Sony Xperia Z1 Compact Test

10 min


Mit dem Xperia Z1 Compact hat Sony eine angenehm kleine, aber leistungsstarke Variante des großen Bruders Xperia Z1 vorgestellt. I)m Gegensatz zum großen Bruder krnkelt das Z1 Compact aber an einer unangenehmen Kinderkrankheit. Die Rückseite des mit 127 x 65 x 9,5 mm angenehm handlichen Xperia Z1 Compact reflektiert nämlich – je nach gewählter Farbvariante – ziemlich heftig. Das macht sich bei dem knapp 135 Gramm schweren Smartphone bei Aufnahmen mit Blitz durch Verfärbungen (Wölkchenbildung) unangenehm bemerkbar. Die Kompaktversion überzeugt ansonsten durch ein 4,3 Zoll großes Display mit einer Auflösung von 720 x 1.280 Pixel. Im Inneren werkelt ein Qualcomm Snapdragon 800 mit 2,2 GHz je Kern. Ihm stehen 2 GByte Arbeitsspeicher zur Seite. Als Betriebssytem kommt Android 4.3 zum Einsatz. Ein Update auf Android 4.4 Kitakt ist aber geplant. Wie sich das Z1 Compact bewährt hat, könnt ihr in den nächsten Minuten selbst lesen. Design
Display
Kamera
Multimedia
Akku
Benchmarks
 
Ergebnis

Design

Design? Da macht Sonny keine Experimente. Man nehme ein Xperia Z1 und verkleinere es einfach deutlich. Heraus kommt ein etwa 17 mm kürzeres und gut 35 Gramm leichteres Xperia Z1 Compact. Der kleine Bruder besteht auf der Vorderseite aus Glas und der Rahmen wurde wieder aus Aluminium gefertigt. Auf der Rückseite kommt diesmal allerdings “nur” Plexiglas zum Einsatz. Der Kunststoff hat so seine Tücken. Er scheint das Blitzlicht recht stark zu reflektieren. Die Vorderseite wird hingegen von einem bruchsicheren Mineralglas und einer Splitterschutzfolie geschützt. Darüber hinaus bietet das Gehäuse auch wieder eine IP5X-Zertifizierung und ist damit gegen das Eindringen von Staub und Wasser geschützt.


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So kann man sein Display auf Wunsch schnell mal eben unter laufendem Wasser reinigen. Aber nicht nur das, die IP57-Norm ermöglicht unter anderem einen 30-minütigen Tauchgang in einer Tiefe von bis zu einem Meter. Voraussetzung dafür ist aber, dass alle Abdeckungen auf der linken Gehäuseseite geschlossen wurden. Die Kopfhörerbuchse ist laut Aussage des Herstellers bereits ab Werk gegen das Eindringen von Wasser und Staub geschützt. 

Der Zugang für das Lade- Datenkabel befindet sich oben links am Gehäuse und wird durch eine kleine Abdeckung geschützt. Darunter befinden sich zwei weitere Abdeckungen für die MicroSD-Karte (bis zu 64 GByte per FAT-Formatierung) und auch für die MicroSIM.  Diese muss zunächst erst wieder in einen etwas fummeligen Schlitten gesteckt werden. Wer seine SIM öfter wechselt, wird diesen Umstand noch verfluchen. Sämtliche Abdeckungen zeichnen sich durch eine flexible Halterung aus. Die ist erfreulicherweise deutlich elastischer ausgefallen als beim Xperia Z. Die Kopfhörerbuchse ist im Gegensatz zum Xperia Z nun frei zugänglich und trotzdem wasserdicht. Auf der linken Geräteseite befindet sich übrigens wieder ein Anschluss für eine (optionale) Lade-Docking-Station.

Der für die Xperia-Baureihe typische, silberne Powerknopf befindet sich auf der rechten Seite. Direkt darunter haben die Designer den Regler für die Lautstärke angebracht. Nutzt man seinen Daumen, dann tippt man öfter auch den Power-Button mit an. Der Kameraauslöser wurde direkt darunter ins Gehäuse eingelassen. Er ist recht klein, bietet aber einen guten Druckpunkt. Der recht große Lautsprecher ist auf der Unterseite zu finden. Dort gibt es auch eine Trageschlaufen-Öse.

