UMi Z Smartphone im Test: Der Geheimtipp bis 200 Euro?

Ok, bis 200 Euro galt nur für den Vorverkauf. Aktuell legt man für das UMI Z rund 220 Euro auf den virtuellen Tisch des Importhändlers. Dafür bekommt man auf der anderen Seite endlich mal gescheite Technik, zumindest für ein UMi. Im Metallgehäuse steckt ein 5,5 Zoll großes Full-HD-Display, erstmalig ein MediaTek-Prozessor vom Typ Helio X27 mit zehn Kernen und 4 GByte RAM, 32 GByte Speicher, Dual-SIM (LTE) sowie eine 13-Megapixel-Kamera mit Laser-Autofokus. Lohnt sich der Import?6 min


Ok, bis 200 Euro galt nur für den Vorverkauf. Aktuell legt man für das UMI Z rund 220 Euro auf den virtuellen Tisch des Importhändlers. Dafür bekommt man auf der anderen Seite endlich mal gescheite Technik, zumindest für ein UMi. Im Metallgehäuse steckt ein 5,5 Zoll großes Full-HD-Display, erstmalig ein MediaTek-Prozessor vom Typ Helio X27 mit zehn Kernen und 4 GByte RAM, 32 GByte Speicher, Dual-SIM (LTE) sowie eine 13-Megapixel-Kamera mit Laser-Autofokus. Lohnt sich der Import?

UMi(DIGI) Z: Letztes Smartphone des Herstellers?

Beim Kauf von Modellen des chinesischen Herstellers UMi hat man nicht immer Glück. Meist hapert es an der Verarbeitung und/oder am eingebauten GPS-Empfänger, der ohne A-GPS-Daten über WLAN/GSM gerne mal seine Arbeit verweigert. Gute bzw. in diesem Fall eher schlechte Beispiele findet ihr in meinen Tests von UMi-Smartphones zuhauf. Der Hersteller hat sich dazu entschlossen, sich in UMIDIGI umzubenennen. Wird das eventuell Auswirkungen auf die Qualität der Geräte haben? Wir werden sehen.

Verpackung: Die “untypische” UMi-Black-Box

UMi Z

Die kleine schwarze Box aus Metall des UMi Z wirkt etwasn “rustikal” und beinhaltet neben dem Smartphone selber (in Grau oder Gold) auch ein rotes USB-Typ-C-Datenkabel, ein Ladegerät (“Fast Charge”, EU) sowie eine kurze Anleitung in gedruckter Form und das Werkzeug, um den SIM-Einschub öffnen zu können. Eine Displayschutzfolie hat der Hersteller zwar direkt aufgebracht, die ist aber nur für den Transport gedacht. Headset und eine Speicherkarte gibt es leider nicht.

UMi Z: Könnte auch ein iPhone 7 Plus sein

Ok, das Design der aktuellen Smartphone ist oft langweilig. Meist wird bei der Konkurrenz abgekupfert, in der ein oder anderen Form. Das UMi Z ist mit seinen 155 x 77 x 7.7 mm und einem Gewicht von 177 Gramm eine leichte Anlehnung an das iPhone 7 Plus. Das finde ich nicht schlimm. Das ganze Gehäuse besteht vollständig aus Metall, keine Abdeckungen aus Kunststoff mehr. Der Rahmen selber ist an den Kanten auf Hochglanz poliert.  Die Rückseite macht zunächst den Eindruck, als ob eine Dual-Kamera verbaut worden wäre. Tatsächlich ist es aber nur eine Kameralinse samt einem Laser-Autofokus.

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Der Ein-/ und Ausschalter sowie der Lautstärkeregler liegen auf der rechten Seite des UMi Z, wackeln aber leicht im Rahmen. Der Einschub für die beiden Sim-Karten (nano) sowie die Speicherkarte befindet sich auf der linken Seite. Den Akku (3.750 mAh) selbst kann man nicht wechseln. Lautsprecher und Mikrofon befinden sich auf der Unterseite. Der USB-Typ-C-Anschluss (USB 2.0) liegen auf der Unterseite. Die Kopfhörer stöpselt man auf der Oberseite des UMi Z ein. Das Smartphone kann man auch in meinem Videoreview des UMi Z auf YouTube im Einsatz sehen:

Um das Video sehen zu können, musst du erst den YouTube Datenschutzrichtlinien zustimmen. Nachdem du diese akzeptiert hast, kannst du den Inhalt von YouTube aufrufen. Die Angebote von YouTube werden nicht auf mobile-reviews.de gehostet.

