Xiaomi Mi Note 10 im Test – Taugt die 108-Megapixel-Kamera?

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Mit dem Xiaomi Mi Note 10 bietet der sehr erfolgreiche Hersteller nun auch hierzulande sein erstes Smartphone mit einer 108-Megapixel-Penta-Kamera an. Mit rund 470 Euro ist es zwar nicht sonderlich teuer, bietet dafür aber leider auch nur Mittelklasse-Hardware. Lohnt sich der Kauf für Kamera-Enthusiasten?

Design: Optisch wie ein Huawei P30 Pro?

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Xiaomi bringt mit dem Mi Note 10 weder ein kleines noch leichtes Smartphone auf den Markt. Mit seinen Abmessungen von 157,8 x 74,2 x 9,67 mm und einem Gewicht von 208 Gramm hat man ordentlich was in der Hand. Die Verarbeitung ist dafür aber ausserordentlich gut und der Materialmix (Glas & Aluminium) wirkt sehr hochwertig. Bis hierhin sieht es also eher nach Oberklasse aus.

Die Glasränder sind übrigens sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite gebogene. Der Übergang zum Metallrahmen ist aber gut spürbar. Beide Seiten bestehen aus Gorilla Glas 5. Unzerbrechlich sind die Gläser aber nicht, fällt es also hin ist sprichwörtlich “Ende im Gelände”. Da beide Seiten ziemlich glatt sind: aufpassen und Schutzhülle nutzen! Das Xiaomi Mi Note 10 bekommt man übrigens in drei Farben: „Midnight Black“ oder das ziemlich aufdringliche „Aurora Green“ fand ich jetzt nicht so eingängig.  So richtig überzeugen konnte mich persönlich nur „Glacier White“.  Die Rückseite schimmert dann je nach Lichteinfall unterschiedlich und erinnert wirklich an einen Gletscher. Allerdings nicht anders, als beim Huawei P30 Pro 🙂

Wenn wir schon mal dabei sind: auch das Kamera-Setup mit seinen fünf Linsen ähnelt dem Huawei. Es ragt allerdings nicht so weit aus dem Gehäuse hervor. Dafür fehlt dem Mi Note 10 auch die Periskop-Optik und der extrem gute, weil optische Zoom. Die Vorderseite wird übrigens nur vom 6,47 Zoll großen und nahezu randlosen AMOLED sowie der kleinen Notch mit integrierter 32-Megapixel-Kamera in Beschlag genommen. Der Fingerabdrucksensor befindet sich nämlich unter dem Displayglas.

6,47 Zoll AMOLED in Full-HD+

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Das leicht gebogene Display ist mit 6,47 Zoll und einer FHD+ Auflösung von 2.340 x 1.080 Pixel (398 ppi) gross genug. Die Schärfe geht auch voll in Ordnung. Farbwiedergabe und Schwarzwert sind dank AMOLED-Technik wirklich gut gelungen. Der Bildschirm kann auch draußen noch gut abgelesen werden. Bei direkter Sonneneinstrahlung sorgt ein kleiner “Turbo” für etwas mehr Helligkeit. Die Displayränder selbst sind nicht so unscharf wie beim Huawei Mate 30 Pro. Insgesamt geht die Qualität der Anzeige für den Preis in Ordnung.

Kamera: Fünf Sensoren mit bis zu 108 Megapixel

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Das Xiaomi Mi Note 10 ist nach dem Nokia 9 Pureview erst das zweite Smartphone mit einer Penta-Kamera. Auf der Rückseite findet man also insgesamt fünf Sensoren mit unterschiedlicher Auflösung und Festbrennweite. Dabei bietet das Weitwinkel-Objektiv mit Blende f/1.69 eine Auflösung von bis zu 108 Megapixel. Darauf bastelt die Software hochauflösende Bilder mit 27 Megapixel. Das Ultraweitwinkel löst mit 20 Megapixel auf und nutzt eine  Blende f/2.2. Das Zweifach-Tele kommt mit 12 Megapixel daher (Blende f/2.0). Das Fünffach-Teleobjektiv löst allerdings nur noch mit 5 Megapixel auf und auch die Blende von f/2.0 schwächelt. Der Zoom kann nicht ansatzweise mit dem Huawei P30 Pro mithalten. Der spezielle Makromodus mit seiner 2-Megapixel-Kamera (Blende f/2.4) und einem Fokus zwischen 2 und 10 cm hat mir hingegen gut gefallen. Das gilt nicht ganz für den Portait-Modus. Der hat manchmal arge Probleme bei der Fokussierung. Und auch die Aufnahmen mit 108 MP profitieren nur in der Mitte von dem “mehr” an Details. Die Ränder sind erstaunlich unscharf.

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Beispielbilder der Kamera (Xiaomi Mi Note 10)

Die Software bietet für alle Modi das passende Programm. Wer es weniger bequem haben will, greift zum Pro-Modus. Neber einer manuellen Belichtung steht hier nämlich auch der RAW-Modus zur Verfügung. So umgeht man die mitunter eher aufdringliche Bildoptimierung der Software. Im Porträt-Modus aktiviert sich übrigens automatisch die zweifache Vergrößerung. Im Nachtmodus habe ich nur noch die Wahl zwischen Zweifach-Tele und dem Standardweitwinkel. Bilder mit 108 Megapixel kann daher auch nur die Hauptkamera aufzeichnen. In allen anderen Modi erstellt die Software aus den Bildern mit 108 Megapixel mittels Pixel Binning einen Output mit 27 Megapixel.

