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Ulefone Power 5 im Test: 13.000 mAh sind mal eine Ansage

Die Power-Baureihe der Firma Ulefone bietet Akkuleistung ohne Ende. Mit dem neuen Ulefone Power 5 setzt der chinesische Hersteller noch einen oben drauf. Nicht weniger als 13.000 mAh liefert die Kraftzelle, daneben bietet das Smartphone ein 6 Zoll großes Display im 16:9-Format, einen Helio P23 Prozessor, 6GByte RAM und 64 GByte Speicher. Angetrieben wird es sogar von Android 8.1. Was das Akkumonster sonst noch so zu bieten hat, erfahrt Ihr in meinem Test.

Der hierzulande unbekannte Hersteller Ulefone bringt nach dem Power 3 gleich das Power 5 auf den internationalen Markt. Hierzulande bekommt man es aber nur als Import zu Gesicht, wobei auch Amazon dabei ist. Was mit dem Power 4 geworden ist? Ein Modell mit der Zahl 4 ist in China quasi “zum Tode verurteilt”. Das liegt am unglücklichen Umstand, dass die 4 auf Chinesisch dem Wort “Tod” ähnelt. Sie ist damit zur Unglückszahl degradiert und wird gerne übersprungen. So findet man auch kein OnePlus 4 😀 Zum Lieferumfang des Ulefone Power 5 gehört ein Fast-Charger (5V / 5A) mit EU Stecker, ein USB-Typ-C Lade- und Datenkabel. Ein SIM-Tray-Öffner, eine Anleitung, eine schwarze, labrige Schutzhülle (TPU) sowie ein paar Adapter (USB-Typ-C auf Micro-USB, USB-Typ-C auf 3,5 mm und USB-Typ-C auf USB Typ-A (OTG). Auch eine zusätzliche Schutzfolie findet man in der Verpackung (eine weitere befindet sich bereits auf dem Display, reflektiert das Licht aber sehr stark und zieht Fett magisch an.)

Ulefone Power 5 : Klotz am Bein?

Ulefone_Power_5_2Das Ulefone Power 5 hat einen ziemlich auffälligen Outdoor-ähnlichen Look. Ganz im Gegensatz zum eher “dezenten” Doogee BL12000 mit seiner (offiziell) ähnlich starken Kraftzelle. Die hat sich aber als Fake enttarnt. Beim Ulefone Power 5 ist hingegen alles echt. Das Gehäuse besteht beim Ulefone 5 aus Metall und Kunstleder. Letzteres wirkt in meinen Augen und bei einem Smartphone mit derart brachialer Optik allerdings ziemlich deplaziert.

Das 6 Zoll große Display auf der Vorderseite im 19:9-Format nimmt laut Hersteller 90% der Vorderseite in Anspruch (Screen-to-Body-Ratio).  Mit seinen Abmessungen von rund 170 x 80 x 16 mm und einem Gewicht von unglaublichen 330 Gramm ist es dabei aber auch sehr ausladend und schwer. So schwer, dass es die Beintasche meiner Outdoor-Hose ziemlich ausgebdeult hat.

Ulefone_Power_5_6Der dicke Rahmen (16 mm) besteht aus Metall und beherbergt auf der linken Siet den Einschub für zwei Nano-SIM-Karten oder eine Nano-SIM und eine MicroSD. Auf der rechten Seite findet man den Ein-/Ausschalter, die Lautstärke-Wippe sowie einen Fingerabdrucksensor und eine Kamera-Taste mit der man auch Audio aufzeichnen kann. Der längliche Fingerabdrucksensor funktioniert wie bei den neuen Modellen aus dem Hause Sony: er ist rein haptisch meiner Meinung nach an der falschen Stelle. Zuverlässig ist dabei auch etwas anderes.

Die Rückseite “ziert” eine Dual-Kamera (21/5-Megapixel) aus dem Hause Sony (IMX230) sowie eine Dual-LED. Auf der Vordereite findet man eine 8-Megapixel-Kamera sowie ebenfalls einen zweiten Sensor mit 5 Megapixel. Die 5-Megapixel-Sensoren sind angeblich für die Tiefeninformationen des Bokeh-Effekts zuständig. Und genau den kann man sich sparen 😀 Genauso, wie die Kunstleder-Rückseite  bei der es sich um einfachen Kunststoff handelt. Das ganze Gehäuse wird von auffällig vielen Schrauben zusammengehalten und wirkt sehr robust. Offiziell hat es keine IP-Zertifizierung!! Einem ausgiebigen Wasserstrahl hat es zwar unbeschadet überstanden. Mehr würde ich aber nicht testen. Bei einem Smartphone mit solch einer Optik ist diese Tatsache schon etwas seltsam.

