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Simvalley AW-414.Go Test

Mit der Simvalley AW-414.Go stellt Pearl eine sogenannte SmartWatch mit Android-Betriebssystem vor. Im Gegensatz zur Konkurrenz, wie beispielsweise der Sony SmartWatch 2 handelt es sich bei der AW-414.Go aber um ein vollwertiges Smartphone am Handgelenk. Mit der Simvalley AW-414.Go von Pearl kann man nämlich auch telefonieren, im Internet surfen und Apps installieren, OHNE dabei ein Smartphone mit sich führen zu müssen. Ob sich die AW-414.Go auch für Nicht-Geheimagenten lohnt, lest einfach in meinem folgenden Test nach. Design
Display
Kamera
Multimedia
Akku
Benchmarks
 
Ergebnis

Design & Verarbeitung & Haptik

Simvalley AW-414.GoAls SmartWatch kommt es definitiv auf die Größe an. Aber nicht so, wie man jetzt vielleicht denkt. Hier gilt der Spruch: je kleiner, je besser. Mit ihren Abmessungen von nur 45 x 44 x 14 mm und einem Gewicht von 90 Gramm ist sie zwar nicht gerade winzig. Im Vergleich mit einer dickeren (Taucher-) Uhr trägt sie aber auch nicht zu sehr auf. Strahlwasser gegenüber ist sie sogar gefeit. Mit ihr Tauchen gehen, sollte man allerdings nicht. Beim erstmaligen Einsatz muss man erst einmal den Akkudeckel (aus Metall) entfernen. Dazu muss man vier winzige Schrauben lösen. Der mitgelieferte Schraubendreher erleichtert einem die Arbeit dabei nur wenig. Er ist weder magnetisch, noch ausreichend gross. Eigenes Werkzeug wirkt da aber Wunder.

Erfreulicherweise liefert Pearl ein paar Ersatzschrauben mit und das ist auch gut so! Hat man den Deckel erst einmal entfernt, so muss erhält man Zugang zur Micro-SD-Karte und dem 600 mAh starken Akku, den man auch selbst wechseln kann. Hat man beides eingelegt, so kann man den Deckel wieder schliessen. Der Zugang für die MicroSIM befindet sich übrigens außen, auf der linken Gehäuseseite der SmartWatch. Auch hier muss man zwei kleine Schrauben entferneSimvalley AW-414.Gon.

Die Front der AW-414.Go sieht genaus so aus wie bei einer normalen Digitaluhr. Das Display glänzt etwas und ist  Fingerabdrücken gegenüber nicht ganz abgeneigt. Der 1,5-Zoll große Touchscreen wirkt auf den ersten Blick recht klein, da der Rahmen drumherum etwas großzügig erscheint. Auf der rechten Gehäusseseite findet man eine 3-Megapixel-Kamera, die neben Fotos auch Video in VGA-Auflösung aufzeichnen kann. Das eingebaute Mikrofon versteckt sich auf der linken Seite, direkt neben dem Schacht für die MicroSIM. Im Armband aus Silikon hat der Hersteller einen GPS-Empfänger sowie den Lautsprecher eingearbeitet. Selber wechseln kann man das Armband so dann lieder nicht. Wer kein Silikon mag, muss sich wohl eine andere SmartWatch aussuchen. Anschluss an den PC findet die AW-414.Go über eine spezielle Ladeschale, ähnlich wie bei der Samsung Galaxy Gear. So kann man seine Uhr auch mit einem handelsüblichen MicroUSB-Kabel aufladen. Die komfortable Lösung hat aber einen Nachteil: während des Ladevorgangs kann man die beiden Tasten nicht bedienen. Mit deren Hilfe kann ich die Uhr aktivieren bzw. im Menü einen Schritt zurück gehen.


Mehr Bilder nach dem Klick
Alle Eingaben erfolgen über eine zunächst recht winzig wirkende QWERTZ-Tastatur. Der Hersteller legt zwar einen kleinen Eingabestift aus Kunststoff dazu. Mit den Finger klappt die Eingabe aber deutlich besser. Nach kurzer Eingewöhnugn trifft man die Tasten recht genau. Kein Vergleich zum deutlich ungenaueren Touchscreen der Vapirius AX2. Android 4.2.2 steuert man nur über die beiden Drücker auf der rechten Seite der Uhr. Ein paar Wischgesten lösen dann noch zusätzliche, kontextsensitive Funktionen aus. Haptisch macht die AW-414.Go einen sehr guten Eindruck auf mich. Die Verarbeitung stimmt und während meines Tests ist es auch nicht zu einem Wassereinbruch gekommen. Einzig der Akkudeckel hat durch den Kontakt mit Schweiß seine Farbe verändert, er ist nun deutlich dunkler. Ich würde dem Design, der Verarbeitung und der Haptik durchaus 8 Punkte geben. Wem der Einsatz eines Schraubendrehers aber Angst bereitet, der sollte hier einen Punkt abziehen 😀

Lieferumfang

Simvalley AW-414.GoIn der dunklen, etwas schmucklosen Retail-Verpackung aus Karton findet man neben der SmartWatch noch das Lade-/Datenkabel, ein Ladegerät, eine Docking-Station sowie eine dicke Anleitung (wichtig!). Auch an den zuvor erwähnten Schraubendreher sowie Ersatzschrauben hat Pearl gedacht.  Eine microSD-Speicherkarte gehört nicht zum Lieferumfang. Die Uhr selber wird auf einem braunen Lederkissen präsentiert. Das sieht wirklich edel aus!

