Snoppa Atom: Das günstige Smartphone-Gimbal im Test

Das Atom genannte Gimbal der Firma Snoppa soll wackelige Videoaufnahmen bei Smartphones eliminieren. Das knapp 140 Euro günstige Gadget ist super klein und damit schön transportabel. Wie sich das 3-Achsen-Gimbal im Test geschlagen hat, erfahrt ihr in meinem Test.4 min


Das Atom genannte Gimbal der Firma Snoppa soll wackelige Videoaufnahmen bei Smartphones eliminieren. Das knapp 140 Euro günstige Gadget ist super klein und damit schön transportabel. Wie sich das 3-Achsen-Gimbal im Test geschlagen hat, erfahrt ihr in meinem Test.

Snoppa Atom: Gimbal mit 3 Achsen

Snoppa_Atom_13Es gibt nichts schlimmeres, als wackelige Videoaufnahmen. Während man bei einer Kamera zwar auf ein Stativ zurückgreifen kann, ist das beim einem Smartphone eher kontraproduktiv. Man will ja schliesslich beweglich bleiben. Auch die optischen Bildstabilisatoren können da nicht immer helfen. Wer eine wackelige Hand hat, oder einfach “uas der Bewegung” filmen will, greift daher oft zu einem Gimbal. Die gibt es in unterschiedlichen Qualität und Preisklassen. Das Snoppa Atom ist mit rund $140 eines der  günstigeren Vertreter seiner Art.

Das Snoppa Atom ist angeblich das kleinste, klapp- bzw faltbare 3-Achsen-Smartphone-Gimbal der Welt. Im gefalteten Zustand soll es nur geringfügig größer sein als ein Google Pixel 3. Mit seinem Gewicht von rund 440 Gramm ist es allerdings deutlich schwerer 🙂 Trotzdem passte s problemlos in jeden Rucksack und zur Not auch mal in eine Jackentasche. Das Snoppa Atom kann Smartphones (egal ob iOS oder Android) mit einem maximalen Gewicht von bis zu 310 Gramm aufnehmen. Schwerere Vertreter sind zwar möglich, das Gimbal dreht diese dann aber nicht mehr 360 Grad.

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(c) Snoppa

Das Snoppa Atom besteht äußerlich aus Kunststoff. Der Griff selber wurde mit Gummieinlagen aufgepeppt, die den Grip deutlich verbessern. Das Gimbal wirkt wertig und liegt relativ ausgeglichen in der Hand. Die verschiedenen Bedienelemente kann man gut mit dem Daumen steuern. Im Einzelnen findet man einen Joystick zur Steuerung der Bewegung, einen Schiebetaster, eine Aufnahme-Taste und eine Taste für das Menü. Über die M-Taste kann man verschiedene Funktionen umstellen. Ein spezieller Schieberegler regelt dabei den stufenlosen Zoom bzw. Fokus der Smartphone-Kamera. Vorne am Griff (in Höhe des Zeigefingers) befindet sich eine Art “Abzug” mit dessen Hilfe man die Schwenk- und Kippfunktionen des Gimbal sperren kann.

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(c) Snoppa

Wer eine noch ruhigere Aufnahme benötigt, kann das Snoppa Atom über ein 1/4″ Gewinde an der Unterseite auf das mitgelieferte Mini-Stativ oder an einem Standard-Stativ befestigen. das ist zum Beispiel bei  Zeitraffer-Modi unumgänglich. Die drei Achsen sind ab Werk verriegelt. So kann man das Gimbal gefahrlos im mitgelieferten Beutel transportieren. Vor dem Gebrauch muss man es aufklappen (dazu den Sicherungshebel drücken) und dann die Sperren der anderen beiden Gelenke aufdrehen. Wer mag, kann sein Smartphone schon vorher in die dafür vorgesehen Klemme packen. Ich persönlich mache das erst im zweiten Schritt. Das Smartphone selber sitzt auf jeden Fall Bombenfest (getestet mit einem Apple iPhone XR, Honor Magic 2 und Xiaomi Mi Mix 3)

