Sony Xperia 10 Plus im Test: Mit Kino-Display und sonst?

Das Android-Smartphone Xperia 10 Plus von Sony kommt mit einem 6,5 Zoll großen IPS-Display im kinofreundlichen 21:9-Format (1.080 x 2.520 Pixel). Bei der CPU setzt Sony auf einen Snapdragon 636 samt 4 GByte RAM und 64 GByte Speicher. Ist das Sony Xperia 10 Plus denn die rund 400€ wert? Lest selbst.6 min


Das Android-Smartphone Xperia 10 Plus von Sony kommt mit einem 6,5 Zoll großen IPS-Display im kinofreundlichen 21:9-Format (1.080 x 2.520 Pixel). Bei der CPU setzt Sony auf einen Snapdragon 636 samt 4 GByte RAM und 64 GByte Speicher. Ist das Sony Xperia 10 Plus denn die rund 400€ wert? Lest selbst.

Lieferumfang: Sogar mit Kopfhörer

Im Lieferumfang meines Testsamples von Cyberport.de enthalten ist das schwarze Smartphone, ein USB-Typ-C-Ladekabel, ein passendes Ladegerät, ein paar Kopfhörer mit 3,5 mm Anschluss und Anleitungen bzw. Informationsmaterial. Die Verpackung selbst ist eher schmucklos. Da man den Einschub für die beiden SIM-Karten sowie MicroSD ohne Werkzeug öffnen kann, fehlt natürlich der “Pommes-Pickser”. Eine Schutzfolie oder eine Schutzhülle findet man ebenfalls nicht. Genauso wenig wie ein Schnellladegerät mit 18 Watt. Das gibt es nur als kostenpflichtiges Zubehör. Sehr schade, denn die mitgelieferte variante (7.5W) verlängert die Ladezeit unnötig.

Design: Bohnenstange aus Kunststoff

Sony_Xperia_10_Plus_17Das Gehäuse des Sony Xperia 10 Plus ist zwar “nur” aus Kunststoff, wirkt mit seinem matten Look aber trotzdem hochwertig. Die Verarbeitung ist dabei gut, es knarzt und knackt nix. Das Material ist zudem sehr unempfindlich was Kratzer oder Fettfinger betrifft. Mit seinen 180 Gramm und Abmessungen von 167 x 73 x 8.3 mm ist es zudem nicht gerade klein. Ein Nachteil des ungewöhnlichen Formats. Ein weiterer Nachteil: das Xperia 10 Plus ist weder staub- noch wasserdicht und erfüllt damit keinen IP-Standard. Die Tasten und den Fingerabdrucksensor integriert Sony dabei auf der rechten Seite des Rahmens. Ich finde diese Lösung eher suboptimal, die Tasten sind zudem sehr weich und nur schlecht zu ertasten. Wirken auch mich etwas “billig”. Die Rückseite zieren neben dem Logo noch zwei Kameras (12/8 Megapixel). Die Frontkamera kommt auf 8 Megapixel. Die Kopfhörer stöpselt man beim Xperia 10 Plus auf der Oberseite ein, das Lade-/Datenkabel findet auf der Unterseite Anschluss. zwei Nano-SIM und die MicroSD gleiten auf der linken Seite in den Rahmen.

Display: 21:9 Format, aber warum?

Das ist eine gute Frage. Angeblich kommt es im Videomodus den Produzenten von Filmen “entgegen”. Diese werden nämlich oft im 21:9 Format gedreht. Das gilt dann aber leider nicht für TV-Serien oder Filme. Das Display hat auf der Oberseite einen sehr breiten Rand, hier findet man neben dem Ohrhörer auch die Frontkamera sowie eine Benachrichtigungs-LED. Die Ränder links und rechts sind dafür deutlich schmaler und ein “Kinn” faktisch nicht vorhanden.

