Wiko View im Test: Randlos im Look des S8

Wiko wirbt damit, seine Smartphones in Frankreich zu designen und dann in China zu fertigen. Beim Wiko View haben die Designer in Frankreich vermutlich mehr in Richtung Samsung als in Richtung Eifelturm geschaut. Denn anders kann ich mir die Ähnlichkeit zum Galaxy S8 nicht erklären. Technisch bekommt man für seine knapp 200 Euro aber nur Mittelklasse. Lohnt sich ein zweiter Blick? Der Test wird es zeigen.3 min


Wiko wirbt damit, seine Smartphones in Frankreich zu designen und dann in China zu fertigen. Beim Wiko View haben die Designer in Frankreich vermutlich mehr in Richtung Samsung als in Richtung Eifelturm geschaut. Denn anders kann ich mir die Ähnlichkeit zum Galaxy S8 nicht erklären. Technisch bekommt man für seine knapp 200 Euro aber nur Mittelklasse. Lohnt sich ein zweiter Blick? Der Test wird es zeigen.

Wiko View: Design aus Frankreich, Verarbeitung in China?

Das Design stammt aus Frankreich, darauf ist der Hersteller wohl stolz. Nicht zuletzt deswegen prangt ein entsprechender Aufkleber auf der Verpackung. “Vive la France” kann ich zwar (kulturell) zu hundert Prozent unterschreiben, nicht aber den Designanspruch beim Wiko View. Dafür gibt es viel zu starke Anlehnungen an das Samsung Galaxy S8. Zumindest die Vorderseite mit dem 5,7 Zoll großen Display im 18:9 Format ähnelt dem koreanischen Vorbild sehr stark. Das mag aber auch dem Display an sich geschuldet sein. Viel Spielraum für Design gibt es da ja nicht.

Die Rückseite kommt dann eher in einer “Huawei/Honor-Optik” daher, mit dem Unterschied, dass man die komplette Rückseite entfernen muss, um Zugriff auf die beiden microSIM-Schächte sowie die Speicherkarte (microSD) zu erhalten. Was wirkt auf mich dann doch etwas “retro”, hat aber auch seinen Charme. Zum einen gibt es im Rahmen keinen störenden Einschübe und zum anderen bietet das Wiko View so eine Dual-SIM-Unterstützung und gleichzeitig die Möglichkeit zur Speichererweiterung per microSD. Nachteilig ist dann das Entfernen des Deckels aus Metall. Bei diesem Manöver kann schon mal ein Fingernagel drauf gehen. Der Deckel wehrt sich nämlich. Also ist das Wiko View eher nichts für weibliche Kunden?

Wiko_View_7Für 200 Euro bekomme ich ein in China gefertigtes Smartphone, dessen Qualität keinen Anlass zur Klage gab. Der annehmbare Deckel macht auf mich aber einen suboptimalen Eindruck. Die Bedienung über die Lautstärketaster sowie den Ein-/Ausschalter ist einfach. Beide befinden sich auf der rechten Seite. Unten noch ein MicroUSB-Zugang, der Lautsprecher und oben eine normale Kopfhörerbuchse: et voila.

Vernee Mix 2: Display macht Spaß

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Das “fast randlose Display mit seiner Diagonale von 5,7 und einer HD+ Auflösung ist nett. Die maximale Helligkeit aber deutlich zu niedrig ausgefallen. Bei Sonnenschein kann man es fast gar nicht mehr ablesen. Die Ränder links und rechts sind zudem immer noch gut sichtbar und die niedrige Auflösung fällt gerade bei Webseiten negativ auf. Die Farbdarstellung selbst geht in Ordnung und für den Preis kann man auch nicht wirklich meckern.

Die Performance: Gähn

Der im Wiko View eingesetzte Snapdragon 425 erreicht im aktuellen AnTuTu-Benchmark rund 35.000 Punkte. Im Geekbench 4 kommt die CPU auf 663 Zähler im Single-Core und 1.730 Punkte im Multi-Core. Die CPU ist selbst mit dem einfachen Android 7 fast überfordert. Alle Eingaben werden nur mit spürbaren Verzögerungen umgesetzt. Wiko selber installiert beim Start zudem eine menge Bloatware und selbst, wenn ich die nicht haben will, landen am Schluss noch mindestens zwei Apps auf meinem Smartphone und zwar egal, ob ich per WLAN oder GSM/UMTS/LTE eingebucht bin. Ein absolutes” no go”! Für Spiele ist das Wiko View aufgrund des etwas behäbigen SoC eher ungeeignet.

Android 7.1.2: Etwas veraltet

Das Wiko View nutzt Android 7.1.2, allerdings mit eigener Benutzeroberfläche. Die Sicherheitspatches sind vom 05. August 2017. Der Hersteller setzt auch optisch auf den normalen Google-Launcher. Eventuell noch fehlenden (Google)-Apps kann man sich so leicht über den bereits vorinstallierten Google Play Store nachinstallieren.

Kamera mit 13 Megapixel aber ohne Sony

Die rückseitige Kamera löst mit 13 Megapixel auf, bietet eine Blende von f/2.0 aber natürlich keinen optischen Bildstabilisator. Die Qualität der Aufnahmen geht bei normalen Lichtverhältnissen in Ordnung , bei weniger Licht wirken die Aufnahmen aber schnell verrauscht. Die Selfiekamera löst dafür mit 16 Megapixeln auf, liefert aber ebenfalls nur eine durchwachsene Qualität ab.
Wiko View

Konnektivität: LTE und Dual-SIM

Wiko_View_12Das Wiko View bietet eine vollwertige LTE Abdeckung, dabei werden zwar alle Bänder unterstützt – aber nur in einer mittelmäßigen Geschwindigkeit. Mehr als rund 35 mbit/s waren nicht möglich, das sollte aber auch ausreichen. Insgesamt ist die Gesprächsqualität befriedigend, die Sende- und Empfangsleistung ging in Ordnung. In meinem Videoreview des Wiko View auf YouTube sieht man es mal in bewegten Bildern:

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Der eingebaute GPS-Empfänger des Smartphones gab hingegen keinen Anlass zur Klage. Der erste Safix geht sehr schnell (NUR bei eingelegter SIM-Karte). Die Abweichung liegt zwischen 3 und 10 Metern. Der wechselbare Akku leistet dabei 2.900 mAh udn hielt im Test locker einen Tag durch. Die Screen-on-Time lag bei rund 8 Stunden.

Fazit: Eines unter vielen

Mit einem Preis von rund 188 Euro ist das Wiko View sicher nicht teuer. Die gebotene Leistung geht auch überwiegend in Ordnung. Die Power der CPU ist allerdings grenzwertig niedrig und das große Display fällt wirklich nur durch seine 5.7 Zoll auf. Die HD+ Auflösung reicht dabei für den täglichen Gebrauch, die Kameraqualität könnte besser sein. So ist das Wiko View nur ein Smartphone unter vielen.


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