Samsung Galaxy Note 9 Test: Drahtloser Stift?

Das neue Samsung Galaxy Note 9 is optisch eine Mischung aus Galaxy S9+ und Note 8. Und auch technisch hat sich da wenig geändert. So bekommt man für seine rund 1.000 Euro wieder ein hochwertiges EDGE-Display mit 6.4 Zoll, eine schnelle CPU mit 6 GByte RAM, eine 12-Megapixel-Dual-Kamera und den Stift (S-Pen genannt). Letzterer fungiert nun aber auch als drahtlose Fernbedienung. Lohnt sich der Kauf dann überhaupt?7 min

979
Kaufen

Das neue Samsung Galaxy Note 9 is optisch eine Mischung aus Galaxy S9+ und Note 8. Und auch technisch hat sich da wenig geändert. So bekommt man für seine rund 1.000 Euro wieder ein hochwertiges EDGE-Display mit 6.4 Zoll, eine schnelle CPU mit 6 GByte RAM, eine 12-Megapixel-Dual-Kamera und den Stift (S-Pen genannt). Letzterer fungiert nun aber auch als drahtlose Fernbedienung. Lohnt sich der Kauf dann überhaupt?

Galaxy Note 9: Design des S9 Plus

Samsung_Galaxy_Note9_10“Never change a running System”. Nachdem sich das Galaxy Note 8 mit seinen Abmessungen von 162,5 x 74,8 x 8,6 und einem Gewicht von 195 Gramm recht gut geschlagen hat, will man mit dem etwas breiteren Galaxy Note 9 (161,9 x 76,4 x 8,8 mm) bei 201 Gramm ja nichts ändern. So kommt es mir jedenfalls vor. Das Gehäuse des Nachfolgers besteht nämlich wieder nahezu komplett aus Glas, ist in Deutschland nur in den beiden Farben Schwarz und “Ocean Blue” (mein Testsample) verfügbar und  Dank der IP68-Zertifizierung auch wieder gegen das Eindringen von Wasser und Staub geschützt. Das gilt auch für den Stifteinschub (der neue S Pen besteht aus Kunststoff und wurde bei der Blauen Variante in Gelb eingefärbt. Ein echt krasser Kontrast.

Auf der Rückseite aus Glas findet man die 12-Megapixel-Dual-Kamera sowie einen kleinen Fingerabdruckscanner. Der befindet sich sinnvollerweise unter den beiden Optiken, relativ mittig im Gehäuse. Der LED-Blitz und der Pulsmesser wurden hingegen rechts neben die Optik gequetscht. Immerhin ist der Fingerabdrucksensor so deutlich erreichbar als beim Vorgänger, dem Note 8:

Note9-Note8
Note 9 – Note 8

Die Verarbeitung des Galaxy Note 9 ist ohne Fehl und Tadel. Der Rahmen des EDGE-Display ist allerdings “scharfkantiger” als beim Galaxy S9+. So spürt man den Übergang einfach deutlicher. Der Ein-/Ausschalter liegt auf der rechten Seite, die Lautstärkewippe und die spezielle Bixby-Taste befinden sich hingegen auf der linken Seite des Rahmens aus Metall.  Der SIM-Einschub ist wie gewohnt auf der Oberseite zu finden und besteht aus billigem, ja fast zerbrechlich wirkenden Kunststoff. In der Duos-Version des Note 9 kann man entweder zwei nanoSIM-Karten oder alternativ einen nanoSIM und eine microSD-Karte nutzen. Bei 64 GByte Speicher ist das fast verschmerzbar, zumal man den Speicher auch per USB-Typ-C (USB 3.1) erweitern könnte. Einer der beiden kräftigen Lautsprecher sowie die 3.5 mm-Klinkenbuchse und natürlich der Einschub für den S Pen befinden sich auf der Unterseite. Dort findet man auch ein Mikrofon.

Display: 6,4 Zoll AMOLED und QHD

Samsung_Galaxy_Note9_19Der 6,4 Zoll große Display des Samsung Galaxy Note 8 ist zwar 0,1 Zoll größer als beim Note 8, löst aber auch “nur” mit 1.440 x  2.960 Pixel auf. Das Super-AMOLED-Display macht einen farbenfrohen Eindruck, stellt seine Inhalte absolut scharf dar und hat eine hohe Leuchtkraft. Die Farben werden dabei etwas kräftiger abgebildet als man es von anderen Geräten mit IPS-Panel gewohnt ist. Einen Rotstich wie beim Galaxy S9+ weist das Display nicht auf. Die Farbdarstellung sowie Kalibrierung kann man aber in den Einstellungen auf den persönlichen Geschmack anpassen. Hier findet man auch einen Blaulichtfilter für die Dunkelheit. Gestört hat mich da eher der Regenbogeneffekt an den beiden, gebogenen Kanten. Dort schimmern weiße Hintergründe auch leicht gräulich. Das Galaxy Note 9 bietet ein Always-on-Display. So werden auch im Standby noch Information angezeigt. ich kann dann auch beispielsweise den eingebauten Musikplayers steuern. Neben der Uhrzeit, Kalender und Benachrichtigungen werden auch von mir erstelle Screen-Off-Memos angezeigt. Die kann ich mit dem Stift auf das Display malen.

