ZUK Z2 Pro im Test: Top-Austattung für 440 Euro

Mit dem ZUK Z2 Pro stellt ZUK nun den Nachfolger des ZUK Z1 vor. Highlight des Smartphones ist neben dem 6 GByte großen Arbeitsspeicher auch der 128 GByte umfassenden Datenspeicher des Smartphones. Die kleinere Variante bietet immer noch 4 GByte RAM und 64 GByte Speicher. Die 13-Megapixel-Kamera mit Sony-Sensor hat zwar eine LED spendiert bekommen, muss aber auf den Laser-Autofokus des Vorgängers verzichten. Auch der fest eingebaute Akku leistet nur noch 3.000 mAh. Dafür wurde der Fingerabdrucksensor auf der Vorderseite optimiert, die Technik in ein Metallgehäuse gepackt und das Preisschild mit 440 Euro versehen. Ist doch eine klare Kampfansage, oder?4 min


Mit dem ZUK Z2 Pro stellt ZUK nun den Nachfolger des ZUK Z1 vor. Highlight des Smartphones ist neben dem 6 GByte großen Arbeitsspeicher auch der 128 GByte umfassenden Datenspeicher des Smartphones. Die kleinere Variante bietet immer noch 4 GByte RAM und 64 GByte Speicher. Die 13-Megapixel-Kamera mit Sony-Sensor hat zwar eine LED spendiert bekommen, muss aber auf den Laser-Autofokus des Vorgängers verzichten. Auch der fest eingebaute Akku leistet nur noch 3.000 mAh. Dafür wurde der Fingerabdrucksensor auf der Vorderseite optimiert, die Technik in ein Metallgehäuse gepackt und das Preisschild mit rund 440 Euro versehen. Ist doch eine klare Kampfansage, oder?

ZUK Z2 Pro: Optisch eher langweilig

Die Verarbeitung des ZUK Z2 Pro ist wirklich spitze. Das Gehäuse (Schwarz oder Weiß) besteht nun vollständig aus Metall und Glas und liegt damit ähnlich (rutschig) in der Hand wie ein Xiaomi Mi5. Optisch erinnert die Rückseite stark an das Huawei Mate S und auf der Vorderseite sieht es eigentlich aus wie der Vorgänger ZUK Z1. Aber was soll es? Die Möglichkeiten beim Design von Smartphones sind ausgereizt.

Der Lautstärkeregler sowie der Ein-/Ausschalter befinden sich auf der linken Seite des Smartphone. Der neue Fingerabdrucksensor names U-Touch reagiert schnell und zuverlässig.  Er fungiert zudem auch als eine Art “Touchpad”. Mit Abmessungen von 145,4 x 70,5 x 7,5 mm und einem Gewicht von rund 145 Gramm ist es nicht zu groß oder schwer.

Lieferumfang & Verpackung: Im Westen nichts neues

In der weißen Verpackung befindet sich neben dem Smartphone noch ein flaches USB-Typ-C-Kabel, ein Ladegerät sowie ein paar Anleitungen und ein Öffnungswerkzeug für den nanoSIM-Einschub. Ein Headset gehört nicht zum Lieferumfang. Wer sein altes Zubehör weiter nutzen will, sollte übrigens auch zum Micro-USB-Adapter für 9.99 Euro greifen. Das neue ZUK Z2 Pro nutzt nämlich wieder USB-Type-C.

Display: 5.2-Zoll und Full-HD sorgen für wenig Aufregung

Das 5,2 Zoll große Display des ZUK Z2 Pro nutzt ein AMOLED und kommt mit seinen 1.080 x 1.920 Pixel auf 424 ppi. Die Blickwinkelstabilität geht in Ordnung und ist typisch für ein AMOLED. Auch die maximale Helligkeit ist völlig ausreichend, sofern man es nicht in direkter Sonneneinstrahlung ablesen möchte. Das geht dann zwar noch, ist aber deutlich schwieriger. Das Display selbst ist relativ neutral abgestimmt, gibt Farben aber technisch bedingt etwas “kräftiger” wieder als ein IPS.  Das Display hat mir wirklich gut gefallen und ich habe eine QHD-Auflösung nicht vermisst.

Performance & Akku: Welche Vorteile hat ein Snapdragon 820?

Das ZUK Z2 Pro wird mit einem 2.15 GHz schnellen Snapdragon 820 und vier Kernen angetrieben. Ähnlich wie der Snapdragon 810 wird er bei aufwändigen Spielen oder Benchmarks deutlich wärmer. In der Realität erzielt das ZUK Z2 Pro im aktuellen AnTuTu-Benchmark 128.839 Punkte. Damit ist es eigentlich genauso schnell wie ein LG G5, Xiaomi Mi5 oder HTC 10. Im Geekbench 3 reicht es im Single-Core für 1.984 Punkte und im Multi-Core für 4.386 Zähler.

Die Version mit 128 GByte internen Speicher kann 6 GByte RAM vorweisen. Das macht sich in den synthetischen Benchmarks kaum und im täglichen Einsatz nur selten bemerkbar, zumindest im Vergleich zu den 4 GByte der Konkurrenz. Bis zu 18 Apps kann man so im Speicher halten.

