Samsung Galaxy S6 im Test: Edle Materialien und hoher Preis

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Mit dem neuen Samsung Galaxy S6 hofft der Hersteller mal wieder auf einen richtigen Burner. Chinesische Hersteller wie beispielsweise Xiaomi oder Meizu bringen mittlerweile Top-Smartphones auf den Markt, die sich in kurzer Zeit zum Verkaufsschlager mausern. Das Apple iPhone ist sowieso immer mit auf den vorderen Plätzen, schließlich will man ja was für sein Image tun, oder? Da kann und will Samsung nicht hinten anstehen. Mit dem neuen Galaxy S6 setzt der Hersteller daher voll auf edle Materialien.

Eine Kombination aus Glas und Metall soll die Käufer zurück zu Samsung führen. Ähnlichkeiten des Samsung Galaxy S6 mit dem Vorgänger? Eigentlich kaum noch. Ok, die Abmessungen von 143,4 x 70,5 x 6,8 mm bei einem Gewicht von 138 Gramm sind jetzt kein riesiger Unterschied zum Galaxy S5 (142 × 73 × 7,9 mm, 145 Gramm). Aber dass bestand ja auch noch aus schnödem Kunststoff. Beim Galaxy S6 kommt hingegen ein Gehäuse aus Aluminium zum Einsatz. Leider ist aber auch der Preis kein Pappenstiel mehr. Für seine 699 Euro bekommt man als Gegenleistung ein Smartphone mit nur 32 GByte Speicher. Und den kann man nicht mal so ohne weiteres erweitern. Wer mehr Speicherplatz benötigt, dem spendiert Samsung für nur jeweils 100 Euro Aufschlag eine Speicherverdopplung (64 GByte: 799 Euro, 128 GByte: 899 Euro). Das nenne ich mal großzügig. Und so praktisch direkt von Apple übernommen 😀

Design & Verarbeitung: Samsung Galaxy S6 ohne Fehl und Tadel?

Bei einem so hohen Preis erwarte ich ein perfekt verarbeitetes Samsung Galaxy S6. Aber da werde ich wohl lange warten müssen. Apple’s iPhone 6 (Plus) erkrankte an “Bendgate” und diversen Problemen bei der Kamerafixierung. Das Samsung Galaxy S6? Im direkten Vergleich zum Vorgänger liegen da Welten in der Haptik. Das S6 ist ein Handschmeichler. Der Rahmen des Smartphones besteht dabei komplett aus Aluminium. Die Rückseite besteht diesmal aus Gorilla Glass 4. Man könnte sagen, dass das neue Flaggschiff deutlich eleganter, edler und damit auch hochwertiger wirkt. Wobei mir das Galaxy Alpha, Galaxy A5 und auch das Galaxy A7 schon sehr gut gefallen haben. Leider sind die Metallkanten um das Display bei mir etwas scharfkantig. Verletzungsgefahr besteht aber keine.Bei der Glasrückseite werden sich die Geschmäcker vermutlich trennen. Sie mag edel wirken, zieht Fingerabdrücke aber nahezu magisch an. Das gilt besonders für dieses Blau-Schwarz. Auch die Haptik ist da Geschmackssache. Immerhin liefert Samsung das Galaxy S6 in vier Farben (Schwarz, Weiß, Gold, Blau) aus. Aktuell (April 2015) bekommt man allerdings keine blauen Modelle. Nicht zu vergessen, das sowohl Glas als auch Metall gute Wärmeleiter sind. Da kann man froh sein, dass Samsung sich in letzter Minute gegen den Snapdragon 810 entschieden hat.

