Xiaomi Mi 9T im Test: Mit Pop-Up-Frontkamera und sonst?

Das Xiaomi Mi 9T ist die europäische Version des Redmi K20. Mit rund 387 Euro ist es rund 100 Euro günstiger als das leistungsstärkere Xiaomi Mi 9. Alleinstellungsmerkmal des Mi 9T ist dabei die ausfahrbare Frontkamera, wie man es auch vom OnePlus 7 Pro oder Huawei P Smart Z her kennt. Ob sich die Investition lohnt, soll euch mein Testbericht zeigen.8 min


Das Xiaomi Mi 9T ist die europäische Version des Redmi K20. Mit rund 387 Euro ist es rund 100 Euro günstiger als das leistungsstärkere Xiaomi Mi 9. Alleinstellungsmerkmal des Mi 9T ist dabei die ausfahrbare Frontkamera, wie man es auch vom OnePlus 7 Pro oder Huawei P Smart Z her kennt. Ob sich die Investition lohnt, soll euch mein Testbericht zeigen.

Xiaomi Mi 9T Verpackung: Was bekommt man für sein Geld?

Xiaomi_Mi9T_14In der schwarzen Box befindet sich neben dem Xiaomi Mi 9T noch ein USB-Ladegerät mit Unterstützung für Quick Charge 3 (18 Watt). Zudem ein USB Typ-C Kabel sowie eine kleine Anleitung und ein schwarzes Schutzcover aus Kunststoff. Die Nutzung des Covers ist auch beim Mi 9T eine Herzensangelegenheit, die Rückseite ist nämlich sehr hübsch, aber auch glatt und empfindlich. Das Xiaomi 9T bietet übrigens auch eine 3,5 mm Klinkenbuchse, drahtgebundene Kopfhörer gehören aber NICHT zum Lieferumfang. Den Dual-SIM-Einschub öffnet man mit der beigefügten SIM-Nadel. Eine Speichererweiterung per MicroSD ist hingegen nicht möglich. Einzig USB OTG wird unterstützt.

Xiaomi Mi 9T Design: Sehr schick

Xiaomi_Mi9T_5Das Xiaomi Mi 9T ist mit 156.7 x 74.3 x 8.8 mm ähnlich groß wie das Mi9 (157,5 x 74,7 x 7.6 mm), mit 191 Gramm aber auch deutlich schwerer. Das Smartphone kommt (aktuell) lediglich in der MIUI_103_Mi9T_9Farbe Carbon Black auf den Markt. Der rot lackierte Ein-/Ausschalter sowie der Lautstärketaster befinden sich auf der rechten Seite des Rahmens, der Einschub über die beiden nano-SIM-Karten auf der Unterseite. Seine Kopfhörer stöpselt man oben ein.

Die “schwarze” Rückseite (eigentlich eher ein tiefes Grau) besteht aus Glas und bringt neben einer Triple-Kamera, der LED auch eine Art “Carbon-Lackierung” zum Vorschein. Der Fingerabdruckscanner befindet sich hingegen auf der Vorderseite unter dem Displayglas. Beim internen Speicher hat man die Wahl zwischen 64 und 128 GByte. Der Arbeitsspeicher beträgt 6 GByte. Eins habe ich vergessen zu erwähnen: die PopUp-Frontkamera. Die fährt auf der Oberseite aus dem Gehäuse hervor und zwar mit viel Tamtam. Xiaomi bietet hier nämlich zahlreiche Effekte und sogar eine Beleuchtung. Sehr verspielt … Die Kanten der Rückseite sind zum Rahmen hin leicht gebogen. Das Display auf der Vorderseite bietet keine “Edges” ist also plan.

Die Verarbeitung ist hervorragend, die Materialwahl hat aber auch Nachteile. Während das Displayglas mit Corning Gorilla Glas 5 noch gut gegen Kratzer geschützt ist, wird die Rückseite zum Fingerabdruckmagneten. Das Glas sieht zwar schick aus, fühlt sich gut, ist aber eben auch sehr empfindlich und das gilt sowohl für Fingerabdrücke als auch für Kratzer. Die Kameramodule ragen dabei nur etwa 1 mm  aus dem Gehäuse hervor. Das stabile Schutzcover gleicht das mühelos aus und schützt das Glas. Den tollen Carbon-Effekt sieht man dann allerdings nicht mehr. Alles in allem ein sehr hübsches, gut verarbeitetes Smartphone. Mein Testsample stammt übrigens von TradingShenzen und wurde in knapp 3 Tagen per DHL aus dem EU-Lager geliefert. Die Einfuhrumsatzsteuer (EUSt.) fällt keine mehr an, Zoll sowieso nicht.

