Metall beherbergt den Ein-/AUsschalter (rechts) sowie den Lautstärketaster (links). Auf der Unterseite befindet sich dann der Einschub für zwei Nano-SIM-Karten, eine Speicherkarte kann man hier nicht nutzen. Auch einen normalen Kopfhöreranschluss findet man nicht mehr. War bestimmt nicht genug Platz im riesigen Gehäuse … Auch eine Benachrichtigungs-LED hat Samsung nicht verbaut.

Samsung Galaxy A80: Riesiges Display mit ohne Rand

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Das 6,7 Zoll große AMOLED im 20:9 Format wird nicht von einer (störenden) Notch unterbrochen. Die Displayränder sind zudem recht dünn ausgefallen, aber natürlich noch vorhanden.  Die Auflösung beträgt im Vergleich zum Galaxy S10+ nur Full-HD (1.080 x 2.400 Pixel). Das ist aber nicht weiter tragisch, denn man kann alle Texte sehr gut ablesen, kein Wunder bei fast 400 ppi. Das AMOLED-Panel bietet dafür einen unendlich hohen Kontrast, super Schwarz-Werten und eine nicht zu knallig wirkende Farbwiedergabe. Die maximale Helligkeit des Displays liegt bei 750cd/m2 und sorgte im Test für eine jeder sehr gute Lesbarkeit, auch bei starkem Sonnenlicht. Statt einer Benachrichtigungs-LED gibt es übrigens ein Always-On-Display. das zeigt einem Datum, Uhrzeit, Wetter sowie die eingehenden Benachrichtigungen an. Die Funktion kann entweder ganz deaktiviert, oder aber zeitlich eingeschränkt werde. Der Akkuverbrauch liegt bei den üblichen 1% Pro Stunde Nutzung. In den Untiefen der Einstellungen findet man noch einen Lesemodus mit verringertem Blaulichtanteil, eine Gestensteuerung sowie ein paar Funktionen für Sehschwache oder “Farbenblinde”. Wirklich hilfreich sind die Funktionen allerdings nicht, da war Windows Mobile deutlich besser.

Performance & Akku: Zu wenig, zu spät

Im Samsung Galaxy A80 werkelt ein Snapdragon 730 aus dem Hause Qualcomm. Keine schlechte CPU, schliesslich wird er im 8 Nanometer Verfahren gefertigt und nutzt 8 Kerne mit bis zu 2,2 GHz. Die gleiche CPU kommt auch beim Xiaomi Mi 9T für ca. 300€ zum Einsatz und reicht eigentlich für alle aktuellen Spiele und Apps aus.Im AnTuTu-Benchmark kommt das Galaxy A80 auf 205.371. Im Geekbench 4 auf 2.513 im Single-Core und im 6.897 Multi-Core. Im täglichen Einsatz fällt einem allerdings sofort die Schnarchigkeit der “OneUI” genanten Benutzeroberfläche auf. Aktuelle Spiele oder Apps haben in Kooperation mit der Adreno 618 GPU keine Probleme. Sie laufen absolut flüssig. Bei Spielen wie PUBG oder Fortnite sollte man allerdings auch nicht die höchsten Detailstufen wählen. Das Samsung Galaxy A80 nutzt einen 3.700 mAh starken Akku, die Konkurrenz liefert hier auch gerne mal 4.000 mAh. Tragisch ist das beim Galaxy A80 nicht, denn die eher “schwache” CPU vom Typ Snapdragon 730 und das zwar recht grosse, aber auch stromsparende AMOLED-Display fürht in der Praxis immerhin zu einer Nutzung von einem Tag (bei mir von 6:00 Uhr bis etwa 22 Uhr). Im Video-Binge-Dauertest hält der Akku bei voller Helligkeit rund 8 Stunden durch, bei halber Helligkeit knapp 10:30 Stunden. Zocker nutzen dann allerdings die volle Leistung der CPU und das schlägt sich auch im Verbrauch nieder. 4 Stunden bei voller Helligkeit und der Akku muss aufgeladen werden. Das klappte im Test über das mitgelieferte Kabel samt 25 Watt Schnellladeadapter in rund 90 Minuten. Drahtlos geht das aber nicht… In meinem Videoreview auf YouTube kann man das Samsung Galaxy A80 mal in “Action” sehen:

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OneUI Version 1.1: Schön bunt, Bruder

ONEUI in der aktuellen Version 1.1 kommt so auch auf dem Samsung Galaxy S10 zum Einsatz. Die eher rundlichen Icons verteilen sich ab Werk im App-Drawer. Ab Werk findet an wenig Bloatware,  das vorinstallierte Netflix und Microsoft Office dürfte für die meisten sogar hilfreich sein. Samsung selber liefert den Bixby Assistenten (ohne Bixby-Button) sowie einen speziellen Gaming-Mode. Der unterdrückt dann einfach eingehende Benachrichtigungen. Gaming auf dem Galaxy A80, du ahnst es nicht … Den Launcher selber kann man hervorragend personalisieren, denn dazu stehen im hauseigenen Galaxy Store zahllose – teils kostenpflichtige – Themen zur Verfügung. Die Bedienung unterscheidet sich eigentlich kaum vom Stock Android und selbst Nutzer eines iDevice kommen hier schnell zurecht.