Der Touchscreen des Note 9 gehört zu den besten seiner Art.

Performance & Akku: Mehr Akku, gleiche Performance

Samsung_Galaxy_Note9_09Bei der Hardware des Galaxy Note 9 hat sich im Vergleich zum Samsung Galaxy S9 (Plus) nur wenig getan. Der Prozessor vom Typ Exynos 9180 nutzt acht Kerne und kann hier auf 6 GByte RAM zurückgreifen. In der Realität machen die zwei zusätzlichen Gigabyte aber kaum etwas aus. Die Benchmark-Ergebnisse des Galaxy Note 9 sind mit denen des S89 vergleichbar. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das: Geekbench 4 = 3.761 Zähler im Single-Core und 9.040 im Multi-Core. Im aktuellen AnTuTu erzielt der SoC 241.858 Punkte. Für den 1. Platz im Schulhof-Quartett reicht es damit zwar nicht, in der Praxis läuft das Gerät aber nahezu butterweich. Aktuelle Spiel und Anwendungen, bis hin zum speziellen Fortnite, laufen flüssig. Letzteres sogar in der maximalen Stufe “episch”. Dabei wird der SoC ordentlich gefordert und auch wärmer.

Der spezielle, auf dem Note 9 verfügbare Fortnite-Skin, scheint übrigens sehr begehrt!

Samsung_UI_Note9_63_ergebnis
Der interne Speicher beträgt 64 GByte und kann sowohl per microSD-Karten als auch per USB-OTG erweitert werden. Der fest eingebaute Akku des Samsung Galaxy Note 9 leistet leider jetzt 4.000 mAh (Galaxy Note 8: 3.300 mAh) und ist damit rund 700 mAh stärker ausgefallen. Das bedeutet im Test eine Screen-on-time von rund 8:30 Stunden. Etwa 1 Stunde mehr als beim Vorgänger. Im PCMark reicht es für fast 12 Stunden. Einen ganzen Tag schafft man also locker mit diesem Akku. Aufladen kann man das Galaxy Note 9 sowohl per Kabel (in rund 60 Minuten) als auch drahtlos per Induktion. Letzteres dauert je nach Ladegerät etwa 1 Stunden länger.

Konnektivität: Unendliche Weiten

Das Samsung Galaxy Note 9 bietet eine exzellente Sprachqualität und einen sehr guten Empfang. In der Duos-Variante werden sogar zwei SIM-Karten gleichzeitig im LTE-Modus (Gigabit-LTE (1,2 Gbit/s)) unterstützt. Die beiden Lautsprecher liefern dabei einen wirklich guten Klang und ausreichend starke Bässe. Der Fingerabdruckscanner auf der Rückseite reagiert blitzschnell. Das kann ich vom eingebauten Iris-Scanner nicht behaupten. Bei direkter Sonneneinstrahlung hat er so seine Probleme bei der Erkennung der Iris. Die einfache Gesichtserkennung ist dabei zwar schneller, kann aber nicht mit anderen Geräten mithalten. So habe ich mich oft nur mit der Entsperrung per Muster oder PIN bzw. über Smart-Lock (Bluetooth-Geräte) begnügt. WLAN wird in allen Bändern und Standards (802.11 a/b/g/n/ac (2,4 + 5 GHz) angeboten. Zudem gibt es eine Unterstützung für VHT80 MU-MIMO,1024-QAM und Ant+. Der sehr schnelle GPS-Empfänger  bietet Glonass, Beidou, Galileo. Dazu kommen Bluetooth 5, NFC und USB 3.1. In meinem Videoreview des Galaxy Note 9 auf YouTube gehe ich auch darauf ein:

Um das Video sehen zu können, musst du erst den YouTube Datenschutzrichtlinien zustimmen. Nachdem du diese akzeptiert hast, kannst du den Inhalt von YouTube aufrufen. Die Angebote von YouTube werden nicht auf mobile-reviews.de gehostet.

YouTube Datenschutzrichtlinien

Wenn Du den Datenschutzrichtlinien zustimmst, wird deine Wahl für die Zukunft gespeichert.

Android 8.1.1: Bunte Samsung-Oberfläche mit Stift

Samsung_Galaxy_Note9_23Als Betriebssystem kommt Android 8.1.1 zum Einsatz. Die Sicherheitspatche meines Testgerätes von notebooksbilliger.de stammen vom 1. August. Die Benutzeroberfläche namens Samsung Experience wurde natürlich wieder um die Stift-Funktionen des Galaxy Note 8 ergänzt. Insgesamt ist die Oberfläche zwar hübsch anzusehen, aber gleichzeitig auch ziemlich verspielt.