Das Xperia Z1 Compact ist mit seinen Abmessungen von 127 x 65 x 9,5 mm und einem Gewicht von 135 Gramm im Vergleich zum Xperia Z1 sehr handlich. Die Verarbeitung ist über jeden Zweifel erhaben. Das Xperia Z1 Compact wird in den vier Farben Weiß, Schwarz, Pink und lime ausgeliefert. Die Benachrichtigungs-LED befindet sich beim Xperia Z1 Compact übrigens in der Ohrhörer-Öffnung. Schaut man sich Design und Verarbeitung an, so würde ich dem Sony Xperia Z1 Compact durchaus noch 9 Punkte mit auf den Weg geben. Eine IPX-Zertifizierung ist immer noch etwas besonderes.



Lieferumfang

In der für Sony typischen, weißen Verpackung findet man mehrere Anleitungen und Kurzhinweise. Das Xperia Z1 Compact kommt mit einem Lade-/Datenkabel, einem Ladegerät sowie einem guten Headset daher. NFC-Tags, eine Ladestation oder eien Speicherkarte gehören nicht zum Lieferumfang.

Display

www.o2online.de

Das 4,3-Zoll große Display des Xperia Z1 Compact löst mit 720 x 1.280 Pixel (342 ppi) auf. Ich persönlich vermisse kein Full-HD. Das ist auch kein Wunder, denn ab einer Pixeldicht von knapp 300 ppi kann das menschliche Auge einzelne Pixel eh nicht mehr voneinander trennen. Die Blickwinkelabhängigkeit ist insgesamt recht gut. Allerdings spiegelt das Display stark, so dass auch diese dann irgendwann darunter leidet. Die maximale Helligkeit ist für meinen persönlichen Geschmack bei direkter Sonneneinstrahlung einen Tick zu schwach. So würde ich dem Sony Xperia Z1 Compact trotzdem 9 Punkte bescheinigen.

Kamera

Sony hat es vermasselt! Die Reflexionen beim Fotografieren mit Blitz (gerade bei der Variante in der Farbe “lime”) sind ein Witz. Aufnahmen bei Dunkelheit sind somit fast unmöglich. Die Kamera im Xperia Z1 Compact löst mit 20,7 Megapixel auf und nutzt neben einer f/2.0 Blende mit 27 Millimetern Brennweite auch eine sogenannte “G Lens”. Diese G Lens wird sonst nur in den Kompakt- und Spiegelreflexkameras von Sony verbaut. Ein spezieller Co-Prozessor (BIONZ-Prozessor) sorgt zudem für eine gute Bildkomprimierung. Als Sensor kommt wieder der bekannte Exmor-RS-Sensor mit einer Größe von 1/2,3 Zoll zum Einsatz. Das klingt auf dem Papier jetzt erst einmal ziemlich beindruckend. Und auch in der Praxis handelt es sich um eine der besseren Kameras bei Smartphones. Trotzdem reicht es nicht für die Krone.

Gestört hat mich allerdings die sogenannte “Überlegene Automatik”, die sich bei jedem Kamerastart (unter 1 Sekunde) in den Vordergrund drängt. Der BIONZ-Bildprozessor des Xperia Z1 Compact ermöglicht Aufnahmen ohne störenden Farbverfälschungen. Was mit aber aufgefallen ist: die LED spiegelt die Farbe des Gehäuses bei weiter entfernten Objekten bzw. Motiven wieder. geht man näher ran, dann “verfliegt” der Effekt. So bekommt man wahlweise gelbe, rote oder auch blaue Wölkchen in den Aufnahmen zu Gesicht! Einzig das weiße Xperia Z1c ist davon nicht so stark betroffen. Die Problematik dahinter habe ich ja bereits an anderer Stelle erläutert.

 
Testbilder der Kamera.

Die Kamera-App lässt sich einfach bedienen. Sony liefert mit dem Z1 Compact ein paar nette Zusatzfunktionen. Über “Info Eye” kann man sich Informationen zu den im Sucher abgebildeten Objekten anzeigen lassen. Wer mag, kann von unterwegs auch Aufzeichnungen direkt auf sein Facebook-Profil übertragen.

