UMIDIGI Z2 Pro im Test: Twilight ist das neue Schwarz

Das neue UMIDIGI Z2 Pro liefert für rund 340 Euro ein 6.2 Zoll großes FHD+ Display mit Notch, wird von einem MediaTek Helio P60, 6 GByte RAM und 128 GByte Speicher befeuert und soll sogar vier Kameras vorweisen. Das UMIDIGI Z2 habe ich bereits auf YouTube getestet. Da mir der Wunsch nach einem Test des Z2 Pro zun Ohren gekommen ist, möchte ich euch nun an meinen Erfahrungen teilhaben lassen.6 min


Das neue UMIDIGI Z2 Pro liefert für rund 340 Euro ein 6.2 Zoll großes FHD+ Display mit Notch, wird von einem MediaTek Helio P60, 6 GByte RAM und 128 GByte Speicher befeuert und soll sogar vier Kameras vorweisen. Das UMIDIGI Z2 habe ich bereits auf YouTube getestet. Da mir der Wunsch nach einem Test des Z2 Pro zun Ohren gekommen ist, möchte ich euch nun an meinen Erfahrungen teilhaben lassen. 🙂

UMIDIGI Z2 Pro: Lieferumfang

Das UMIDIGI Z2 Pro kommt im “üblichen”, matt-schwarzen Karton. Neben dem Smartphone samt Schultzfolie für das Display findet man im Inneren auch eine schwarze Schutzhülle, ein Ladegerät mit Unterstützung für MediaTeks “Pump-Express Plus” (Schnellladefunktion), ein rotes USB-Typ-C-Kabel sowie einen Adapter von USB Typ-C auf 3,5 mm Klinke. Natürlich darf auch ein Werkzeug für den Dual-SIM-Kartenschacht und eine Bedienungsanleitung nicht fehlen. Neu ist die Begrüßung des Herstellers in Form einer kleinen Karte, ähnlich wie bei hochwertigen Modelle aus dem Hause Xiaomi.

Design und Verarbeitung: Schickes Twilight

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Wir man in meinem o.a. verlinkten Videoreview des UMIDIGI z2 Pro auf YouTube sehen kann ist das Highlight beim Design des Huawei P20 Pro UMIDIGI Z2 Pro wohl ie Rückseite aus Glas. Die kommt nämlich im Twilight-Look von Huawei daher. Hier handelt es sich aber nur um eine “einfache” Lackierung, um einen Farbverlauf. Der ist weder mit einem Flip-Flop-Lack noch mit der mehrschichtigen Arbeit beim Huawei P20 Pro zu vergleichen. Der Farbverlauf ändert sich dabei nur wenig von Lila, Blau bis hin zu Türkis. Wer es weniger auffällig mag, greift zu Carbon oder Ceramic-Schwarz. Als Hersteller hätte ich persönlich hätte dem Z2 Pro in Twilight eine transparente Hülle beigelegt, wie beim roten OnePlus 6.

UMIDIGI_Z2_Pro_09Das UMIDIGI Z2 Pro (es gab übrigens auch schon ein LENOVO Z2 Pro) liegt gut in der Hand, mit seinen Abmessungen von 153.4 x 74.4 x 8.3 mm und einem Gewicht von rund 165 Gramm ist es durchschnittlich groß. Der Fingerabdrucksensor auf Rückseite ist gut erreichbar.Dort findet man dann auch die beiden Kameras sowie eine kleine LED. Die Vorderseite des UMIDIGI Z2 Pro ziert das 6,2 Zoll großes Full-HD-Display mit seiner Notch. In der Einkerbung findet man dann zwei (angeblich) Kamera-Sensoren sowie den Ohrhörer und einen Helligkeitssensor. Eine Benachrichtigungs-LED hat hier komischerweise keinen Platz gefunden. Der glänzende Alu-Rahmen beherbergt auf der linken Seite den Dual-SIM-Einschub (zwei Nano-SIM bzw. eine Nano-SIM und eine MicroSD-Karte). Auf der rechten Seite findet man den Ein-/Ausschalter sowie die Lautstärke-Wippe. Die Tasten haben leider ein wenig Spiel im Rahmen und “klackern”. Auf der Unterseite sieht man den USB-Typ-C-Eingang (USB 2.0), ein Mikrofon und den einzigen Lautsprecher. Seine 3,5 mm Kopfhörer kann man nur über den mitgelieferten Adapter nutzen.  Die Verarbeitung des UMIDIGI Z2 Pro finde ich persönlich gut.