Samsung Galaxy S6
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Schaut man sich das Design aus der Nähe an, dann wird man gewisse Parallelen zum iPhone 6 erkennen. Das finde ich persönlich jetzt auch nicht wirklich schlimm. Das Kameraobjektiv auf der Rückseite ragt übrigens auch aus dem Gehäuse hervor. Das ist physikalisch auch nicht anders machbar. Wer also unbedingt super dünne Smartphones haben will, der wird damit leben müssen. Genau wie beim Oppo R5 schwankt das Samsung Galaxy S6 dann auf einer ebenen Unterlage leicht hin und her. Der Kopfhörer findet unten links Anschluss, unten rechts befindet sich der Lautsprecher. Auch hier sieht man die allseits bekannten Bohrungen.

Display: Siehst gut aus

Als Display kommt beim Samsung Galaxy S6 wieder ein bewährtes Super-AMOLED-Panel mit Pentile Matrix zum Einsatz. Die Diagonale beträgt – wie beim Vorgänger – 5,1 Zoll. Die Auflösung wurde hingegen auf 1.440 x 2.560 Pixel (576 ppi) aufgeblasen. Damit stellt es alle Inhalte sowohl knackscharf als auch recht blickwinkelstabil dar. Die Frage nach einer so hohen Auflösung erübrigt sich, wenn man es einfach mal in natura gesehen hat. Gerade die speziell für das Galaxy S6 gefertigten Demovideos sind beeindruckend! Die maximale Helligkeit ist mehr als ausreichend, damit man den Displayinhalt auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch ablesen kann. Die vom Galaxy S5 bekannte Gestensteuerung ist natürlich ebenfalls wieder vorhanden. Erhöht man die Empfindlichkeit des Touchscreens in den Einstellungen kann man ihn sogar mit Handschuhen bedienen. Auch für Sehbehinderte gibt es eine Menge Hilfestellungen. Eine kleine LED informiert mich sogar über entgangene Anrufe oder Nachrichten. Die Leuchtdauer der beiden Sensortasten kann man hier übrigens auch verlängern.

Samsung Galaxy S6 Kamera: Gut gelungen

Die Kamera startet man durch einen simplen Doppeltipp auf den Home-Button. Sie löst zwar wieder “nur” mit 16 Megapixel auf, nutzt dabei aber keinen ISOCELL-Sensor, sondern (nach unbestätigten Informationen) einen Sony IMX240 wie beim Galaxy Note 4.

Samsung Galaxy S6 Samsung Galaxy S6

Die Blende der Kamera des Galaxy S6 beträgt f1.9. Das gilt auch für die Frontkamera mit ihren 5-Megapixel. Daneben kann sie mit einem optischen Bildstabilisator (OIS) glänzen. Die Zahl der unterschiedlichen Automatik-Modi hat Samsung übersichtlich gehalten. Die Kamerasoftware des Galaxy S6 erkennt unterschiedliche Situationen und wählt den passenden Modus selber aus. Dank der schnellen GPU werden die Aufnahmen in der Auto-HDR-Funktion blitzschnell berechnet. Aber Samsung geht noch einen Schritt weiter und erlaubt über Live-HDR die Vorschau der Aufnahmequalität auf dem Display. Videos zeichnet die Kamera auch in Ultra-HD (2.160 x 3.840 Pixel) auf.

Campics Samsung Galaxy S6 Campics Samsung Galaxy S6
Mehr Bilder der Kamera findet ihr bei Flickr.

Wer sich etwas mehr zutraut, kann neben der Automatik auch den Pro-Modus nutzen. So bekommt man Zugriff auf alle wichtigen Parameter, wie Belichtungskorrektur, ISO-Wert und Weißabgleich. Der ISO-Wert ist aber eine reine Spielerei und kann nicht ansatzweise mit einer Spiegelreflexkamera mithalten. Wer mag, kann den Fokus seiner Aufnahmen auch später nachtäglich ändern (Nah-Focus, Weit-Focus, Pan-Focus).