6 Zoll Display mit 1.080 x 2.160 Pixel

Das 6 Zoll große Display löst mit 1.080 x 2.160 Pixel auf und kommt im neuen 18:9 Format daher. Die Ecken im OS sind dabei abgerundet. Das Panel bietet ein gestochen scharfes Bild mit einer guten, sogar recht lebendigen Farbdarstellung. Die Ausleuchtung kommt ohne “Wölkchenbildung” und  ist bei Sonneneinstrahlung so gerade noch ausreichend. Die Automatik ist dabei allerdings kaum zu gebrauchen. Der Touchscreen unterscheidet die üblichen 10 Finger gleichzeitig und reagiert sowohl schnell, als auch präzise genug, um auch aufwändige Ballerspiele zocken zu können.Ob und wie das Display gegen Kratzer geschützt ist, sagt der Hersteller leider nicht. Mit einem Schlüssel bekommt man jedenfalls keine Kratzer ins Glas.

Ulefone_Power_5_20Links über dem Display befindet sich eine kleine, Rot, Grün oder Blau leuchtende  Benachrichtigungs-LED. Eingehende Nachrichten werden allerdings nur in Blau signalisiert. Sollte eine App wie AnTuTu allerdings Informationen in der Statuszeile signalisieren, dann blinkt diese LED ebenfalls. Hoffentlich ist das nur ein Bug.

Leistung & Akku: Helio P23 trifft auf 13.000 mAh

Das Ulefone Power 5 wird von einem MediaTek Helio P23 Prozessor angetrieben. Die acht Kerne des SoC  takten mit 4 x 2 GHz und 4 x 1.5 GHz. Bei der GPU setzt der Hersteller auf die Mali G71 mit 700 MHz zum Einsatz. Alle vorinstallierten  Apps sowie das Android 8.1 an sich laufen flüssig. Dank 6 GByte RAM klappt auch das Multitasking. Die theoretischen Benchmarks vom Typ AnTuTU bestätigen den Eindruck mit 82.541 Punkten, im Geekbench 4 kommt die CPU auf 792 Punkte im Single-Core und 3.621 im Multi-Core. Für aktuelle Spiele ist das voll kommen ausreichend. Mein Videoreview zum Ulefone Power 5 auf YouTube bestätigt dies:

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Beim Akku setzt das Ulefone Power 5 aber neue Standards, so erklärt sich zumindest ein Teil des sehr hohen Gewichts. Das Ulefone Power 5 hielt dabei selbst unte meinen Testbedingungen (Benchmarks, E-Mail)  5 Tage durch. Im aktuellen PC Mark kam das Power 5 auf eine Laufzeit von 27 Stunden! Der Akku des Smartphone war dabei über Fast Charge (5 Volt / 5 Ampere) nach rund 4:15 Stunden voll aufgeladen. Drahtlos (das passende Ladegerät muss man extra erwerben) dauerte das dann allerdings 9 Stunden!

Android 8.1: Etwas seltsam übersetzt

Das Ulefone Power kommt mit einem kaum veränderten Android 8.1. Lediglich der Launcher und ein paar Einträge in den Systemeinstellungen wurden verändert. Die Übersetzung ist stellenweise allerdings arg verwirrend bzw. fehlerhaft. Mit ein bisschen Trial and Error kommt man aber leicht weiter. Die Sicherheitspatche von Google datieren vom 05. April 2018. Das Ulefone Power 5 ist aber NICHT Google zertifiziert! Bisher gab es aber mit keiner Google-App Probleme. Neben den Apps von Google findet man auch ein UKW-Radio und einen Musikplayer mit “echt alter” Optik.

Ulefone Power 5: Dual-Kamera vorne und Hinten?

Ulefone_Power_5_17Das Ulefone 5 bietet eine Kamera mit 21 Megapixel. Der Sensor (IMX230) kommt aus dem Hause Sony und liefert brauchbare Ergebnisse ab. Der zweite Sensor mit 5 Megapixel soll für den Bokeh-Effekt sorgen. Der ist allerdings viel zu künstlich. Kein Wunder, denn es handelt sich hier um einen GalaxyCore GC0310 VGA Sensor, der nichts anders macht, als Helligkeitsunterschiede zu messen um dann eine Meldung einzublenden, wenn man die zweite Linse verdeckt. Der Bokeh-Effekt selebr wird von der Software generiert. Die Auslösezeit der Kamera ist im Vergleich zur aktuellen Konkurrenz ebenfalls recht hoch. Bei den Effekten ist der Hersteller zwar nicht sparsam, denn neben HDR findet man auch einen Schwarz-Weiss-Modus. Letzterer wird aber ebenfalls nur durch die Software erzeugt. Über die Kamera-Taste auf der rechten Seite kann ich Bilder aufnehmen, oder Sprachnachrichten aufzeichnen.