Performance, Konnektivität und Akkuleistung: Gemischte Gefühle

Statt eines Snadragon 855 kommt nur ein Mittelklasse-Snapdragon 730G von Qualcomm zum Einsatz.  In der täglichen Praxis spielt das allerdings kaum eine Rolle. Spiele wie PUBG Mobile, Asphalt 9, Call of Duty Mobile und Co laufen auch auf höchstmöglichem Grafikniveau noch flüssig. Android selbst hat auch keine Ruckler vorzuweisen, der Workflow wird daher nicht beeinträchtigt. Das gilt leider nicht im Fotomodus. Die “Entwicklung” der 108-Megapixel-Bilder, also die Zeit, die die Software nach dem Auslöser bis zur vollständigen Speicherung benötigt, ist schon arg lang. Ein ähnliches Problem gab es auch beim Nokia 9 mit seiner deutlich schnelleren CPU/GPU. An dieser Stelle hätte Xiaomi also besser mehr Power (oder eine schnellere Optimierung) investieren sollen. Der interne Flashspeicher ist mit 128 Gigabyte ausreichend gross dimensioniert. Allerdings nicht, wenn man dauernd Bilder in maximaler Auflösung bzw. Videos macht. Erweitern kann man den Speicher nämlich nicht. Einen Eindruck von der Performance und den anderen Features des Xiaomi Mi Note 10 bekommt ihr auch in meinem Review auf YouTube:

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Bei der Konnektivität setzt Xiaomi auf LTC Cat. 16 (auch Band 20), Bluetooth 5, USB-C und Dual-SIM. Selbst an eine 3.5 mm Klinkenbuchse hat Xiaomi gedacht. Der Sound wird über den Lautsprecher auf der Unterseite wiedergegeben. Der tönte im Test sowohl laut genug als auch klanglich einwandfrei. Die Sende-/Empfangsleistung war auf gutem Niveau, das gilt auch für die Gesprächsqualität. Der unter das Displayglas verbannte Fingerabdrucksensor war hingegen weder sonderlich schnell, noch empfindlich. Fehlversuche waren da leider an der Tagesordnung. Die Gesichtserkennung ist da deutlich schneller.

Mein Highlight des Xiaomi Mi Note 10 ist aber der 5.260 mAh starke Akku. Im Dauertest  des PCMark hielt die Krafzelle fast 16 Stunden lang durch. Zwei Tage ohne Aufladen sind für das Smartphone gar kein Problem. Über das 30 Watt starke Netzteil habe ich in 30 Minuten rund 60 Prozent auftanken können. Voll aufgeladen ist der Akku nach rund 65 Minuten. Drahtlos klappt das aber nicht.

MIUI 11: Hüsch und schnell

Xiaomi liefert das Mi Note 10 mit Android 9 aus. Zum Einsatz kommt die hauseigene Benutzeroberfläche namens MIUI 11. Diese bietet neben unterschiedlichen Always-On-Displays mit Kaleidoskop-Zifferblättern nun auch Naturklänge wie Vogelzwitschern und Wasserfall als Wecksignale oder Benachrichtigungen an. Eine Personalisierung über Themen (Icons) ist nur möglich, wenn man nicht Deutschland als Standort wählt. Dann bekommt man mitunter in einigen Apps auch eine kurze Werbung eingeblendet.

Fazit: Zu teuer

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Das Xiaomi Mi Note 10 ist ohne Zweifel ein Smartphone der gehobenen Mittelklasse. Das 6,47 Zoll große AMOLED löst zwar “nur” mit Full-HD+ auf, ist aber sowohl hell genug, als auch ausreichend scharf. Die Performance des Snapdragon 730G kann unter normalen Umständen durchaus überzeugen. Aber in Verbindung mit der Kamera und Aufnahmen mit 108 Megapixel muss man etwas mehr Geduld mitbringen. Das ist sehr schade, denn die Qualität der hochauflösenden Bilder rechtfertigt die etwas längere Gedenkpause beim Speichervorgang nämlich nicht. Die Aufnahmen werden zu den Rändern hin unscharf. So greift man fast immer auf die 27-Megapixel-Option zurück. Highlight des Mi Note 120 ist der Akku. Mit seinen 5.260 mAh hält er locker 2-3 Tage durch und ist mit 30 Watt auch in rund einer Stunde voll geladen. Mir persönlich ist das Xiaomi Mi Note 10 mit rund 470 Euro (noch) etwas zu teuer.

Xiaomi Mi Note 10

0.00
9.6

Verarbeitung

9.9/10

Display

9.3/10

Performance

9.2/10

Kamera

9.7/10

Ausdauer

10.0/10

Pro

  • Akku
  • Kamera
  • Display

Contra

  • Preis
  • Kein drahtloses Aufladen
  • Gewicht
  • Performance Kamera

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