Xiaomi Mi 9T: 6.39 Zoll AMOLED

Das 6,39 Zoll große AMOLED-Display aus dem Hause Samsung liefert einen tollen Schwarzwert und spart dabei auch noch (etwas) Energie. Dank der Pop-Up-Kamera verzichtet man hier auf die Notch. Vorteil: es sieht gut aus, Nachteil: für Selfies muss die 20-Megapixel-Kamera erst aus dem Gehäuse herausfahren. Xiaomi bietet übrigens ein “Inaktivitätsdisplay”, ähnlich wie die Always-On-Displays von Samsung. Xiaomi stellt hier  Uhrzeit, Datum und Akkkustand dar.  Hier bekommt man dann auch den ersten “Fehler” zu Gesicht: die Übersetzung in diesem Bereich fehlt leider (noch). Wer es weniger aufdringlich möchte: es steht auch ein kleines Benachrichtigungslicht zur Verfügung. Das zeigt mir entgangene Anrufe bzw. Nachrichten an. Einen Eindruck vom Display (und dem Rest) bekommt man auch in meinem Videoreview des Xiaomi Mi9 T auf YouTube:

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Die Bildschirmauflösung des AMOLED beträgt 1.080 x 2.340 Pixel (Full-HD+ bei 403 ppi). Die Farbdarstellung, der Kontrast sowie die maximale Helligkeit sind exzellent. Die Helligkeit beträgt im Normalzustand etwa 430 nit und kommt im Turbo-Boots (bei starker Sonneneinstrahlung) auf bis zu 600 nit. Das reicht für die Ablesbarkeit im Freien absolut aus und wird nur vom Samsung Galaxy S10+ übertroffen. Ein den Display-Einstellungen findet man die Möglichkeit, die Farbtemperatur abzugleichen, den automatischen Kontrast-Modus, die Double-Tap-To-Wake-Geste sowie einen zeitlich begrenzbaren Nachtlesemodus mit reduziertem Blauanteil zu aktivieren. Der “Dark Mode” der dann alle Texte auf schwarzem Hintergrund anzeigt ist noch leicht unausgereift. So kann man mitunter Texte nicht mehr kopieren, da die dafür passenden Optionen Schwarz auf Schwarz dargestellt werden:) Das Xiaomi Mi 9T unterstützt auch die Wiedergabe von Filmen in Full-HD über Netflix und Amazon Prime. Widevine L1 ist also direkt ab Werk verfügbar.

Xiaomi Mi 9T: Triple-Kamera

Xiaomi_Mi9T_4Eines der Highlights des Xiaomi Mi 9T dürfte die rückseitig montierte Triple-Kamera sein. Die drei Optiken bieten dabei unterschiedliche Auflösungen und Brennweiten und decken ein breites Spektrum ab. Einen optischen Bildstabilisator findet man aber nicht, bei schlechten Lichtverhältnissen sollte man im Gegensatz zum  Galaxy S10+ oder Mate 30 Pro also eine ruhige Hand haben.

Der mittlerweile obligatorische 48-Megapixel-Sensor (IMX586) aus dem Hause Sony kennt man zum Beispiel schon vom Honor View 20. Mit seiner Blende f/1.75 kann er in der Theorie viel Licht auffangen. In der Praxis erreicht er das aber nur über das sogenannte “Pixel Binning”. Dabei werden jeweils 4 Pixel zusammengefasst, so dass am Ende eine 12-Megapixel-Aufnahme entsteht. Wer mag, kann aber auch “echte” 48-Megapixel bei seinen Aufnahmen nutzen. Die aber keinen echten Mehrwert, denn statt mehr Details bekomme ich bei schlechteren Lichtverhältnissen nur zusätzliche Artefakte. Die beiden übrigen Kameras lösen mit 8 Megapixel auf (Teleobjektiv mit Blende f/2.4) mit Zweifach-Zoom  sowie einen Weitwinkel-Modus mit 13 Megapixel und Blende f/2.4.