Display: 6.2 Zoll in Full-HD+ und mit Notch

Huawei_Mate_20_lite_24Das UMIDIGI Z2 Pro bietet ein 6,2 Zoll großes IPS-LCD (unterscheidet bis zu 10 Finger) mit einer Auflösung von 1.080 x 2.246 Pixel. Das Seitenverhältnis beträgt 19:9 und auf der Oberseite teilt es sich in der Notch. Die seitlichen Ränder sind mit rund 2 mm sehr schmal, das “Kinn” wiederum ist noch gut sichtbar. Der Hersteller macht zum Displayglas keine weiteren Angaben, schützt es aber mit einer Schutzfolie. Fingerabdrückse werden so allerdings sehr schnell und schmierig in Szene gesetzt. Ansonsten geht die Qualität mehr als in Ordnung. Die Farbdarstellung ist nicht zu kräftig, es gibt keine Lichthöfe und der Kontrast sowie die Blickwinkelstabilität geht für ein IPS ebenfalls klar. Die Displayhelligkeit könnte im Freien und bei direkter Sonnenstrahlung aber höher ausfallen.

Android 8.1: Keine Bloatware beim Z2 Pro

Die Benutzeroberfläche des UMIDIGI Z2 Pro ähnelt sehr stark dem Stock Android 8.1. Die Steuerung erfolgt über die üblichen Softkeys unterhalb des Displays. Es handelt sich aber um keine “echten” Tasten. Ab Werk sind alle Apps aus dem Hause Google bereits vorinstalliert, der Play Store ist dabei zertifiziert. Durch den Safetynet-Test ist das UMIDIGI Z2 Pro allerdings (warum auch immer) durchgefallen. Die Apps werden auf den Homescreens und in einem App-Drawer verteilt. Bloatware gibt es keine. Ab Werk findet man die ein oder andere Ungereimtheit bei der Übersetzung, tragisch ist das aber nicht. Schlimmer wog da hingegen der Bug, der ein Entsperren des Smartphones unmöglich machte. Nutzte man nämlich die Gesichtserkennung, den Fingerabdrucksensor sowie eine PIN für den Gerätestart, war nach einem Neustart Feierabend. Mit dem aktuellen Softwareupdate (OTA) ist dieser Bug aber Geschichte!

UMIDGI Z2 Pro: Performance & Akku

Im UMIDIGI Z2 Pro werkelt der neue Helio P60 sowie eine Mali G72 MP2 als Grafikprozessor. Im aktuellen AnTuTu-Benchmark kommt die CPU mit ihren 6 Gbyte RAM (LPDDR4x) auf einen Wert von 138942 Punkten. Mit dem Geekbench 4 verweigerte das Gerät die Zusammenarbeit. Alle aktuellen Spiele wie zum Beispiel PUBG liefen damit vollkommen flüssig. Das gilt auch für die schlanke Benutzeroberfläche. Im Test fiel hingegen das starke Thermal-Throttling auf. Dabei pendelte der Wert zwischen 60% und 100% . Erfreulicherweise hatte das im Echtbetrieb keinerlei Einfluss. Das UMIDIGI Z2 Pro hat eine Akkukapazität von 3.550 mAh und kann dank Pump Express Plus in knapp 90 Minuten aufgeladen werden. Drahtlos dauert das mit rund 15W etwa 2 1/2 Stunden. Hier muss man aber einen geeigneten Adapter finden. Bei meinem drahtlosen Schnelllader steht das Smartphones wie in einer Ladeschale und es gab keinerlei Probleme. Im synthetischen Akku-Benchmark (PC Mark) reicht es allerdings nur für 6:37 Stunden. Im Alltagsbetrieb kam ich auf eine Laufzeit von rund 12 Stunden. Der interne Speicher beträgt 128 GByte (eMMC5.1) und kann per MicroSD oder USB-OTG erweitert werden.