Samsung Galaxy S6 Multimedia: Erstklassiger Sound

Samsung Galaxy S6
Der Musikplayer stammt wieder von Samsung. Wer den nicht mag, kann aber auch andere Musikplayer auf dem Play Store installieren. Die Optik wurde etwas entschlackt. Die Tasten zur Steuerung sind dem Trend folgend “flach” gestaltet. Interpreten, Playlisten, Genres und Alben sowie das ins MP3 integrierte Cover werden korrekt angezeigt.

Samsung Galaxy S6 Samsung Galaxy S6 Samsung Galaxy S6

Der Musikplayer bietet sieben Klang-Presets. Wer die nicht mag, kann über die Option “Benutzerdefiniert” auch eine eigene Kreation anlegen. Dann liefert das Samsung Galaxy S6 (mit guten Kopfhörern) einen ansprechenden und kräftigen Bass und klare Höhen. An meine beiden Referenzgeräte, einem Cowon J3 und einem Estarlab Monolith kommt der Sound aber nicht ganz heran. Dank der Multitasking-Unterstützung kann man den MP3-Player auch im Hintergrund weiter laufen lassen und nebenher noch andere Aufgaben erledigen. Der Video-Player spielt Clips im Querformat und in den üblichen Formaten ab. Auf Wunsch werden Videos auch Bild-in-Bild abgespielt. Ein FM-Radio bietet das Samsung Galaxy S6 nicht.

Akku & Konnektivität: Supi

Über DC-HSPA+ kann ich mit bis zu 42 Megabit pro Sekunde im Down- und 5,76 Megabit pro Sekunde im Upstream surfen. Der Datenturbo LTE wird in der Cat 6 unterstützt. Damit sind theoretisch Downloadraten von 300 Megabit pro Sekunde möglich. Im Test gingen diese (in Münster) aber selten über 50 Mbit/s hinaus (Telekom, O2). Die Empfangsleistung war dabei ordentlich, subjektiv besser als beim Apple iPhone 6. Das WLAN-Modul nutzt 802.11 a/b/g/n/ac (2.4 GHz und 5 GHz). Die Datenübertragungsrate ist mit etwa 135 Mbit/s recht hoch. Wer es schneller mag, kann sogar die maximale Datenrate von LTE mit einem WLAN kombinieren. Dann geht so richtig die Post ab. Daten und Medien werden per Bluetooth 4.1 LE, DLNA und NFC übertragen. Eine Kopplung mit meinem Mac klappte sowohl über KIES von Samsung als auch über Android File Transfer. Wer die etwas aufgeblähte App von Samsung nicht mag, der kann die im Play Store erhältliche und kostenlose App “Airdroid” nutzen.

Der wechselbare Akku liefert 2.550 mAh und fällt damit schwächer aus als beim Galaxy S5 (2.800 mAh). Keine Ahnung was Samsung sich dabei gedacht hat. Denn weder die CPU noch das hochauflösende Display sind sonderlich genügsam. Der sogenannte “Normalnutzer” wird damit aber locker einen Tag ohne auskommen. Wer allerdings ununterbrochen Videos anschaut oder gar aufwändigere Spiele zockt, wird das Smartphone nach knapp 8 Stunden aufladen müssen. Gut, dass der fest eingebaute Akku nach etwa 2 Stunden wieder voll aufgeladen ist. “Fastcharge” sei Dank. Wer einen längeren Atem bevorzugt, der sollte sich die Energiesparoptionen mal näher ansehen. Die Sprachqualität war im Test im Telekom-Netz sowie bei Vodafone und O2 gut. Die Gesprächspartner konnten sich klar und deutlich verständigen und auch die integrierte Rauschunterdrückung verrichtete recht zuverlässig ihren Dienst.