Der 3.100 mAh starke Akku – den man allerdings nicht selber wechseln kann – hielt im Test knapp 7 Stunden im Dauerbetrieb durch. Damit kommt man also normalerweise über den Tag. Aufladen kann man sein ZUK Z2 Pro über den neuen USB-Typ-C. Dieser ist verdrehsicher und man muss – ähnlich wie beim Lightning-Anschluss des iPhones – nicht darauf achten, wie herum man den Stecker in die Buchse steckt. Das mitgelieferte USB-Kabel ist flach und wirkt recht hochwertig. Wer allerdings sein altes Zubehör vom Typ “Micro-USB” weiterhin nutzen will, der muss sich einen knapp 10 Euro teuren Adapter bestellen. USB-OTG wurde im Test unterstützt. Die komplette Aufladung dauerte dank Quick Charge 3.0 knapp 1 Stunde 50 Minuten.

Konnektivität: LTE mit Band 20

Unterwegs ist man über HSPA+ und WLAN b/g/n/ac online. LTE wird in den Deutschland üblichen Frequenzen 800/1.800/2.600 MHz und Bändern unterstützt. Damit können auch Kunden von Vodafone und O2 den schnellen Datenturbo nutzen. Im Netz der Telekom kam ich auf über 80 mbit/s, bei o2 auf rund 55 mbit/s. Daten tauscht man über USB oder Bluetooth 4.1 aus. Das neue ZUK Z2 Pro unterstützt nun auch NFC. Per GPS und Glonass kann man über Google Maps das Smartphone auch als Navigationshilfe nutzen. Die Abweichung lag im Test bei etwa 5 Metern, der erste Sat-Fix war nach rund 3 Sekunden abgehakt.

Die Sende-/ und Empfangsleistung (mit Unterstützung für Dual-SIM) war normal und auch die Gesprächsqualität gab keinen Anlass zur Klage.

ZUI 2.0: Android 6.0.1 in einer anderen Verpackung

Das neue Smartphone von ZUK (Lenovo) wird mit der hauseigenen Benutzeroberfläche namens ZUI betrieben. Als Basis dient zwar Android 6.0.1, der Hersteller hat es aber um zahlreiche nützliche Features erweitert. Ähnlich wie beim Cyanogen OS. Zur Bedienung nutzt man den Home-Button/Fingerabdruckscanner und die Softkeys. Die Belegung der Tasten kann man im ZUI vertauschen und den Home-Button mit zusätzlichen Funktionen versehen. Das Android 6.0.1 wurde nahezu unverändert übernommen, kein unnötig verspielter Launcher trübt also den Spaß am Betriebssystem. Natürlich steht auch die deutsche Sprache zur Auswahl. Im Endeffekt ähnelt das ZUI dem EMUI von Huawei / Honor.

Kamera & Sound: 13-Megapixel ohne Schnickschnack

Die Kamera auf der Rückseite löst mit 13 Megapixel auf, bietet eine LED, nutzt einen Sensor von Ssamsung und einen Phase-Detection-Autofokus (PDAF). Dank der Blende f/1.8 bekommt man auch bei Dunkelheit noch ansprechende Aufnahmen hin. Allerdings mit erhöhtem Bildschauschen. Die Frontkamera bannt immerhin noch mit 8 Megapixel auf den Chip und dürfte für die beliebten Selfies, Wefies und Co ausreichen. Die Hauptkamera des ZUK Z2 Pro zeichnet Videos in Full-HD und in 4K auf. Leider ragt die Kameraoptik aus dem Gehäuse hervor.

Mit einem guten Headset bekommt man über Google Play Music oder dem hauseigenen Musikplayer einen satten Sound aus dem ZUK Z2 Pro. Equalizer-Presets sind aber nicht mit an Bord, man muss sich mit dem “DiracHD” zufrieden geben. Das ZUK Z2 Pro bietet auf der Unterseite nur einen Lautsprecher und damit auch kein Stereo. Die maximale Lautstärke reicht gerade aus, um ein normales Büro zu beschallen. Ein FM-Radio bietet das ZUK Z2 Pro leider nicht.

Fazit: ZUK, ZTE, OnePlus sind auf Augenhöhe

Das Design des ZUK Z2 mag bekannt vorkommen. Die Verarbeitung des Metallgehäuses ist aber super. Für rund 440 Euro (inklusive Versand) bekommt man ein Smartphone mit Snapdragon 820 und 6 GByte RAM. Ob man diese Power aber wirklich benötigt? Das 5,5 Zoll große AMOLED-Display löst nur in Full-HD auf, ist aber ausreichend scharf und hell. Die 16-Megapixel-Kamera kann zwar nicht mit der Konkurrenz in Form des Huawei P9 oder Samsung Galaxy S7 mithalten, macht aber trotzdem gute Aufnahmen und Videos in 4K. Leider ist der Speicher nicht erweiterbar. Das ZUK Z2 Pro ist ein tolles Smartphone, aber eben nur als Import erhältlich. Ok,  das OnePlus 3 muss ich auch bestellen. Das ZTE Axon 7 gibt es dafür bei Saturn.