Samsung Galaxy S20 Ultra 5G im Test – Das Maß aller Dinge?

7 min


Das neue Samsung Galaxy S20 Ultra 5G spart nicht mit markigen PR-Sprüchen (“100x-Space-Zoom”), kommt aber auch mit echten Highlights, wie dem 6,9 Zoll großen AMOLED-Bildschirm daher. NIcht nur der Zusatz “Ultra” dürfte aber eine Menge Erwartungen wecken. Bei einer UVP von 1.399 Euro muss der koreanische Hersteller auch abliefern. Ob ihm das gelungen ist, erfahrt ihr in meinem Test.

Design des S20 Ultra 5G: Glas wohin man schaut

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Glas ist heutzutage wohl das Maß aller Dinge. Voder- und Rückseite des Samsung Galaxy S20 Ultra 5G bestehen daher auch aus diesem edlen, aber auch empfindlichen Material (Gorilla Glas 6). Erfreulicherweise hat Samsung aber auf die starke Display-Rundung der beiden Seiten verzichtet. Gerade die hat mich beim Vorgänger, dem Samsung Galaxy S10+, noch gestört. Der kleine Ausschnitt für die Frontkamera des Galaxy S20+ auf der Vorderseite ist nun in die Mitte gerutscht und fällt so (erstaunlicherweise) weniger stark ins Auge. Klingt komisch? Ist aber so. Das neue Ultra-Modell gibt es leider nur in Schwarz oder dem “neuen” Grau. Gerade letzteres sieht bei meinem Testsample leider etwas “billig” aus.

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Die Glasrückseite vermittelt optisch den Eindruck, als ob sie aus Kunststoff bestehen würde. Die nahezu aufdringlich wirkende Kameraeinheit mit ihrem “100X Space Zoom” Schriftzug nimmt fast 50% der Breite in Anspruch. Sie ragt zudem SEHR stark aus dem Gehäuse hervor. Das schreit praktisch nach einer Schutzhülle. Gut, dass Samsung dazu so einiges im eigenen Shop anbietet.Die sehr schicke und hochwertige Lederhülle kostet rund 40 Euro und sorgt bei der Kamera (fast) für ausreichend Schutz.

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Was das restliche Design betrifft, so gibt es keinerlei Überraschungen. Der Metallrahmen ist sehr schmal, extrem hochwertig und das ganze Smartphone ist super verarbeitet. Ab Werk gibt es bereits eine Displayschutzfolie, die bei meinem Sample auch ordentlich aufgebracht war. Die Lautstärke- und Powertaste auf der rechten Seite reagierte im Test präzise. Der Einschub für die beiden Nano-SIKM auf der Oberseite besteht allerdings weiterhin aus Kunststoff und macht einen billigen Eindruck. Das Galaxy S20 Ultra 5G bietet wieder eine IP68-Zertifizierung und ist somit gegen das Eindringen von Staub und Wasser geschützt. Mit seinen Abmessungen von 167 × 76 x 9 Millimeter und 222 Gramm ist es sowohl sehr gross, als auch ziemlich schwer. Das neue Ultra passt so kaum in die Hosentasche und nach ein paar Stunden Nutzung merkt man auch das Gewicht. Nungut, wer sich einen 6,9″ Zoll großen Bildschirm wünscht, der soll sich auch nicht beklagen.

Technische Daten: Das alles und noch viel mehr

Das Galaxy S20 Ultra wired mit Android 10 und der hauseigenen Benutzeroberfläche namens One UI 2.0 ausgeliefert.