Performance: Schneller geht es aktuell nicht

Der brandneue Exynos 7420 ist genau wie der Snapdragon 810 ein Octa-Core-Chip. Von den acht Kernen basieren vier auf dem Cortex-A53 mit bis zu 1,5 GHz und vier auf dem Cortex-A57 mit bis zu 2,1 GHz. Die grafische Darstellung übernimmt dabei eine Mali-T760-GPU. Die CPU wird durch 3 GByte Arbeitsspeicher entlastet. Solcherlei Prozessoren waren bis vor kurzer Zeit noch undenkbar. Die maximal zur Verfügung stehende Power reicht für den alltäglichen Gebrauch vollkommen aus! Das spürt man besonders im direkten Vergleich mit dem Galaxy S5. Im Vergleich zum HTC One M9 fällt einem höchstens die geringere Wärmeentwicklung auf. Die war dann letztlich auch ausschlaggebend für Samsung.
Bringen wir es auf den Punkt: Wartezeiten? Fehlanzeige! Alle Apps und Spiele öffnen sich nahezu verzugslos. Für die Freaks unter uns bedeutet das über 60.000 Punkte in AnTuTu-Benchmark (HTC One M9: 57.000 Punkte) und 1.412 Zähler im Single-Core sowie im 4.589 Multi-Core beim Geekbench 3. Aber was sagen solcherlei Zahlen schon über die Leistungsfähigkeit aus? Nicht wahr meine Damen 😉 Nichts, denn das Apple iPhone 6 ist ähnlich schnell!

Android Lollipop & TouchWiz: Bunt, bunter, TouchWiz

Samsung Galaxy S6 Samsung Galaxy S6 Samsung Galaxy S6Samsung Galaxy S6 

Das Smartphone nutzt als Benutzeroberfläche das nochmals schlankere Nature UI (TouchWiz). Im Hintergrund läuft Android 5.0.2. Alle Apps und Icons werden sowohl auf den zahlreichen Homescreens, als auch im App-Drawer angezeigt. Natürlich kann man sie auch in Ordnern ablegen. Auf Wunsch kann man sich aus dem Play Store auch andere Android-Launcher installieren. Samsung hat das Android-OS wieder um ein wenig Bloatware in Form der Samsung Hubs und diverser Werbe-Apps (cewe, kaufDA, pizza.de) erweitert. Die kann man aber nachträglich löschen. Hier seht ihr das TouchWiz im Einsatz:

Der eingebaute Pulsmesser verrichtet seinen Dienst im üblichen (ungenauen) Rahmen. Die Messungen fielen im Test daher unterschiedlich aus und variierten teils stark. Der im Home-Button auf der Vorderseite integrierte Fingerabdrucksensor funktionierte im Test hingegen deutlich besser als beim Galaxy S5. Anstatt mit dem zuvor registrierten Finger darüber zu streichen braucht man ihn nur noch leicht aufzulegen. So kann man sein Smartphone entsperren oder zum Beispiel Zahlungen bei Paypal autorisieren. Sollte dies nicht klappen, dann hilft das zuvor hinterlegte Passwort. Schaut euch doch auch mein Videoreview zum Galaxy S6 an:



Fazit: Eines der besten Smartphones

Das neue Gewand steht dem Samsung Galaxy S6 sehr gut. Optisch mag es sich am iPhone 6 anlehnen. Na und? Die Verarbeitungsqualität ist gut. Der Preis mit mindestens 700 Euro aber auch sehr hoch. Das Display mit seiner sehr hohen Auflösung von 1.440 x 2.560 Pixel ist erste Sahne, die sehr schnelle CPU mehr als ausreichend fix. Die 16-Megapixel-Kamera macht gute Bilder ohne mich jetzt vom Hocker zu reißen. Als störend empfinde ich den nicht erweiterbaren Speicher. Preis-/Leistungsverhältnis? Die Frage stellt sich bei solcherlei Produkten nicht mehr. Braucht man so ein Hightech-Smartphone wirklich? Die Frage lautet eher: wofür? Als mobile Spielekonsole, als Videoplayer, als MP3-Player oder als Statussymbol? Die Frage sollte sich jeder selbst beantworten. Will man so ein Gadget haben? Unbedingt. Ich persönlich finde es einfach toll. Sogar einen Tick toller als das ähnlich teure HTC One M9.