Sony_Xperia_10_Plus_13Der Bildschirm des Xperia 10 Plus nutzt eine Diagonale von 6,5 Zoll, löst mit 1.080 x 2.520 Pixel auf und kommt im Format 21:9 statt 16:9 bzw.  18:9. Die vorinstallierten Anwendungen kommen mit dem ungewöhnlichen Format klar, Apps von Drittanbietern werden auf Vollbild gezoomt. Aber gerade im Querformat sieht das bei Filmmaterial aus dem Hause Amazon, Netflix, oder YouTube bescheiden aus. Links und recht sieht man so einen enorm breite Balken. Die Farbdarstellung, die recht hohe Helligkeit und auch die Schärfe haben mir gut gefallen. Der automatische Helligkeitssensor taugt allerdings nichts, die Helligkeit wird zu dunkel eingestellt. Das Displayglas spiegelt sehr stark, kommt dafür aber aus dem Hause Corning (Gorilla Glas 5). Wer kräftigere Farben bevorzugt findet in den Einstellungen unter „Display“ und „Farbskala und Kontrast“ auch den „Superlebendigen Modus“. Hier kann man dann auch Hand an den Weißabgleich anlegen. Nachtschwärmer freuen sich über einen “Nachtmodus” mit reduziertem Blauanteil. Dadurch soll angeblich eine Ermüdung der Augen vorgebeugt werden. Dieser Modus kann auch bequem zu bestimmten Uhrzeiten automatisch aktivieren. Insgesamt empfinde ich die Qualität des Display zwar nett, aber sich nicht als Highlight. Es fehlt einfach an passendem Videomaterial in 21:9. Im Split-Screen-Modus oder beim Gaming sieht das Ganze dann schon anders aus, hier wird die Displayfläche deutlich besser genutzt.

Performance & Akku: Könnte DEUTLICH besser sein

Im Sony Xperia 10 Plus kommt ein Qualcomm Snapdragon 636 mit acht Kernen sowie 4 GByte RAM zum Einsatz. Das vorinstallierte Android 9 läuft damit flüssig, leider wirken manche Animationen aber etwas “lahm” und sind im Allgemeinen auch eher überflüssig. So kommt es bei vielen gleichzeitig geöffneten Apps durchaus mal zu dem ein oder anderen Mikroruckler, besonders beim Multitasking. In den synthetischen Benchmarks kommt der SoC auf 140.000 Punkt, im Geekbench 4 reicht es für 1.345 Punkte im Single Core und 4.783 Punkte im Multi Core. Der interne Speicher des Xperia 10 Plus ist zwar 64 GByte groß, mir stehen allerdings nur rund 44 GByte zur Verfügung, der Rest geht für das Betriebssystem und die “Bloatware” aus dem Hause Sony drauf. Der Speicher kann aber problemlos über MicroSD-Karten um bis zu 2 TByte erweitert werden. Der fest eingebaute Akku mit seinen 3.000 mAh ist nicht gerade ein Ausdauersportler. Zudem dauert das Laden rund zweieinhalb Stunden. Ein Schnellladegerät mit 18W verkürzt den Prozess auf rund 1:50 Stunden, liegt aber eben nicht bei. Der Akku hält bei normaler Nutzung keine 8 Stunden durch. Die Screen-On-Time kommt dabei auf nur rund 5 Stunden. Das ist mit Abstand die schwächste Leistung …

Kamera: 12 und 8 Megapixel

Sony_Xperia_10_Plus_46Die Dual-Kamera auf der Rückseites ragt deutlich aus dem Gehäuse hervor und ist mir zu weit oben am Rand positioniert. Im Querformat verdecke meine Finder nämlich leicht das Objektiv. Die Kamera selber nutzt einen 12-Megapixel-Sensor mit Blende f/1.8 und einen  8-Megapixel-Sensor mit Blende f/2.4, der als Teleobjektiv mit zweifachem Zoom dient. Einen optischen Bildstabilisator (OIS) gibt es nicht.Die Farben werden auf den Fotos recht natürlich abgebildet, die Bilder wirken aber “flau”. Bei nicht optimalen Lichtverhätnissen ist die Helligkeit in den Bildern nicht homogen, entweder werden die Motive zu dunkel abgebildet oder überbelichtet. Bei ausreichend viel Licht sieht das dann schon deutlich besser aus. Videos zeichnet die Kamera in 4K und – genauso wie die Fotos – auch im Format 21:9 auf.