Konnektivität & Soundqualität: Alles ok

Das UMIDIGI Z2 Pro unterstützt WLAN 802.11 a/b/g/n/ac mit Dual-Band. Die Empfangsqualität ist etwas schlechter als bei meinen aktuellen Modellen von Huawei bzw. OnePlus. Der maximal mögliche Datendurchsatz pendelte sich bei 61 mbit/s ein. Im GSM/UMTS/LTE-Netz gabe es hingegen keine Probleme auch wenn das Z2 Pro mit rund 45 mbit/s langsamer war als mein OnePlus 6 (85 mbit/s). Beide SIM-Karten können dabei im LTE-Netz (auch Band 20) genutzt werden. Auch die Verbindungen über Bluetooth 4.2 war stabil. Der eingebaute GPS-Empfänger war in rund 2 Sekunden einsatzbereit und mit einer Abweichung von rund 2 Meter völlig in der Norm. Die Sprachqualität des Z2 Pro ist gut und meine Gesprächspartner tönen auch laut genug aus der Ohrmuschel. Klanglich muss man sich aber mit einem zwar recht lauten, dafür qualitativ aber nur bescheidenen Lautsprecher zufriedengeben. Der rückseitig verbaute Fingerabdrucksensor funktionierte im Test sehr zuverlässig und schnell. Face-Unlock, also die Gesichtsentsperrung klappte bei ausreichend Tageslicht ebenfalls sehr gut. Bei Dunkelheit wird es allerdings oft eng, das Displaylicht allein scheint da nicht mehr auszureichen. Die Entsperrmethode war sicher genug und konnte nicht mit einem Bild überlistet werden.

Vier Kameras? Na ja, fast …

UMIDIGI_Z2_Pro_12Bei den Angaben zur Kamera sollte man bei den “chinesischen” Herstellern immer etwas skeptisch sein. UMDIGI und Co übertreiben da oft schamlos. Der Hersteller macht beim UMIDIGI Z2 Pro Werbung mit insgesamt vier Kameras mit einer Auflösung von jeweils 16(8 Megapixel. Ein Blick in die „libcameracustom.so“ bringt die Wahrheit allerdings schnell ans Tageslicht. Das OS kann man nämlich nicht überlisten. Auf der Rückseite kommt demnach ein Samsung ISOCELL S5K2P7 mit f/1.7 Blende und 16 Megapixel zum Einsatz. Die Frontkamera löst ebenfalls mit 16 Megapixel auf und nutzt einen Sony IMX371 Sensor mit einer Blende f/2.0.

UMIDIGI Z2 Pro

Insgesamt ist die Bildqualität durchwachsen, macht aber keinen schlechten Eindruck. Bei ausreichend Licht gibt es ansprechende Aufnahmen, bei weniger guten Lichtverhältnisse wird man mit einer zum Rand hin zunehmenden Unschärfe sowie Bildrauschen bestraft. Der Bokeh-Effekt macht weder bei der Frontkamera noch bei der Hauptkamera einen guten Eindruck. Er ist künstlich und ungenau. Videos zeichnet die Kamera auch nur in Full-HD mit 30 Bildern pro Sekunde auf. Eine optische Bildstabilisierung gibt es nicht.

Fazit: Für 340 Euro ein schönes Smartphone

Huawei_Mate_20_lite_20Das UMIDIGI Z2 Pro ist optisch ein schönes Smartphone, auch wenn es kopiert wirkt. Die Performance ist selbst für aktuelle Spiele ausreichend hoch. Der Akku hält knapp über einen Arbeitstag durch. Das Display in Full-HD+ ist ebenfalls gelungen, sollte aber einen Tick heller ausfallen. Die Notch ist halt Geschmackssache. Gestört hat mich dan eher die etwas mit der heißen Nadel gestrickte Firmware, aber die hat UMIDGI dann nachgebessert. Am wenigsten überzeugend fand ich ehrlich gesagt die Kameraqualität: weder der Bokeh-Effekt noch die Tatsache, dass wohl keine vier Kamera-Sensoren verbaut wurden.

UMIDIGI Z2 Pro

339.99
8.7

Verarbeitung

9.4/10

Display

8.7/10

Performance

8.9/10

Kamera

8.5/10

Konnektivität/Akku

8.1/10

Pro

  • Design
  • Performance
  • Preis
  • Stock Android 8.1

Contra

  • Firmware
  • Kamera (Bokeh)