Die Blende von f/1.8 ist in meinen Augen ebenfalls eher ein Fake, Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen verrauschen nämlich recht schnell. Vom angeblich optisch stabilisierten Sensor habe ich ebenfalls nichts gespürt. Aufnahmen verwackeln genauso schnell, wie bei den anderen Geräten ohne Stabilisator. So bekommt man nur eine durchschnittliche Bildqualität hin. Videos werden dabei zwar in Full-HD aufgezeichnet. Allerdings auch nur in “brauchbarer” Qualität. Die Fotos weisen oft einen leichten “Grauschleier” auf:

Ulefone Power 5

Konnektivität und Sound

Ulefone_Power_5_5Das Ulefone Power 5 bietet eine befriedigende Empfangsleistung. Die Umschaltung zwischen LTE und UMTS ist etwas langsam und erfolgt zu früh. Der WLAN-Empfänger unterstützt die Standards a/b/g/n. im 2.4/5GHz-Band. Letzteres ist aber nur ein paar Meter neben dem Router nutzbar.  So erreichte ich im Test etwa 40 mbit/s. Im LTE-Netz der Telekom kam ich auf rund 20 mbit/s, obwohl ich mit meinem Huawei P20 Pro hier locker >80 mbit/s erzielen konnte. VoLTE wird zwar angezeigt, in der Realität aber gar nicht unterstützt. Auch WLAN-Call bietet das Ulefone Power 5 an. Der Bluetooth-Empfänger (4.2) verrichtet seinen Dienst ohne Aussetzer. Das gilt ebenfalls für den eingebauten GPS-Empfänger.Das GPS-Signal (Glonass) war nach rund 5 Sekunden stabil und bis auf knapp 3 Meter genau.

Der Sound über den eingebauten Lautsprecher ist gewaltig (laut), aber nicht sonderlich gut. Kopfhörer finden nur über Bluetooth oder einen USB-Typ-C-Adapter Anschluss an das Smartphone. Es passen dafür auch handelsübliche Modelle, obwohl Ulefone extra längere Vertreter mitliefert. Die Speichererweiterung ist über MicroSD oder USB-OTG möglich. Letzteres klappte im Test aber nur für ein paar Sekunden. Auch hier “hoffe” ich auf einen Bug.

Fazit: 13.000 mAh sind eine Ansage

Ja, 13.000 mAh sind schon ein Hammer. Allerdings ist das hohe Gewicht von über 300 Gramm auch echt heftig. Dafür bekommt man ein durchschnittlich schnelles Smartphone mit einer netten, aber unspektakulären Dual-Fake-Kamera. Die Verarbeitung ist gut, das Display recht hell, die Auflösung (FHD+) reicht. Highlight ist der 13.000 mAh starke Akku, der das Smartphne locker eine Woche am Leben hält. Leider ist es aufgrund der nicht vorhandenen IP-Zertifizierung wohl eher nicht für Outdoor-Fans geeignet. Wer allerdings oft und viel unterwegs ist und große Taschen hat, wird das Ulefone Power 5 lieben.

Ulefone Power 5

267,00
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Aliexpress.com
ab 29/07/2018 01:30

Testergebnis

Verarbeitung 9
Display 8.8
Performance 8.4
Kamera 8.1
Konnektivität und Akku 9.5

Fazit

8.8 Ja, 13.000 mAh sind schon ein Hammer. Allerdings ist das hohe Gewicht von über 300 Gramm auch echt heftig. Dafür bekommt man ein durchschnittlich schnelles Smartphone mit einer netten, aber unspektakulären Dual-Fake-Kamera. Die Verarbeitung ist gut, das Display recht hell, die Auflösung (FHD+) reicht. Highlight ist der 13.000 mAh starke Akku, der das Smartphne locker eine Woche am Leben hält. Leider ist es aufgrund der nicht vorhandenen IP-Zertifizierung wohl eher nicht für Outdoor-Fans geeignet. Wer allerdings oft und viel unterwegs ist und große Taschen hat, wird das Ulefone Power 5 lieben.

Tags : Android 8ChinaReviewsSmartphonesTestUlefone

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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