So kann man das Aussehen beispielsweise noch über zahllose Themes und Icons anpassen. “Stock-Android” sieht anders aus. Samsung selber installiert dabei auch eine menge Blotware, während Apps wie Samsung Video und Samsung Music manuell über den Galaxy App Store heruntergeladen werden müssen. Über den neuen Dex-Modus kann man sein Galaxy Note 9 wieder als eine Art Desktop-Betriebssystemen nutzen. Die meisten Apps werden dabei im Vollbildmodus angezeigt.  Zur Steuerung kann nutzt man eine per USB gekoppelte Maus und/oder Tastatur oder direkt den Bildschirm des Galaxy Note 9. Die dazu notwendige DeX Station und das DeX Pad bietet zwei USB-Ports, ist aber nicht ganz billig.

Samsung_UI_Note9_05_ergebnisSamsung_UI_Note9_04_ergebnis
Der neue per Bluetooth gekoppelte S-Pen beherrscht nicht nur 4.096 Druckstufen, hat eine dünne Spitze und kann bis zu 100 Seiten auf dem Lockscreen mit Text vollballern. Er fungiert nun auch drahtlos als Fernbedienung. So kann ich meinen Musikplayer damit fernsteuern, Powerpoint-Folien bewegen oder einfach nur ein Foto mit der eingebauten Dual-Kamera des Note 9 machen. Damit der S-Pen auch drahtlos funken kann, hat er einen eingebauten Kondensator, der ihn mit Strom versorgt. Im Smartphone eingeschoben dauert der Ladevorgang nur 20 Sekunden, das ermöglicht eine unabhängige Nutzung für maximal 30 Minuten. Für meine Vorträge ist das definitiv zu wenig und mangels Akkustandsanzeige im Stift oder in der Benachrichtigungsleiste ist das leider auch kaum planbar.

Natürlich sind auch die üblichen Funktionen wie Screenshots machbar. Auch Teile des Displaysinhaltes kopieren und auf Wunsch auch gleich in andere Sprachen übersetzen und animierte GIFs erzeugen sind für den Stift kein Problem. Diese sinnvolle Features werden durch zahlreiche Grafikprogramme komplettiert. Der Bildschirminhalt kann per Multi-Window-Modus in zwei Bereiche aufgeteilt werden und über die Funktion “App Paar” vorgegebene App-Kombinationen starten. So öffnen sich zwei zuvor definierte Apps gleichzeitig.

12-Megapixel-Dual-Kamera und 4K

Samsung_Galaxy_Note9_03Samsung setzt beim Galaxy Note 9 wieder zwei Kameras mit gleicher Auflösung (12 Megapixel) aber unterschiedlichen Blenden ein. Die Hauptlinse nutzt eine variable Blende von f/1.5 – f/2.4, der andere Sensor für die Teleoptik hat eine Blende von f/2.4. Der dadurch mögliche “optische” Zoom verschlechtert die Bildqualität nur leicht. Die Bildqualität ist ansonsten wirklich überzeugend. Die Motive wirken hell und klar, der Kontrast fast schon etwa künstlich. Der Unschärfe-Effekt “Live-Bokeh-Effekt/Live Focus” wirkt allerdings immer noch etwas künstlich. Die Aufnahmequalität der Kameras bei weniger guten bzw. schlechten Lichtverhältnissen finde ich aber sehr gelungen.

Samsung Galaxy Note 9

Eine “Zeiss-Kamera” wie beim Nokia 8 macht auch keine besseren Bilder. Videos werden sowohl von der hinteren, als auch von der vorderen Kamera (8 Megapixel) in UHD-Auflösung aufgezeichnet. Der Zweifach-Zoom ist auch hier. möglich. Daneben stehen auch eine Timelapse und eine Zeitlupenaufnahme mit 960 Bildern pro Sekunde zur Verfügung. Beides allerdings nur in 720p (HD).

Fazit: Super (teuer)

Samsung_Galaxy_Note9_35Das Galaxy Note 9 ist ein tolles Smartphone, bietet im Vergleich zum deutlich günstigeren Vorgänger aber leider kaum nennenswerte technische Neuerungen. notebooksbilligerWeder Display noch Performance sind “in Echt” wirklich besser. Lediglich der etwas leistungsstärkere Akku kann da noch Punkten. Aber das Galaxy Note 9 kostet offiziell 999 Euro (6 GByte RAM/ 128 GB Speicher). Wer 8 GByte RAM und 512 GByte Speicher benötigt, der muss sogar 1.249 Euro berappen. Freunde guter Smartphones ohne Stifteingabe bekommen für rund 470 Euro aber auch das Samsung Galaxy S9. Das größere Galaxy S9+ kostet nur rund 600 Euro. Und wenn es unbedingt ein Smartphone mit Stifteingabe sein soll, dann würde ich persönlich eher zum Galaxy Note 8 für rund 620 Euro greifen.

Samsung Galaxy Note 9 (Ocean Blue)

979,00
Bestellen
Notebooksbilliger.de
ab 21/10/2018 11:48