Display

Simvalley AW-414.GoDas 1,5 Zoll große Display bietet zwar nur eine Auflösung von 240 x 240 Pixel, stellt alle Inhalte aber gut lesbar dar. Kein Wunder bei einem Wert von 220 PPI. Leider flimmert die darstellung ein wenig (Zeilenflimmern). Bemerkbar macht sich das vor allem bei dunkleren Hintergründen.  Der Ablesewinkel ist hingegen erstaunlich hoch, deutlich höher als beim Simvalley SP-2X.Slim. Auch die maximale Helligkeit reicht für den Einsatz bei Sonnenschein problemlos aus. Die Farbdarstellung wirkt angenehm dezent. Die kratzfeste Oberfläche spiegelt etwas und zieht die Fettfinger magisch an. Das Display kann ab Werk nicht mit normalen Handschuhen bedient werden. Eine Status-LED hat die SmartWatch nicht zu bieten. Entgangene Anrufe oder Nachrichten stellt sie aber mit einem Symbol auf dem virtuellen Ziffernblatt dar. Im Gegensatz zur Sony SmartWatch 2 ist das Display nicht dauerhaft aktiviert. Als normale Uhr kann man bei der AW-414.Go zwischen sieben “analogen” und 4 digitalen Ziffernblättern wählen. Das sieht sogar richtig gut aus! Insgesamt bekommt die AW-414.Go von mir 7 Punkte. Für das Zeilenflimmern muss ich leider einen Punkt abziehen.

Kamera

Simvalley AW-414.Go
Die Kamera auf der rechten Seite der AW-414.Go nimmt Bilder mit 3 Megapixel auf. Die Qualität geht für Schnappschüsse völlig in Ordnung und auch die Videoaufzeichnung in VGA-Qualität finde ich für eine SmartWatch völlig ausreichend. Zahllose Einstellungsmöglichkeiten und Effekte vervollstäidigen meinen guten Eindruck von der Kamera. Wer auf etwas höherem Niveau meckern will, wird die leichte Rotstichigkeit bemängeln. Den Kameraton kann man übrigens deaktivieren.

 
(Kamerabilder  Anklicken)

Die Bildqualität steht im Vergleich mit der Samsung Galaxy Gear allerdings leicht zurück, sodass es nur für 5 Punkte reicht.

Multimedia & Musik

Der Musikplayer stellt Informationen zum Album bzw. Track dar, kann aber mangels 3.5 mm Klinkenbuchse nur über den eingebauten Lautsprecher bzw über ein per Bluetooth angeschlossenes Headset genutzt werden. Nachteilig empfinde ich hier die Tatsache, das ich mit den beiden Drückern der SmartWatch nicht auch die Lautstärke regeln kann. Dazu muss ich erst mit einer Wischgeste von unten nach oben ein weiteres Menü öffnen. Ohne Equalizer-Presets liefert die AW-414.Go auch nur einen durchschnittlichen Klang.

Sara Brightmann:
(Symphony)

VNV Nation:
(Automatic)

Amin van Buuren
A State of Trance

The Corrs
(Talk on Corners)
Sara Brightman VNV Nation Blade 2 Corrs

Im Bereich “Trance” mit seinen elektronischen Sounds, Filtern und wabbernden Bässen kommt immer noch Armin van Buurens wöchentlicher Podcast “A State of Trance” zum Einsatz. Der Song “I against I” von Mos Def aus dem Soundtrack zu “Blade 2” hat ebenfalls eine gute Bassbetonung und ist daher in meinen Ohren gut geeignet. Ebenso wie der Song “Damn Those Eyes” von Kane, der einen sehr gute Dynamik aufweist. Zusätzlich nutze ich Alben aus den Bereichen Folk, Klassik und EBM. Sämtliche Tracks sind eigenhändig mit mindestens 256 kbit unter Zuhilfenahme der Software “LAME” codiert worden.  Dank der Multitasking-Unterstützung läuft der Musikplayer im Hintergrund weiter. So kann ich nebenher noch andere Aufgaben erledigen oder sogar Spielen. Videos werden auf dem kleinen Display nur in 3GP/MP4 abgespielt. Ein FM-Radio samt RDS hat die SmartWatch nicht zu bieten. Beim Sound reicht es so nur für 6 Punkte:


 

Akku, Konnektivität und Gesprächsqualität

Mit der AW-414.Go kann ich unterwegs entweder über HSPA oder WLAN b/g/n surfen. Der WLAN-Empfänger verweigert seinen Dienst allerdings im 5 GHz-Band. Wer also viele WLAN-Netzwerke in der näheren Umgebung hat, muss mit Störungen rechnen. Die Datenübertragungsrate ist sehr gut (135 Mbit).  Daten und Medien werden per Bluetooth und USB übertragen. Eine Anbindung an den Mac klappte per Datenkabel über die App “Android File Transfer” oder über WLAN mit Hilfe von “Airdroid”.