DSC_0016Kamerabiler des Sony Xperia 10 Plus

Die Kamera-App bietet die üblichen Funktionen und Modi wie zum Beispiel “Bokeh”, “Panorama”, “Portrait-Selfie“, “kreativer Effekt” und “Manuell”. Im manuellen Modus, hat man Einfluss auf ISO, die Belichtungsdauer, Verschlusszeit und Weißabgleich.

Konnektivität und Klang: Nix zu meckern

Das Sony Xperia 10 Plus bietet WLAN a/b/g/n/ac sowohl im 2,4 GHz, als auch im 5 GHz Band. Dank LTE Cat.12 kann man theoretisch mit bis zu 600 Mbit/s im Internet surfen. Im Netz der Telekom kam ich aber nur auf rund 65 Mbit/s. Dank der Unterstützung für zwei SIM-Karten (beide mit LTE) bin ich deutlich flexibler. Die Gesprächsqualität war dabei unauffällig, die Sende-Empfangsleistung auf einem normalen Niveua. Es gab keine unangenehmen Überraschungen. Daten werden zudem per Bluetooth 5.0 und NFC übertragen. Videos per Google Cast. Der Satfix klappte per GPS mit Unterstützung für Glonass sehr schnell und zuverlässig.

Über High-Resolution Audio und DSEE HX™ sollen meine Musiktitel näher an die ursprünglichen Aufnahmen heranreichen. Sony verspricht zudem eine Optimierung der Klangqualität mit LDAC. Im Test konnte ich da aber keine Unterschiede hören. Meine Bowers & Wilkins PX wurden per apt-X HD angesprochen. Über Kabel war der Sound etwas besser, etwas kräftiger. Das gilt nicht für die mitgelieferten Kopfhörer, die sind eher “Schalala”. Der eingebaute Lautsprecher ist dabei sehr laut. Das Sony Xperia 10 Plus bietet sogar noch ein UKW-Radio. Funktioniert aber nur dem einem Kabel-Headset. Der Fingerabdrucksensor befindet sich auf der rechten Seite des Gehäuses zwischen dem Ein-/Ausschalter und der Lautstärkewippe. Im Test klappte das recht zuverlässig, aber nicht sonderlich schnell. Ich persönlich komme mit der Position nicht ganz so gut klar, auf der Rückseite wäre er mir lieber gewesen.

Android 9

Auf dem Xperia 10 Plus läuft Android 9 mit Sicherheits-Patch vom 1. Februar 2019. Auf Smartphones aus dem Hause Google ist man bereits bei Mai 2019, selbst mein Xiaomi Mi 9 nutzt den Stand vom 01.04.19. Stock-Android ist optisch sehr schlank, leider werden aber unzählige Apps aus dem Hause Sony vorinstalliert.  Auf der zweiten Seite des Homecsreens findet man daher fast ausschliesslich Dienste und Apps von Sony, die vermutlich wenig Mehrwert bieten. Viele dieser Apps und Dienste kann ich aber problemlos deinstallieren.

Fazit

Sony_Xperia_10_Plus_1Das recht lange, dafür aber auch schmale Display im 21:9-Format ist schon “besonders”, zumindest optisch. Ein Nutzen zieht man aktuell aber eher aus dem Split-Screen-Modus oder Cyberport_Logo_2015beim Zocken. Es gibt einfach noch zu wenig Videomaterial in 21:9 Der Snapdragon 636 ist zudem nicht gerade ein Rennpferd. Der fest eingebaute Akku mit seinen 3.000 mAh ist leider auch kein Ausdauerwunder. Oder anders formuliert: unterdimensioniert. Bleibt am Ende eigentlich nur die Dual-Kamera mit 12/8-Megapixel samt Exmor-RS-Sensoren aus dem Hause Sony. Und auch die ist qualitativ nur Mittelmaß. So bekommt man für seine rund 383 Euro (zum Testzeitpunkt) kaum ausreichend Gegenleistung. Ich persönlich würde daher eher zum Pocophone F1 greifen oder etwas mehr Geld für ein anderes Smartphone, zum Beispiel das Xiaomi Mi 9 auf den Tisch legen.


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