Über die Funktion “AR-Effects” kann ich meine Motive mit virtuellen Effekten aufpeppen. Dann laufen zum Beispiel Dinosaurier, Zwerge oder auch mal ein dicker Fisch durchs Bild. Zahlreiche Filter und andere Einstellungsmöglichkeiten erfreuen die Fotografen unter uns. Besitzer einer Spiegelreflex-Kamera bekommen trotzden nur ein müdes Lächeln ins Gesicht gezaubert.

Videos zeichnet die Kamera des Xperia Z1 Compact in FullHD auf. Die Qualität ist ausgezeichnet und auch der Ton gibt keinen Anlass zur Klage. Wenn man den großen Ausrutscher bei m Blitz unberücksichtigt lässt, dann würde ich der Kamera des Xperia Z1 Compact durchaus noch 8 Punkte geben. Das Lumia 1020 bekommt allerdings in dieser Disziplin die volle Punktzahl.



Multimedia

Der Musikplayer von Sony ist optisch eher schlicht ausgerichtet. Die wichtigen Informationen zum Album bzw. Track werden aber abgebildet. Der MP3-Player bietet zahlreiche Klang-Presets und Effekte an. So liefert das Z1 Compact mit den mitgelieferten Kopfhörer schon einen sehr guten Sound. Kauft man sich ein hochwertigeres Modell, wird die Qualität nochmals deutlich angehoben. Im direkten Vergleich mit den Apple iPhone 5 ist der Klang nicht ganz so linear, dafür aber kraftvoller. Meine beiden Referenzgeräte, ein Cowon J3 und der Estarlab Monolith klingen etwas lebendinger und irgendwie auch natürlicher. Iregndiwe macht das Z1 Compact auf meine Ohren auch den Eindruck, als wenn es “indirekter” klingen würde als das Xperia Z1.

Grado iGrado Koss Portra Pro Philips SHL8800 Logitech Triple fi 10 Studio HD
iGrado von Grado
(C) Grado
Koss Porta Pro  
(C) Koss
 Philipps SHL 8800
(c) Philipps
Ultimate Ears Triple fi 10
(C) Logitech
Studio HD  by Dr. Dre
(C) Monster

Mein iGrado benötigt ein sehr hohes Eingangssignal um die recht großen Treiber in Wallung zu bringen. Dafür glänzt er dann mit einem nahezu linearen Sound. Das Sony Xperia Z1 Compact harmoniert wunderbar mit ihm. Der Bass tritt deutlich hörbar in den Vordergrund, die Höhen sind sehr fein abgestuft. Mein Koss Porta Pro, den ich nur noch beim Langlauf nutze,  bzw. mein Philipps SHL 8800 stellen den Bass allerdings deutlich mehr in den Vordergrund. Dafür kappen beide Modelle dann aber die Höhen zu früh. Das ist sicher nicht jedermanns Geschmack. Das gilt besonders für meine Studio HD Kophörer by Dr. Dre. Die liefern mitunter einfach zuviel Bass. Den ausgewogensten Klang habe ich mit meinen Ultimate Ears Triple fi 10 (Referenzkopfhörer in der Preisklasse bis 250 Euro) erzielt. 

Über die verschiedenen Klang-Presets kann man den Sound schnell auf die eigenen Bedürfnisse einstellen. 

Sara Brightmann:
(Symphony)

VNV Nation:
(Automatic)

Amin van Buuren
A State of Trance

The Corrs
(Talk on Corners)
Sara Brightman VNV Nation Blade 2 Corrs

Im Bereich “Trance” mit seinen elektronischen Sounds, Filtern und wabbernden Bässen kommt immer noch Armin van Buurens wöchentlicher Podcast “A State of Trance” zum Einsatz. Der Song “I against I” von Mos Def aus dem Soundtrack zu “Blade 2” hat ebenfalls eine gute Bassbetonung und ist daher in meinen Ohren gut geeignet. Ebenso wie der Song “Damn Those Eyes” von Kane, der einen sehr gute Dynamik aufweist. Zusätzlich nutze ich Alben aus den Bereichen Folk, Klassik und EBM. Sämtliche Tracks sind eigenhändig mit mindestens 256 kbit unter Zuhilfenahme der Software “LAME” codiert worden.