Der Akku der AW-414.Go liefert laut Hersteller 600 mAh. Das klingt zwar recht wenig,  Normalnutzer dürften damit aber trotzdem locker zwei Tage ohne Steckdose überstehen. Die CPU und das Display benötigen zudem kaum Strom. Wer allerdings viel mit der Uhr telefoniert oder Musik über Bluetooth streamt, der wird den Akku auch an einem Arbeitstag in die Knie zwingen. Die Sprachqualität der SmartWatch ist dabei je nach Netzqualität völlig ausreichend. Der Gesprächspartner tönt nur mit wenig Störgeräuschen aus dem Lautsprecher, repektive Kopfhörer. Der eingebaute Lautsprecher ist bauartbedingt zwar etwas leise, reicht in normalen Umgebungen aber aus. Die Empfangsleistung im UMTS/GSM-Netz (getestet mit Vodafone und O2) ist sehr gut. Das ergibt in der Summe 7 Punkte.

Benchmarks

In der Simvalley AW-414.Go werkelt eine Dual-Core-CPU vom Typ Mediatek MT6572 mit 1,3 GHz je Kern sowie ein Grafikprozessor vom Typ ARM Maili-400. Ihm stehen 512 Megabyte Arbeitsspeicher zur Seite. Die verbaute CPU kommt im AnTuTu X auf 11.223 Zähler und erreicht immerhin 2.450 Zähler im Quadrant-Benchmark. Damit ist es schneller als ein Samsung Galaxy S2. Im Geekbench 3 stoppt der Zähler bei 326 im Single-Core und 586 im Multi-Core.  Im Test zeigte die SmartWatch nur bei aufwendigeren Webseiten leichte Ruckler im Browser, der zudem auch Flash unterstützt.  Der interne Speicher ist mit 4 GByte recht übersichtlich, kann aber über microSD-Karten um weitere 32 GByte (FAT32) erweitert werden.  Apps oder Spiele müssen mit der Displayauflösung von 240 x 240 Pixel klarkommen. Im Test reichte das aber auch für Spiele, wie zum Beispiel Angry Birds.  Laut Hersteller sind über 1.000 Apps mit der AW-414.Go kompatibel. So kommt die SmartWatch auf 6 Punkte.


Menü

Die AW-414.Go nutzt Android 4.2.1 und eine spezielle Benutzeroberfläche. Über den eigens programmierten Launcher werden so immer vier Icons pro Bildschirm abgebildet. So kann man die Uhr problemlos bedienen. Zusätzliche Funktionen erreicht man in den Apps über Wischgesten von links nach rechts bzw. von unten nach oben. Die installierten Apps verteilen sich dann im Launcher über 10 Seiten.

Neben den üblichen Funktionen, wie der Uhr samt Wecker, Gmail und YouTube, bietet die SmartWatch auch einen Browser sowie einen eigenen E-Mail-Klienten (IMAP/POP).  Über den Google Play Store kann ich zudem neue Apps installieren. Gerade die Navigationslösung mit GPS-Empfänger am Arm und Google Maps ist unterwegs eine echte Erleichterung. Im Test funktionierte allerdings weder Google+ noch Hangouts. Das liegt aber nur an der Firmware. Der Hersteller ist darüber informiert und verspricht ein Update over the air (OTA). Bis dahin könnte man sich mit dem Rooten und der anschließenden Deinstallation der genannten Apps behelfen. Danach kann man Google+ und Google Hangouts aus dem Play Store neu installieren. Alle Features des Simvalley AW-414.Go kann man ganz gut in meinem Videoreview nachvollziehen.

Klicke auf den Button um das Video von YouTube abzuspielen.

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Fazit

Die Simvalley AW-414.Go ist tatsächlich die erste richtige SmartWatch. Sie kommt vollständig ohne Smartphone aus. Wer das mag, kann über den eingebauten Lautsprecher mit ihr telefonieren. Eleganter geht das über ein per BT angeschlossenes Headset. Dank des GPS-Empfängers kann ich die SmartWatch unterwegs sogar als Navigationshilfe nutzen. Das 1.5-Zoll große Display mit seiner Auflösung von 240 x 240 Pixel empfand ich im Test als ausreichend. Die leicht verbuggte Firmware (Stichwort Google+ und Hangouts) sollte nochmal überarbeitet werden. Wer also auf der Suche nach einer echten SmartWatch ist, der sollte unbedingt zur AW-414.Go greifen. Jedenfalls so lange, bis sie nächtes Jahr von der AW-420.RX abgelöst wird.

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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