Triple-Kamera des Samsung Galaxy A80: Da rotiert Niépce im Grabe

Joseph Nicéphore Niépce als Erfinder der Fotografie würde sich vermutlich im Grabe umdrehen, könnte er einen Blick auf die Kameraqualität werfen. Ok, das ist natürlich stark übertrieben (ich war wohl zulange auf Twitter unterwegs). Und technisch betrachtet macht Samsung mit seinen drei Kameras im Galaxy A80 eigentlich auch nichts verkehrt. Am Ende zählt aber eben nicht die Technik, sondern das Ergebnis. Und das hängt oft von der Software ab. Die Hauptkamera nutzt dabei sogar den neuen Sony IMX586 Sensor mit 48 Megapixel, der kommt eigentlich überall zum Einsatz, nur beim Sony Xperia 1 nicht 🙂 Beim Samsung Galaxy A80 bietet der Sensor aber nur eine verhältnismässig kleine Blende von f/2.0. Andere Modelle protzen hier mit f/1.4. Auch ein optischer Bildstabilisator fehlt. Der zweite Sensor löst dabei mit 8 Megapixel (Samsung S5k4ha) auf und fungiert als Ultraweitwinkel-Kamera (Blende f/2.2 Blende, kein OIS). Der dritte im Bunde sorgt als Time of Flight (TOF) Sensor für die Messung von Entfernungen und den Portrait-Fokus. Letztere kommt erst in der aktuellen Firmware mit einem vernünftigen Autofokus daher.
Im Ergebnis wirken die Aufnahmen ausgewaschen, blass und es fehlt an Details. Die Schärfe der Aufnahme kann mich nicht überzeugen. Viele Bilder werden von der Software mit ihren zahllosen Optionen noch zusätzlich aufgehellt. Das gilt auch für Aufnahmen bei Dunkelheit, wobei mich hier das Ergebnis eher überzeugt hat, als beim Honor 20 Pro. Kamerasample_Galaxy_A80_NachtKamerasample_Galaxy_A80_Selfie
Besser gefällt mit da der Tiefeneffekt bei Selfies. Hier erkennt man, das der Kamera ein spezieller ToF-Sensors zur Seite steht. Die Motive wurden erstaunlich scharf abgebildet, der Hintergrund sauber getrennt. Der sanfte Bokeh-Effekt wirkt glaubhaft.  Die Kamera-App liefert zusätzlich noch Live-Fokus-Foto und  Live-Fokus-Videos. Auch hier kann man den Hintergrund sanft unscharf stellen.

Konnektivität & Sound: Dual-SIM aber keine microSD

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Der in das Display eingebaute Fingerabdruckscanner reagierte im Test ziemlich unzuverlässig und damit auch eher langsam.Eine Gesichtserkennung sieht der Hersteller gar nicht erst vor. Das gilt dann auch für die Möglichkeit der Speichererweiterung per microSD. Dafür kann ich das Galaxy A80 mit zwei Nano-SIM-Karten gleichzeitig füttern und auch gleichzeitig LTE nutzen.- Die Unterstützung für das in Deutschland immer noch sehr wichtige Band 20 ist ebenso vorhanden, wie eine befriedigende Sende- und Empfangsleistung auf meiner Teststrecke zwischen Werne und Münster. Der Empfang ist dabei besser als beim Galaxy S10 oder Apple iPhone Xs. Das Galaxy A80 unterstützt ab Werk VoLTE sowie Voice over Wifi (Wlan Call). Der Sound wird allerdings nicht über eine klassische Ohrmuschel, sondern über per Vibration über das Displayglas übertragen. Wie klingt das? Im Gegensatz zu anderen Modellen leider blechern und viel zu leise. Die Datenübertragung erfolgt per Bluetooth 5,  NFC und auch mit einem eingebauten FM-Radio kann der Hersteller auftrumpfen. Das funktioniert allerdings nur mit Kopfhörer, dazu muss man den mitgelieferten USB-Typ-C Adapter nutzen. Meine Ohren haben den Sound über Bluetooth oder Kabel beim Galaxy A80 ohne Murren akzeptiert. Seine Freunde beschallt man allerdings nur mit einem Mono-Lautsprecher auf der Unterseite. Während die Lautstärke noch ausreicht, kann der Klang nur wenig überzeugen.

Fazit: Nicht empfehlenswert

Der Preis für das Samsung Galaxy A80 ist im Testzeitraum von 649 Euro (UVP) auf aktuell 469,80 Euro gefallen. Aber auch so ist das deutlich günstigere Xiaomi Mi 9T vermutlich die besser Wahl. Das nahezu randlose AMOLED-Display des A80 ist dabei gar nicht schlecht, mit 6.7 Zoll ist es aber auch verdammt gross und mit 220 Gramm ist das Smartphone einfach sehr schwer. Die Qualität der Triple-Kamera kann mich nicht überzeugen, schon gar nicht im Vergleich zur Konkurrenz. Die Bilder wirken einfach zu hell, flau und leicht detailarm. Die Videoqualität geht hingegen in Ordnung. Die Performance des Snapdragon 730 empfinde ich persönlich sogar als grenzwertig (langsam). Das gilt auch für den eher unzuverlässigen und damit auch viel zu lahmen In-Display Fingerabdrucksensor. Eine Gesichtserkennung ist gar nicht erst vorgesehen. “Samsung, heute habe ich leider kein Foto für dich …”

Samsung Galaxy A80

0.00
9

Verarbeitung

9.3/10

Display

9.2/10

Performance

8.6/10

Kamera

8.8/10

Konnektivität/Akku

9.1/10

Pro

  • Ausfahrbare Kamera
  • Keine Notch

Contra

  • Ausfahrbare Kamera
  • Kein Faceunlock
  • Performance
  • Preis-/Leistung

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