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Display: 5,5 Zoll in Full-HD

UMi Z

Rechts oberhalb des 5,5 Zoll großen Display findet man eine LED (Harlequin) in den Farben Rot, Grün und Blau. Diese signalisiert eingehende bzw. entgangene Anrufe oder Nachrichten.  Gesteuert wird Android 6.0 übrigens wahlweise über die drei Softkeys samt Home-Button, oder über zwei unbeleuchtete und unbeschriftete Tasten unter dem Display. Die werden aber erst aktiv, wenn man die Softkeys in den Einstellungen deaktiviert! Die Reihefolge der drei virtuellen Drücker kann man unter “Tasten” in den Einstellungen ebenfalls ändern. Die Leiste mit den drei Keys selber kann man auch zeitweise ausblenden.

Das IPS-Display des UMi Z aus dem Hause Sharp löst mit 1.080 x 1.920 Pixel auf und wird durch T2X-1 Glass mehr oder weniger gut geschützt. Gegen Kratzer schützt das Glas aber nur sehr bedingt, es ist recht empfindlich, ähnlich wie beim Honor 6X oder Huawei P8 lite (2017). Bei hellen Hintergründen sieht man am unteren Bildschirmrand einzelne minimale Lichthöfe (helle Wölkchen). Die Blickwinkelstabilität ist befriedigend, kippt aber bei größeren Betrachtungswinkeln recht schnell ins gräuliche ab. Die Darstellung kann ich über “Miravision” minimal an meine eigenen Bedürfnisse anpassen. Die maximale Helligkeit ist recht hoch. Gegen helles Sonnenlicht kommt es aber nur schlecht an. Da sollte man sich dann in schattige Bereiche zurückziehen.  Das Glas ist zu den Rändern hin leicht gebogen (2.5D), es fühlt sich daher recht “samtig” an.

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Performance & Akku: X27 ist der heiße Scheiß

UMI setzt beim “Z” erstmals auf einen Chipsatz vom Typ MediaTek MTK6797X (Helio X27). Der Deca-Core-Prozessor taktet seine zehn Kerne laut Hersteller mit bis zu 2.6 GHz und ist in drei Cluster aufgeteilt, die je nach bedarf aktiviert werden. Eine Mali-T880 GPU sorgt für ausreichend Grafikpower und die 4 GByte Arbeitsspeicher erlauben eine ruckelfreie Bedienung des Android 6.0. Im aktuellen AnTuTu-Benchmark kommt die CPU auf rund 110.000 Punkte. Im Geekbench 4 reicht es für 1.817 Punkte im Single-Core und 4.234 im Multi-Core. Damit laufen grafisch ansprechende Spiele wie Modern Combat 5 und Co mehr oder weniger flüssig. Die aktuelle Firmware 3.01 vom 16.01.17 scheint noch Optimierungsbedarf zu haben. Für Gamer reicht das Smartphone trotzdem locker aus.

UMi Z

Das Update auf Android 7.0 wird aber noch reichlich Zeit in Anspruch nehmen, wenn man den Aussagen von UMi Glauben schenken darf. Der fest eingebaute Akku erreicht im Test eine Kapazität von knapp 3.780 mAh. In der Praxis kam ich auf eine Laufzeit von knapp 1 Tag. Poweruser werden ihr UMi Z bereits nach rund 5 Stunden (Display volle Helligkeit) an das Ladegerät klemmen müssen. Die Firmware scheint WIRKLICH noch buggy. Eine Aufladung per Kabel dauert allerdings gut 2 Stunden, trotz des schnellen Ladegerätes mit 9V/2.5A.

Android 6.0 ohne Basteleien und Bloatware

  • Android 6 auf UMi Z
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Das UMi Z nutzt immer noch Android 6.0. Die Übersetzung ist mal wieder an einigen Stellen schlampig geraten (z.B. in den Unterpunkten “Color Temperature”, “Tasten”, oder “Harlequin LED”). Ansonsten bekommt man ein nahezu unverändertes Android 6 mit Sicherheitspatches vom 05. Januar 2017 zu Gesicht. Bisher gab es nur ein Update OTA. Beim Hersteller taucht allerdings noch die Bezeichnung ALPS auf. Offensichtlich ist das UMi Z eine Auftragsfertigung. Bloatware, Adware oder Viren findet man erfreulicherweise keine. So kann man direkt und ohne nerviges Gefummel alle Funktionen von Android 6 nutzen. Hierzu zählen auch die beliebten Google-Apps. Die sind allerdings nicht alle vorinstalliert. YouTube und Co fehlen erst einmal, können über den Play Store allerdings nachinstalliert werden.