Xiaomi_Mi9T_8

Die ausfahrbare Selfie-Kamera auf der Vorderseite kommt auf eine Auflösung von 20 Megapixel, der Sensor stammt dabei von Omnivision (Blende f/2.2). Die Aufnahmen geraten bei ausreichend Licht scharf und auch die Farbdarstellung gab keinen Anlass zur Klage. Auch im Portrait-Modus bekommt man einen guten, recht “natürlich” wirkenden Bokeh-Effekt zu Gesicht. Bei der Trennung zwischen Motiv und Hintergrund kann es aber gerade bei Haaren zu Probleme mit der Schärfe kommen. Auf Wunsch werden die Aufnahmen wieder mit den üblichen “Beauty-Optimierungen” für Gesicht und Körper “verfeinert”.

Kamerabild_Mi9TKamerasamples des Xiaomi Mi9T

Aufnahmen bei Dunkelheit bzw. schlechten Lichtverhältnissen sollen über den speziellen Nachtmodus verbessert werden. In der Praxis klappt das allerdings nicht wirklich. Videos zeichnet die eingebaute Kamera in 4K mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde auf. Die Tonqualität der Videoaufnahme ist dabei gut. Daneben steht auch noch eine “Zeitraffer-Funktion” zur Verfügung. Natürlich darf auch der Super-Slow-Motion-Modus mit 9.60 Bildern pro Sekunden nicht fehlen, allerdings nur in HD. Insgesamt ist die Bildqualität in dieser Preisklasse vollkommen ausreichend. Es gibt natürlich bessere Smartphones, gerade bei Dunkelheit, verstecken müssen sich die Kameras des Xiaomi Mi 9T trotzdem nicht.

Performance & Akku: Snapdragon 730 und 4.000 mAh

Im Xiaomi Mi 9T kommt der nagelneue Snapdragon 730 Prozessor mit acht Kerne mit bis zu 2,3 GHz zum Einsatz. In Kombination mit 6 GByte Arbeitsspeicher liefert der SoC im Geekbench 4 2.530 Punkte im Single-Core und 6.921 im Multi-Core und ist damit deutlich langsamer als ein Snapdragon 855. Im aktuellen AnTuTu-Benchmark reicht es für 209.537 Zähler. Und auch hier kommt er nur auf rund 2/3 der Leistung des aktuellen Top-Chipsatzes aus dem Hause Qualcomm. Das MIUI 10.3 Global sowie die von mir getesteten Spiele und Apps im Google Play Store liefen trotzdem absolut flüssig. Das Mi 9T ist Google zertifiziert und besteht den Safetynet-Test. Der 4.000 mAh starke Akku hält im PcMark Akkutest rund 11:15 Stunden durch. Im Alltag erreicht man eine Screen-On-Time zwischen 7 Stunden (nur WLAN) und 4-5 Stunden (WLAN/LTE). Im täglichen Gebrauch wird man sein Xiaomi Mi 9T spätestens am nächsten Vormittag aufladen müssen. Das klappt über mitgelieferte USB-Typ-C-Kabel mit bis zu 18 Watt in rund 90 Minuten, drahtlos geht es allerdings nicht. Theoretisch beherrscht die CPU des Mi 9T Quick Charge 4+, der mitgelieferte Adapter unterstützt aber “nur” Quick Charge 3.0 mit 18W.

Konnektivität & Sound: Beim Xiaomi Mi 9T ist alles ok

Das Xiaomi Mi 9T unterstützt auf die LTE-Bänder B1/2/3/4/5/7/8/12/17/20 und WLAN 802.11 a/b/g/n/ac Dual Band. Darüber hinaus bietet es Bluetooth 5.0, NFC und . Selbst das kontaktlose Bezahlen per Google Pay klappte im Test. Über Dual GPS soll angeblich eine genauere Positionsbestimmung möglich sein. Im Test bekam ich davon allerdings nichts mit, der GPS-Empfänger war in 3-10 Sekunden einsatzbereit und hatte eine Abweichung zwischen 3 – 15 Meter, je nach Einsatzort.