Display 6.9″, 3.200 x 1.440 Pixel, AMOLED, Gorilla-Glas 6, HDR (HDR10+), 120Hz
Kamera hinten 108.0MP, f/1.8, Phasenvergleich-AF, OIS, LED-Blitz; 48.0MP, f/3.5, Phasenvergleich-AF, OIS, Teleobjektiv, Videos @4320p/24fps; 12.0MP, f/2.2, Weitwinkelobjektiv; Tiefenschärfe
Kamera vorne 40.0MP, f/2.2, Phasenvergleich-AF (Dual-Pixel), Videos @2160p/30fps
Schnittstellen USB-C 3.1 Gen 1 (OTG), WLAN 802.11a/b/g/n/ac/ax, Bluetooth 5.0 (aptX), NFC, ANT+
CPU Samsung Exynos 990, 64bit
RAM 12GB/16GB
Speicher 128/%12GB (UFS 3.0), microSD-Slot (shared, bis 1TB)
Navigation A-GPS, GLONASS, BeiDou, Galileo
Modem GSM (0.2Mbps/0.1Mbps), UMTS (42Mbps/5.76Mbps), LTE Cat 20/18 (2000Mbps/210Mbps), 5G
Netzstandards GPRS, EDGE, HSDPA, HSUPA, HSPA+, LTE-A, LTE-A Pro
Akku 5000mAh, fest verbaut, kabelloses Laden (Qi, reversibel)
Ladeleistung 45W, 15W (kabellos)
SAR-Wert 0.66W/kg Kopf, 1.557W/kg Körper

Display: 6,9 Zoll AMOLED mit (bis zu) 120 Hz

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Das Ultra-Modell bietet ein 6,9 Zoll großes AMOLED mit einer Auflösung von 3.200 × 1.440 Pixel bietet (510 ppi). Die Bildwiederholungsrate ist bei Full-HD+ (2.400 × 1.080 Pixel) mit 120 Hertz doppelt so hoch wie bei üblichen Smartphones. Bei voller Auflösung reduziert sie sich aber auf 90HZ, was ebenfalls vollkommen ausreichend ist. Ich persönlich sehe beispielsweise keinen Unterschied zwischen 90Hz (Pixel 4 XL oder Xiaomi Mi 10 Pro) und 120Hz auf dem Galaxy S20 Ultra. Der OLED-Screen ist für mich allerdings der mit Abstand beste Bildschirm bei Smartphones. Super Kontraste, sehr gute Schwarzwerte, intensive Farben, ein sehr guter Blickwinkel und (gerade) bei Sonneneinstrahlung eine nahezu extreme Helligkeit (im Automatikmodus 900 cd/m²). Mehr und besser geht aktuell nicht. Da bekommt man beim Samsung schon so einiges geboten.

Kameras: Mit bis zu 100x Space Zoom

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Das neue S20 Ultra 5G bietet einen 108-Megapixel-Sensor samt 10-fachem Hybridzoom. Der Zoom an sich geht vom Ergebnis her bis dahin auch voll in Ordnung. Das gilt dann allerdings nicht mehr für den so markig beworbenen “100-fach-Space-Zoom”. Was in der Werbung noch durchaus beeindruckend klingt bzw. aussieht, ist in der Praxis völliger Kokolores. Wirklich nutzbar ist diese Zoomstufe höchstens als Spielerei. Mir persönlich gefällt da das Ergebnis des 50-fach-Zoom beim Huawei P30 Pro etwas besser. Und selbst das ist eher grenzwertig.  Die neue Zoomkamera löst mit 48 Megapixel auf, bietet allerdings nur eine Blende von f/3.5. Das Ergebnis kann sich tagsüber shene lassen, aber schon bei eintretender Dunkelheit sieht man viele Artefakte. Fans von Ultraweitwinkelaufnahmen kommen beim 12-Megapixel-Sensor samt Blende von f/2.2 voll auf Ihre Kosten. Bein vierten Sesnor handelt es sich um eine  TOF-3D-Kamera (Time of Flight) mit 0,3 Megapixel und f/1.0.Sie dient einzig und allein der Entfernungsberechnung von Objekten und hilft beim Bokeh-Effekt im Portraitmodus. Die Bilder der 108-Megapixel-Optik mit ihrem Isocell-Bright-HM1-Sensor und der Blende f/1.8 haben mich jetzt ehrlich gesagt nicht vom Sockel gerissen. Und das, OBWOHL die Ultra-Kamera über Pixel Binning bereits 9 Pixel zu einem Superpixel vereint. Der Phasenvergleichs-Autofokus (PDAF) hatte bei mir im Test zu oft ein Fokusierungsproblem. Das “mehr” An Qualität bei den 108-Megapixel-Bildern rechtfertigt für mich dann auch nicht den deutlich grösseren Speicherbedarf (bis zu 26 MByte pro Bild). Auch hier kommt eher die Marketingabteilung auf ihre Kosten. Aber kommen wir nun zu den Ergebnissen:

Kamerasample_S20UltraMehr Kamerabilder des S20 Ultra

Im Pixel-Binning-Modus (4:3 bei 12 Megapixel) liefert die Kamera “ab”. Bei ausreichend Licht gehen die Details in Ordnung, die Farben stimmen. Allerdings werden die Bilder auch leicht aufgehellt. Gerade Hauttöne werden dadurch eher stärker weichgezeichnet bzw. einfach unnatürlich abgebildet. Bei meinem Testsample gab es zudem Probleme mit dem Autofokus, der lag oft daneben. Bei weniger Licht steigt das Bildrauschen schnell an und dunkle Bereiche verschwinden.  Fotos im Nachtmodus sind dabei allerdings auf de gleichen Niveau wie beim Pixel oder Huawei P30 Pro. Wer der Automatik nicht traut, der greift zum umfangreichen Pro-Modus zurück. Hier kann man nicht nur den Fokus oder wen Weißabgleich anpassen, sondern die Bilder auch gleich als RAW-Aufnahmen bearbeiten. Im Videomodus erlaubt das Galaxy S20 Ultra jetzt (kurze) Videoaufnahmen in 8K. Hier allerdings nur mit 24 Bildern pro Sekunde. ZUdem muss SEHR viel Licht zur Verfügung stehen, sondern gibt es nur fette Artefakte zu sehen. In den anderen Modi (z. B. 4K mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde) stimmt die Qualität dann wieder. Das gilt auch für den Zeitlupemodus oder die Super-Slowmo.

Performance, Akku, Konnektivität: Exynos, 5.000 mAh und 5G

Der neue Exynos 990 mit seinen acht Kerne mit bis zu 2,73 GHz kann einem Qualcomm Snapdrgon 865 nicht das Wasser reichen. Zudem benötigt er auch noch mehr Strom. Vollkommen unverständlich, dass Samsung noch an dieser Eigenlösung festhält. Die CPU greigt dabei auf 12 oder 16 GByte RAM zurück. Im Test reicht das für rund 510.00 Punkte im Antutu-Benchmark. Die CPU ist damit kaum schneller als der Kirin 990 im Huawei Mate Xs. Der Snapdragon 865 des Xiaomi Mi 10 Pro kommt beispielsweise auf 565k im AnTuTu. Ausreichend Power steht aber selbst bei einer Bildwiederholrate von 120Hz. Es gibt keine Spiele oder Apps, die diese (oder andeer aktuelle) CPU auslasten. Die Benutzeroberfläche One UI 2.0 läuftz zwar auch flüssig, kann sich aber nicht mit “Stock Android” auf dem Pixel 4 XL messen. Das ist einfach noch flüssiger. Für knapp 1.400 Euro bekommt man in Deutschland übrigens nur 128 GByte internen Speicher. Gut, dass man diesen per Micro-SD erweitern kann. Allerdings zu Lasten eines Nano-SIM-Einschubs. Das S20 Ultra 5G bietet dafür aber auch eine zusätzliche eSIM. Bei der Konnektivität leistet sich das Galaxy S20 Ukltra 5G keinerlei Schlappen. Die Gesprächsqualität ist auf einem sehr hohen Niveau, die Sende – und Empfangsleistung ebenfalls. Wer den passenden Tarif hat, kann auch 5G bzw. LTE Cat 20 mit bis zu 2 Gbit/s im Down- und 150 Mbit/s im Upload nutzen. Daneben bietet das Smartphone auch Bluetooth 5.0,NFC, Wifi-6. Der Fingerabdrucksensor befindet sich dabei unter dem Display. Er ist für den ein oder anderen vielleicht etwas zu klein, funktionierte im Test dafür auch schnell und zuverlässig. Das gilt auch für die Gesichtserkennung, die auch mit Brillenträgern  klarkommt. Kopfhörer kann man nur über Bluetooth bzw. über einen Adapter von Klinken auf USB nutzen. Die beiden Lautsprecher tönen laut und kräftig. Das mitgelieferte AKG-Headset ist top. Den Klang kann man dabei auch auf seine eigenen Wünsche anpassen. Equalizerpresets und eine spezielle Option für ältere Hörer*Innen stehen natürlich ebenfalls zur Auswahl. Ach ja, wer sein S20 als PC nutzen will, greift auf den hauseigenen Desktop-Modus “Dex” zurück. Mit einem HDMI-fähigen Fernseher oder Monitor  bekommt man so eine Art “Chrome-Book” samt Unterstützung für Bluetooth-Maus- und Tastatur. Wer das Samsung Galaxy S20 Ultra mal in bewegten Bildern erleben möchte, sollte einen Blick auf mein Videoreview werfen:

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Der fest eingebaute Akku leistet diesmal 5.000 mAh, hat aber auch so einige zu tun. Im Battery Test des Benchmarks “PCMark” kommt das Gerät auf eine Laufzeit von 11:53 Stunden mit aktivierter 120-Hz-Wiedergabe. Im Alltag reicht der Akku daher für 1 Tag bis maximal 1 1 /2 Tage. Die Screen-ON-Time lag bei rund 7 Stunden. Das mitgelieferte Netzteil (25 Watt) braucht für die vollständige Aufladung rund 1,5 Stunden. Eine deutlich schnellere Aufladung per Kabel klappt übrigens mit dem optional zu erwerbenden 45-Watt Ladegerät. Drahtlos Aufladen? Ist beim S20 Ultra auch kein Problem. Mit bis zu 15 Watt benötigt man dabei aber mehr als 2,5 Stunden. Wer mag, kann auch andere Geräte mit dem Smartphone drahtlos aufladen. So zum Beispiel die für Vorbesteller kostenlosen, kabellosen In-Ears “Samsung Galaxy Buds+”.

Mein Fazit: Nicht das Maß aller Dinge

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Ist das Samsung Galaxy S20 Ultra 5G wirklich das Maß aller Dinge? Natürlich nicht, es gibt kein perfektes Smartphone. Das AMOLED-Display mit seinen 120 Hz ist dabei aber wirklich stark, auch wenn die schnelle Bildwiederholrate (momentan) nur bei FHD+ zur Verfügung steht. Die Helligkeit, die Farbdarstellung sowie die dünnen Ränder sind wirklich genial. Das gilt dann leider nicht mehr für die Kameras. Während man den 8k-Videomodus sowie den 100x-Space-Zoom noch als “Marketing” entschuldigen mag, kann die mitunter mässige Bildqualität der 108-Megapixel-Kamera nicht so einfach entschuldigt werden. Die liegt definitiv an der Kamerasoftware. Genau hier will (bzw. hat Samsung) mit einem Update nachbessern. Für seine 1.069 Euro (zum Testzeitpunkt) bekommt man aktuell also ein sehr großes und schweres Smartphone mit einer super Verarbeitung, mehr als ausreichend Rechenpower und einer guten, aber längst nicht überragenden Kameraqualität.  Als im Endeffekt nichts, was man bei der Konkurrenz nicht auch für deutlich weniger Geld bekommen würde. Mir persönlich reicht auch ein Huawei P30 Pro oder wen ich unbedingt eine Kamera mit 108-Megapixel benötige, (m)ein Xiaomi Mi 10 Pro.


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