Snoppa Atom: Akku, drahtlose Auflademöglichkeit, externes Mikro

Das Snoppa Atom bietet einen eingebauten Akku mit 2.000 mAh der das Gimbal für rund 24 Stunden fit macht. Dabei kann man sein Smartphone (gleichzeitig) sowohl per Kabel als auch drahtlos aufladen. Für das drahtgebundene Aufladen benötigt man einen der mitgelieferten Adapter (USB-A, USB-C, Lightning). Die Aufladung dauert dabei allerdings rund 3  Stunden und wird solange durch eine grün blinkende LED signalisiert! Das Gimbal selber verbindet sich über Bluetooth mit dem Smartphone. Ohne die für iOS und Android verfügbare Snoppa Companion App geht allerdings nichts. Die grundlegenden Stabilisierungsfunktionen des Atom sind natürlich auch ohne die App nutzbar. Die zusätzlichen Funktionen wie Zeitraffer oder Objektverfolgung funktionieren hingegen nur mit der in die App integrierten Kamerafunktionen. Die App selber benötigt man auch, um das Gimbal mit einer neuen Firmware versorgen zu können (WICHTIG) bzw. um es zu kalibrieren. Wem der Sound seines Smartphones nicht gefällt, der kann übrigens auch auch ein externes Mikrofon (3.5 mm Klinke) anschliessen.

Snoppa Atom: Die App

Die App verfügt über mehrere Modi wie Zeitraffer, Bewegungszeitraffer (in den das Gimbal selbstständig einem zuvor eingegebenen Bewegungspfad folgt), Zeitlupe, Objektverfolgung und Gesichtsverfolgung. Sowohl im Objekt- als auch im Gesichtsverfolgungsmodus, startet das Gimbal erst dann mit der Verfolgung, wenn man die Aufnahmetaste drückt. Die Apps selber wird ständig weiterentwickelt. Aktuell (zum Zeitpunkt des Tests) war die Version 2.5.0. Das Updasten der Firmware war mit meinem Apple iPhone XR leider nur schwer möglich. Ich brauchte dazu zig Anläufe. Mit meinem Pocophone F1 gab es dann keinerlei Probleme. Leider war die Bluetooth-Verbindung zu beiden Smartphones recht instabil. Während ich auf das Menü und Co zugreifen konnte, liess sich der eingebaute Motor nicht zur Zusammenarbeit überreden. Das Smartphone hing “schlaff” und unkontrollierbar im Gimbal . Auch die “Level-Kalibrierung” brach mit Fehlermeldungen haben, die “Drift-Kalibrierung” klappte hingegen. Bei der Firmware muss also noch dringend nachgebessert werden. Oder aber, ich habe ein “Montagsgerät”.

Per Schalter kann man übrigens direkt zwischen Hoch- und Querformat hin- und herschalten. So muss man sein Smartphone nicht erst umständlich aus der Halterung nehmen um es umzudrehen. Es gibt auch eine Vielzahl von Foto-Optionen. Im “Sudoku-Modus” macht die App dann 9 Fotos fügt sie zusammen um daraus ein größeres Bild zu erstellen. Komplettiert wird das von einem Nachtmodus, der Langzeitaufnahmen ermöglicht. Hier benötigt man aber definitiv ein Stativ, ähnlich wie bei den zuvor erwähnten Zeitraffer-Modi. Die App selber hat Potential, muss aber noch erweitert werden. Es fehlt zudem die Übersetzung, aktuell ist sie eine Mischung aus Englisch und Chinesisch.

Fazit: Lohnt sich der Kauf?

Snoppa_Atom_02Wer ein Smartphone mit einem optischen Bildstabilisator nutzt, wird vermutlich kaum Unterschiede zum Snoppa Atom feststellen. Allerdings kann man ja nicht nur das “Bild beruhigen”, sondern eben auch schöne Kamerafahrten oder Schwenks produzieren und gerade die sind nicht mal so eben “aus der Hand” möglich. Wer also auf ein Stativ verzichten will, der wird mit dem Snoppa Atom viel Spaß haben. Einziges Manko aktuell: die Firmware bzw. die App ist noch etwas “holperig”: das Update klappte unter iOS erst nach dem x. Versuch und die Verbindung zum Smartphone brach ab und an ab.

Snoppa Atom

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Pro

  • Gute Verarbeitung
  • Objektverfolgung
  • Drahtlose Lademöglichkeit
  • Klein und kompakt

Contra

  • Bugs in App/Firmware
  • Nicht auf Deutsch
  • Keine Anleitung