Der Sound über den Lautsprecher auf der Unterseite war ok und recht laut. Klanglich ist er aber keine Offenbarung. Das gilt dann auch für den Sound über Bluetooth-Kopfhörer, die Ausgangsleistung ist mir deutlich zu niedrig. Die Equalizer-Presets stehen natürlich nur über kabelgebundene Kopfhörer zur Verfügung. Die Sende-/Empfangsleistung des Xiaomi Mi 9T ist auf einem guten Niveau und auch bei der Gesprächsqualität gab es für mich keinen Grund zu meckern. Mittlerweile kann man die Xiaomi auch in ländlicheren Gebieten problemlos nutzen. Mit einem “Trick” funktioniert auch VoLTE: dazu einfach in der Telefon App einfach den Code *#*#86583#*#* eingeben. WLAN-Call bietet das Xiaomi Mi 9T leider nicht an. Der Fingerabdrucksensor unter dem Displayglas reagiert schnell und überwiegend zuverlässig. Der “Face Unlock” über die ausfahrbare Frontkamera ist leider deutlich langsamer und nicht besonders sicher. Zudem geht jeder Entsperrvorgang zu Lasten der Haltbarkeit des Kamera-Motors. Ein sinnfreies Feature bei den Pop-Up-Kameras.

Xiaomi: MIUI 10.3 Global ohne China-Apps

Das Xiaomi Mi 9T kommt ab Werk mit MIUI 10.3 auf der Basis von Android 9 Pie und in der mit vorliegenden Global-Version mit allen wichtigen Sprachen und den Google Apps daher. Das MIUI ist zunächst ziemlich gewöhnungsbedürftig, findet man die gängigen Einstellungen doch mitunter an anderer Stelle. Am ehesten ist es noch mit HUAWEI EMUI zu vergleichen. Beide Systeme bzw. Oberflächen wirken manchmal etwas verspielt und können optisch auch noch über spezielle Themen angepaßt werden. Das klappt aber nur, wenn man eine andere Region als “Deutschland” einstellt. Dann kann es allerdings auch passieren, dass man zusätzliche  Apps bzw. Einstellungsmöglichkeiten zu Gesicht bekommt. Bei mir waren es neben Facebook auch ie Ali-Express App sowie der Opera-Browser. Die drei Apps kann ich aber auch desinstallieren.

Über das Xiaomi Sicherheitscenter kann man den installierten Apps so ziemlich alle Rechte entziehen. Die Apps mit in den Autostart übernehmen (WICHTIG bei Messengern wie Telegramm oder WhatsApp) oder den Akkuschoner aktivieren. Dann werden Apps im Hintergrund beispielsweise früher beendet. Wer die Notification-Icons in der Statusleiste sehen will, muss dies an dieser Stelle ebenfalls aktivieren. Sonst bekommt man sie nämlich nicht zu Gesicht. Eine Sache noch: MIUI nutzt mittlerweile Werbung in eigener Sache, so sind einige Apps mit Werbeeinblendungen versehen. Die kann man in den Einstellungen der jeweiligen App bzw. beim erster Einrichtung des Smartphones aber deaktivieren.

Fazit: Lohnt sich das Xiaomi Mi 9T?

Xiaomi_Mi9T_15Das Xiaomi Mi 9 T kostet rund 100 Euro weniger als ein vergleichbares Xiaomi Mi 9, bietet dafür aber auch weniger Power und keine drahtlose Lademöglichkeit. Das fast randlose, knapp 6,4 Zoll große AMOLED hat mir gut gefallen. Auch das Kamera-Setup auf der Rückseite mit seiner 48-Megapixel-Triple-Kamera macht einen guten Eindruck. Die Qualität der Aufnahmen geht tagsüber mehr als in Ordnung, bei Dunkelheit lässt sie aber nach. Die Akkulaufzeit des Mi 9T ist dank 4.000 mAh wirklich gut und die Optik überzeugt. Ich persönlich kann auf die Pop-Up-Kamera gut verzichten, die Qualität ist nicht besser und der Motor macht eine Entsperrung per Face Unlock zu einem Geduldsspiel. Am Ende bleibt ein überzeugendes Komplettpaket, aber – mit Blick auf das Xiaomi Mi 9 – keine bedenkenlose Kaufempfehlung.

Xiaomi Mi 9T

357
9.4

Verarbeitung

9.7/10

Display

9.5/10

Performance

9.2/10

Kamera

9.2/10

Konnektivität/Akku

9.5/10

Pro

  • Design
  • Display
  • Akku

Contra

  • Ausfahrbare Kamera
  • Sound (Bluetooth)

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