Kamera: 13-Megapixel und “Laser”-Autofokus

UMi ZDie 13 Megapixel nutzt (angeblich) einen Sensor aus dem Hause Samsung (S5K3L8). Der ist mit dem Modell im UMi Plus E identisch und damit dann (leider) auch die Bildqualität. Bei einsetzender Dunkelheit bzw. bei schlechten Lichtverhältnissen tendiert die Kamera (trotz Blende f/2.0) und einem angeblichen Laser-Autofokus zur Bildung von unschönen Artefakten sowie einer starken Unschärfe. Das macht die Aufnahmen nahezu unbrauchbar. Wozu war noch mal der (Abschaltbare) Laser-Autofokus da?

Bei Tageslicht geht die Bildqualität in Ordnung. Das UMI Z nutzt dabei einen Laser-Autofokus dessen Qualität jetzt meiner Meinung nicht unbedingt deutlich besser ist, als bei den einfacheren Modellen. Videos werden in 4K in ebenso durchwachsener Qualität aufgezeichnet. Die Frontkamera löst Selfies dabei auch mit 13 Megapixel auf.

UMi Z

Im direkten vergleich zum Samsung Galaxy S7 oder Honor 6x sieht man  Unterschiede in der Qualität, bei Aufnahmen in Dunkelheit aber auch bei Tag. Die Kamera des UMi Z macht deutlich unschärfere Aufnahmen.

Kamerabild Honor 6x
Kamerabild Honor 6x
Kamerabild Galaxy S7
Kamerabild Galaxy S7
Kamerabild UMi Z
Kamerabild UMi Z

Konnektivität & Klang: LTE auch in Band 20

Das UMi Z bietet neben HSPA+ (UMTS) auch LTE und zwar in allen gebräuchlichen Bändern. Dazu zählt auch das hierzulande beliebte Band 20. Dabei geht die maximale Übertragungsgeschwindigkeit für den täglichen UMi Z Gebrauch mit etwa 31 Mbit/s im Download und 42.5 mbit/s im Upload voll in Ordnung.

Die Sende-/ und Empfangsleistung des UMi Z war auf einem normalen Niveau. Die Signalanzeige der Software übertreibt allerdings schamlos. Die Gesprächsqualität ist auf einem guten Niveau. Ein leichtes Grundrauschen und etwas zu „leise“ kommen die Töne aus dem Lautsprecher. Die Freisprecheinrichtung (Lautsprecher) ist hingegen laut. Der GPS-Empfang des UMi Z war erstaunlich gut. Das Problem der anderen UMI-Modelle die noch einen MediaTek P10 nutzen, gibt es hier nicht.

WLAN wird im Standard 802.11 b/g/n in beiden Bändern (2.4/5 Ghz) unterstützt. Daneben bietet das UMi Z auch Bluetooth 4.0, NFC gibt es aber nicht. Der Musikplayer liefert über gute Kopfhörer einen passablen Sound, ein FM-Radio sorgt unterwegs für News und Musik. Der interne Speicher beträgt 32 GByte, davon stehen knapp 21 GByte zur freien Verfügung. Die Erweiterung per microSD ist nur dann möglich, wenn man auf eine der beiden möglichen nano-SIM-Karten verzichtet. Also entweder Dual-SIM oder Speichererweiterung.

Fazit: Lohnt es sich?

Für 220 Euro (meines stammt von cafago.com) bekommt man ein gutes 5,5-Zoll Display in Full-H. Ebenso eine klasse cafago_logoVerarbeitung mit Metallgehäuse. Die 13-Megapixel-Kamera mit Laser-Autofokus ist nett, mehr aber auch nicht. Das Betriebssystem Android 6.0 bzw. die Firmware ist allerdings noch optimierungsbedürftig. Daher gibt es von Xiaomi und Co auch gute Alternativen (Xiaomi Redmi 4). Ich persönlich würde sogar zum neue Huawei P8 lite (2017) tendieren. Bei einem deutschen Händler kostet das UMi Z knapp 320 Euro. Das ist definitiv zu teuer für das gebotene. Bei gearbest.com bekommt man es übrigens auch recht günstig.