Dank der Multitasking-Unterstützung läuft der Musikplayer auch im Hintergrund weiter. So kann ich nebenher noch andere Aufgaben erledigen oder sogar Spielen.  Videos spielt das Xperia Z1 Compact in vielen, gängigen Formaten auch im Querformat ab. EinUKW-Radio sorgt unterwegs für die Versorgung mit öffentlich-rechtlichen / privaten Radiostationen.

Akku, Konnektivität und Gesprächsqualität

Sony verbaut im Xperia Z1 Compact einen Akku mit 2.300 mAh, der sich nicht selbst wechseln lässt. Bei normaler Displayhelligkeit konnte ich knapp 5 Stunden Videos abspielen. Reizt man den Prozessor aber aus, zum Beispiel durch aufwändige Spiele (GTA: San Andreas oder Asphalt 8) dann ist der Akku auch schon nach etwa 3 Stunden am Ende. Das Xperia Z1 Compact wird dabei ziemlich warm.

Power-User werden ihr Xperia Z1 Compact mindestens einmal am Tag aufladen müssen. Aktiviert man die eingebauten Energiesparfunktionen (Stamina-Modus) erhöht sich die Akkulaufzeit um ca. 15  Prozent. Die Empfangs- und Sendeleistungen liegen auf gutem Niveau. Unterwegs ist man über HSDA+, WLAN a/b/g/n und auf Wunsch auch über LTE online. Bei letzterem habe ich im Vodafone-Netz eine Übertragungsrate von etwa 40 mbit/s gemessen. Daten können wahlweise über Bluetooth, NFC oder USB ausgetauscht werden.  Die Gesprächsqualität geht voll in Ordnung.  Eine MHL-Schnittstelle erlaubt das Streamen von Multimedia-Inhalten auf einen kompatiblen Fernseher. Nutzt man einen der neuen Sony-Bravia-TVs so kann man dies auch über NFC erledigen.

Benchmarks 

Der neue Qualcomm Snapdragon 800 taktet mit 2,2 GHz je Kern (QuadCore). Dank 16 GByte internem Speicher kann man so eine Vielzahl von Apps und Games installieren. Andere Daten und Spielen finden auf micro-SDHC-Speicherkarten (bis zu 64 GByte) problemlos Platz. Im AnTuTu-Benchmark liegt das Z1 Compact bei 33.711 (hinter dem Note 3). Im  Geekbech 3 erzielt das Z1 Compact 927 im Single-Core und 2856 im Multi-Core. Alle getesteten Spiele liefen also absolut flüssig und auch die Apps sowie das Benutzerinterface gaben keinen Anlaß zur Klage.

Menü


Sony hat das Xperia Z mit der hauseigenen Benutzeroberfläche versehen. Darunter kommt dann Android 4.3 zum Einsatz. Sony hat auf Timescape und Co verzichtet. Neben den üblichen Apps, wie Kalender, Notizen und CO findet man so noch die Walkman-App. Den Home- und Lockscreen kann man über unterschiedliche Designs mit Hintergründen aufhübschen. Die Sortierung der Apps kann ebenfalls auf die persönlichen Bedürfnisse angepaßt werden.  Die Bedienung kann man am besten in meinem Videotest in FullHD auf YouTube nachvollziehen:



Fazit

Das Sony Xperia Z1 Compact ist ein sehr schnelles und vor allen Dingen sehr handliches Smartphone. Die Kamera liefert – wegen des Designfehlers bei der LED – aktuell nur dann gute Aufnahmen, wenn ausreichend Licht zur Verfügung steht. Ds mag den ein oder anderen ziemlich stören. Da die Rückseite nun aus Kunststoff gefertigt wurde, ist sie zudem kratzempfindlicher, dürfte beim Fall aber nicht so schnell splittern.  Die Qualität des Display ist in meinen Augen sehr gut, eine FullHD-Auflösung habe ich persönlich nicht vermisst. Die restliche Verarbeitung ist gut, die Geschwindigkeit ist sehr gut und dank der IPx-Zertifizierung machen dem Xperia Z1 Compact Wasser und Staub nichts aus. Eine Kaufempfehlung spreche ich persönlich dennoch nicht aus. Wer mobile-reviews.de unterstützen möchte, kauft das Sony Xperia Z1 bei Amazon.de

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